Sonntag, 13. Dezember 2015

Satzzeichen retten Leben!

"jo fein aber jetzt tusas dann mal mitn posten" 
"Ey, Alda, voll eklich wg schule *stöhn*" 

Oh, ein Schreibfehler... wo kommst Duden her?

Sie tippen LOL, wenn sie etwas lustig, und OMG, wenn sie etwas furchtbar finden. Sie schreiben beim Chatten konsequent klein, und Kommas kosten auch nur Zeit.
Liest man Auszüge aus Kommentaren, Pinnwandeinträgen und Statusmeldungen auf Facebook, Twitter, google+ und dergleichen, stellt man fest, dass auf Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen und Rechtschreibung generell wenig Rücksicht genommen wird.

Die Pessimisten nörgeln schon lange, dass die Jugend von heute kaum noch etwas kann - Rechtschreibung sowieso nicht.

Aber ist schlechte Rechtschreibung das Auszeichnungsmerkmal der Jugend von heute? Kann ich so nicht bestätigen, denn auch in der Generation meiner Eltern und Großeltern gibt es ja ganz offensichtlich sehr viele Menschen, deren Rechtschreibung und Zeichensetzung nicht gerade perfekt ist.

Alle Opfer eines schlechten Bildungssystems? Obwohl früher ja alles angeblich so viel besser war? Kann sein, glaube ich aber nicht. Der entscheidende Punkt könnte sein: Es ist vielen einfach egal. Weil es wichtigere Dinge im Leben gibt. Es ist ihnen egal, ob man den Apostroph nun bei einem Genitiv oder einem Plural einsetzen darf, sie tun es einfach und halten es für richtig. Viele wären schon überfordert, wenn sie die Begriffe Genitiv und Plural erklären sollten!

Früher waren digitale Medien lange nicht so weit verbreitet, wie sie es heute sind.
Die Fehler auf dem Einkaufszettel sah ja sonst niemand.
Heute meint aber jeder, er müsse mailen, posten, kommentieren, bloggen, chatten und whatsappen (schreckliches Wort). Da lässt man natürlich die Hosen runter und offenbart seine Schwäche(n)… und das völlig hemmungslos. 


Dabei können Satzzeichen Ehen retten: 
Was willst du schon wieder? 
Was, willst du schon wieder? 

Dass Satzzeichen sogar Leben retten können, zeigen diese Sätze: 
Wir essen jetzt Opa! 
Wir essen jetzt, Opa! 

Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund. 
Ich mag meine Familie, kochen und meinen Hund. 

Jetzt koch ich Mama! 
Jetzt koch ich, Mama! 

Wir bitten, unsere Gäste nicht zu rauchen. 
Wir bitten unsere Gäste, nicht zu rauchen. 

Vielen Menschen scheint auch gar nicht bewusst zu sein, dass es das „dass“ gibt.
Dabei ist es doch so einfach, seit das böse „sz“ weggefallen ist.
Und eine schöne Seite, die das „dass“ erklärt, gibt es auch noch… dass ich das noch erleben darf. 
www.das-dass.de

Die Messenger-App WhatsApp gehört zu den beliebtesten Apps überhaupt. Sie ermöglicht den Austausch von Nachrichten über das Internet ohne zusätzliche Übertragungskosten und über verschiedene Handy-Betriebssyteme hinweg.
So praktisch die Software auch ist, stellt sich dem kritischen Nutzer allerdings die Frage, wie es sich eigentlich mit dem Datenschutz verhält.

Die Macher des beliebten Instant-Messaging-Dienstes halten sich mit Auskünften zum Datenschutz grundsätzlich eher zurück.
Alternative Dienste, die Nachrichten verschlüsselt übertragen, wie z.B. Threema, erlebten nach dem Verkauf von WhatsApp im Februar 2014 an Facebook-Gründer Zuckerberg einen Boom.
Deutsche Schüler bleiben aber wohl weiterhin bei WhatsApp. Durch ihre Rechtschreibung sind die Nachrichten ausreichend verschlüsselt.

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