Samstag, 19. Dezember 2015

CamelBak Forge – Thermobecher

Bei Outdoor-Aktivitäten nimmt man ja meistens Wasser in größeren Mengen mit, daher sind die Trinkblase bzw. der Trinkrucksack beliebt und gehören bei vielen längst zum Inventar.
Im Stadtbereich dagegen ist man damit ein wenig „overdressed“. Wer braucht auf dem Weg zur Arbeit auch schon zwei Liter Kaffee oder Tee auf dem Rücken?
Wer sich unterwegs nach einem heißen Getränk sehnt, landet bei Thermotrinkbechern.
Doch der Markt ist groß und man kann sich nur schwer entscheiden.
Zum transportieren geeignete Thermoskannen oder -becher müssen meist aufgeschraubt oder aufgeklappt werden, um daraus trinken zu können. Dies gelingt nur mit zwei Händen.
Die amerikanische Marke CamelBak ist ja in Sachen Outdoor kein Unbekannter, daher möchte ich hier meine Erfahrung zu deren innovativem Einhandtrinkbecher Forge in der 473 ml-Variante teilen.
Forge in "black smoke" und "blue steel"

Highlight dieses Produktes und absolut genial ist der mit einer Hand zu bedienende Verschluss.

Doch der Reihe nach:

Produktbeschreibung:
Der Forge ist aus Edelstahl und Kunststoff hergestellt und in zwei Größen (12 und 16 fl. oz.) erhältlich. Umgerechnet ergibt das 354 ml in der kleinen und 473 ml in der großen Variante. Er ist standfest und auslaufsicher.
CamelBak hat ihn besonders robust gemacht und mit einem extra Schlagschutz ausgestattet, der Dellen und Risse verhindert, sollte man das gute Stück versehentlich fallen lassen.
Sein doppelwandiger und vakuumversiegelter Becherkörper besteht aus rostfreiem Edelstahl, damit bringt er es auf eine Isolierleistung von 4 Stunden für heiße und 8 Stunden für kalte Getränke.
Der Deckel ist aus Kunststoff gefertigt und ab der neuen Modellreihe 2016 komplett BPA-frei.
Doch was genau kann man sich darunter vorstellen?


Seit den 1950er Jahren bildet Bisphenol A (BPA) das chemische Rückgrat der Kunststoffindustrie.
Spätestens seit den 1960er Jahren wird die Chemikalie bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Kunstharzen verwendet. Sie macht „Plastik“ härter und sorgt dadurch für eine erhöhte Haltbarkeit.
In der Kunststoffindustrie spielt es auch heute immer noch eine sehr bedeutsame Rolle, weil es als Hilfsstoff eingesetzt wird, um verschiedene Ausgangsstoffe miteinander zu verbinden. Vor allem bei der Herstellung von Polycarbonat gilt BPA als unverzichtbar.

Über die gesundheitlichen Risiken des Stoffes möchte ich hier nicht eingehen. Im Internet gibt es hierfür mehr als genügend Informationsquellen.

Und wenn Unternehmen auf BPA verzichten, setzen sie oft alternative Stoffe ein (nicht nur BPS), die sich sowohl bezüglich ihrer Chemie als auch der Bedenken wenig von BPA unterscheiden. Man verwendet diese Chemikalien an Stelle von BPA - und das ohne ausreichende Daten.

Zudem gibt es Produkte, in denen man BPA nicht sofort vermutet. Hierzu zählen zum Beispiel Aluminium-Trinkflaschen. Weil Aluminium als gesundheitsgefährdend gilt, sind viele solcher Flaschen von innen mit einem Kunststoffüberzug ausgekleidet, der häufig BPA enthält.

Wenn man das Vorsorgeprinzip auf die Spitze treibt, dann müsste man sagen, „ALLE Chemikalien sind gefährlich - bis zum Beweis des Gegenteils.“

Aber wir machen es genau anders herum: Es wird ein bisschen getestet - meist toxikologisch -, und dann wird ein Stoff auf die Umwelt losgelassen. Und da darf er bleiben, bis jemand beweisen kann, dass er schadet. 


Genug Exkurs, zurück zum eigentlichen Thema.
In Sachen Farben lässt CamelBak kaum Wünsche offen. Hier sollte für jeden etwas dabei sein.
Derzeit ist der Becher - abhängig von der Größe - in verschiedenen Farben erhältlich, z.B. blue steel, black smoke, ghost, ghost berry, stormy orange, midnight lilac und olive sky. Teilweise sind auch Sondermodelle in blaze, deep sea oder aubergine verfügbar.

