Freitag, 29. Januar 2016

Sex-Gefahr an Karneval

Nach den Gewalttaten am Silvesterabend fragen sich viele Menschen, ob sich solche Vorfälle auch beim Karneval wiederholen könnten. Zur "fünften Jahreszeit" stehen in deutschen Städten Züge und Straßenpartys an, zum Teil werden Millionen als Teilnehmer und Zuschauer erwartet.

Zwar werde die Kölner Polizei nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung alle verfügbaren Einheiten bis Aschermittwoch im Einsatz haben - als vertrauensbildende Maßnahme sozusagen - dennoch sei der Karneval ein "weiches Ziel, das schwer zu schützen ist", sagte der Leiter der Polizeidirektion 1, Peter Römers, gegenüber dem Blatt.

Zusätzlich bittet die Polizei alle Jecken darum, in diesem Jahr auf Kostüme, zu denen Waffen gehören, zu verzichten. Dazu gehörten unter anderem Piraten, Cowboys, Jedi-Ritter und auch Terroristen. 
"Das kann Menschen verunsichern", zitiert die "Bild" Römers weiter. Man vertraue auf die "Vernunft der Jecken". 
www.welt.de


Ein Rat von mir in privater Sache:
Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko auf eine feste Beziehung.


Küssen und Kostüme beim Kölner Karneval verboten 
Die Kölner atmen auf: Nach den Sex-Übergriffen vor dem Hauptbahnhof wird der Karneval in der Domstadt zum Glück nicht abgesagt. Allerdings müssen sich die Kölner auf Einschränkungen gefasst machen.
Zu großes Risiko:
Kölner Karneval bekommt 2016 ein neues Gesicht

Köln greift endlich gnadenlos durch im Kampf gegen sexuelle Übergriffe!
Um eine Wiederholung der abstoßenden Szenen in der Silvesternacht zu verhindern, bei der Hunderte Männer mit südländischem Aussehen vor dem Hauptbahnhof Frauen belästigten und unsittlich berührten, wird es im Kölner Karneval neue Regeln geben.
Ursprünglich hatte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker vorgeschlagen, Frauen und Mädchen sollten während der tollen Tage "eine Armlänge Abstand" zu Fremden halten. Doch nach heftiger Kritik an ihrem Ratschlag ist Reker zu dem Schluss gekommen, dass diese Verhaltensregeln im wahrsten Sinne des Wortes zu kurz greifen könnten.

Küss- und Fummelverbot zur Sicherheit
Zum Schutz des schönen Kölner Brauchtums müsse man deutlich schwerere Geschütze auffahren, zeigen sich die Oberbürgermeisterin und Polizeipräsident Wolfgang Albers einsichtig. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, an Karneval aus Sicherheitsgründen ein allgemeines Küss-, Fummel- und Frohsinnsverbot für Köln zu erlassen. Das gelte vor allem für die heiße Phase zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch, betonten Reker und Albers.
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Henriette Rekers Bezug zur Realität:
„Eine Distanz, die mehr als eine Armlänge betrifft“ 


"Alles, was Menschen aus anderen Kulturkreisen provozieren könnte, sollte tunlichst unterlassen werden", heißt es in der neuen Kölner Karnevalsverordnung, die ab sofort bei jedem gut geführten Bestattungsunternehmer in der Domstadt ausliegt, "dazu zählen neben streng strafbaren Aktionen wie Stippeföttche oder Bütze auch ausdrücklich das Absingen von Liedern und das Erzählen von schlechten Witzen vor einem alkoholisierten Publikum in übel riechenden Festsälen." 

Besondere Karnevalskostüme für Närrinnen 
Auch in puncto Verkleidung müssen sich die Kölnerinnen in der fünften Jahreszeit auf einige kleine Veränderungen gefasst machen. "Wir raten den Närrinnen ausdrücklich davon ab, sich zu Karneval als Tier, Fantasiefigur oder Frau zu kostümieren", heißt es seitens der Behörden, "stattdessen empfehlen wir das Tragen eines dunklen Schleiers, der vom Kopf bis zur Fußsohle reicht."
Wenigstens eine lieb gewonnene Karnevalstradition soll den Kölnern aber vorerst erhalten bleiben. "Das Schunkeln bleibt selbstverständlich erlaubt", sagt Oberbürgermeisterin Reker, "allerdings nur mit mindestens einer Armlänge Abstand."

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Montag, 25. Januar 2016

Mördertour zum Tiroler Stein

Sonntag, 24. Januar 2016:
Mördertour zum Tiroler Stein


Blutige Morde hat es im Hochwald glücklicherweise schon lange nicht mehr gegeben. Doch in ferner Vergangenheit geschah so manch grausiges Verbrechen in der Region. An einigen Tatorten wurden später Mahnmale errichtet.

Sie erinnern an einen erschossenen Gerichtsvollzieher, an Raubüberfälle, denen Kaufleute zum Opfer fielen, oder an ein Mädchen aus Greimerath, das von französischen Soldaten getötet wurde.
Im Hochwald stehen sechs steinerne Denkmäler, die die Tatorte von Mord und Totschlag markieren und damit an schlimme Verbrechen der Vergangenheit erinnern:
+ Der Lindenstein
+ Das Kreuz an der Simonsmühle
+ Das Kreuz im Marjeter Forst
+ Das Kreuz bei Greimerath
+ Das Kreuz bei Vierherrenborn
+ Der Tiroler Stein


Bei kühlen 8 Grad stehen wir mit 14 Personen am Wanderparkplatz Hujetsmühle an der L 165 zwischen Abentheuer und Börfink/Einschiederhof, wo sich auch einer der Startpunkte zur Traumschleife "Trauntal-Höhenweg" befindet.
"Mördertour zum Tiroler Stein" lautet das Motto der heutigen Wanderung.
Zum 275. Mal jährte sich am 19. Januar 2016 das Verbrechen am Tiroler Händler Thomas, der 1741 im heutigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald von einem Unbekannten erschlagen wurde.
Gemeinsam mit Nationalparkführer Gerhard Hänsel machen wir uns um 10:30 Uhr auf den letzten Weg des Tirolers. Von der Hujetsmühle aus, wo der Mann zuletzt in einer Schankwirtschaft gesehen wurde, hinauf auf den Tiroler Kopf, wo man einst die Leiche fand.

Wir nehmen an einer Premiere teil, denn es ist Gerhards erste Wanderung als zertifizierter Nationalparkführer.
Gerhard Hänsel ist leidenschaftlicher Naturfotograf und einer der Väter des Nationalparks Hunsrück-Hochwald, denn er hat den Nationalparkprozess von Anfang an begleitet.

