Mittwoch, 18. April 2018

Rennrad-Trainingscamp auf Mallorca

Eine 24-köpfige Gruppe startet ihre Radsaison 2018 mit einem 11-tägigen Trainingscamp auf Mallorca.
Hierfür bietet die Balearen-Insel ideale Bedingungen.

Zum Vergrößern Klicken
Ein Radurlaub auf Mallorca ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Bewegung an der frischen Luft im mediterranen Klima und das Erkunden der einzigartigen Landschaft führen zu einem enormen Erholungswert und wirken sich positiv auf das körperliche Wohlbefinden aus.
Gerade jetzt im April kann man sich auf angenehme Temperaturen, blühende Landschaften sowie weniger Mietwagen und Saufgelage als in der Hauptsaison freuen.
Radfahren bei Sonnenschein und Wärme ist eben viel schöner als eine Tour bei Regen, trübem Himmel und Kälte.

Wenn man Straßen aufzählt, auf denen jeder Rennradfahrer einmal gefahren sein muss, dann ist die 10 Kilometer lange Strecke auf der MA-2141 zwischen dem Küstendorf Sa Calobra und dem Coll dels Reis auf jeden Fall dabei. Sie zählt zu den atemberaubendsten Passstraßen Europas.
Mit dem Schiff starten wir von Port Sóller. Die 15 km lange Fahrt mit dem Katamaran dauert rund 45 Minuten. Das Ziel: Sa Calobra, die "Natter".

Wie eine Schlange, so windet sich auch die Straße auf unzähligen Schleifen und Kehren in die Höhe.
Insgesamt gut 12 Kilometer lang erstreckt sich der Asphalt durch die wilde Landschaft des Tramuntana-Gebirges.
Beim Aufstieg von Meereshöhe bis auf 728 Meter durch die sensationelle Kurvenfolge bleibt Zeit für eine unvergessliche Aussicht. Höhepunkt: Nus de sa Corbata, der "Krawattenknoten".

Mit dieser straßenbaulichen Meisterleistung einer 270-Grad-Kurve, bei der die Straße kurioserweise um sich selbst kreist bzw. unter sich selbst hindurchführt, hatte sich der italienische Ingenieur Antonio Paretti, der die Strecke 1932 plante und baute, etwas Besonderes ausgedacht. 
Angeblich soll ihm die Idee beim Binden seiner Krawatte gekommen sein – und war für ihn offenbar die einzige Möglichkeit, den Weg weiter zur Bucht von Sa Calobra zu bauen. 

Sa Calobra: Das kleine Dorf liegt an der Nordwestküste Mallorcas und befindet sich in der Region des zum Weltkulturerbe erklärten Serra de Tramuntana. Das wohl beliebteste Ziel für Besucher des Orts ist die felsige, von Kiefern bewachsene Bucht von Sa Calobra, die einen traumhaften Ausblick auf das Meer bietet.
Sa Calobra

Sa Calobra erreicht man nur über die Serpentinenstraße MA-2141 oder (wetterabhänging) per Schiff vom Hafen in Sóller.
Viel mehr als nur Ballermann: Auch auf Mallorca gibt es sie noch, die kleinen, verwunschenen Buchten.

Schöne Kurven, malerische Buchten, idyllische Berg- und Fischerdörfer, beeindruckende Steilküsten, Strände ohne Touristen und rund sieben Millionen Mandelbäume – die Insel überrascht mit ihrer Vielfalt.

Bucht bei Santanyi

Gerade wer Mallorca mit dem Rad erkundet, wird viele neue Gesichter der Insel entdecken.

Obwohl Cala Figuera in den 1970er und 80er Jahren einen Touristenboom erlebt hat, konnte sich das kleine Fischerdorf seinen Charme bewahren. Nur knapp 20 Kilometer von der Südspitze der Insel entfernt, liegt es an der Ostküste.

Cala Figuera
Die gleichnamige, tief ins Landesinnere reichende, Y-förmige Bucht macht das besondere Flair dieses Ortes aus.

Montag, 12. Februar 2018

Auf den Spuren des Kalten Krieges im Hunsrück

Samstag, 10. Februar 2018:
Diese Radtour könnte auch den Untertitel "Auf den Spuren des Kalten Krieges" tragen.
 

Am Marktplatz in Rhaunen ist zentraler Treffpunkt an diesem kalten Tag im Februar. Ich lasse mich überraschen und folge meinen Freunden, den "Local Guides", wie man sie neudeutsch nennt, vorbei an Weitersbach über Laufersweiler nach Sohren, wo sich uns noch ein weiterer Fahrer anschließt. Auf dem Hunsrück-Radweg führt die Strecke über Nieder Kostenz und Ober Kostenz nach Reckershausen.
 

Erstes Relikt des Kalten Krieges ist die Fahrtechnik-Anlage Hunsrück. Sie befindet sich auf einem über 30 Hektar großen Gelände im Staatsforst "Faas" Richtung Hunsrückhöhenstraße, einem ehemaligen Munitionsdepot der US-Streitkräfte.
Ab 1958 waren dort angeblich MGM-1 Matador-, später der Nachfolger, MGM-13 Mace-Raketen, (Wueschheim Missile Site 3) des 38. Taktischen Flugkörpergeschwaders (US) stationiert.
Ab Mitte 1978 wurden auf dem Gelände "Ammunition Igloos" für Munition als Auslagerungstätte für den US-Fliegerhorst Hahn gebaut (Wueschheim Ammo Storage Annex).


Wir kommen zur L226 und biegen links auf die K23 ab. Rechts, in östlicher Richtung, sieht man zum Goßberg.
Der Goßberg ist eine Kuppe mit einer Höhe von 483 m ü. NN. Der geschichtsträchtige und militärisch strategisch wichtig gelegene Goßberg (seit 1956 stand auf dem Goßberg eine Radaranlage der US-Streitkräfte) wurde in den Jahren 1984–1989 30 Meter tief ausgeschachtet und zu einem atombombensicheren Bunker ausgebaut.
In die Anlage sollte die von den US-Streitkräften betriebene NATO-Leitstellung Metro Tango umziehen, um auch die in der Nähe entstandene Raketenbasis Pydna mitzuleiten.
Die Bunkeranlage im Goßberg sollte nach Informationen der Rhein-Zeitung (Bericht am 21. Oktober 1999) zu einem Fort Knox für Europa umgebaut werden.
Der Bund verkaufte die Anlage an die Firma Aero Sea Group. Diese Firma wollte Wertsachen und vor allem alte DM-Banknoten und neue Euro-Noten zwischenlagern, die für die vorgesehene Währungsumstellung vorgesehen waren.

 

Weiter geht es über Hundheim entlang der Raketenbasis Pydna.
Die unter dem Decknamen Pydna errichtete militärische Anlage ist eine ehemalige Raketenstation der NATO bei Hasselbach.

