Donnerstag, 17. September 2015

Passion Südtirol

(Fotos zum Vergrößern anklicken)
10. September 2015:
Südtirol, auf der Sonnenseite der Alpen, ist ein Paradies für Mountainbiker.
Das wissen wir und starten daher am 10. September zur von unserem Freitags-Tour-Guide organisierten Vier-Tages-Tour nach Brixen.
Um 05:15 Uhr steige ich in den Mercedes Vito eines Freundes, der mich an der Haustür abholt. Sieben Mountainbikes, eingeladen am Vorabend, haben in diesem Nutzfahrzeug ihren Platz gefunden und für Gepäck ist auch noch reichlich Luft.
Am nächsten Treffpunkt warten weitere Teilnehmer sowie der zweite Wagen.
In Monzingen steigt unser letzter Fahrgast mit der Nummer 7 zu, der noch ein zweites Frühstück aus der eigenen Bäckerei in Tüten packt. Schon geht die Fahrt Richtung Süden weiter.
Während sich die Sonne langsam am Himmel zeigt, steigt unsere Aufregung.
Der Blindsee beim Rasthof Zugspitzblick
Nicht weit hinter der Grenze fahren wir auf der bekannten Tiroler Fernpassstraße B 179 bei Reutte unter der längsten Fußgängerhängebrücke im tibetanischen Stil hindurch. Die erst Ende November 2014 eröffnete Brücke trägt - in Anlehnung an die Straße, die sie überquert - den Namen "highline179" und verbindet die Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia. Ich kann meinen Blick kaum von der imposanten Konstruktion lösen, die sich knapp 115 Meter über uns befindet, denn die Brückenlänge beträgt stolze 406 Meter bei einem Eigengewicht von 70 Tonnen. Nach einigen kurzen Pausen haben wir um 11:30 Uhr den Rasthof Zugspitzblick erreicht. Auf der herrlichen Sonnenterrasse oberhalb des Blindsees genießen wir eine Stunde lang unsere Mittagspause und schwelgen in Erinnerungen, denn vor fast genau einem Jahr hatten vier Personen unserer Gruppe das Vergnügen, einen Teil der 17. Etappe des Adlerweges, der unter Bikern schlicht Blindsee-Trail genannt wird, zu fahren. Es handelt sich um einen in traumhafter Landschaft eingebetteten Trail mit steilstem Sinkflug in Richtung Blindsee. Der smaragdgrüne und von den Bergmassiven der Mieminger Kette eingebettete See wirkt fast surreal. Die Szenerie erinnert an Werbebilder aus Kanada oder Alaska. 
Vier Portionen Kasspatzl’n und drei Tiroler Gröst’l sorgen für ein angenehmes Sättigungsgefühl. Dazu Kaltgetränke, Kaffee und Capuccino.
Fast genau um 15:00 Uhr ist das Ziel, Hotel Fernblick in St. Leonhard bei Brixen, erreicht, wo wir vom Sitz in den Sattel wechseln. Zimmer sind erst ab dem nächsten Tag gebucht und so bleibt das Gepäck vorerst in den Autos. Räder raus, Rucksäcke auf und los geht es zur ersten Tour bei geschätzten 20 Grad und leicht bewölktem Himmel. 
Vor der großen Herausforderung an der Talstation

Bei unserer Alpenüberquerung im September 2014 befanden wir uns in der Luftlinie nur ca. 38 Kilometer westlich von Brixen gelegenen Stadt Meran, die uns als Stopp zwischen der dritten und vierten der insgesamt fünf Etappen diente. 
Über St. Andrä fahren wir zur Talstation der Plose-Seilbahn, wo das Thermometer noch 14 Grad zeigt. Wer möchte, kann die etwa 980 Höhenmeter zur Bergstation mit der Kabinenbahn auf einer Strecke von rund 2.670 Metern zurücklegen.
Als gut trainierte Hunsrück-Biker macht hiervon allerdings niemand Gebrauch und so nehmen wir den knapp neun Kilometer langen Anstieg über die Rodelbahn WoodyWalkzu siebt in Angriff.
Blick ins Eisacktal

Etwas oberhalb der Trametschhütte kommen uns die ersten Mountain-Carts entgegen, jene dreirädrigen Gefährte, die man mieten und mit ihnen die Rodelbahn hinuntersausen kann - sicher ein tolles Erlebnis. Diese Go-Karts der Berge werden uns heute noch öfter begegnen.
Mühsam erkämpfen wir uns auf der serpentinenartigen Strecke Höhenmeter um Höhenmeter. Mein 30-Liter-Rucksack wiegt – obwohl sich nur das Nötigste darin befindet – genau 6,0 kg… dabei habe ich doch mein Beautycase und die Angora-Unterwäsche extra schon zu Hause gelassen. Unsere Räder setzen Muskelkraft in Bewegung um und ständig habe ich das Gefühl, vom Gewicht des Rucksackes talwärts gezogen zu werden. Am Himmel zeigen sich mehr und mehr dunkle Wolken. An manchen Hängen um uns herum scheint es zu regnen und auch Donner ist zu hören.
Auf dem WoodyWalk kurz vor dem Regen