Er gründete bereits 2012 die Facebook-Seite "Nationalpark Hunsrück", die er seitdem mit schönen Fotos und aktuellen Informationen bestückt.
Außerdem betreibt er eine eigene Homepage (www.hochwaldzeiten.de) und macht auf der gleichnamigen Facebook-Seite Werbung für den Nationalpark.
Seine tollen Naturaufnahmen sind u.a. in vielen Publikationen rund um den Nationalpark zu finden.

Wir folgen ihm zunächst Richtung Hujetsmühle, wo sich seit 1995 der Goloka-Dhama Verein befindet, ein wichtiges Europäisches Zentrum der Hare-Krishna-Bewegung und ein Pilgerort für alle, die nach Ruhe, Erholung in der Natur und tiefer Spiritualität suchen.
Ob die KFZ-Kennzeichen BIR – OM xx Zufall sind?

Hier jedenfalls stehen wir vor dem Wirtshaus ehemals Roth, wo Thomas zuletzt lebend gesehen wurde.
Es geht weiter aufwärts entlang des Bleidenbachs. Leider hat es vorgestern geregnet, sodass ein Großteil des Schnees geschmolzen ist und sich in den Fahrspuren eine Eisschicht gebildet hat; die Wegeverhältnisse sind also etwas schwierig. Unter uns verläuft auf dem zum Teil neu angelegten Weg die ca. 32 km lange Verbindungsleitung von der Primstalsperre zur Steinbachtalsperre. Diese Verbindung ist u.a. erforderlich, um die Steinbachtalsperre zu Damm-Sanierungszwecken entleeren zu können, ohne dass die Wasserversorgung gefährdet wird.
Rund 185 Höhenmeter sind es hinauf bis kurz vor das Forsthaus Neuhof, wo Gerhard uns viele nützliche Informationen rund um den Nationalpark vermittelt. Die Sonne sendet ihre wärmenden Strahlen und es geht uns sichtlich gut... ein schönes Fleckchen hier oben.
Nach einer kleinen Pause wandern wir rechts weiter und biegen nach 550 Metern links vom Waldweg ab. Kurz darauf stehen wir an einer ganz besonderen Stelle mitten im tiefsten Hochwald, nahe Neuhütten auf dem Kamm der Dollberge bei den Koordinaten 49 Grad 39 Minuten 16 Komma 6212 Sekunden Nord und 7 Grad 3 Minuten 2 Komma 4588 Sekunden Ost.

Im Vordergrund der "Tiroler Stein". Dahinter das Denkmal
Erstens befinden wir uns auf der Grenze der beiden Landkreise Birkenfeld und Trier-Saarburg. Zweitens stoßen an diesem Platz die Gemarkungen der Dörfer Brücken, Neuhütten und Achtelsbach aufeinander, und drittens befindet sich hier der Grenzstein, der als "Tiroler Stein" bekannt ist.
Ein paar Meter weiter markiert das Denkmal "Tiroler Stein" - ein auf einem Steinsockel ruhendes Holzkreuz - die Stelle, an der sich vor 275 Jahren ein schlimmes Verbrechen ereignete.
Mitten im tiefsten Winter, am 19. Januar 1741, wurde an diesem Ort der Tiroler Wanderhändler Thomas, von dem nur der Vorname bekannt ist, heimtückisch überfallen und erschlagen.
Der Tat verdächtigt wurde ein Knecht des Wirtes des Nachbarorts Abentheuer. Ob der "Knecht Niklas von Hoppstädten", so soll er genannt worden sein, für diese schlimme Tat zur Rechenschaft gezogen wurde, ist allerdings nicht überliefert. Angeblich wurde der Mörder nie überführt.

Zur Erinnerung an den Wanderkaufmann aus Österreich wurde dieses Sühnekreuz errichtet.
Die Erinnerung an die Tat lebt auch in der Flurbezeichnung "Tirolerstein" fort.
Das Kreuz wurde 1988 erneuert.

Etwa 900 Meter in nordöstliche Richtung sind es von hier zum "Friedrichskopf", dem mit 707 Metern höchsten Punkt der Dollberge.

Ein weiterer interessanter Punkt liegt Luftlinie knapp 500 Meter südwestlich entfernt.

Dort findet man eine Gedenktafel, welche an den hier beim Absturz eines Starfighters ums Leben gekommenen Horst Stüber erinnert.
Am 10. März 2016 ist der 50. Todestag des damals 28-jährigen Piloten. 
Recherchiert habe ich bereits und werde zu gegebener Zeit hier im Blog davon berichten. 

Denkmal "Tiroler Stein"

Jetzt aber zurück zu Thomas…
was an jenem Tag wirklich geschah, weiß wohl niemand genau.
"Es gibt mehrere unterschiedliche Versionen, und im Lauf der Zeit wurde einiges dazugedichtet", weiß Gerhard Hänsel.


Eine spannende, historisch aber nicht haltbare Beschreibung des mörderischen Geschehens, bei der sogar ein Ausspruch des nie gefassten Täters zitiert wird, findet sich beispielsweise auf den Homepages der Ortsgemeinden Abentheuer und Brücken.
http://www.abentheuer.de/2012abisz/sagen.htm


Es gibt aber auch seriösere Überlieferungen, was sich im Winter 1741 ereignet hat. Zum Beispiel in der im vorigen Jahr von Hans Ruppenthal zusammengetragenen Sammlung "Sagen, Geschichten, Berichte und Geheimnisse aus dem Nationalpark".
Grausiger Fund im hohen Schnee (verkürzter Auszug)

Danach war der Tiroler Händler Thomas zu dieser Zeit im ganzen Hochwald bekannt.
Bevor er sich im kalten und schneereichen Januar 1741 vom Naheland aus auf den Weg ins Kurtrierische machen und Märkte in Züsch und Malborn besuchen wollte, machte er in Abentheuer Station im Wirtshaus von David Roth.
Dort wurde der Tiroler Krämer laut Überlieferung beim Geldzählen beobachtet.
Seine Schlafstätte in einem Strohlager teilte er mit einem Knecht, dessen Name in einer Abhandlung als Niklas von Hoppstädten angegeben wird.
Am 19. Januar verließ Thomas sein Quartier in Abentheuer. Doch in den Ortschaften, die seine Ankunft fest erwarteten, kam er nie an. Da nach seinem Ausbleiben das Schlimmste befürchtet wurde, erhielten die Gerichtsschöffen des Amts Birkenfeld, Pauli und Faber, zusammen mit einem Polizeiwachtmeister den Auftrag, den Züscher Wald "diesseits der Amtsgrenze durchaus wohl zu visitieren".
An der Stelle des heutigen Tirolersteins machte der Suchtrupp dann die grausige Entdeckung. In den Quellen heißt es, dass die Männer zunächst Thomas' Kramkasten aus dem Schnee herausragen sahen. Dicht daneben lag der tote Händler in einer Blutlache.
Die spätere Untersuchung durch den Amtschirurgen Bethmann kam zu dem Ergebnis, dass der Tiroler durch "Streiche" auf Kopf und Gesicht ums Leben kam.
Es wurde aber laut der von Ruppenthal angeführten Überlieferung "kein Prügel oder Stein gefunden, um zu beweisen, womit der Totschlag geschehen sei".