Die Straße entlang der Raketenbasis "Pydna"
Auf dem 40 Hektar großen Gelände war Platz für 96 Cruise Missile Raketen und eine 1.500 Mann starke Besatzung. Wie viele Marschflugkörper tatsächlich stationiert waren, galt lange als Staatsgeheimnis. Die Raketen konnten mit Atomsprengköpfen bestückt werden, die in der nahegelegenen Hahn Airbase deponiert waren. Im Falle eines Atomkriegs wäre die 180-Seelen-Gemeinde Hasselbach ins Zentrum des Ost-West-Konflikts gerückt – auch als Ziel eines Gegenschlags. Sechs Bunker sind auf einem kleinen Platz angeordnet, in dessen Zentrum sich ein Turm wie ein Mahnmal des Kalten Krieges in den Himmel streckt. Jeder dieser Bunker bot Platz für 16 Raketen. Die Cruise Missiles verfügten über eine Reichweite von bis zu 4.000 Kilometern. Genug, um in sowjetischen Luftraum einzudringen. Das gesamte Gelände wurde 2005 vom dicht angrenzenden Bundeswehrstandort übernommen und wird somit zum größten Teil weiterhin militärisch genutzt. Die Raketen haben Platz für Fans der Elektronischen Musik gemacht, die die düsteren Bunker als skurrile Location für die Nature One nutzen.

Auf dem Schinderhannes-Radweg rollen wir nach Kastellaun. Von hier folgen wir der Route über Külz und Fronhofen nach Nickweiler, treffen wieder auf den Hunsrück-Radweg und kommen nach Kirchberg und Liederbach.
Nach dem Limes-Wachturm an der Alten Römerstraße folgen Dill und Sohrschied.

Die letzte Etappe führt über Gösenroth zurück nach Rhaunen.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=eyoqaxjolgtpbtfl

Montag, 5. Februar 2018

Mann, bist du peinlich!

Mein Internet-Provider bemüht sich, mich gut zu unterhalten.
So war vor einigen Tagen in der Lifestyle-Rubrik ein Artikel zum Thema „Was Frauen an ihren Männern stört“ zu lesen.
Meine Herren, die Palette unserer Defizite ist beachtlich: Die Krawatte zu kurz, die Hose zu lang, Fixier-Nähte am Sakko nicht entfernt, Sportsocken im Alltag tragen und beim Sex anlassen, pöbeln im Straßenverkehr und so weiter und so fort.
 

Es gab sogar die Möglichkeit, abzustimmen. Auf die Frage „Was ist Ihnen an Ihrem Partner peinlich?“ konnte man aus einer ganzen Reihe von unangenehmen Charakterzügen und Unappetitlichkeiten wählen.
Weil mich das Ergebnis natürlich interessierte, klickte ich auf „Zwischenergebnis anzeigen“ - und staunte.

War doch zu lesen, dass die meisten für „An meinem Partner ist mir gar nichts peinlich!“ votiert hatten.
Ganz sicher sind auch die derart gelobten Partner nicht ohne Fehl und Tadel.
Aber zur Liebe gehört dazu, die Macken des anderen auch akzeptieren zu können.
Liebe überwindet in Wirklichkeit nicht alle Hindernisse. Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass schon alles klappen wird, solange man sich nur liebt.
Aber Liebe allein reicht nicht.
Akzeptanz ist das, was dich wirklich bis zur anderen Seite trägt.
Wenn man dann noch respektvoll zur Sprache bringen kann, was verändert werden könnte, ist man sehr nahe dran am Ideal.

„Die Liebe ist gütig, freundlich, sie rechnet das Böse nicht an. Sie erträgt alles, hofft alles, duldet alles.“
(Hohelied der Liebe, 1. Korinther 13)

Ein Ideal, das niemand erreichen kann? Könnte sein…

Dienstag, 9. Januar 2018

Die Welt, in der wir leben

Die Welt, in der wir leben!

Januar 2017: Sachsen erteilt Genehmigung für den Abschuss von „Problemwolf Pumpak“.
Es ist das erste Mal, dass in Sachsen ein „Problemwolf" „entnommen“ werden soll.

Januar 2018: 18.500 "Wolfsgeschädigte" und "besorgte Bürger"
gegen den Wolf:
Unterschriftenaktion in Sachsen für Abschuss von Wölfen. Die Resonanz auf eine Unterschriftensammlung war groß. Innerhalb kurzer Zeit haben Tausende Bürger ihre Stimme für einen einfacheren Wolfsabschuss abgegeben.


Hier meine Gedanken dazu:
Es gab Zeiten, da war der Wolf das am weitesten verbreitete Raubtier der Erde, doch die sind lange vorbei. Seit Wölfe als Feind des Menschen galten, weil sie dessen Nutzvieh rissen und in Fabeln und Märchen als Inkarnation des Bösen herhalten mussten, wurde der Canis lupus bejagt.
In Deutschland galten die wilden Tiere seit Mitte des 19. Jahrhunderts faktisch als ausgerottet.
Ein Wolf in Deutschland, in freier Wildbahn, das geht nicht. Das ist eine Gefahr für die Allgemeinheit.
Das passt nicht ins System eines dicht besiedelten westlichen Industriestaates.
Ich will jetzt kein Mitleid für den armen Wolf wecken oder auf die Tränendrüse drücken. Ich kann einsehen, dass ein Wolf mitten in Sachsen zum Problem wird.
Aber die Frage, warum das so ist, beschäftigt mich doch.
Erdgeschichtlich gesehen war der Mensch, soweit ich das weiß, einer der letzten, der auf der Erde als Wesen eine Rolle spielt.
Bis der Mensch wirklich seinen Platz eingenommen hatte, sind einige Millionen Jahre vergangen.
Aber dann hat er Ernst gemacht. Er hat sich die Erde unterworfen. Er hat sie benutzt.
Besser gesagt, wir benutzen sie, wir unterwerfen sie uns jeden Tag.
Und wir sind offensichtlich soweit gekommen, dass für einen freilebenden Wolf in Mitteleuropa einfach kein Platz mehr ist.
Kein Tier, das uns irgendwie gefährlich werden könnte, hat eine Chance.
Für mich stellt sich die Frage, was denn von der Vielfalt des Lebens dieser Erde bleibt, wenn wir Menschen uns weiter mit dem gleichen Tempo ausdehnen.
Wenn wir die Natur und alle ihre Zusammenhänge nur noch nach unseren Erfordernissen und Regeln gestalten?
Die Vielfalt des Lebens existiert nicht ohne Grund in dieser Welt. Sie ist so geschaffen, dass alles seinen Sinn hat.
Dass es immer einen Ausgleich gibt, zwischen Jägern und Gejagten, zwischen fressen und gefressen werden.
Nur da, wo der Mensch auftaucht, wird das System auf den Kopf gestellt.
Wir sind mit der Fähigkeit ausgestattet, die Welt zu gestalten und alle anderen Lebewesen mehr oder minder zu beherrschen.
Wir haben einen Vorsprung, der es uns ermöglicht, nur nach unseren Regeln zu handeln.
Diese Fähigkeiten, die wir haben, stellen uns alle auch in eine Verantwortung. In die Verantwortung, genau hinzuschauen, wie wir es tun.
Und wie es gelingen kann, die gewollte Vielfalt des Lebens zu erhalten.
Für den Wolf hätte ich auch keine schnelle Antwort.
Würde er tatsächlich einen Menschen, vielleicht sogar ein Kind anfallen, möchte ich nicht die Verantwortung dafür tragen wollen.
Aber ein Nachdenken darüber, was wir mit unserer Welt tun und wie wir es tun, sind wir dem Wolf vielleicht doch schuldig.