Am Parkplatz bei der Après-Ski-Hütte „’s Stübele“ unterhalb der Bergstation angelangt, spürt man, dass es deutlich kühler geworden ist. Nur noch knapp 4 Grad werden mir auf Nachfrage gemeldet. Also nicht lange rumstehen, sondern weiterfahren. Kaum nach rechts auf den Waldweg „WoodyWalk“ abgebogen, spüren wir den ersten Nieselregen auf unserer Haut. Noch knapp 5 Kilometer sind es bis zur Schatzerhütte. Die Kälte zieht in den Körper und so werden Wind- und Regenjacken ausgepackt. Spätestens jetzt weiß jeder, warum man in den Alpen – egal ob als Wanderer oder Mountainbiker – Kleidung für alle Eventualitäten mitführen sollte, denn innerhalb kürzester Zeit ist ein Wetterumschwung möglich. 
Das Glück ist auf unserer Seite und so bleibt es bei leichtem Nieselregen, bis wir die Schatzerhütte erreichen. 
Schatzerhütte - Bilder sagen mehr als Worte

Zuerst melden wir uns beim Hüttenwirt, verschaffen uns einen Überblick, verstauen die Räder und verschwinden dann in unseren Unterkünften, um eine heiße Dusche zu genießen.
Die Schlafplätze vom Zweibett-Zimmer bis zum Vierbett-Zimmer bzw. Lagerbett im Nebengebäude beschränken sich angenehm auf das Wesentliche. Sie sind einfach, aber nett. Bad und Toiletten befinden sich, wie es in Berghütten üblich ist, nicht auf den Zimmern.
Ein Teil von uns bezieht ein Vierbett-Zimmer, von dem zwei nebeneinander liegend in den neueren Hütte untergebracht sind, die im angrenzenden Umfeld errichtet wurden. Hier befinden sich die sanitären Anlagen im Zimmer und man wird im Bad mit einer Fußbodenheizung verwöhnt.
Sogar über „vollwertige“ Betten mit Bezug kann man sich freuen, was die Mitnahme eines Hüttenschlafsackes, der bei den allermeisten Hüttenwirten zur Pflicht geworden ist, entbehrlich macht. Ebenso wird ein Handtuch gestellt also auch etwas, das man nicht im Rucksack mitführen muss.
Aferer Geisler mit seinen Haifischzähnen

1.280 überwundene Höhenmeter auf einer Streckenlänge von knapp 19 Kilometern haben Körner gekostet. Wir gehen zum Abendessen in die kleine, urige Bauernstube mit Kachelofen, die schön rustikal wirkt. Der Regen ist mittlerweile stärker geworden. 
Die erste Runde Getränke wird bestellt. Speisekarte? Auswahl? Fehlanzeige! 
Weil wohl auch für den Besitzer der Hütte der Weg von oben nach unten oder umgekehrt ein wenig lästig ist, wird fast alles angebaut und selbst hergestellt. Was da ist bzw. was gerade reif ist, wird verarbeitet. Man hat den Eindruck, nicht du wählst das Essen, sondern das Essen wählt dich.
Bald schon zieren drei Porzellanschüsseln unseren Tisch, darin Salzkartoffeln, Paprika-Tomaten-Auflauf mit Zwiebeln und gekochtes Rindfleisch. Das Fleisch, das mich an Tafelspitz erinnert, zerläuft wie warme Butter im Mund. Wenig später ist nichts mehr vom köstlichen Mahl übrig.
Freude bereitet uns auch die überaus nette, freundliche, hübsche, junge Bedienung, die ihr Handwerk versteht und die mit geschätzten 50 bis 60 Personen voll besetzte Hütte im Griff hat.
Mein Blick schweift umher und erfasst den auf einer Holztafel verewigten Spruch: „Sauf bis dass die Nase leuchtet, hell wie ein…“ wie ein was? Karfunkel? Dieses Wort ist mir nicht bekannt. Sollte ich die verschnörkelte Schrift falsch gelesen haben? Erst als die Jungs mir erklären, was sich hinter einem Karfunkel verbirgt, macht das Ende des Spruches „…auf dass du etwas Farbe bringst, in des Daseins Dunkel“ Sinn. Man lernt nie aus.
Ob der Name des Musiker-Duos Simon & Karfunkel davon abgeleitet wurde, lasse ich an dieser Stelle offen.
Lange halten wir es nicht mehr aus und gehen mehr oder weniger müde Richtung Hütten. Die Nacht verbringe ich im bequemen Hochbett, unterbrochen lediglich von den Geräuschen einiger verirrter Personen, die versuchen, in unser Schlafgemach einzudringen. Laute Gespräche und die vergeblichen Versuche, die Tür zu öffnen, reißen mich aus dem Schlaf. Ob übermäßiger Alkoholkonsum Ursache für die Verneblung der Sinne ist? Kaum ist mein Entschluss gefasst, die Leiter hinunterzusteigen, um die Sache zu klären, verstummen die Geräusche. Ist jedenfalls gut, womöglich wäre ich noch zu Tode gestürzt.