Das Geld des Ermordeten war verschwunden, in seinen Kleidern fanden sich nur noch einige persönliche Gegenstände. Begraben wurde der Händler am 23. Februar 1741 auf dem Birkenfelder Friedhof. Sein Tod blieb ungesühnt. Zwar wurde der Knecht, der mit Thomas in Abentheuer genächtigt hatte, der Tat stark verdächtig.
Er war einige Tage nach dem Verschwinden des Tirolers in einem Wirtshaus dadurch aufgefallen, dass er für seine Verhältnisse ungewöhnlich viel Geld bei sich trug. Nachzuweisen war ihm der Mord aber nicht.
Die Erinnerung an die Bluttat inmitten des heutigen Nationalparks lebt im Sühnekreuz fort. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Tirolerstein im Jahr 1812.
Der Heimatverein Neuhütten hat die Gedenkstätte in den 1980er-Jahren restauriert. Zwischenzeitlich wurde dort auch ein kleiner Rastplatz mit Tisch und Sitzbänken angelegt.


Besuch bei Thomas
Thomas ist ein ruhiger Gastgeber, aber es gibt etwas zu trinken, denn unser netter Mitwanderer Caspar spendiert kleine 0,1-Liter-Flaschen Riesling des Weinguts Köwerich aus Leiwen mit dem wohlklingenden Namen "Für Feen und Elfen".
Nachdem wir diese geleert haben, machen wir uns auf den Rückweg unterhalb des Friedrichskopfes.
Flügel sind mir keine gewachsen, zaubern funktioniert nicht und besondere Kräfte kann ich auch nicht spüren… na ja, geschmeckt hat der Wein jedenfalls. War vielleicht einfach zu wenig.

Immer wieder gibt es reichlich Einblicke in den winterlichen Nationalpark Hunsrück-Hochwald bevor wir nach acht Kilometern am Ausgangspunkt der Wanderung angelangt sind. Hier bekommen wir interessantes Material zum Nationalpark, u.a. auch die sehr brauchbare "Starterkarte" und Aufkleber mit dem Wahrzeichen des Nationalparks, die aus keltischen Ornamenten, einer Wildkatze sowie eines keltischen Knotens stilisierte "Keltenkatze".
Wenn auch der Weg als solcher wenig interessantes zu bieten hatte, da er auf breiten Forstwegen verlief, so ist es eben der Weg des Tirolers und das war schließlich der Sinn. Uns hat es jedenfalls sehr gut gefallen.
Und wer möchte, kann ja noch die zum Saar-Hunsrück-Steig gehörende Traumschleife "Trauntal-Höhenweg" anhängen.

Wegen großer Nachfrage hat sich Gerhard entschieden, die Tour am 28. Februar zu wiederholen. Dann wird auch der Besuch von Horst Stübers Gedenkstein mit in die Tour eingebunden. 
Der Pin oben rechts markiert den "Tiroler Stein", der linke den Gedenkstein für Horst Stüber.
Unten im Bild das Forsthaus Neuhof
.

Koordinaten des Grenzsteins "Tirolerstein":
Dezimalgrad (WGS84): N 49.654617 E 7.050683
Grad, Dezimalminuten: N 49° 39.277020 E 7° 3.040980
Grad, Minuten, Dezimalsekunden: N 49° 39' 16.6212 E 7° 3' 2.4588 

Koordinaten des Denkmals: 
Dezimalgrad (WGS84): N 49.654367E 7.050267
Grad, Dezimalminuten: N 49° 39.262020 E 7° 3.016020
Grad, Minuten, Dezimalsekunden: N 49° 39' 15.7212 E 7° 3' 0.9612

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=dohdvavefggdtpcv

Dienstag, 19. Januar 2016

Engpässe im Selbstverteidigungssektor

Kann man sich in Deutschland bald überhaupt nicht mehr auf die Straße trauen?

Die Engpässe im Selbstverteidigungssektor werden jedenfalls immer dramatischer, seitdem sich die Bundesbürger nach den Ereignissen in der Kölner Silvesternacht wie wild mit Waffen und Abschreckungsmitteln eindecken.

Elektroschocker und Schreckschusspistolen sind schon ausverkauft, Kalaschnikows gibt es praktisch nur noch auf dem Schwarzmarkt – und jetzt machen auch noch Schreckensnachrichten die Runde, dass die bei besorgten Bürgern beliebte Alternative zum Pfefferspray kaum noch in den Läden erhältlich ist.


Nach Köln Mangelware: Pfeffer- und Salzmühlen
Pfeffermühlen nicht mehr zu bekommen 
Während die Internetversandgroßhändler amazon und Zalando schon keine Pfeffermühlen mehr in der Signalfarbe Rot im Bestand haben, melden inzwischen auch ganze Regionen den kompletten Ausverkauf der Selbstverteidigungsmittel.

Gerade in gentrifizierten Gegenden werden diese Horrormeldungen mit großer Besorgnis aufgenommen. Maike Schwäbli aus dem Berliner Stadtteil Mitte beispielsweise setzt schon seit Jahren auf eine Pfeffermühle als wirksame Waffe gegen potenzielle Angreifer, wenn sie ihre zwei Kinder mit dem SUV zur 100 Meter entfernten Schule bringt.

Deutschlands Bürger rüsten auf
Pfefferspray bewusst lebenden Bürgern zu unsicher
"Im Gegensatz zum Pfefferspray weiß ich bei der Mühle genau, was sich darin befindet, und kann mir sicher sein, dass der Pfeffer hundertprozentig vegan ist", sagt die Hundemodenbloggerin. "Wenn die Pfeffermühlen jetzt ausverkauft sind, weiß ich nicht mehr, was ich tun soll. Die aus der Küche nehme ich aus hygienischen Gründen ganz bestimmt nicht!"

Schwäbli sieht nun die Politik gefordert. "Da müssen jetzt eben die Streusalzreserven unter den besorgten Bürgern verteilt werden", so die Berlinerin, die nach den Kölner Vorfällen ihren Flüchtling gegen eine schwedische Stehlampe getauscht hat. 

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Sonntag, 17. Januar 2016

Der Rymhart Troyer - mehr als ein Seemanspullover

Der Rymhart Troyer – der definitiv allerletzte Wollpullover, den ein Mann in seinem Leben noch braucht!

Tief "Emma" bringt maritime Polarluft ins Land – das bedeutet Frost, Schnee und gebietsweise Sturm.
Heute war ich das erste Mal in dieser Saison im Schnee unterwegs, genauer gesagt nahm ich an der von der Erlebnis Nationalpark (ENP) GmbH angebotenen Wanderung ab Rinzenberg teil, die unter dem Namen "Zu Urwald, Fliehburg und Luises letzter Ruhestätte" stand.