Montag, 25. Dezember 2017

Ein neues Jahr wird uns geschenkt

Montag, 25. Dezember 2017:
Der folgende Text ist von Michael Ritz aus Berlin.
Die TAZ veröffentlichte ihn am 24.12.2016 als Alternative zur Ansprache des Bundespräsidenten Joachim Gauck am 25. Dezember in Schloss Bellevue.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Angst essen Seele auf, das können Sie mir glauben.
Sie haben nur eine Seele, nehmen Sie Rücksicht darauf, fürchten Sie sich nicht so viel, so schlimm ist es gar nicht.
Trinken Sie mehr klares Wasser.
Atmen Sie bewusst, wenigstens ab und zu.
Lesen Sie nicht nur Romane über Gerichtsmedizinerinnen und Serienmörder. Lesen Sie ab und zu Weltliteratur, es lohnt sich. Fangen Sie an mit John Steinbeck "Von Mäusen und Menschen".
Interessieren Sie sich mehr für Kunst, es muss ja nicht gleich Beuys sein.
Finden Sie heraus, wann der Siebenjährige Krieg stattgefunden hat, und merken Sie sich das, Sie werden sich besser fühlen.
Versuchen Sie nicht herauszufinden, wer wann wo warum gegen wen gekämpft hat.
Verbringen Sie mal einen Tag, ohne auf einen Bildschirm zu blicken.
Finden Sie heraus, wer Ihr Bundestagsabgeordneter oder Ihre Bundestagsabgeordnete ist. Googeln Sie ihn oder sie mal ausführlich.
Schenken Sie morgen Vormittag den ersten fünf Menschen, denen Sie begegnen, für ein paar Sekunden Ihre volle Aufmerksamkeit.
Verstehen Sie das Wunder, dass Sie mit ihnen gleichzeitig auf diesem Planeten leben und mit einem Affenzahn durch das Weltall sausen.
Und auch gerne Pommes mit Mayo essen.
Essen Sie jeden Tag einen Apfel.
Mögen Sie unser Grundgesetz, es ist besser als sein Ruf, ein fabelhaftes Teil. Lesen Sie mal drin rum, besonders im vorderen Teil.
Sprechen Sie mal mit Ihren Geschwistern darüber, was Ihnen Ihre Mutter in der Kindheit für Essen gekocht hat.
Umarmen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin sofort, wenn Sie ihn oder sie das nächste Mal sehen. Wenn er oder sie sich dagegen wehrt, haben Sie ein Problem, das gelöst werden muss. Die Lösung liegt bei Ihnen.
Fassen Sie mal das Verkehrsschild an, das Ihrer Wohnung am nächsten steht und stellen sich den Menschen vor, der es dort montiert hat.
Nehmen Sie Fußball nicht so ernst.
Bleiben Sie dran an der Weltliteratur: Stefan Zweig, "Schachnovelle".
Lachen Sie sich mal im Spiegel an. Danach aus.
Verbringen Sie noch einen Tag ohne auf einen Bildschirm zu blicken.
Besuchen Sie mal einen Soldatenfriedhof, es ist nicht weit.
Machen Sie regelmäßig Spaziergänge an einem fließenden Gewässer.
Seien Sie nicht so oft zornig, Sie sind ja nicht mehr vier Jahre alt.
Machen Sie öfter mal mit. Fragen Sie nicht wobei, das wissen Sie doch.
Geben Sie sich mal das Klarinettenkonzert von Mozart, das aus "Jenseits von Afrika", Sie wissen schon.
Gehen Sie jetzt richtig los auf die Weltliteratur: Mark Twain "Huckleberry Finn" am besten die Ausgabe mit den Illustrationen von Walter Trier.
Glauben sie nicht alles, wovon Sie überzeugt sind.
Folgen Sie nicht jedem Ratschlag. Aber auch nicht keinem.
Sie sind doch erwachsen.
Fragen Sie nicht, was 2017 Ihnen gebracht hat, sondern fragen Sie sich, was Sie 2017 gebracht haben.
Ziehen Sie aus der Antwort Ihre Schlüsse für 2018. Na los. Sie schaffen das.
Beste Wünsche für ein Hammer 2018.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Goldene Spur

Sonntag, 03. Dezember 2017:
Goldene Spur

Die Adventszeit hat begonnen. Für viele bedeutet das Plätzchenduft, Kerzenschein und gemütliches Beisammensein. Aber auch: Überfüllte Einkaufsmeilen, Termindruck, Stress und Hektik.
Es fällt oft schwer, in dem ganzen Trubel zur Ruhe zu kommen – innerlich und äußerlich. Schließlich soll am Heiligen Abend alles perfekt sein.

Es ist ein vergoldeter Neuanfang. Aus Japan stammt die traditionelle Kunst der Goldreparatur: „Kintsugi“.
Wenn eine wertvolle Keramikschale zerbricht, dann werden die Scherben nicht weggeworfen, sondern wieder zusammengefügt. Nicht ohne sichtbare Risse, das wäre ja unmöglich.
Man sieht der Schale die Reparatur an. Das soll auch so sein.
Die Bruchstellen werden nicht nur mit besonderem Kitt und Lack geflickt, sondern auch mit Goldstaub. Die Brüche wirken so besonders kostbar.
Das ganze Gefäß wirkt neu und anders, es glänzt sogar.
Die Japaner betrachten das wiederhergestellte Porzellan– oder Keramikstück nicht als mangelhaft. Im Gegenteil: Mit den Rissen kommt etwas wertvolles hinzu.
Jede wiederhergestellte Schale zeigt: Auch ich bin gebrochen. An unterschiedlichen Stellen, sichtbar und unsichtbar.
Ich bin verletzt worden und habe andere verletzt.
Das Leben hat Spuren an mir hinterlassen.
Es kostet Zeit und Mühe, wieder ganz zu werden.
Doch meine Risse und Brüche machen mich einzigartig.
Ich bin wertvoll, so wie ich bin.


Der Advent ist für mich genau die richtige Zeit, auf das eigene Leben zu blicken, sich seiner Brüche bewusst zu werden und neue Kraft zu schöpfen für das, was vor mir liegt.

(Teilweise Auszüge von Iris Macke)

Freitag, 1. Dezember 2017

Musik, die bewegt – Teil 14

Freitag, 01. Dezember 2017:
“ANGELS” klingt wie ein klassischer Love-Song, ist aber keiner.
Vielmehr ist es eine Liebeserklärung an die Verstorbenen.
Die Briten wählen die Ballade 2005 zum besten Lied der letzten 25 Jahre.
ANGELS stürmt 1997 in die Charts und ist der Startsschuss für Robbie Williams’ außergewöhnliche Solokarriere.
Für den Erfolg des Songs ist nicht alleine Robbie verantwortlich. Der Komponist Guy Chambers hat ihn gemeinsam mit Williams geschrieben. Eine perfekte Mischung, die noch viele weitere Alben hervorbringen soll.
Soweit die offizielle Version.
Tatsächlich liegt der Ursprung des Songs bei dem irischen Musiker Ray Heffernan.
Robbie und Ray treffen sich im Winter 1996 zufällig in einer Kneipe in Dublin. Sie reden und trinken. Bis Ray ihm von seinem Song “An Angel Instead” erzählt, der tragischen Geschichte seines vor der Geburt verstorbenen Kindes.

