Montag, 28. März 2016

Saar-Hunsrück-Steig - Verlängerung - Etappe 12

Schon im Jahr 2009 wurde der Saar-Hunsrück-Steig zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt und zählt seitdem zu den "Top-Trails of Germany - Deutschlands beste Wanderwege".
Nun wurde er verlängert und in der gesamten Länge erneut zertifiziert.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit einer erneuten Verbesserung wird der Steig nun wohl lange an der Spitze der europäischen Wanderwege stehen.
Der Premium-Fernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig führte bisher auf 218 km von Perl und Schengen an der Mosel durch den Naturpark Saar-Hunsrück nach Idar-Oberstein und mit einem Abzweig nach Trier (Ruwer-Route). Ab April 2015 wurde er nach Boppard am Rhein verlängert und hat nun eine Länge von 410 km. Mit der Verlängerung kommen 12 weitere Etappen hinzu, so dass der Weg jetzt aus insgesamt 27 Etappen besteht. 


Der Saar-Hunsrück-Steig ist der am besten bewertete Wanderweg Deutschlands.

Die ab April 2015 erwähnte Verlängerung (12 weitere attraktive Etappen von Idar-Oberstein bis Boppard mit einer Länge von ca. 192 km) wandern wir in 8 Etappen inkl. 2 Übernachtungen.
Die neue Streckenführung erfolgt durch den östlichen Hunsrück von Idar-Oberstein über Herrstein, Rhaunen, Sohren, Flughafen Hahn, Altlay, Blankenrath, Mastershausen, Kastellaun, Morshausen, Udenhausen und Oppenhausen bis nach Boppard.


https://de.wikipedia.org/wiki/Saar-Hunsr%C3%BCck-Steig 
http://www.saar-hunsrueck-steig.de 

Samstag, 26. März 2016:
Mit einer kleinen Gruppe um Pfarrer Burkard Zill machen wir uns heute auf den Weg, die neue Streckenführung der 12. Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs zu erkunden.


Start ist an der Wildenburg, eines der Tore des an Pfingsten 2015 eröffneten Nationalparks Hunsrück-Hochwald.

Die mystisch anmutende Felsenlandschaft rund um die Reste der mittelalterlichen Burg ist einer der Höhepunkte des Nationalparks.
Eine weitere Attraktion ist das Wildfreigehege mit Wildkatzenzentrum sowie der Wolfsblut-Wolfslandschaft.

Der 22 Meter hohe Aussichtsturm bietet normalerweise einen überwältigenden Rundumblick. Leider verwehrt uns heute Morgen um kurz nach 8 Uhr dichter Nebel diese Blicke.

An der Mörschieder Burr
Vom Wildenburger Kopf mit keltischer Fliehburg erleben wir zunächst eine der schönsten Stellen des Saar-Hunsrück-Steigs: Die knapp 3 Kilometer lange Passage auf dem Felsenpfad durch urige Landschaft und Blocksteinfelder aus Taunusquarzit – vorbei am Hexentanzplatz, wo sich einst an Walpurgisnacht die Hexen der Region versammelt haben sollen – hin zur Mörschieder Burr, die mit Geröllfeldern und herrlichen Aussichten aufwartet.
Die Mörschieder Burr liegt auf 646 Metern am östlichsten Ausläufer des Nationalparks. Das Felsmassiv diente einst der Verteidigung und ist heute wegen seiner Wandermöglichkeiten und der tollen Aussicht beliebt. Sie ist ein besonders typisches Beispiel für den Taunusquarzit und seine Verwitterungsbildungen im westlichen Hunsrück. Zusammen mit der natürlichen Vegetation bieten die Blocksteinfelder einen eindrucksvollen Anblick.

Die Buchenwälder prägen unsere Heimat. Sie stellen weltweit betrachtet eine große Besonderheit dar, weil die Rotbuche ausschließlich in Europa vorkommt.
Obwohl sie von Forstleuten "Mutter des Waldes" genannt wird, findet man die Buche heute nur noch in 15 Prozent der Wälder. Buchen können älter als 400 Jahre werden. In Rheinland-Pfalz soll soll es den Buchen wieder ermöglicht werden, auf größerer Fläche ihr maximales Lebensalter zu erreichen - in einem Nationalpark im Hunsrück.
Hündin Nala beim Aussichtspunkt ''Burr Süden''
  