Grund genug, hier mal ein Produkt vorzustellen, von dem ich lange Zeit nicht zu hoffen gewagt hätte, dass es so etwas noch gibt... der Troyer von Rymhart zählt nämlich mit zu dem Besten, was man überhaupt aus der Wolle von Merinoschafen machen kann. Daher sollte es eigentlich für jedes Schaf ein ausgewiesenes Karriereziel sein, irgendwann einmal ein "Rymhart-Schaf" werden zu dürfen.

Ach ja: Der Troyer ist ein Rollkragenpullover, dessen Rollkragen meist durch Reißverschluss geöffnet wird. Er wird auch "Isländer" genannt und ist DER Seemannspullover überhaupt!

Generationen von Fischern und Seeleuten schwören auf ihn, und das seit Jahrhunderten. Außerdem passt dieser Troyer zu jedem Menschen, der sich gerne bei Wind und Wetter draußen aufhält, egal ob Mann oder Frau. Und er passt zu denen, die in einem Pullover mehr sehen als eine Klamotte, genauso wie zu denjenigen, die die "Qualität alter Zeiten" suchen. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft - das Ding geht eben immer, wenn's draußen frisch wird.

In der vierten Generation fertigt Karl Siegel Strickwaren und -stoffe, und das noch immer in Stade, an der Unterelbe bei Hamburg. Für seine Troyer, von denen der erste angeblich nur für den Chef selber zum Segeln gedacht war, wird bis heute ausschließlich 100% Merinowolle von freilaufenden Schafen benutzt. Diese wird in Deutschland gesponnen und gefärbt. Die Wolle hat eine selbstreinigende Wirkung, die übermäßiges Waschen unnötig macht und das Lanolin dieser natürlichen Wolle sorgt außerdem dafür, dass Feuchtigkeit und Gerüche nach außen transportiert werden. Das Ganze ist also eine Art "klassische Funktionsgarderobe". Auf die Vorzüge von Merinowolle möchte ich hier nicht näher eingehen, denn im Internet gibt es genügend Quellen hierzu.
Somit ist er ideal für alle, die auch draußen auf natürliches Material nicht verzichten wollen.
Wer jetzt Angst davor hat, dass ein solcher Troyer der guten alten Machart kratzen könnte – was Merinowolle im Gegensatz zur Schurwolle eigentlich nicht tut – der kann beruhigt sein. Auch daran wurde gedacht. Auf Wunsch und zur zusätzlichen Wärmeisolierung ist mein individuell nummerierter Troyer auch von innen baumwollgefüttert.
Doch der dickste Pullover kann keine Wärme speichern, wenn sich die Kälte durch Ärmel, Kragen und Saum ihren Weg ins Innere bahnt. Der Rymhart-Troyer kennt solche Probleme nicht. Er verteidigt die kostbare Körperwärme mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, denn sämtliche Bündchen bestehen aus zwei Lagen Gestrick. Der Effekt: Alle Ein- und Ausgänge werden praktisch doppelt bewacht. Die Nähte, an denen diese Stofflagen zusammengeführt werden, sind elastisch. Somit liegen sämtliche Bündchen eng an und leiern selbst nach langem Tragen nicht aus.
Besonderes Qualitätsmerkmal ist auch eine spezielle Verstärkung im Umbruch des Saums, die das Durchscheuern verhindert - also exakt an der Stelle, an der durch Bewegung besondere Reibungs-Belastungen entstehen.
Der Rymhart-Troyer in GRAPHIT
Der erste Eindruck:
Bereits der "erste Auftritt" des Troyers, wenn dieser denn seinen Besitzer (ausschließlich per Versand) erreicht, ist großes Kino. Der Troyer wird in einem festen Segelleinensack mit dem Logo der Rymhart Manufaktur, einem stilisierten Anker, geliefert. Das Erste, was mir auffiel, war das Gewicht – da wurde einiges an Material verarbeitet. Mein Exemplar mit individueller Seriennummer bringt immerhin fast 1.800 Gramm auf die Waage (Größe 50/52).
Doch obwohl er schwer in der Hand liegt, bemerke ich das Gewicht angezogen nicht mehr.
Der Pullover, der wesentlich mehr ist als das, sitzt wie angegossen und schon der Reißverschluss begeistert einen Kerl auf die gleiche Weise, wie ein zuschnappendes Feuerzeug oder Klappmesser oberster Kajüte – um im Jargon zu bleiben.
Das edle Teil ist zur Zeit in den fünf Farben Graphit, Marineblau, Schwarz, Stein und Teak Melange erhältlich.
Wählen kann man außerdem zwischen regulärem und komfortablem Schnitt.

Für mich kam nur der reguläre Schnitt in Frage, mehr Sorge bereitete mir die Farbwahl. Marineblau ist was für Seeleute, in Schwarz gefällt er mir nicht, der Farbton Stein lässt eine Person wie mich schnell blass darin wirken und so schwankte ich zwischen Teak Melange, was einem schönen braun entspricht, und Graphit, ein dunkles grau bzw. anthrazit. Letztlich überließ ich den braunen Farbton Jägern und Förstern, sodass es Graphit wurde. Diese Farbe schien mir ideal, um sie zu allen anderen tragen zu können.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für mich in Ordnung. Ok, 199,- Euro für einen klassischen und 249,- Euro für einen gefütterten Rymhart-Troyer sind schon mal 'ne Heuer, aber das ist er alle Male wert – und mehr, denn es könnte tatsächlich der letzte Pullover eures Lebens werden!
Außerdem ist einmal Einschicken und Auffrischen im Preis mit inbegriffen.

Auch bei der heutigen Wanderung hielt er meinen Körper konstant auf Temperatur. Selbst bei eisigen Minusgraden ist einem wohlig warm, ohne dass man schwitzt. Dadurch fällt der lästige Kleidungswechsel im Winter weg und man braucht oft nicht mal eine zusätzliche Jacke, wenn man das Haus verlässt.
Die passende Mütze dazu habe ich übrigens gleich mitbestellt.

In diesem Sinne:
"Rüm hart, klaar kiming" eine Botschaft, die auf Nordfriesisch nicht leicht zu verstehen ist und "weites Herz – klarer Horizont" bedeutet.

Ein Freund erinnnert mich an die Zeilen aus Reinhard Meys gleichnamigem Lied sowie auch Album "Rüm Hart":
"Der Wind treibt Regen her von See und Wolken schwer und grau,
er hat die bunte Wollmütze tief ins Gesicht gezogen.
Er sagt, die Leute hier haben in ihren Augen das Blau,
das ihrem Himmel so oft fehlt und dem Meer und den Wogen."