11. September 2015: 
Ganz ohne Wecker öffnen sich meine Augen um kurz vor 07:00 Uhr.
Unruhig steige ich die Leiter hinunter, schlüpfe in Kleider und Schuhe, trete aus der Tür, begebe mich auf Entdeckungstour und erlebe einmal mehr, was der frühe Morgen denen schenkt, die schon wach sind.
Außer der Veranda lädt auch das Außengelände mit Sitzgelegenheiten aus massivem Holz die Gäste zum Verweilen ein. Ein paar Minuten bleibe ich hier, spüre jeden Regentropfen auf meinem Körper. 
Hinter dem Haus steht ein Holzbackofen, in dem das Brot für den Eigenbedarf gebacken wird.
Früh morgens bei der Schatzerhütte

Die Sonne erscheint am Himmel, vertreibt die grauen Wolken, und es klart auf. Das Tal ist in Nebel getaucht.

"In der Schatzerhütte auf der Plose bei Brixen ist man dem Himmel so nah", heißt es.
Das kann ich unterschreiben. 
Die Schatzerhütte, 1926 vom Großvater des Hüttenwirts Franz Pernthaler erbaut, ist ein Ort der Stille.
Früher wohnten hier oben Hirten, hüteten das Almvieh und produzierten Käse. Die Hütte diente zunächst nur der Bewirtschaftung der Almwiesen des Schatzerhofes in den Sommermonaten. Heute machen sich Großstadtmenschen hier oben eine schöne, stressfreie Zeit. 
Sie sei das Paradies auf Erden, meinen manche Bergfreunde. Das untermauert nicht nur die faszinierende Lage der auf 2.004 Metern liegenden Hütte in den Dolomiten ganz in der Nähe von Brixen, am südlichen Fuß des Großen Gablers (Plose), zwischen dem 2.875 Meter hohen Peitlerkofel, der das nördliche Ende der Südtiroler Dolomiten markiert und der Aferer Geisler, dessen höchster Gipfel mit 2.652 Meter der Tullen ist, sondern sicher auch die ursprüngliche Gemütlichkeit sowie die herausragende Qualität der Küche.
Gleich gibt's Frühstück

Die Gegend ist sehr malerisch. Trotzdem male ich nicht sondern knipse lieber mit der Kamera.
Meine Eindrücke und Emotionen mit Worten zu beschreiben gestaltet sich genauso schwierig, ja fast unmöglich, als wolle man den Geschmack von Mountain Dew erklären. 
Jean Michel Jarres Album "Musik aus Zeit und Raum" wäre die perfekte Musik zu dieser Szenerie.
Ich frage mich, ob eine Berghütte idyllischer liegen kann und Erinnerungen an unsere Alpenüberquerung mit den Mountainbikes im September 2014 werden wach, wo wir während der zweiten der insgesamt fünf Etappen von Pfunds nach Glurns die Uina Dadaint sowie die auf 2.256 Metern gelegene Sesvennahütte zum Einkehren und Erholen nutzten. 
Hier auf der Schatzerhütte bekommt bei dieser Kulisse und der sauberen Bergluft alles um einen herum ein ganz besonderes Flair. Schnell befindet man sich hier an einem Punkt, der einen kurz an allem zweifeln lässt, was man bis dato kannte.
Kein Straßenverkehr, keine elektronischen Medien, aus Bergbächen trinken, Kühe streicheln, auf der Wiese liegen, faszinierende Sonnenuntergänge und -aufgänge beobachten oder einfach nur dastehen und tief durchatmen. Um Herbert Grönemeyers Worte zu verwenden: "Du lässt mich alles vergessen, was in meinem Kopf rumsteht."
All das ist hier möglich – wunderbar.
Die Frage ist falsch gestellt, wenn ich nach dem Sinn des Lebens frage.
Das Leben ist es, das Fragen stellt. 
Guter Bulle, böser Bulle

Langsam erwacht das Umfeld um die Hütte. Die Männer von den billigen Plätzen gehen im Gänsemarsch zu den Sanitärräumen. Frühstück gibt es offiziell erst gegen 08:30 Uhr, ungewöhnlich spät, allerdings dürfen wir schon früher am Tisch Platz nehmen und Kaffee genießen. Abendessen sowie Frühstück sind im Preis von 65,00 Euro pro Person und Nacht enthalten. Was der Sinn des Lebens ist, weiß wohl niemand genau, bzw. ist es subjektiv zu betrachten. Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein. 
Daher kostet es nicht viel Überwindung, 4 Euro extra für einen frisch gepressten Orangensaft und 1 Euro für ein Frühstücksei zu zahlen.
Hier oben empfinde ich es gleichermaßen simpel wie perfekt.
Sei es der frische Kaffee am Morgen, die hausgemachte Marmelade auf dem frisch im Ofen gebackenen Brot oder das einfache, rustikale Abendessen.
So wundert es nicht, dass der Blick eines weinenden Auges zurück fällt, als wir um kurz nach 10:00 Uhr zu unserer Tour starten.
Meine zufriedene Ausgeglichenheit kann mir jedenfalls niemand mehr nehmen. 
Wir brauchen kein Ziel wir befinden uns bereits am Ziel, denn wir sind unterwegs, so meine Gedanken. 
Anstieg am Würzjoch