Begleitet von viel Alkohol ziehen die Männer von der Kneipe auf Rays Dachboden um und schreiben gemeinsam bis in den frühen Morgen an Songs… auch an ANGELS.
Später werden dem irischen Musiker die Rechte an dem Song vollständig abgekauft – gegen eine einmalige Zahlung von rund 10.000 Euro.
Guy Chambers und Robbie Williams machen aus dem Stück einen Millionenerfolg. Auf dem Booklet zur CD werden am Ende nur Robbie und Guy als Texter und Komponist genannt. Ray Heffernan bekommt lediglich eine versteckte Grußbotschaft.

Geboren in einem Vorort von Manchester gewinnt Robbie Williams schon als Dreijähriger einen Talentwettbewerb und macht früh als Klassenclown auf sich aufmerksam.
Sein Vater ist Varieté-Künstler und so zieht es auch Robbie Williams auf die Bühne. Seine Musikkarriere startet er Anfang der 90er mit der Boy-Band “Take That”.
1995 sind “Take That” in 31 Ländern auf Platz Eins und Robbie der Liebling der Fans.
Als im Mai 1995 das Album “Nobody Else” erscheint, brodelt es hinter den Kulissen von “Take That” gewaltig. Der 21-jährige Williams hat das Kapitel bereits abgeschlossen.

Robbie Williams im Interview von 1995:
„Ich habe keine klare Vorstellung davon, wo für die Gruppe die Reise hingeht, da bin ich eher ein Mitläufer. Wenn ich den Eindruck habe, etwas geht in die falsche Richtung, dann sage ich das. Und wenn ich eine Entscheidung gut finde, dann stimm‘ ich dem zu. Klar habe ich auch eigene Idee, aber die behalte ich meistens für mich, aus Angst, damit komplett falsch zu liegen.“


Die Bombe platzt vier Monate später. Robbie Williams verlässt die Gruppe.
Die Nachricht stürzt Fans weltweit in Verzweiflung. Aufgelöste Teenager wollen nicht wahrhaben, dass ihre Lieblingsband auseinanderbricht. Unzählige Selbstmorddrohungen gehen bei eiligst eingerichteten Hotlines ein.
Als Grund für seinen Ausstieg geben das Management und die verbliebenen Bandmitglieder an, dass Robbie der ganze Rummel einfach zuviel geworden ist.

Mark Owen 1995 im Interview:
„Robbie hat seine Entscheidung getroffen. Wir wissen nicht, was ihn dazu bewogen hat. Zu den Vorwürfen können wir sagen, naja, es gibt Zwänge und Druck, aber gibt es den nicht in jedem Job? Es gibt immer gute und schlechte Tage. Wir jedenfalls haben viel zu viel Spaß bei der Sache, als dass wir ans Aufhören denken. Bei Robbie war das anders, er hat den Spaß verloren.“


Aber schon wenig später kommt die Wahrheit ans Licht. Nicht Robbie drängte auf seinen Bandausstieg, er wurde schlichtweg gefeuert aufgrund anhaltender Party- und Drogenexzesse.
Noch während Robbie im englischen Frühstücksfernsehen gute Miene zum bösen Spiel macht, reichen seine Anwälte Klage ein. Die Zeichen stehen auf Krieg.
Für Robbie beginnt ein neues Leben ohne “Take That”. Der Ex-Teenie-Star tut alles, um sein Boyband-Image loszuwerden.
Vier Singles erscheinen zwischen 1996 und 1997, doch an die Erfolge von “Take That” kann Robbie Williams nicht anknüpfen. Bald ist der Sänger ohne Schulabschluss der letzte, der noch an seine Solokarriere glaubt.

Robbie Williams, Interview von 1997:
„Ich bin der geborene Entertainer. Ein absoluter Bühnenmensch. Ich bin geboren, um vor dieser Kamera zu stehen und tausende Menschen zu unterhalten.“


Im September 1997 präsentiert Robbie Williams in Paris sein Solo-Debütalbum “Life Thru A Lens”. Dabei nennt er der Presse auch seinen Songfavoriten:
„Angels ist mein Lieblingstrack auf dem Album. Es ist eines der ersten Stück aus der Zusammenarbeit mit Guy Chambers. Es ist sehr persönlich, denn es handelt von etwas, an das ich glaube. Dass es etwas oder jemanden gibt, der auf uns achtet. Eine höhere Macht.“

 
Sein Bauchgefühl trügt den Engländer nicht.
ANGELS wird am 1. Dezember veröffentlicht und entwickelt sich zum Weihnachtshit 1997.
Das Album hält sich daraufhin fast ein Jahr lang in den britischen Top 10.
ANGELS ist bis heute ein Höhepunkt auf allen Williams-Konzerten. Dabei widmet Robbie den Song oft den verstorbenen Angehörigen anwesender Fans.


ANGELS – für Robbie einst die Rettung seiner Karriere, für Trauernde ein tiefer Trost und für Verliebte einer der schönsten Kuschelsongs der Welt.
 


(Quelle: Auszugsweise aus der VOX-Serie "100 Songs, die die Welt bewegten")

Mittwoch, 29. November 2017

Die Verlängerung des Saar-Hunsrück-Steigs

Mittwoch, 29. November 2017:
Schon im Jahr 2009 wurde der Saar-Hunsrück-Steig zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt und zählt seitdem zu den "Top-Trails of Germany - Deutschlands beste Wanderwege".
Nun wurde er verlängert und in der gesamten Länge erneut zertifiziert.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit einer erneuten Verbesserung wird der Steig nun wohl lange an der Spitze der europäischen Wanderwege stehen.

Der Premium-Fernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig führte bisher auf 218 km von Perl und Schengen an der Mosel durch den Naturpark Saar-Hunsrück nach Idar-Oberstein und mit einem Abzweig nach Trier (Ruwer-Route).

Ab April 2015 wurde er nach Boppard am Rhein verlängert und hat nun eine Länge von 410 km.
Mit der Verlängerung kommen 12 weitere Etappen hinzu, so dass der Weg jetzt aus insgesamt 27 Etappen besteht.
 

Der Saar-Hunsrück-Steig ist der am besten bewertete Wanderweg Deutschlands.

Er wurde aktuell in einer durch die Zeitschrift "Wandermagazin" organisierten bundesweiten Publikumsabstimmung, an der sich knapp 28.000 Wanderer beteiligt haben, zu Deutschlands schönstem Fernwanderweg im Jahr 2017 gewählt.
Er setzte sich mit großem Abstand gegenüber dem zweitplatzierten Frankensteig in Bayern und dem drittplatzierten Salzalpensteig in Bayern und Österreich durch.
Er ist damit der erste Deutsche Fernwanderweg, der diese renommierte Auszeichnung zum zweiten Mal erhält.

Die ab April 2015 erwähnte Verlängerung (12 weitere attraktive Etappen von Idar-Oberstein bis Boppard mit einer Länge von ca. 190 km) wandern wir in 8 Etappen inkl. 1 Übernachtung. 