Weiter geht es über Herborn zum Steinernen Gästebuch.
Es erinnert seit 1976 an die zahlreichen prominenten Besucher der Deutschen Edelsteinstraße. Die von den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur signierten Steine sind entlang eines mit dem Saar-Hunsrück-Steigs verbundenen Rundwegs aufgestellt.
Bei Veitsrodt folgen wir ein Stück dem Vollmersbach Richtung gleichnamigem Ort. Hier haben wir neun Kilometer hinter uns gebracht und rasten am Weiher bei der Hütte der Anglerfreunde.
Zwischen Veitsrodt und Vollmersbach führte die Etappe früher an der Ziegelhütte vorbei Richtung Tiefenstein zur Weiherschleife. Die neue Wegführung des Premium-Steigs bringt die Wanderer oberhalb der Ziegelhütte weiter über den Panoramapfad sowie den Alten Steinbruch am Bangelsberg nach Regulshausen.

Weiher bei Veitsrodt

Nach Überqueren der K 35 begleiten wir ein Stück den Rehlenbach und gehen hinauf zum Reisberg. In diesem Bereich lag einst der Ort Reisberg, der noch im Jahr 1491 urkundlich erwähnt wird
Um 1600 soll noch eine Familie hier gewohnt haben Heute erinnern nur noch zwei Flurnamen an diese untergegangene Siedlung.
Vorbei am Linzwieserkopf queren wir unterhalb der Tennisplätze die Flugplatzstraße zum Wiesenkopf, wo wir uns zwischen den Stadtteilen Idar und Göttschied befinden.
Durch ein Waldstück wandern wir zwischen Karschholz und Klinikum vorbei, queren erst die K 37, dann den Göttenbach und schlagen den Weg Richtung Oberstein ein, wo wir gleich die nächste Pause machen. Etwa 150 Höhenmeter auf 1,2 Kilometer gilt es beim letzten schweren Anstieg zu überwinden.
Blick von oberhalb der Ziegelhütte auf Veitsrodt

Vom Pfaffenwald führt uns das letzte Stück hinunter zum Schloßweiher.
Wir verlassen kurz den Steig, um das Neue Schloss zu besuchen. Von hier gibt es dann die letzte Aussicht auf Oberstein, bevor wir nach wenigen Metern am Endpunkt, dem Alten Schloß bzw. der Burg Bosselstein, angelangt sind.

Offiziell endet hier nach fast genau 20 Kilometern die 12. Etappe, wir wandern allerdings weiter zur Felsenkirche.
Sie ist ein heute evangelisches Gotteshaus an exponierter Stelle und das Wahrzeichen der Stadt. Auf den Fundamenten einer älteren Höhlenburg ließ Wirich IV. von Daun-Oberstein zwischen 1482 und 1484 die Felsenkirche Idar-Oberstein errichten. Oberhalb der Kirche ragen eine Felswand und die Burg Bosselstein empor. Unterhalb liegen die Häuser des Stadtteils Oberstein. Die Kirche ist durch ihre Lage und ihre weithin sichtbare Präsenz zum Wahrzeichen der Stadt Idar-Oberstein geworden. Um das Innere der Kirche zu betreten, muss man durch einen 1980/81 in den Felsen geschlagenen Tunnel gehen.
Auf Schloss Oberstein

Um die Erbauung rankt sich eine Sage: Um die Mitte des elften Jahrhunderts lebten die Brüder Wyrich und Emich von Oberstein auf der Burg Bosselstein. Beide liebten Bertha von Lichtenburg und, als Wyrich von der Verlobung seines jüngeren Bruders mit eben jener erfuhr, stürzte er Emich aus dem Fenster der Burg. Gezeichnet von seiner schweren Schuld beichtete Wyrich die Tat einem Abt. Als Sühne sollte er mit eigenen Händen eine Kapelle an der Stelle, an der sein Bruder gestorben war, errichten. Als der Bau vollendet war, bat Wyrich Gott um ein Zeichen der Vergebung. Ein Quell entsprang dem Felsen, der heute noch fließt. Bei der Einweihung der Kapelle sank Wyrich am Altar tot vor dem Abt nieder.

Treppen führen uns anschließend durch verwinkelte Gassen zur Obersteiner Altstadt.
Durch die Fußgängerzone schlendern wir Richtung Bahnhof. Einige Mitwanderer gönnen sich ein Eis, bevor sich unsere Wege trennen.
Glas leer, Teller voll

Während die Gruppe mit der Bahn zurück nach Baumholder fährt, nehme ich die letzten Kilometer nach Idar in Angriff, wo ich mir im IDARER BRAUHAUS leckeres Bier und ein Schnitzel mit Bratkartoffeln, Champion…, Champijon…, Champingjo... Pilze eben… schmecken lasse.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=kurhavfhycqarjkh