"Rüm hart, klaar kimming" – weites Herz, klare Kimme. Die Kimme ist bei den Seefahrern die Linie zwischen Meer und Himmel. Zeichnet die Kimme eine klare Linie, ist beständiges Wetter in Aussicht und eine Schiffsreise wird gut.
Die inselfriesischen Kapitäne, die für den Spruch verantwortlich sind, wollten damit ihre Weltläufigkeit ausdrücken, sagt man. "Rüm Hart – klaar Kiming", so lässt sich das auch auf andere Lebensbereiche übertragen. So soll man immer offen für andere sein, ein großes Herz haben – dabei aber nie das Ziel aus den Augen verlieren.

Mittwoch, 13. Januar 2016

Das Alleinsein lernen

Manchmal ist einfach niemand da, außer man selbst - und nicht jeder kommt mit dem Alleinsein gut zurecht.
Doch die Zeit ohne Kontakte kann vielleicht eine bessere Zeit werden. 

Alleinsein ist die Freude, einfach nur du zu sein – ohne jemand anderen. Du freust dich ab dir selber, du freust dich ab deiner eigenen Gesellschaft. 
(Osho)

Langsam perlt der Sherry in die Zinnbecher. Der Reihe nach wird allen an der langen Tafel eingeschenkt: Dem selbstbewussten Sir Toby, dem kurz angebundenen Admiral von Schneider, Mister Pommeroy mit der hohen Stimme und schließlich dem redseligen, aber nuschelnden Mister Winterbottom.
Dann stoßen sie an: auf das Wohl von Miss Sophie, die am Kopf des Tisches sitzt und heute 90 Jahre alt wird. Nur: Keiner dieser Herren ist wirklich anwesend.
Miss Sophie hat alle ihre Freunde überlebt. So sitzt sie allein am Tisch – und James, ihr treuer Diener, übernimmt die Rolle der einstigen Gefährten.
Dem Sherry folgt der Weißwein, dem Weißwein der Champagner, diesem folgt der Portwein. Beide wissen, dass die Feier eine Inszenierung ist – "the same procecure as every year", sagt Miss Sophie. Sie verlässt den Tisch satt und glücklich darüber, dass alles so war wie immer, und James sturzbetrunken – schließlich musste er für vier bechern.
"Dinner For One" ist ein Silvester-Klassiker in Deutschland und im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen als am häufigsten wiederholte Sendung der Fernsehgeschichte.
Die betagte Miss Sophie aus der britischen Upperclass ist zweifellos ziemlich allein – so wie viele ältere Menschen, deren Familienmitglieder und Freunde nicht mehr leben. Doch sie ist nicht einsam: Sie feiert trotz allem ihren Ehrentag und findet, auf ihre eigene abstruse, aber charmante Weise, einen Weg, sich anderen Menschen verbunden zu fühlen.

Niemand will einsam sein. Dabei kann es so schön sein. Und zwar dann, wenn einsam sein nicht Einsamkeit, sondern Alleinsein bedeutet. 

Beide Wörter, Einsamkeit und Alleinsein, beschreiben oberflächlich die gleiche Situation. Dabei sind sie in der Realität genau das Gegenteil. 

Einsamkeit sagt: Ich fühle mich einsam. Ich brauche jemand anderen, um mich gut zu fühlen.
Alleinsein sagt: Ich bin alleine und fühle mich pudelwohl. Ich brauche niemand anderen, um glücklich zu sein.
Der Unterschied liegt also darin, mit welcher Perspektive du auf die Situation schaust.
Alleinsein ist dein natürlicher Zustand. Und er kann so erfüllend sein – wenn du bereit bist, ihn zuzulassen. 

Einsamkeit ≠ Alleinsein 
Du kommst alleine auf diese Welt, du lebst alleine und du stirbst alleine. Ein ganz einfacher Fakt. Und ein ganz natürlicher dazu. Du bist von Natur aus alleine. Niemand anders kann dein Sein teilen. In deinem Innersten gibt es nur dich und niemand anders.
Was für viele erstmal abschreckend klingt, ist in Wirklichkeit absolut herrlich. Denn dieser Fakt bedeutet, dass alleine in dir die Möglichkeit steckt, glücklich zu werden.
Du brauchst niemand anderen dazu. Du alleine bist genug – wenn du mit diesem Alleinsein richtig umgehen kannst.

Einsamkeit und Alleinsein beschreiben oberflächlich die gleiche Situation.
Der Unterscheid liegt darin, mit welcher Einstellung du diese Situation betrachtest. Einmal sagst du: Ich fühle mich schlecht und einsam, weil niemand da ist. Und ein andermal sagst du: Ich fühle mich gut und erfüllt, einfach nur mit mir selber. 

Einsamkeit entsteht durch einen negativen Geisteszustand.
Alleinsein durch einen positiven Geisteszustand. 

In Einsamkeit suchst du ständig nach dem anderen. Etwas fehlt dir. Du bist nicht bei dir selber und in Gedanken immer beim anderen. Ohne den anderen bist du unglücklich. Du suchst nach deiner Erfüllung außerhalb. Du bettelst nach dem anderen. Er soll dich glücklich machen. 
Alleinsein hingegen ist genau das Gegenteil von Einsamkeit. Es ist absolut erfüllend. Du bist glücklich und zufrieden einfach nur mit dir selber. Du brauchst niemand anders. Du hast dein Glück in dir selbst entdeckt. Du bist alleine und du bist dir genug. 

Einsamkeit bedeutet Abhängigkeit. Alleinsein bedeutet totale Unabhängigkeit. 

Viele Leute versuchen, das Loch, das sie in sich selbst verspüren, durch die Anwesenheit anderer Menschen zu füllen. Und es funktioniert. Wenn der andere da ist, fühlt man sich gut. Das Loch ist temporär geschlossen. Seine Anwesenheit erfüllt uns, wir fühlen uns verbunden. Zwei Minuten später aber, sobald die Person weg ist, hat man das gleiche Problem wie davor. Und dann meist noch schlimmer.
Die Person hat das Haus verlassen und schon weiß man nicht mehr weiter.
Was soll man jetzt tun? Jetzt, wo man alleine ist?
Man fürchtet sich vor dem Alleinsein, obwohl es das absolut Schönste sein kann.


Mit der Zeit merkte ich, wie mir dieses Alleinsein immer weniger ausmachte. Alleine aufstehen, alleine durch den Tag gehen, alleine ins Bett gehen. Kein Problem. Es schien so, als hatte sich mein Inneres mit der Situation abgefunden und pendelte sich nun auf einem neuen Level ein.
Auf einem Level, auf dem äußere Kontakte zwar schön, aber nicht unbedingt notwendig waren, um mich gut zu fühlen.
Ich entwickelte mich in dieser Zeit weg vom Gefühl der Einsamkeit hin zum Gefühl der unabhängigen Freiheit. Ich war mir selber genug. Ich brauchte niemand anders mehr. Es war zwar schön, wenn andere Leute da waren, aber sie waren nicht mehr absolut notwendig, damit ich mich gut gefühlt habe.
Ich habe gelernt, mich meiner eigenen Gesellschaft zu erfreuen. Und das können irgendwie nur wenige Menschen. Die meisten brauchen externe Stimulation. Sie brauchen den anderen, um glücklich zu sein. „Wenn er oder sie nicht da ist, geht es mir nicht gut.“
Dass diese Lebensart ungesund und belastend ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen.