Material / Fakten / Daten:
Material Becher: Edelstahl, doppelwandig, vakuumisoliert
Material Deckel: Kunststoff (frei von BPA und BPS ab Modellreihe 2016)
Größen: 12 und 16 fl. oz., was 354 bzw. 473 ml entspricht
Gewicht: 355 Gramm
Höhe: 18 bzw. 22 cm (mit Deckel)
Durchmesser: 7 cm
Isoliereffekt warm/kalt: bis 4 Std./8 Std.
Spülmaschineneignung: Nur Deckel
Garantie: Lebenslange „Got Your Bak-Garantie“ in Amerika. Leider darf CamelBak, wie auch andere Hersteller aus den USA, in Europa keine lebenslange Garantie anbieten. Daher geht der Kundendienst grundsätzlich sehr kulant mit Reklamationen von Materialfehlern um. Und diese Kulanzregelung gilt auch noch viele Jahre nach dem Kauf.

Verarbeitung:
Hier gibt es keinen Grund für Kritik.
Der Forge ist gut verarbeitet und wirkt edel. Der Knopf für die Einhandbedienung läuft sauber und auch der Verschluss an sich ist stabil.

Handhabung:
Becher in die Hand nehmen, mit dem Zeigefinger auf den Knopf drücken, trinken und fertig!
Praktischerweise ist der Forge so durchdacht konzipiert, dass man ihn mit dem Einhand-Hebel zur Betätigung des Trinkventils einfach öffnen und wieder tropfsicher verschließen kann. Die Mechanik ist gut gelöst und hält die Trinköffnung zuverlässig dicht, was den Transport im Rucksack erleichtert und man muss auch nicht gleich in Panik verfallen, wenn das gute Stück mal auf dem Tisch umfällt.
Ein schneller Schluck an der roten Ampel ist also auch kein Problem, denn man muss nicht dran herumschrauben und wird nicht abgelenkt.
Ventil geöffnet - trinkbereit

Um häufiger zu trinken oder den Inhalt abkühlen zu lassen, besteht die Möglichkeit, den Verschluss in geöffnetem Zustand einzurasten.

Der Bügel ist groß genug um den Forge mit einem Karabinerhaken z.B. am Rucksack zu befestigen.

Reinigung:
Auch in Sachen Reinigung hat sich CamelBak Gedanken gemacht.
Der neuartige Trinkmechanismus liegt außen am Deckel, was wichtig für eine schnelle und einfache Reinigung ist.
Sieht der Verschluss zunächst danach aus, als würden sich unter ihm Getränkereste festsetzen, so wurde hier Abhilfe geschaffen.
Schraubt man nämlich den Deckel ab und drückt dann auf den Knopf, klappt der gesamte Verschlussmechnismus nach oben.
In diesem ganz geöffneten Zustand lässt sich der Deckel mit der Hand oder in der Spülmaschine reinigen.
Dieses aufklappen wird im Grunde im normalen Gebrauch dadurch verhindert, dass der Knopf an der Flaschenwand anstößt und gar nicht so weit nach hinten durchgedrückt werden kann. Dies geht nur, wenn der Deckel abgeschraubt wurde.
Verschluss geöffnet - spülbereit
Clever gelöst, da hat sich jemand Gedanken gemacht.
Der Becher darf allerdings nicht in die Spülmaschine. Heißes Wasser und ggf. etwas Spülmittel reichen in den meisten Fällen aus, um ihn für den nächsten Einsatz vorzubereiten. Bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen empfehle ich eine Reinigungstablette – Gebissreiniger eignen sich hierzu hervorragend und sind bei Besitzern von Trinkblasen sicher schon bekannt.

Fazit - für wen sich der CamelBak Forge eignet:
Der robuste Thermobecher Forge ist für Outdoor-Aktivitäten wie gemacht. Für Sportler, Wanderer, Spaziergänger und alle, die sich gerne im Freien aufhalten, hat er alles, was es braucht. Auch auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, bei der Gartenarbeit, in der Werkstatt, im Arbeitskeller und abends am Lagerfeuer ist er ein zuverlässiger Begleiter, der einem das Leben ein kleines Stück angenehmer macht, obwohl er mit rund 350 Gramm nicht gerade ein Leichtgewicht ist.

Der Becher kann das ganze Jahr über genutzt werden, da er im Winter Heißes heiß und im Sommer Kaltes kalt hält… woher der Becher nun aber weiß, ob Winter oder Sommer ist, bleibt wohl sein Geheimnis – Hauptsache es funktioniert.

Je nach Größe bekommt man den Forge für um die 30 Euro. Der Preis ist in Bezug auf die gebotene Leistung des Produkts ganz fair, auch was die Verarbeitung betrifft. 2015er-Modelle sind momentan noch günstiger zu haben.
Wer also auf der Suche nach einem Trinkbecher ist, den man auch im Alltag gut nutzen kann, der sollte sich den Forge mal genauer anschauen.
Übrigens passt er auch in einen Standard-Flaschenhalter am Fahrrad.

Eine Alternative ist der „Alfi isoMug Perfect“, über den ich allerdings nichts sagen kann.