Die neue Streckenführung erfolgt durch den östlichen Hunsrück von Idar-Oberstein über Herrstein, Rhaunen, Sohren, Flughafen Hahn, Altlay, Blankenrath, Mastershausen, Kastellaun, Morshausen, Udenhausen und Oppenhausen bis nach Boppard.


Strecken mit Beschreibung, Fotos und GPS-Daten gibt es hier:

Etappe 1: Idar-Oberstein (Bahnhof) – Herrstein (20 km)
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=qhuirmvodiaemhiz
 

Etappe 2: Herrstein – Reinhardsmühle – Rhaunen (26 km)
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=qxadeuajtaoctnce

Etappe 3: Rhaunen – Sohren (19 km)
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=dbxsvazvzzzabtwu
 

Etappe 4: Sohren – Altlay – Blankenrath (27,5 km)
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=bwevipfcmwcuctgo 


Etappe 5: Blankenrath – Mittelstrimmig – Mörsdorf – Burg Balduinseck (21 km)
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=jcndnyeouphrhbch 


Etappe 6: Burg Balduinseck – Bell – Kastellaun – Mannebach – Heyweiler (25 km)
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=kbyzjtwphgpppugl

Etappe 7: Heyweiler – Morshausen – Oppenhausen (29,5 km) mit Übernachtung

https://www.gpsies.com/map.do?fileId=mmdfiskppujovifi

Etappe 8: Oppenhausen – Udenhausen – Boppard (18 km

https://www.gpsies.com/map.do?fileId=nbqfzhsnytjufbob 

Dienstag, 14. November 2017

110. Geburtstag von Astrid Lindgren

Dienstag, 14. November 2017:
110. Geburtstag von Astrid Lindgren

Ihre Werke sind Verkaufsschlager. In der ganzen Welt kennt man Michel aus Lönneberga, kennt man Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach, die Kinder aus Bullerbü oder Tomte Tummetott.
Heute wäre die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren 110 Jahre alt geworden.
Begonnen hat ihre Karriere, als ihre Tochter krank wurde und sie ihr am Krankenbett Geschichten erzählt hat, was ihr so in den Sinn kam.
So wurde Pippi Langstrumpf geboren, die tapfere Seemannstocher, die allerlei Abenteuer erlebt.
Astrid Lindgren hat das erzählt, was ihre Phantasie hergab. Und was sie selbst als Kind erlebt hat.
Sie hat das getan, was schon der Evangelist Matthäus gewusst hat:
„Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“ (Mt 12,34).

So ist sie zur meist gelesenen Kinderbuchautorin geworden. Viele Preise hat sie erhalten und ihre Popularität auch immer wieder genutzt, um sich für die Rechte von Kindern einzusetzen.
Nach ihrer eigenen Kindheit gefragt, hat sie einmal gesagt:
„Zweierlei hatten wir, das unsere Kindheit zu dem gemacht hat, was sie gewesen ist – Geborgenheit und Freiheit.“
„Geborgenheit und Freiheit“, das ist es also, was sie als Rezept für eine glückliche Kindheit angibt.
Könnte auch aus einem Erziehungsratgeber stammen
Für manche Kinder ist das heute anders. Da steht die Freiheit zwar hoch im Kurs. Klar.
Wenn man die aber isoliert sieht, wird sie auch leicht zur Beliebigkeit: Mach doch, was du willst, aber lass mir die Ruhe! Ob das aber auch Geborgenheit ist?
Andererseits: Zuviel Geborgenheit ist vielleicht auch gut gemeint, aber kann auch erdrücken. Auf die gute Mischung kommt es an, meint Astrid Lindgren.
Freiheit und Geborgenheit. Wie gesagt: Könnte aus einem Erziehungsratgeber stammen.
Oder aber aus der Bibel. Oder zum Beispiel aus diesem alten irischen Segensgebet:
„Und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand! Er halte dich in seinen Händen, doch drücke seine Faust dich nie zu fest!“

 
Freiheit und Geborgenheit. Ein uraltes Rezept für eine geglückte Kindheit... und immer wieder erfolgreich.

Donnerstag, 10. August 2017

"Orange Day" in Vietnam

Donnerstag, 10. August 2017:
"Orange Day" in Vietnam
Der Tod kam auch aus Ingelheim: Ein deutscher Konzern half dabei, als die USA ihren chemischen Krieg gegen den Kommunismus in Südostasien führten.

Der 10. August ist in Vietnam "Orange Day".
Kein Feier-, sondern ein Gedenktag.

Agent Orange ist die militärische Bezeichnung eines chemischen Entlaubungsmittels, das die US-Streitkräfte im Rahmen der Operation "Ranch Hand" (Erntehelfer) während des Vietnamkriegs großflächig zur Entlaubung von Wäldern und zur Zerstörung von Nutzpflanzen einsetzten.
Ziel war es, dem feindlichen "Vietcong" die Tarnung durch den dichten Dschungel zu erschweren, Verstecke und Versorgungswege (Ho-Chi-Minh-Pfad) des Gegners aufzudecken, und deren Nahrungsversorgung zu stören.

Der Name stammt von den orangefarbenen Streifen, mit denen die entsprechenden Fässer gekennzeichnet waren.
Das englische Wort agent bedeutet hier "Mittel" oder "Wirkstoff".
Nach rund zehn Jahren hatten die Vereinigten Staaten Zeitungsberichten zufolge in 9.495 dokumentierten Einsätzen rund 90 Millionen Kilogramm
Agent Orange auf einer Fläche der Größe Hessens versprüht, drei Millionen Hektar Regenwald und Reisfelder vernichtet sowie 2.6000 Dörfer verseucht. 15,9 Liter kamen in den regelmäßig "entlaubten" Gebieten auf jeden Einwohner.

Am Anfang fielen die Blätter von den Bäumen, Reispflanzen gingen ein und der Dschungel verdorrte.
Später erkrankten und starben Menschen - Millionen Bewohner der betroffenen Gebiete, aber auch bis zu 200.000 US-Soldaten, die bei der Veteranenbehörde als Agent-Orange-Opfer registriert sind.
Vor 46 Jahren, im Januar 1971, startete angeblich das letzte Sprühflugzeug.
Doch es befinden sich noch immer Millionen Liter des nicht sichtbaren Giftes im Boden, in Pflanzen und damit auch im menschlichen Nahrungskreislauf.
Bis heute leiden und sterben Menschen an den Langzeitfolgen.
Neugeborene mit deformierten Schädeln, ohne Augen und Nase, mit fehlenden oder missgebildeten Organen; junge Frauen, um die 20, mit vom Krebs zerfressenen Gebärmüttern; Kriegsveteranen und einfache, vietnamesische Bauern, die – oft Jahre nach Kontakt mit der Chemikalie – an bösartigen Tumoren sterben.

Der Wirkstoff
bestand zu gleichen Teilen aus 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure (2,4,5-T) und 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D).
Hinzu kam 2,3,7,8-TCDD, das herstellungsbedingt als Verunreinigung in
Agent Orange enthalten war.
Bei seiner Synthetisierung entsteht Dioxin.
Diese chlorhaltige organische Verbindung wurde 1957 von Wilhelm Sandermann im Labor entdeckt und zählt zu den potentesten Giften, die die Menschheit je erschaffen hat.
Es ist nicht nur ausgesprochen persistent, also über lange Zeiträume in der Umwelt stabil.
Es schädigt das Genom, schwächt das Immunsystem und ist stark krebserregend.
Blutkrebs und Nierenversagen, Nervenleiden und Metastasenbildungen zählen zu den rund 140 bekannten Folgeerkrankungen.