Was kann man nun tun, um diese gefühlte Einsamkeit in ein bestärkendes Alleinsein- und Unabhängigkeitsgefühl zu verwandeln?
Als erstes musst du die Fakten akzeptieren.
In deinem Inneren bist nur du, nur du alleine. Niemand anders kann dir helfen, glücklich zu werden. Erst wenn du das akzeptierst, kannst du langsam beginnen, dein Glück aus dir selber zu ziehen anstatt dich von einer externen Stimulation zur nächsten zu hangeln.

Einsamkeit entsteht dann, wenn du vor dem Alleinsein wegrennst, anstatt es zu akzeptieren. Denn du wirst immer nach dem anderen suchen, der dich glücklich macht.
Laufe nicht vor dir selber weg. Bleib stehen, mach die Augen zu und fühle in dich hinein. 
Verbringe jeden Tag etwas Zeit mit dir selbst. Und zwar nur mit dir selber. 
Gehe in dich. Fühle dieses Gefühl des Alleinseins. Fühle die Unabhängigkeit, die mit diesem Gefühl kommt. 

Am Schluss wirst du feststellen, dass du dir selbst genug bist.

Übe dich darin, allein zu sein. Jeden Tag, ein kleines bisschen. Geh in dich und verbinde dich mit deinem Inneren.
Wandern, Radfahren, Joggen, Lesen oder andere Freizeitbeschäftigungen, die man alleine genießen kann, helfen sehr dabei. Es ist auch schon genug, einfach still auf einer Bank zu sitzen und die Sonnenstrahlen zu genießen. Anderen hilft es, Tagebuch zu führen oder Beiträge für einen Blog zu schreiben.
Jeder weiß selbst, was gut ist.

So wirst du langsam aber sicher deine eigene, interne Glücksquelle anzapfen. Und wenn du das geschafft hast, dann wirst du nie wieder jemand anderen brauchen, um dich gut zu fühlen. 

Das ist die ultimative Freiheit. 

Es wird dir nicht nur im Beruf und im Familienleben weiterhelfen.
Der Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, Familienmitgliedern, Freunden und allen Menschen in deinem Umfeld wird sich verbessern.

Samstag, 9. Januar 2016

Organspende schenkt Leben

Das trägt man heute: Den Organspendeausweis

Organspende ist eine besondere Form der Nächstenliebe

Ein Organspender muss ein gutes Herz haben, wenn er darauf verzichten will.
(Claudio M. Mancini)

Mit gutem Beispiel voran

Gegenprobe:
Sagte mein Arzt zu mir: "Trinken Sie vier Wochen kein Bier, dann sehen wir, ob sich Ihr Zustand bessert."
Darauf entgegnete ich: "Und wenn ich in dieser Zeit einfach mehr trinke und wir schauen, ob es schlimmer wird???" 

Donnerstag, 7. Januar 2016

Lundhags Authentic - Trekkinghose

Lundhags Authentic - Trekkinghose

Es wurde mal wieder Zeit für etwas Abwechslung - eine neue Wanderhose sollte her.
In die engere Auswahl kam zunächst das Modell RUGGED von Haglöfs.
Da mich allerdings nach wie vor die preisgekrönte Lundhags TRAVERSE, die mich schon viele Jahre gleichermaßen begleitet wie auch bekleidet, so begeistert, fiel die Entscheidung letztlich darauf, bei dieser Marke zu bleiben, zumal ich auch mit den Lundhags AHKE und ANTJAH sehr zufrieden bin.
Die gute TRAVERSE sieht immer noch aus wie am zweiten Tag, was für ihre Robustheit spricht. Lediglich die Farbintensität hat nach vielen Waschgängen etwas gelitten. Außerdem wurde sie mir mittlerweile in Größe 52 etwas weit am Bund.
So sollte es also die neue Version sein, welche den Namen AUTHENTIC trägt.

Die AUTHENTIC hat - wie erwähnt - ihren Ursprung in der berühmten TRAVERSE, allerdings angeblich mit ein paar verbesserten, raffinierteren Details.
Ich kann kaum glauben, dass es möglich ist, aber unter anderem soll der Schnitt weiter optimiert und das Boot-Loc-System verbessert worden sein.

Der schwedische Hersteller Lundhags beschreibt sie als multifunktionale Öko-Stretch-Hybridhose, die sich optimal zum Trekking eignet. Sie hat eine normale Bundhöhe und ist in mehreren Farben sowie drei verschiedenen Längen erhältlich.

Ich bestelle mir die normale Länge in Größe 50 im Farbton "tea green" zum sensationellen Preis von 118,- Euro, der übliche Preis liegt  bei 169,- Euro.

Nach dem Auspacken wird das Kleidungsstück ausgiebig begutachtet.
Ein Blick auf das Etikett verrät "Made in Vietnam" – wie bei all meinen Lundhags-Hosen.
Tja, was soll man da sagen?
An China, größter Textilproduzent weltweit, und Bangladesch auf Platz zwei, kommt man bei Textilien ohnehin kaum vorbei.
Adidas lässt in Thailand produzieren, und meine Thermo-Laufjacke von Under Armour wurde beispielsweise in Jordanien hergestellt.
Aber die Orientierung über die Herkunftsländer ist ohnehin schwierig. Wenn in einem Hemd "Made in Italy" steht, heißt das noch lange nicht, dass es dort produziert wurde. Manchmal sind nur die Knöpfe dort angenäht worden. Oftmals werden die Markenkleider in den gleichen Fabriken produziert wie die Discountware. Der höhere Preis hängt größtenteils mit besseren Materialien und teurerem Marketing zusammen.ren Inhaber
Dass es auch anders geht, beweist Trigema. Inhaber Wolfgang Grupp engagiert sich öffentlichkeitswirksam für den Produktionsstandort Deutschland und wirbt damit, alle Rohstoffe für Trigema-Bekleidungsprodukte aus EU-Ländern zu beziehen und die komplette Produktion in Deutschland stattfinden zu lassen.

Nun aber weiter…
Ob der Schnitt nun gegenüber der TRAVERSE tatsächlich verbessert wurde, kann ich nicht sagen, da ich eine Größe 52 mit einer Größe 50 vergleiche. Jedenfalls sitzt sie wie maßgeschneidert, trägt sich geschmeidig und macht jede Bewegung mit.
Die beiden Schubtaschen sind für meinen Geschmack etwas klein und eng geraten, was aber wohl gerade diesem "verbesserten" Schnitt geschuldet ist. Ein Reißverschluss wäre eine sinnvolle Ergänzung, um so kleinere Gegenstände sicher verstauen zu können.
Das Stretch-Element am Gesäß setzt beim neuen Modell an den Innenseiten der Oberschenkel einige Zentimeter höher an, was aber immer noch völlig ausreicht und mir persönlich sogar besser gefällt.