In östlicher Richtung fahren wir über den Gampenwiesenweg, wo uns nach kurzer Zeit ein Bulle mit vier Kälbern den Weg versperrt. Er scheint friedlich zu sein und geht zur Seite – gut so, denn es möchte sich wohl niemand ernsthaft mit ihm anlegen. Langsam fahren wir vorbei während zwei der Kälbchen die Flucht nach vorne antreten. Hoffentlich fühlt sich der Bulle jetzt nicht in Stress versetzt oder wittert Gefahr für die Kleinen, das wäre schlecht für uns.
Nach etlichen Metern verschwinden die Kälbchen nach rechts im Wald und wir können endlich vorbei. Ein toller Trail bringt uns zur Lasanke, die auch Lasankenbach oder Lüsner Bach genannt wird. Jetzt folgt der Anstieg am Würzjoch, dessen Passhöhe sich auf 2.003 Metern befindet. Ein kleines Problem an meiner Schaltung und auch der spätere Kettenriss (bei wem wohl rohe Kräfte…?) stellt für unseren Chefmechaniker keine Herausforderung dar.
Leckerer Hopfen-Smoothie

Weiter geht es vorbei an der Turnaretschhütte, die leider derzeit nicht bewirtschaftet ist, nach Lüsen, wo wir um 13:50 Uhr im Außenbereich des wunderschönen Lüsner Hofs zur Mittagspause Platz nehmen. Auch hier werden wir freundlich bedient und genießen Getränke, diverse Speisen und Sonnenstrahlen. Meine Wahl, die ich später keinesfalls bereuen werde, fällt auf Schlutzkrapfen aus Vollkornmehl mit Almkäsefüllung und Olivenöl. Auch Kaiserschmarrn wird ein paar Mal zu unserem Tisch gebracht. Wie in dieser Gegen üblich, ist man als Wanderer und Biker ein gern gesehener Gast, egal ob sauber oder völlig verdreckt… eben echte Tiroler Gastfreundschaft.
Der Rest der Strecke führt auf asphaltierten Straßen zunächst nach St. Andrä. Ich ahne, was nun folgt, sind wir die Strecke doch am ersten Tag in entgegen gesetzter Richtung gefahren… ein steiler Anstieg wird uns fordern bevor wir nach rund 47 Kilometern und 1.250 Höhenmetern in St. Leonhard am Hotel ankommen, wo wir uns nach auf einige kühle Biere in der Sonne freuen, die wir in den gemütlichen Lounge-Möbeln vor dem Hotel genießen.

Einer jedoch kann sich weniger freuen, muss er sich doch auf den Weg nach Brixen machen, um in einem der unzähligen Fahrradläden Bremsbeläge für seine Formula R1 zu finden.

12. September 2015: 
Die heutige Tour könnte man mit dem Namen "Trails zum Telegraph-Plosegipfel und retour“ beschreiben.
Nach dem Frühstück ist erst mal Service angesagt. Ketten werden geölt, damit der Staub auch schön dran kleben bleibt und die gestern neu erstandenen Bremsbeläge werden eingebaut… oh Mann, die hatte es aber bitter nötig.

Endlich geht es los zur Talstation der Kabinen-Seilbahn. Da wir die mühsamen Höhenmeter am Donnerstag auf ehrliche Weise zurückgelegt haben, nehmen wir nun die Seilbahn, die uns mitsamt den Rädern zur Bergstation bringt.
Gerne würde ich mir ein Mountain-Cart mieten, aber dafür bleibt wohl keine Zeit.
Über den Waldpfad "WoodyWalk" und später auf Weg Nr. 17A fahren wir drei Kilometer aufwärts zur Rossalm.
An der Bergstation der Plose-Seilbahn
Von hier gelangen wir auf dem Dolomiten Panoramaweg langsam weiter aufwärts bis zur Gableralm, die auch leider nicht bewirtschaftet wird. Irgendwie geht es nicht mehr weiter aufwärts. Ein Blick auf die Karte verrät, dass der Wanderweg nur bergab führt. Also wieder zurück zum Abzweig und weiter über den Dolomiten Höhenweg 2 Richtung Plosehütte. Die Trails auf diesem Stück sind schwierig. Verblockte Stellen zwingen teilweise zum Absteigen.

Außerdem spürt man mit zunehmender Höhe die etwas dünnere Luft hier oben.
...noch weiter hoch?

Die Plosehütte auf dem Gipfel der Plose liegt 2.447 Meter über dem Meerespiegel und somit rund 400 Meter höher als die Grubighütte auf dem Grubigstein in Lermoos, von wo aus wir im September 2014, nach der anstrengenden Bezwingung des Berges mit unseren Mountainbikes (man hätte es mit dem Skilift einfacher haben können), mit einem faszinierenden Blick auf die Ammergauer Alpen, das Wettersteinmassiv mit der Zugspitze und die Mieminger Kette belohnt wurden.
Wir nähern uns der Gableralm
Der Betreiber gibt die Höhe mit 2.050 m an und nennt sie Grubighütte, der offiziellen Karte entnimmt man 2.028 m und Grubigsteinhütte.