Gift aus Ingelheim:
Auch in Deutschland hat das Gift Tote gefordert. Rund 115 einstige Arbeiter von Boehringer Ingelheim verstarben alleine bis 1991 an Krebs.
Das weltweit größte in Familienbesitz befindliche Chemieunternehmen aus Ingelheim am Rhein wurde vom US-Unternehmen Dow Chemical, neben Monsanto einer der beiden Hauptlieferanten des Herbizids, nach Lieferengpässen eingeschaltet.
Bei 45,2 Millionen Litern lag der Jahresbedarf mittlerweile. Boehringer Ingelheim konnte helfen.
Geschlossen wurde der gewinnträchtige Pakt zwischen Boehringer und Dow Chemical zu einer Zeit, als der spätere Bundespräsident Richard v. Weizsäcker, der das Unternehmen 1966 verließ, noch Mitglied der Geschäftsführung in Ingelheim war.

Dienstag, 25. Juli 2017

Soonwald - die wilde Tour

Freitag, 21. Juli 2017:
Soonwald – die wilde Tour von der Bierstadt Kirn an der Nahe bis zur Weinstadt Bingen am Rhein


Über 84 Kilometer führt der Soonwaldsteig von Kirn an der Nahe im Hahnenbachtal durch eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands nach Bingen am Rhein.

Er besteht offiziell aus sechs etwa gleich langen Etappen. "Also fassen wir jeweils zwei davon zusammen und schaffen die Strecke gemütlich in drei Tagen" – das war unser Plan.
Allerdings zeigt sich schnell, dass es nicht so einfach ist, denn wildes Campen ist verboten und daran möchten wir uns auch halten.
Drei Trekkingcamps (Alteburg, Ellerspring, Ochsenbaumer Höhe) machen das legale Zelten im Wald möglich.
Auf den Plätzen ist jeder willkommen, der die Natur ganz nah erleben möchte und sie zu schätzen weiß. Nach dem Prinzip: "Hinterlasse nichts außer deinen Fußspuren und nimm nichts mit außer deinen Eindrücken."
Die Übernachtung auf den Trekkingplätzen kostet derzeit 10 Euro pro Zelt/Nacht (1-3 Personen).
Man muss die Plätze vor dem Start beim Fremdenverkehrsbüro buchen, erst dann gibt es die GPS-Daten.

Meine Planung für eine 3-Tages-Tour:
1. Tag: Kirn bis Camp Alteburg (37,5 km / etwa 1.640 Höhenmeter)
2. Tag: Camp Alteburg bis Lauschhütte (28,5 km / etwa 570 Höhenmeter)
3. Tag: Lauschhütte bis Bingen (18 km / etwa 350 Höhenmeter)



Beim Blickenstein (zum Vergrößern anklicken)
Den Rucksack ausreichend mit Proviant füllen
Der Soonwaldsteig steht für das Wandern im Einklang mit der Natur.
Doch die wunderschöne Lage bringt durchaus ihre Tücken mit sich, denn auf mehr als 40 km Wegstrecke berührt der Steig keine Siedlung.
Trinkwasser muss somit in ausreichender Mengen mitgenommen oder aber aus Flüssen gefiltert werden.
Da die Anzahl an Flüssen begrenzt ist, bleibt das Thema "Wasser" wohl die größte Herausforderung.
Ein Filter und Wasseraufbereitungstabletten sollten definitiv nicht fehlen!

Die letzte sichere Möglichkeit, an Trinkwasser zu kommen, ist derzeit das Hotel Forellenhof (Reinhardtsmühle) bei Rudolfshaus (ca. bei km 13,5).
Etwa bei km 15,3 gibt es dann noch die dem Besucherbergwerk Herrenberg angegliederte "Bergmannsschänke".
Auch hier besteht die Möglichkeit, Getränke zu kaufen bzw. Flaschen zu füllen (Öffnungszeiten beachten).
Dann folgt die 45 km lange "Durststrecke" bis zur Rheinböller Hütte.


Tag 1/3 - Freitag, 21. Juli 2017:

Auf nach Kirn an der Nahe - die Stadt der Fürsten, der Steine, des Leders und der Bierbraukunst.
Vom Bahnhof sind es nur 200 Meter zur Bäckerei Fickinger in der Gerbergasse, wo wir uns den noch fehlenden Proviant besorgen.
Das Bauernbrot, weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt und beliebt, muss unbedingt in den Rucksack.
Noch 100 Meter durch die Lindenstraße und wir stehen am historischen Marktplatz Kirn, dem offiziellen Startpunkt des Soonwaldsteigs.
Hier im Eiscafé Venezia gibt es eine weitere Besonderheit zu erleben. Die eiskalte Leidenschaft ist am Kirner Marktplatz eine Familientradition. Inhaber Gianni Toldo überzeugte beim Gelato-Festival in Berlin mit seiner neuen Sorte "Aphrodite" die Jury und kreierte damit Deutschlands bestes Eis 2016.
Genau diese Sorte – mit griechischem Joghurt, gerösteten Nüssen und Cranberries – könnte uns den Auftakt unserer Wanderung versüßen… "könnte", denn leider ist noch nicht geöffnet und so ziehen wir unseres Weges.


Teufelsfels
Kaum haben wir die Innenstadt verlassen, wartet Kallenfels, das kleine Örtchen mit drei Burgruinen, auf uns. Weiter geht es zu Schloss Wartenstein. Hier hat man einen schönen Blick ins Hahnenbachtal, eines der Durchbruchstäler des Soonwaldes.
Wir wandern durch das verträumte Hahnenbachtal an Rudolfshaus vorbei Richtung Reinhardtsmühle. Es folgt ein Anstieg und die Strecke führt uns durch einen Felsentunnel, vorbei an zwei Aussichtspunkten, weiter aufwärts zur Schinderhannestränke. Hier beginnt Etappe 2.
Gleich neben der Schiefergrube Herrenberg, wo wir uns zwei kühle Weizenbier gönnen, findet sich die Altburg. Auf den Resten einer Burganlage wurde ein Dorf rekonstruiert, das einen Eindruck von den Siedlungen der Kelten vermittelt.
Die Altburg ist zeitweise bewohnt von Menschen, die den keltischen Alltag nachempfinden möchten.
Hinter der Keltensiedlung geht der Steig ins Tal und quert den Hahnenbach nahe der Schmidtburg. Vom Hahnenbachtal führt der Weg auf den rauen Rücken des Lützelsoons. Die nächste Station ist der Teufelsfels mit seinem Aussichtsturm "Langer Heinrich", der einen Panoramablick auf die Hunsrückhöhe, den Hochwald, den Großen Soon und auf den Donnersberg bietet.
Ab hier geht es teilweise über Quarzitblockhalden weiter über die Womrather Höhe zum sogenannten Blickenstein.