Ganz im Sinne von Lundhags ökologischer Ausrichtung ist die AUTHENTIC zu 35% aus organisch angebauter Baumwolle hergestellt und fluorkarbonfrei wind- und wasserabweisend imprägniert. Die restlichen 65% bestehen aus Polyester.
Die AUTHENTIC im Farbton "tea green"

Vergleichbar mit der feinen Struktur von Neopren, bietet die Hose einen guten Schutz bei Hitze, Kälte, Regen und Wind.
Die Imprägnierung ist nicht besonders haltbar, was sich aber durch den Verzicht auf Chemie z. Zt. nicht anders realisieren lässt. Jedenfalls trocknet sie sehr schnell und wer eine reine Regenhose sucht, sieht sich sowieso nach einem anderen Modell um.
Das Material überzeugt. Der dünne Stoff der Hose ist leicht auf der Haut, weist einen hohen Tragekomfort auf und ist gleichzeitig atmungsaktiv.

Lange Ventilationsöffnungen vom Gesäß bis zu den Knien erhöhen den Tragekomfort bei Wärme, da Luft zirkulieren kann. Das luftdurchlässige Textil-Netzgewebe ist hierbei durch Reißverschlüsse verdeckt, die bei Bedarf geöffnet werden können. Weiterhin hat das Herrenmodell der Authentic Pant zwei Seiten- und zwei Beintaschen, eine davon mit Innenfach.

Die AUTHENTIC bringt alles mit was man für eine Tour braucht. Sie ist eine absolut funktionelle, flexible und luftige Ganzjahreshose, die viel Bewegungsfreiheit bietet. Vorgeformte Knie, das robuste Schoeller-Stretch an den neuralgischen Stellen im Schritt sowie Knie- und Gesäßbereich, Cordura-Verstärkungen an den unteren Beininnenseiten und die Mischung aus Baumwolle und Polyester machen diese Hose wirklich unglaublich bequem und haltbar.
In der Natur fühlt sie sich am wohlsten

Für anspruchsvolle Touren ist sie mit Boot-Loc ausgestattet, so kann das Beinende optimal am Schuh bzw. Stiefel fixiert werden.
Das neue System besteht aus einer mit Druckknopf und Verstellschnalle versehenen Weitenregulierung. Der Metallhaken ist fest im Gewebe vernäht. Das alte System der TRAVERSE bestand ebenfalls aus einer Verstellschnalle, allerdings ohne Druckknopf, und einem ummantelten Gummizug, an dessen Ende sich der Kunststoffhaken befand. Zog man daran, verringerte sich automatisch die Weite. Ob das neue System tatsächlich besser ist, kann ich nicht sagen. Einigen wir uns auf "anders". Jedenfalls geht die Weitenregulierung beim neuen System schneller vonstatten und ein Gummizug kann auch nicht mehr reißen.

Die Ausstattung im Überblick:
  • Stretcheinsätzen aus Schoeller Dynamic Extreme an Gesäß, Knien und im Schritt, dadurch sehr hohe Abrieb- und Reißfestigkeit
  • Cordura-Verstärkung am Beinabschluss
  • Normale Passform mit normaler Bundhöhe
  • In drei unterschiedlichen Längen erhältlich: normal, lang und D-Größe
  • Steck- und geräumige Oberschenkeltaschen, eine mit Innenfach
  • Zwickeleinsatz für maximale Bewegungsfreiheit
  • Belüftung durch seitliche Mesh-Einsätze vom Gesäß bis zu den Knien
  • Vorgeformte Knie
  • Keine Nähte an unterer Bein-Innenseite
  • Boot-Loc mit Druckknopf, Verstellschlaufe und Schuhhaken aus Metall

Mehr Infos zu dieser Hose, die z. Zt. in den sieben Farben Red, Lake Blue, Forest Green, Tea Green, Tea Green Solid, Oat und Black lieferbar ist auf der Seite von Lundhags (http://www.lundhags.se)

Wer eine Hose für extreme Bedingungen sucht, sollte sich die AUTHENTIC PRO näher ansehen. Sie verfügt über wasserdichte Einsätze aus 3-Lagen-Zethar an Gesäß und Knien sowie über robuste Verstärkungen aus Schoeller Keprotec an den unteren Beinteilen. Dieses Extrem-Schutzgewebe wurde ursprünglich speziell für den Motorrad-Rennsport entwickelt. Hochfeste Aramidfasern, wie zum Beispiel DuPont Kevlar, sorgen für höchste Strapazierfähigkeit. Damit sind auch dichtes Gestrüpp, große Dornen und andere scharfen Gegenständen auf Wanderungen kein Grund zur Besorgnis.

Mittlerweile habe ich eine weitere AUTHENTIC in schwarz gekauft, die ich als Freizeithose trage, denn sie ist wesentlich leichter und bequemer als eine Jeans.

Samstag, 2. Januar 2016

Erste Schritte ins neue Jahr

Freitag, 01. Januar 2016:
Ich erinnere mich noch an 2015, als wäre es gestern gewesen.
Das neue Jahr 2016 hat begonnen… und ich versuche immer noch zu verstehen, was 2015 alles passiert ist!

Das neue Jahr beginnt mit einem Freitag, also muss es gut werden.

Heute schlafe ich lange - länger als gewöhnlich am Wochenende bzw. an einem freien Tag.
Wer viel schläft, gehört jedenfalls zu denen, die wirklich gut im Bett sind.

Es bleibt nicht viel Zeit, wenn ich rechtzeitig am Erbeskopf sein möchte.
Zwei Scheiben Brot mit kaltem Hackfleisch unserer Silvester-Grill-Aktion, eine Tasse Kaffee, Sachen packen und los geht es.
Während der Fahrt sehe ich links und rechts der Straßen die Überreste des gestrigen Feuerwerks. Besonders schlimm sieht es auf dem Schleiferplatz in Idar aus – wie auf einem Schlachtfeld.
Dieses Jahr habe ich keinen einzigen Euro für Feuerwerk ausgegeben. War auch nicht nötig, denn wir standen auf dem Balkon unseres Nachbarn. Von dieser erhöhten Position hatten wir einen 180-Grad-Panoramablick über Idar und konnten das Spektakel bis Oberstein und Algenrodt beobachten.

Es ist wenig los auf den Straßen. Kaum jemand unterwegs, bis auf einen Freund, der mir zwischen Allenbach und der Idarbrücke entgegen kommt. Jetzt erst von der Silvester-Party zurück? RESPEKT!
 