Genug Exkurs… wer den Gipfel der Plose erreicht hat, wird nicht nur mit einem besonders erhabenen Gefühl belohnt, sondern auch mit einem großartigen Rundumblick!
Auf der Internetseite liest man: "Auf unserer Hütte werden Sie mit einem sagenhaften 360° Dolomiten Panorama begrüßt, das Sie auf einen abwechslungsreichen Tag voller Action, Natur und guter Laune einstimmt. Von unserer sonnigen Terrasse aus haben Sie einen Ausblick über die Ötztaler, Zillertaler und Stubaier Alpen, Ortler-, Brenta-, Adamellogruppe und natürlich die Dolomiten.“
Die Spannung steigt... Konzentration sammeln
Wir treffen hier oben eine karge Vegetation an, nicht sonderlich grün und etwas öde. Außerdem bläst der Wind stark in dieser Höhe. Allerdings ist es gut vorstellbar, dass wir uns auf einem beliebten Skigebiet befinden, schließlich gilt die Trametsch bei Skifahrern weit über Südtirol hinaus als der Geheimtipp für tolle Abfahrten. Sie ist mit ihren insgesamt neun Kilometern nicht nur die längste Abfahrt in ganz Südtirol, sondern bleibt, dank der natürlichen Linienführung sowie der vielen interessanten Abschnitte, mit wenigen anderen Pisten Inbegriff sportlichen Skifahrens im gesamten Dolomitenraum.


Hier würde ich mich auch im Winter wohlfühlen, dann allerdings eher beim Après-Ski oder Schneemann bzw. Schneefrau bauen. Der Bau eines dieser Kultgebilde dauert angeblich etwa 30 Minuten länger, da man den Kopf noch aushöhlen muss. Leider fällt mir an dieser Stelle nicht ein, ob es sich um die männliche oder weibliche Variante handelt.
Voooorsichtig...

In der Plose-Hütte haben wir uns dann auch eine Pause verdient und freuen uns über gut gefüllte Teller. Nachdem sich unser Casanova von den drei Wanderinnen, denen wir heute schon einmal begegnet sind und die am Tisch neben uns Platz genommen haben, lösen kann, fahren wir über das Plose-Plateau weiter zum Telegraph-Plosegipfel, der sich auf 2.486 Metern Höhe befindet.

Nun folgt der imposanteste und gefährlichste Teil der Tour. Zwei Biker entschließen sich, auf einem sicheren Weg zurück ins Tal zu gelangen. In Filmen geht es nie gut aus, wenn sich eine Gruppe trennt. Aber überreden bringt nichts, dafür ist es zu gefährlich. Die restlichen fünf bleiben auf Weg Nr. 6. und rollen – umgeben vom Nebel des Grauens – auf dem schmalen Weg über den Bergrücken weiter.
Was ein Erlebnis...

Äußerste Vorsicht ist geboten. Wer hier stürzt, braucht wohl keine Hilfe mehr. Ein paar Hundert Meter weiter ist an Fahren nicht mehr zu denken. Steil geht es in engen Kehren abwärts. Große Steine und loses Geröll erschweren das Vorankommen. Dichter Nebel macht es nicht einfacher… ein wahnsinniges Gefühl…wie in einem Horrofilm. Die wenigen Wanderer fragen stutzig, was wir hier mit Rädern wollen und halten uns wohl für verrückt. Trotzdem kommen wir schneller voran als sie. Unsere Bikes fungieren als Stütze und bremsen können wir damit auch noch.
Endlich geht es wieder in den Sattel und der schöne, aber leider zu kurze Trail, führt uns direkt zur Ochsenalm.
The Fog - Nebel des Grauens

Von hier aus sind es noch rund 5 Kilometer zum Ausgangspunkt, die weiter über Weg Nr. 6 bis zum Hotel führen. Steile und teils mit großen Felsbrocken übersäte Wege fordern volle Konzentration. Ein Platten hält uns noch einige Minuten auf, bis wir dann nach 25 Kilometern am Hotel angelangt sind. Wie am gestrigen Tag genießen wir einige Biere in bewährter Umgebung und während des Abendessens werden zwei Flaschen Rotwein geopfert.

Jemand kommt irgendwie auf das schmale Brett und möchte in die Bar. Eine gute Idee, denn lustig ist es allemal… Jacky-Whiskey sei Dank!

Techniktraining... wenden in drei Zügen

13. September 2015: 
Was soll ich sagen? „Schade“ beschreibt es wohl am besten. Es geht nach Hause… und das auch noch quälend lang. So kurz und umkompliziert die Hinfahrt war, so lange und anstrengend gestaltet sich der Rückweg. Bedingt durch Stau und zähfließenden Verkehr nimmt die Fahrt zehn Stunden in Anspruch, und das bei nur einer Pause. Für den Rest muss die Tüte HARIBO Color-Rado im Handschuhfach des Vito herhalten.

Ein Dank gebührt allen Beteiligten. Es war schön mit euch und ihr habt mir unvergessliche Momente beschert - gerne wieder!


Ich schließe diesen Post mit einem Spruch, der Wilhelm Busch zugesprochen wird. 
„Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s! Reise, reise!“


Nachgedacht

Mit dummen Menschen zu streiten
gleicht einem Schachspiel mit einer Taube.
Egal, wie gut du Schach spielst,
die Taube wird alle Figuren umwerfen,
auf das Brett kacken und herumstolzieren,
als hätte sie gewonnen.