Etappe 2 endet nach dem Abstieg nördlich um den Langenstein herum an der B 421 (Gemünden-Simmertal) an einer Fußgängerbrücke.
Einen Teil der 3. Etappe müssen wir noch in Angriff nehmen.
Es folgt die größte Herausforderung der Strecke: Ein Steilhang mit Quarzitsteinblöcken, der am oberen Rand des Steinbruchs Henau endet.
Unsere Trekkingstöcke erweisen sich hier als sehr hilfreich, denn so muss der schwere Rucksack nicht ständig mit dem Oberkörper ausbalanciert werden. Vorsichtig setzen wir einen Fuß vor den anderen.
Wir haben schon 28 Kilometer in den Beinen und so mancher Fluch kommt über unsere Lippen.
Nach Umgehung des Steinbruchs führt der Weg zur sagenumwobenen Burgruine Koppenstein. Vor dem Turm ruht der berühmte "Wackelstein", ein großer Quarzitbrocken, der auf der schiefen Ebene seiner schmalen Unterlage zu schweben scheint.
Die Reste der Burganlage Koppenstein werden von den Soonwäldern als das Symbol ihrer Landschaft verehrt:
"Des Hunsrücks Wahrzeichen sollst du sein, du grauer trutziger Koppenstein."
(Röhrig, Liederbuch)

Solche Momente entschädigen für die Strapazen
Die Aussicht vom gut erhaltenen Turm sollte man sich nicht entgehen lassen. Nachdem wir das Asbachtal hinter uns gelassen haben, freuen wir uns auf die Einsamkeit des großen Soons.
Für heute ist aber Schluss. Unser Nachtlager, das Trekkingcamp Alteburg, suchen wir in der Dunkelheit mit Taschenlampen.
Die letzten Meter sind begleitet von Stimmen und Hundegebell. Auf dem ehemaligen Köhlerplatz erwarten uns Wildnis und Abgeschiedenheit.
Wir schauen uns um… keine Empfangsdame, keine Rezeption, kein Page. Kein Imbiss und kein Kiosk.
Es gibt ein paar Bänke und eine Feuerstelle. Etwas abseits, versteckt, eine Kompost-Toilette.
Alles beschränkt sich auf das Wesentliche.
 

Außer uns sind noch fünf Wanderer und drei Hunde hier.
Wir stellen uns kurz vor und bauen unsere Zelte auf. Nicht weit entfernt bewacht der Alteburgturm dieses ruhige Plätzchen.
Jetzt, wo ich zur Ruhe komme, machen sich die Strapazen des Tages bemerkbar. 38 Kilometer sind nicht das Problem, aber es waren ruppige Kilometer mit vielen Auf- und Abstiegen, mehr als 1.600 Höhenmeter; dazu 22 kg Gepäck auf dem Rücken.
Umso wichtiger ist es, dass der Rucksack richtig sitzt, damit das Gewicht auf der Hüfte und nicht auf den Schultern lastet.


Life sucks a lot less when you add mountain air,
a campfire and some peace and quiet
.
Wir setzen uns ans Lagerfeuer. Es gibt Würstchen mit Bauernbrot.
Im Camp steht eine alte Munitionskiste, in der vom zuständigen Revierförster ein Depot mit Mineralwasser angelegt wurde. Die 1,5-Liter-Flasche kostet 1 Euro, zu zahlen in eine "Vertrauenskasse". Eine gute Sache, so müssen wir unseren Wasservorrat nicht bis zur Grenze ausreizen.
Verlassen sollte man sich auf diesen Service allerdings nicht.


Bald schon zieht ein Gewitter auf – also ab ins Zelt.
Alle wichtigen Gegenstände, wie Taschenlampe, Schlüssel, Messer, Kamera und Portemonnaie nehme ich mit in den Schlafsack. So habe ich sie im Notfall schnell griffbereit und sie können nicht unbemerkt gestohlen werden.

Das Gewitter zieht vorbei. Wir bekommen nur Regen ab, der auf unsere Zelte klopft. 

Rückzug an einem Ort, wo ich für mich bin. Unerreichbar für alle und alles... es kann und soll mir jetzt egal sein. Ich bin nur für mich - und bei mir!

Tag 2/3 - Samstag, 22. Juli 2017:
Es ist kühl und angenehm still. Nebel hängt in den Bäumen.
Die Wolken brechen auf und geben die ersten Sonnenstrahlen frei, während wir unseren Kaffee trinken.

Die direkte Berührung mit der Natur, diese Unmittelbarkeit zum Elementaren, zum Ursprünglichen, ist ein besonderes Erlebnis und genau für dieses Erlebnis, diese Eindrücke und Augenblicke haben wir uns auf den Weg gemacht. 


Auf dem Alteburggipfel steht seit 1893 der 20 Meter hohe Alteburgturm, der auf den Ruinen alter Ringwälle erbaut wurde.
Von der überdachten Aussichtsplattform des Turmes im Zentrum des Soonwaldes hat man einen Ausblick auf die Hunsrückhöhen mit Erbeskopf, Idarwald, Flughafen Hahn und Fleckertshöhe sowie Teile Rheinhessens, das Naheland (Gauchswald, Schanzenkopf, Lemberg) und das Nordpfälzer Bergland (Donnersberg, Bornberg). Bei guten Verhältnissen sind auch Teile der Eifel zu erkennen.
Durch alte Buchenbestände geht es weiter. Nach der Runden Tanne erreichen wir das Etappenziel, den Wanderparkplatz Ellerspring an der L 108.

Die 4. Etappe bringt uns zur Ellerspring, der mit 657,5 m ü. NHN höchsten Erhebung des Soonwaldes. Etwa 40 Meter nordöstlich des Gipfels steht der Fernmeldeturm Ellerspring, der sich als weithin sichtbare Landmarke 107 Meter hoch in den Himmel streckt.
Durch das Gräfenbachtal wandern wir zu den Glashütter Wiesen. Danach geht es durch das Naturschutzgebiet Schwappelbruch und – nach Querung der L 242 - zum 643 Meter hohen Schanzerkopf, einem weiteren markanten Soonwaldgipfel.
Anschließend überqueren wir die L 239 und gehen über den Kamm, vorbei am Katzenkopf und Fliegerdenkmal (wo am 21 März 1944 vier junge Männer starben), bis zum Hochsteinchen.
Etwas abseits des Weges kann ein Aussichtsturm bestiegen werden.
Von hier geht es steil bergab zur Rheinböller Hütte, dem Ende der Etappe, wo man sich auch gleich wieder in der Zivilisation angekommen fühlt.
In unmittelbarer Nähe, am Autohof Rheinböllen, besteht die Möglichkeit, Proviant zu kaufen. 

 
Etappe 5 führt uns zu Beginn unter der A 61 hindurch zum Binger Wald. Hier erwarten uns schöne Ausblicke ins Rheintal und einige alte Forsthäuser mit guter Gastronomie… aber der Reihe nach.
Nach einem Anstieg ist die nächste Station auf dem Weg die Emmerichshütte, ein ehemaliges Forsthaus. Von dort geht es auf die Höhe des Kandrich mit seinem Windpark und weiter zum Ohligsberg.
Hier kann man schon einen Blick auf den Rhein werfen.
Am Eselstein vorbei kommt man zum Ziel des zweiten Tages, die Lauschhütte, ebenfalls ein ehemaliges Forsthaus mit guter Küche und verschiedenen Freizeitangeboten.
Früher war die Lauschhütte Unterkunft und Aufenthaltsort für Waldarbeiter. Immer wieder wurde sie seitdem aus- und umgebaut – als Forsthaus und Waldgaststätte.
Auf der großen Wiese, die damals den Waldarbeitern als Rückeplatz für das gefällte Holz diente, schlagen wir unsere Zelte auf.

Duschen kann man hier zwar nicht ("Geduscht wird zu Hause", lautet der Kommentar auf der Website), dafür gibt es eine gute Gastronomie.
Bei Forsthausschnitzel mit Kroketten, Salat und Kirner Pils genießen wir die Abendstunden auf der Terrasse.
Es gibt sogar noch Flaschenbier zu kaufen und damit setzen wir uns an die Feuerstelle vor der großen Jurte.
Christoph macht Feuer. Er weiß sich zu helfen und sucht Birken, denn sie enthalten ätherische Öle. Die Rinde der Birke brennt deshalb ganz gut, selbst wenn sie feucht ist.
Kaum ist unser Bier leer, beginnt es zu regnen. Christoph macht den Anfang und schleicht zum Zelt.

Schon der Schinderhannes und seine Bande wussten sie zu schätzen, die Ruhe im wilden, weiten Soonwald. In den abgeschiedenen Wäldern, wo nur die Natur die Geräuschkulisse bildet, kann man zu sich selbst finden und Kraft für den Alltag tanken.

Tag 3/3
- Sonntag, 23. Juli 2017:
08:30 Uhr: Es erwartet uns ein gutes Frühstück in der Lauschhütte.
Dann Sachen packen, Wasserflaschen füllen und weiter geht es.
Die ersten fünf Etappen waren relativ anspruchsvoll. Die Schlussetappe mit gerade mal 18 km dagegen lädt dazu ein, den Soonwaldsteig gemütlich ausklingen zu lassen.



Die erste Attraktion des neuen Tages ist der Aussichtsturm auf dem Salzkopf. Danach geht es abwärts in das Quellgebiet des Morgenbachs und weiter zum Jägerhaus. In der Nähe befindet sich die "Steckeschlääferklamm", wo ein Künstler Gesichter und Fratzen in Baumstämme geschnitzt hat.


Die 6. und letzte Etappe
Hinter dem Jägerhaus kommen wir zum landschaftlichen Höhepunkt, dem tief eingeschnittenen Morgenbachtal mit seinen steil abfallenden Felspartien.
Es steht unter Naturschutz und gilt als eines der schönsten Seitentäler des Rheins. Wir sind im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal, das sich von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz auf einer Länge von 67 km erstreckt.
Im Mittelalter war das Obere Mittelrheintal Kernland des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Zahlreiche historische Städte und Burgen gibt es zu erleben, die wie an einer Perlenkette aufgereiht, am Flussufer liegen.
Eine davon, Burg Reichenstein, sehen wir nach einer kleinen Kletterpassage auf dem steilen Eselspfad von oben.
Auf den Rheinhöhen geht es weiter über die Burg Rheinstein zum Schweizerhaus.
Durch das enge Poßbachtal wandern wir vorbei am Damianskopf zum Forsthaus Heiligkreuz. Wer möchte, kann einen Abstecher in die Kreuzbachklamm machen.
Wir folgen stattdessen dem Steig in Richtung Bingen über den Höhenzug zum Prinzenkopf.


Burg Rheinstein

Bald schon erreichen wir die Binger Jugendherberge, von der aus wir den Hauptbahnhof sehen können, an dem kurz darauf der Soonwaldsteig endgültig hinter uns liegt.

Fazit: "Manchmal liegt das Glück vor der Haustür"
Viel grün, wenig Menschen, kein Lärm.
Man wandert auf schmalen Pfaden durch einsame Wälder, zu verborgenen Orten und verwunschenen Plätzen.
Immer wieder setzt man seine Füße auf Hunsrückschiefer und Quarzitgestein des Devons. Die Gesteine sind rund 400 Millionen Jahre alt – eine unverstellbare Zahl.
Burgen und Schlösser erzählen von Kelten, Römern und dem Mittelalter.


Auf dem Soonwaldsteig erlebten wir eine ursprüngliche Wildnis, wie man sie heute nur noch selten findet.
Steile Auf- und Abstiege aber auch ruhige Passagen und schöne Fernsichten charakterisieren den Streckenverlauf. Der ideale Weg, um die Stille der Natur zu genießen.
Immerhin gehört der Soonwald zu den größten zusammenhängenden Wäldern Deutschlands.


Die Einschränkungen durch Unwetterschäden auf der letzten Etappe haben wir gerne in Kauf genommen.
Auf solch einem Weg, der praktisch über die gesamte Distanz durch die Natur führt, muss man eben auch mit Tücken und Gefahren rechnen.

Tipp:
Zeckenkontrolle: Rheinland-Pfalz zählt lt. Robert Koch-Institut zum Risikogebiet. Ich rate dazu, den Körper nach Zecken abzusuchen bevor man ihn abends im Schlafsack versteckt. Mich hatte am zweiten Tag so ein Mistvieh in der Kniekehle erwischt. Je früher man diese Blutsauger entfernt, desto besser. Eine Pinzette/Zeckenzange sollte daher unbedingt mitgenommen werden.
Nach dem Entfernen die Zecke bitte nicht einfach wegschnippen sondern mit einem Feuerzeug thermisch entsorgen.


Empfehlung:
Trekkingstöcke: Zugegeben, lange habe ich sie belächelt und bin normalerweise ohne unterwegs, aber bei diesem Projekt haben sie gezeigt, was sie können. Richtig eingestellt und korrekt benutzt sparen sie Kraft bei Anstiegen und helfen, bei Abstiegen Gewicht abzufedern… Knie- und Fußgelenke werde es euch danken.

Zeitfaktor: Wir sind am ersten Tag erst um 9 Uhr gestartet, was – rückwirkend betrachtet – zu spät war. Auch hier ist klar zu sagen "Je früher desto besser".
Generell empfehle ich, drüber nachzudenken, den Soonwaldsteig auf vier Tage aufzuteilen, gerade für Wanderer, die nicht so gut trainiert sind. Die Schmidtburg bietet sich mit ihrem schönen Zeltplatz als Ziel für den ersten Tag an. So sitzt einem die Zeit nicht im Nacken und man hat mehr Spielraum für Fotopausen oder eine zusätzliche Rast.


Danke an Christoph, der sich mit mir zusammen auf dieses Abenteuer eingelassen hat
.

Eine Wanderung ist immer ein kleines Abenteuer.
Man wird vorab nicht erfahren, was einen unterwegs alles erwartet.
Wahrscheinlich wird gerade das Unerwartete eintreten.


Weitere Informationen und GPS-Dateien unter:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=tttqevbqfnwdiaiy

Das komplette Fotoalbum gibt es bei flickr:
https://www.flickr.com/photos/136658873@N05/albums/72157684095070153


Auch im Sonnwald gelten die Trekkingregeln.