Hier stehe ich - auf dem Waldparkplatz oberhalb des Hunsrückhauses und schnüre meine Wanderschuhe.
30 wertvolle Minuten bleiben mir, die ich sinnvoll nutze.

Losgehen
Die Verheißung des Morgens atmen.
In die Stille des Unberührten aufbrechen.

Schlafende Häuser hinter sich lassen.
Wind im Gesicht spüren.

Dem neuen Jahr entgegenlaufen.
Mit eigenen Schritten hineinwandern.

Bekannte Wege wie Neuland erkunden.
Ins Weite wollen.

Dem Ungewissen vertrauen.
Aus der Dunkelheit heraustreten.

Trotz Winterpause im Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald laufen die Angebote wie Ranger- und Erlebnistouren weiter.
http://www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de
Heute führt Dirk Paul um 13:00 Uhr die "Gipfeltour" und so gehe ich rechtzeitig zum Rangertreffpunkt am Hunsrückhaus.
Überraschend viele Autos und Wohnmobile sieht man hier.
Nur drei Leute sind wir, die sich für die geführte Wanderung entschieden haben, aber zu viert kommt man wenigstens gut voran.
Es ist frisch hier oben. Wolken und Nebel vermitteln eine etwas gespenstische Stimmung.

Wir wandern durch Bereiche, die schon jetzt zeigen, wie es im Nationalpark einmal aussehen wird. Dirk erzählt interessante Geschichten, vermittelt Infos und beantwortet jederzeit gerne unsere Fragen.
Es geht zum Naturwaldreservat Gottlob. Der Ausruf "Gottlob" war an dieser Stelle bereits vor Jahrhunderten zu hören, als  Markthändler schwer bepackt aus der Mark Thalfang bzw. der Moselregion nach Idar-Oberstein oder Birkenfeld marschierten und der schwere Anstieg hinter ihnen lag.
Von jetzt an folgen wir der Traumschleife "Gipfelrauschen", während Dirk von Störchen, Wildkatzen, Borkenkäfern sowie dem Zunderschwamm und dessen Drehwuchs bei umgestürzten Bäumen erzählt.
Wir erleben die idyllische, urige Landschaft des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.
Immer wieder ziehen mich die Anblicke abgestorbener Baumstümpfe und bemooster Bäume in ihren Bann.
Das nächste Highlight ist der Langbruch, ein typisches Hangmoor. Um dorthin zu gelangen, müssen wir die Pfaffenstraße queren, eine römische Heeres- und Handelsstraße von Trier nach Mainz, die noch zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges benutzt wurde. Die militärische Asphaltstraße führt von Züsch aus zur Fernmelde-Empfangsanlage "Fuchsbau" auf dem Sandkopf. Von dort weiter vorbei am Ruppelstein und entlang des Erbeskopfs bis zur "Hange Berk". Hange Berk steht für hängende Birke. Ehemals ein bedeutender Ort, der Grund für Streit um Wald und Geld war, da dort die Grenze zwischen den Territorien Kurtrier, den Wild- und Rheingrafen und Sponheim verlief. Die Landmarke scheidet noch heute Wasser, Ländereien, Dialekt und Wetter. Nahezu unscheinbar ist diese Landmarke heute - ein Parkplatz an der L 164, die von Allenbach nach Thalfang führt. Von dort aus starten Wanderer ihren Spaziergang, Radtouristen fahren auf dem Hunsrückradweg vorbei und Langläufer schnallen im Winter die Ski an. Gegenüber dem Parkplatz zweigt die K 121 ab, die hoch auf den Gipfel des Erbeskopfs führt. Wer heute dort wegen des Namens eine besonders mächtige Birke vermutet, irrt. Wenn dort eine gestanden hat, dann ist dies schon Jahrhunderte her, denn die "Hange Berk" ist schon auf einer Karte von 1585 zu sehen.
Beim Naturwaldreservat Gottlob

Jetzt nehmen wir den letzten Anstieg zum höchsten Punkt des Nationalparks in Angriff.

Der Erbeskopf - König des Hochwaldes - in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Birkenfeld ist mit 816 m ü. NN der höchste Berg im Hunsrück, im Landkreis Bernkastel-Wittlich und in Rheinland-Pfalz sowie die höchste deutsche linksrheinische Erhebung.
Auf dem Gipfelplateau fällt mein Blick nach rechts auf die Radarstation.
Amerikanische Truppen besetzten am 17. März 1945 den Erbeskopf. Sie erweiterten die militärische Nutzung erheblich und überwachten den gesamten militärischen Flugverkehr bis tief ins Gebiet der damaligen Sowjetunion. Drei große Radartürme sowie der nach 1960 unter dem Südhang des Erbeskopfes erbaute Kommandobunker Börfink, genannt "Bunker Erwin", mit dem Kriegshauptquartier Europa Mitte dienten der NATO-Strategie als multinationale Gefechtsstelle im Kalten Krieg.
Vom "Bunker Erwin" wurde die Luftraumüberwachung Mitteleuropas gesteuert.
Augen und Ohren des Kommandubunkers waren neben dem Radar auf dem Erbeskopfgipfel auch die Funkanlagen auf dem Ruppelstein und Sandkopf, die alle durch die Pfaffenstraße miteinander verbunden sind.
Die Station dient auch heute noch der Bundeswehr zur Luftraumüberwachung.
Naturwaldreservat Langbruch

Hier steht auch der 1971 knapp außerhalb des militärischen Sperrgebietes errichtete Aussichtsturm Erbeskopf (Erbeskopfturm). Die 11 Meter hohe Holzkonstruktion mit drei Plattformen ist leider gesperrt und so müssen wir auf den Ausblick von der oberen Hauptaussichtsplattform verzichten.
Ursprünglich stand an der Stelle des heutigen Aussichtsturms ein vom Mosel-Hochwald-Hunsrückverein (heute Hunsrückverein) errichteter, am 8. September 1901 eingeweihter, 23 Meter hoher und aus Stein bestehender Kaiser-Wilhelm-Turm. Nach 60 Jahren wurde er am 18. August 1961 gesprengt, weil er den militärischen Radarrundblick behinderte.
Dirk zeigt uns Fotos der alten Türme bevor wir unseren Weg über das Gipfelplateau bis zur Aussichtsplattform "Windklang" fortsetzen. Auf die Aussicht von hier oben müssen wir leider verzichten, denn es ist immer noch neblig.
Die letzten Meter der knapp 8 km langen Wanderung führen uns parallel zur Skipiste hinunter zum Hunsrückhaus.
Eine schöne Wanderung, auf der ich wieder einiges lernen konnte.
Wir bedanken uns bei Dirk und nehmen noch Starterkarten des Nationalparks mit, dann trennen sich unsere Wege.
Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder. 

Die zum Saar-Hunsrück-Steig gehörende Traumschleife "Gipfelrauschen", die zum großen Teil deckungsgleich mit der "Gipfeltour" ist, findet man hier: