Mittwoch, 4. November 2015

Oh, wie schön ist das Kuseler Musikantenland

Sonntag, 01. November 2015:
Allerheiligen – in Rheinland Pfalz sowie in einigen anderen Deutschen Bundesländern ist er ein sogenannter stiller Feiertag. Das heißt, dass an diesem Tag keine öffentlichen Tanzveranstaltungen durchgeführt werden dürfen und laute Musik verboten ist.
Das haben wir nicht vor, stattdessen wollen wir andächtig durch die Natur rollen.

Auf dem Bärenbachpfad
Um 10:00 Uhr ist Treffpunkt am Stadtweiher in Baumholder. Da ich mich ohnehin wegen des gestrigen Indoor-Cycling-Marathons in Baumholder befand, übernachtete ich sinnvollerweise dort. Das spart Zeit, Geld und schont die Nerven.
Frühstück wurde von der Hausherrin für 08:30 Uhr angesetzt und so sitzen wir wieder mit vier Personen zusammen und erfreuen uns an einem reich gedeckten Tisch. Frisches Rührei, duftender Kaffee und nette Gesellschaft… so fängt der Tag erneut gut an.
Hierbei vergisst man allzu schnell die Zeit und so müssen wir uns am Ende doch noch beeilen, um pünktlich am verabredeten Treffpunkt zu erscheinen.
Mit neun Personen – acht Männer und eine Frau – geht es los. Die erste Etappe besteht aus Teilen der zum Saar-Hunsrück-Steig gehörenden Traumschleife „Bärenbachpfad“.
Die Waldwege ziehen mich mal wieder in ihren Bann. Gerade jetzt im Herbst ist es wunderschön. Buntes Laub in den unterschiedlichsten Schattierungen raschelt unter unseren Reifen… von braun über rot und orange bis hin zu gelb.
Von Bikern fordert der Herbst allerdings auch mehr Aufmerksamkeit, gerade auf dieser Strecke. Unter dem dichten Laub sind Wurzeln und Steine nicht sichtbar. Schnell verliert das Vorderrad die Haftung und so haben wir auch schon den ersten Sturz zu beklagen.

Veldenzwanderweg bei Rathsweiler

Entlang der Auersbach fahren wir bis zur L 169 und weiter über den Truppenübungsplatz, wo wir zur Zuwegung des Veldenzwanderweges gelangen. Ein netter Jäger informiert uns über die gerade stattfindende Treibjagd. Merkwürdig, denn wir haben kein Schild gesehen. Verboten ist es nicht, sich auf dem offiziellen Wanderweg aufzuhalten, daher möchten wir auch nicht umkehren oder unsere Route ändern. Ein Fahrer in auffälliger Kleidung nach vorne, einer nach hinten und dicht zusammenbleiben, dann kann wenig passieren… außerdem tragen wir ja Helme.
;-)
Es besteht weniger die Gefahr, von einem Geschoss getroffen, als vielmehr von einem oder mehreren auf der Flucht befindlichen Wildschweinen umgerannt zu werden. Keiner von uns möchte mit einem wilden Keiler oder einer wütenden Bache Bekanntschaft machen.


Die Temperatur ist ideal zum biken. Sonnenstrahlen haben längst den anfänglichen Nebel vertrieben und wärmen uns angenehm. Ich fahre voll konzentriert und unterschätze zu keiner Zeit die vorhin erwähnte Gefahr. Meine Vorderbremse dosiere ich mit viel Vorsicht; manchmal ist es besser, sich einfach über in Hindernis rollen zu lassen, statt zu bremsen.
Viel zu schnell sind wir – unterbrochen von ständigen Gesprächen mit überwiegend freundlichen Jagdgenossen – in Niederalben angekommen. Etwa 40 Jäger sollen an diesem Tag an der Treibjagd beteiligt sein.

Zwei Mal habe ich erlegtes Schwarzwild am Wegesrand liegen sehen, waren wohl die letzten Tiere in der Rotte, die dran glauben mussten.
Alte Römerstraße Richtung Körborn

Nun verlassen wir den Wald und man kann etwas nachlässiger mit der Konzentration umgehen. Unsere liebe Sportsfreundin hat ihren ohnehin lädierten linken Fuß bei einer „Bodenprobe“ in einer abschüssigen Linkskurve erneut überfordert. Nur unter Schmerzen kann sie ihren Schuh noch vom Pedal lösen. Zum Glück fahren wir nun überwiegend einfache Passagen… sie tut mir leid.
Weiter geht es nach Rathsweiler und auf dem Glan-Blies-Radweg nach Ulmet und Erdesbach. Über den Mayweilerhof folgen wir der alten Römerstraße bis Körborn. Das letzte Stück führt über den Breitsesterhof zurück nach Baumholder.


Ein schöner Tag und eine tolle Tour bei bestem Wetter. Es war mal wieder herrlich.
Leider, aber das bleibt nicht aus, mussten wir drei Stürze verzeichnen, einer davon mit Spätfolgen.

Dafür haben wir uns um keinen Nordic-Walker kümmern müssen, der entkräftet im Wald lag, weil er versehentlich zu viel Laub aufgespießt hat.
;-)

„Wenn man einen Freund hat, … braucht man sich vor nichts zu fürchten.“
Janosch: Oh, wie schön ist Panama

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=icfscmqjuyhumyjq