Sonntag, 6. September 2015

Wer bin ich?

Sie kommt, um zu gehen, rieselt wie Sand,
gnadenlos durch unsere Hand.
Sie kommt, um zu gehen, stellt ihre Fragen,
sie nimmt und gibt an allen Tagen.

Nichts hält sie auf, sie gleitet dahin,
mal hat sie viel, mal wenig Sinn.
Sie schleicht davon, fast unbemerkt,
hat uns gebeutelt und gestärkt.

Sie lässt uns vergessen so manches Leid,
sie heilt auch Wunden mit der Zeit.
Sie ist die, mit der man sich verband,
und die eine, die man nicht verstand.

Sie schenkt uns Muße, schenkt uns Glück,
verzehrt den schönsten Augenblick.
Sie macht alt und bleibt doch ewig jung,
sie ist Zukunft und Erinnerung.

Sie kommt und rieselt durch die Hand,
so gandenlos, wie dünner Sand.
Vielleicht tut es ihr ja selber leid,
sie kann nichts dafür, es ist halt die ZEIT.

Sonntag, 30. August 2015

45 gute Gedanken

Sammele dich für einen Moment bevor du die folgenden Zeilen liest.
Geh mit mir zusammen auf die Reise in unsere Vorstellungskraft.
Du bist dort, wo deine Gedanken sind.

Sieh zu, dass deine Gedanken da sind, wo du sein möchtest.


01. Sich verlieben.

02. Lachen, dass dir das Gesicht weh tut.

03. Eine heiße Dusche.

04. Keine Warteschlangen im Supermarkt.

05. Ein besonderer Augenblick.

06. Eine nette E-Mail bekommen.

07. Eine atemberaubende Straße entlang fahren.

08. Deinen Lieblingssong im Radio hören.

09. Im Bett liegen und zuhören, wie die Regentropfen an dein Fenster klopfen.

10. Ein warmes Badehandtuch – frisch aus dem Trockner.

11. Erdbeermilchshake! (oder eine andere Sorte)

12. Ein Sprudelbad.

13. Kichern.

14. Eine gute Unterhaltung.

15. Das Meer.

16. Einen 20-€-Schein im Mantel vom letzten Winter finden.

17. Über sich selbst lachen.

18. Ein Anruf am Abend, der bis in die Nacht hinein dauert.

19. Durch einen Rasensprenger laufen.

20. Einfach so lachen, ohne Grund.

21. Jemanden haben, der dir sagt, wie hübsch du bist.

22. Über einen Gedanken lachen.

23. Freunde.

24. Zufällig mitbekommen, wie jemand etwas Nettes über dich sagt.

25. Aufwachen und feststellen, dass du noch 3 Stunden schlafen kannst.

26. Dein erster Kuss (oder auch der erste Kuss mit einem neuen Partner).

27. Neue Freunde finden oder Zeit mit alten Freunden verbringen.

28. Mit einem süßen, kleinen Welpen spielen.

29. Jemand, der mit deinen Haaren spielt.

30. Süße Träume.

31. Heiße Schokolade.

32. Ein Ausflug mit Freunden.

33. Auf einer Schaukel schaukeln.

34. Augenkontakt mit einem netten Fremden halten.

35. Schokoladenkekse backen.

36. Freunde haben, die dir selbstgemachte Kekse schicken.

37. Händchen halten mit Jemandem, den du lieb hast.

38. Einen alten Freund zufällig wieder treffen und feststellen, dass sich nichts geändert hat.

39. Den Gesichtsausdruck beobachten, von jemandem, der ein Geschenk öffnet, das er sich schon lang gewünscht hat.

40. Den Sonnenaufgang beobachten.

41. Jeden Morgen aufstehen und dankbar dafür sein, einen neuen wundervollen Tag zu erleben.

42. Wissen, dass dich jemand vermisst.

43. Eine Umarmung von jemandem, der dich liebt.

44. Ein heißes Bad nach einem Wintersparziergang.

45. Wissen, dass du das Richtige getan hast – egal was die anderen sagen.

Angedacht - Das Plus vor der Klammer

Im Mathematikunterricht lernten wir viele Rechenwege, die nach festgelegten Regeln schließlich zu den richtigen Ergebnissen führten.
Wir hörten, dass der "Satz des Pythagoras" eine unumstößliche Voraussetzung in der Geometrie ist: "Das Quadrat über der Hypotenuse ist gleich der Summe der Quadrate über den Katheten."
In der Algebra konnte man schwierige Aufgaben lösen, wenn man sich an die Regel der "binomischen Formel" hielt, die besagt, dass (a + b)2 = a2 + 2ab + b2 ist.
Bis heute bewegt mich eine im Mathematikunterricht gewonnene Erkenntnis, an der ich mich in der Frage nach den Grundvoraussetzungen für ein christliches Leben orientiere.
Wir mussten damals mit Klammern, in denen mehrere bekannte oder unbekannte Größen untergebracht waren, zu rechnen und hatten sehr darauf zu achten, was für ein Vorzeichen vor der Klammer steht.
Wir lernten: Steht ein "Minus" vor der Klammer, so ist der gesamte Inhalt negativ, wie groß auch der darin enthaltene Wert ist.
Steht ein "Plus" vor der Klammer, so ist auch der in der Klammer vorhandene Wert positiv.
Mir kam in der Übertragung dieses Sachverhaltes auf mein Leben der Gedanke, dass in der Klammer der Gesamtwert meiner Existenz steht, meine Erfahrungen und Erlebnisse, meine Wünsche und Erfolge, meine Pläne und Vorstellungen, kurz – alles was mein Leben ausmacht, worauf ich stolz bin und auch das, was mich betrübt.
Es wurde mir deutlich, dass alles abhängig ist von dem, was vor dieser Klammer steht: Entweder der Segen Gottes, für den ich mich offenhalte oder mein menschlicher Ehrgeiz, der mir einredet, alles, was ich bin, bin ich aus mir selber.
Wenn ich also die persönlichen, selbstherrlichen Aspekte vor die Klammer meines Lebens setze, kommt es zu lauter negativen Ergebnisse; mögen die einzelnen Erfahrungen und Erfolge menschlich gesehen noch so hoch eingeschätzt werden.
Steht jedoch der Segen Gottes davor, dann erhalten sämtliche Lebensabschnitte einen positiven Wert.
Mich faszinierte die Vorstellung, dass unter dieser Voraussetzung auch meine Schwachheiten, meine Fehlentscheidungen und meine Schuld einen neuen Aspekt bekommen: Gott, der in Jesus Christus seine grenzenlose Gnade sichtbar gemacht hat, wendet meine Unvollkommenheiten zum Guten. Der Segen Gottes, den ich als freundschaftliches Eingreifen des Schöpfers in mein Leben verstand, veränderte die menschlichen Sichtweisen. Denn die für die meisten Menschen erstrebenswerten Dinge, wie Glück, Gesundheit, Geld und irdische Güter, sind vergänglich und haben keinen Ewigkeitswert.
Was schon in diesem Leben bleibende Bedeutung erhält, sind die Ereignisse, die vom Segen Gottes begleitet werden und die ER in seiner Güte zum Guten wendet und die ER durch Jesus Christus vergibt.
In der Gewissheit, dass Gottes Segen das große "Plus" vor der Klammer meines Lebens ist, werde ich dankbar gegenüber der unverdienten Gnade Gottes. ER führt und begleitet mich durch die Gegenwart. ER lässt mich auch in den dunklen Phasen der Trauer oder der Einsamkeit nicht ohne seine Nähe.
Solche Hoffnung und Zuversicht ist in meinem Leben die Quelle göttlichen Segens.
Für mich ist es immer wieder ein Grund zum Staunen, dass ich in Bereichen, die scheinbar gar nichts mit Religion zu tun haben, wie dem Mathematikunterricht, etwas von dem Wirken Gottes entdecken kann.

Donnerstag, 13. August 2015

Auf die Perspektive kommt es an

Ein Mann nahm seinen Sohn mit auf eine Reise, um ihm etwas über das Leben anderer Menschen beizubringen, die es nicht so gut haben wie er und ihm zu zeigen, wie es ist, in Armut zu leben.
Doch was geschah? Am Schluss brachte der Kleine seinem Vater etwas bei, das dessen Perspektive auf das Leben verändern sollte.

Eines Tages nahm ein sehr wohlhabender Vater seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie es ist, arm zu sein.
Sie verbrachten einige Tage und Nächte auf der Farm einer Familie, von der bekannt war, dass sie nur sehr wenig Geld hatte.

Als sie nach Hause zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn, ob ihm der Ausflug gefallen habe.
"Es war toll, Papa", antwortete der Sohn.
"Hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?", fragte der Vater.
"Oh ja", sagte der Sohn.

"Was hast du also von der Reise gelernt?", wollte der Vater wissen.
Der Sohn antwortete: "Ich hab gesehen, dass wir einen Hund haben und sie hatten vier.
Wir haben einen Pool, der bis in die Mitte unseres Gartens reicht und sie haben einen Bach, von dem man das Ende gar nicht sieht.
Wir haben gekaufte Laternen in unserem Garten und sie haben nachts die Sterne.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.

Wir haben ein kleines Stück Land, auf dem wir leben und sie besitzen Felder so groß, dass man sie nicht überblicken kann.
Wir haben Bedienstete, die uns bedienen, doch sie tun anderen Gutes.
Wir kaufen unser Essen, sie bauen ihres selbst an.
Wir haben Mauern um unser Grundstück, die uns beschützen sollen, sie haben Freunde, die sie beschützen."

Der Vater war sprachlos. Dann fügte sein Sohn hinzu: "Es hat mir gezeigt, wie arm wir eigentlich sind."
Zu oft vergessen wir, was wir haben und konzentrieren uns darauf, was wir nicht haben.
Was für den einen ein wertloser Gegenstand ist, ist für den anderen ein wertvoller Besitz.

Es kommt alles auf die Perspektive an.
Manchmal braucht es die Perspektive eines Kindes, um uns daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist.

Mittwoch, 5. August 2015

Fahrrad-Witze

Kommt ein Mann in ein Geschäft und sagt zu dem Verkäufer: "Ich hätte gern eine Klingel für mein Fahrrad."
Der Verkäufer überlegt kurz und sagt: "Das ist ein fairer Tausch, einverstanden!"

Ein Polizist sagte zu mir, wenn das Licht nicht geht, sollte ich mein Fahrrad schieben. Hab ich versucht, Licht ging trotzdem nicht.

"Herr Wachtmeister, man hat mir mein Fahrrad gestohlen!"
"War es noch in Ordnung?"
"Na ja, es tat seine Dienste."
"War eine Klingel dran?"
"Nein."
"Handbremse und Licht?"
"Auch nicht."
"Dann macht das 30 Mark Strafe."

Zwei Blondinen sind mit dem Fahrrad unterwegs. Auf einmal steigt die eine von ihrem Rad ab und fängt an, die Luft aus ihren Reifen rauszulassen. Die andere fragt sie: "Was machste denn da?"
Antwortet die erste: "Na, mein Sattel ist mir zu hoch!"
Die zweite springt dann ihrerseits auch sofort vom Rad runter und fängt an, Sattel und Lenker abzuschrauben und den Sattel anstelle des Lenkers und den Lenker anstelle des Sattels wieder festzuschrauben. Da fragt die erste: "Und was machst DU jetzt?"
Sagt die andere: "Du, ich fahr zurück - du bist mir einfach zu blöd!"

Zwei Informatiker treffen sich im Park, der eine hat ein neues Fahrrad.
Meint der andere: "Boah, dolles Fahrrad, was hastn gelatzt?"
"War kostenlos."
"Erzähl mal!"
"Naja, gestern bin ich hier durch den Park gegangen, da kommt ne Frau auf nem Fahrrad vorbei, hält an, zieht sich die Kleider aus, und meint, ich könnte alles von ihr haben, was ich will."
"Hey, echt gute Wahl, die Kleider hätten Dir eh nicht gepasst..."

Die Bauersfrau ist schwanger. Als die Wehen einsetzen, bringt sie ihr Ehemann ins Krankenhaus. Weil er aber wieder zurück aufs Feld muss, sagt er: „Schreibe mir, wenn das Baby da ist!“ Die Bäuerin entgegnet: „Ich schreibe aber lieber ‚Fahrrad angekommen‘, damit nicht alle sofort wissen, was los ist!“ Am nächsten Tag kommt eine Karte: „Zwei Fahrräder sind angekommen. Eins mit Ventil und eins ohne.“

Zwei Dorfpfarrer begegnen sich jeden Sonntag auf dem Weg zu ihren Kirchen. Jeder fährt mit dem Rad.
Eines Sonntags treffen sie sich wieder mal, der eine läuft aber zu Fuß, ganz abgehetzt und verschwitzt: "Du, es muss mir jemand mein Rad geklaut haben."
Der zweite Pfarrer sieht ihn mitleidig an und sagt: "Na, da müssen wir ja was machen, ich habe eine Idee. Du liest jetzt in deiner Predigt die Zehn Gebote vor. Beim Gebot 'Du sollst nicht stehlen!' schaue in die Gemeinde. Wer die Augen senkt, der hat Dir das Rad geklaut."
Der fahrradlose Pfarrer bedankt sich und eilt weiter. Auf dem Rückweg treffen sie sich wieder. Der vorher Radlose Pfarrer wieder auf dem Fahrrad.
"Na toll, hat es geklappt?"
"Nun ja, ich zählte die Zehn Gebote auf, und bei dem Gebot 'Du sollst nicht ehebrechen!' da fiel mir ein, wo ich mein Rad vergessen habe...."


Fritzchen fährt mit dem Fahrrad
im Dunkeln nach Hause. Da kommt ihm ein Polizist auf einem Pferd entgegen.
Dieser beugt sich runter und sagt: „Na mein Kleiner, Du hast aber da ein schönes Fahrrad, hast Du das vom Christkind bekommen?“
„Ja.“
„Dann sag dem Christkind doch, es soll nächstes mal ein Rücklicht montieren, das macht jetzt 30 Euro!“
Da beugt sich Fritzchen zum Polizisten hoch und erwidert ganz trocken: „Du hast da aber ein schönes Pferd. Hast das auch vom Christkind bekommen?“
Der Polizist lächelt milde. „Ja, wieso?“
„Dann sag dem Christkind doch, es soll das nächste mal das Arschloch hinten montieren und nicht oben drauf...“

Ein Briefträger stürzt bei Glatteis direkt vor einem Polizisten vom Fahrrad. Der Inhalt seiner Posttasche landet verstreut auf dem Gehweg. "Gibt es bei der Post noch mehr so Trottel wie Sie?", fragt der Polizist spöttelnd.
"Nein, ich bin der letzte," knurrt der Briefträger. "Die anderen sind inzwischen alle bei der Polizei!"

An der Grenze, ein Mann fährt mit dem Fahrrad vor, auf dem Gepäckträger einen Sack.
Zöllner: "Haben Sie etwas zu verzollen?"
Mann: "Nein."
Zöllner: "Und was haben sie in dem Sack?"
Mann: "Sand."
Bei der Kontrolle stellt sich heraus: tatsächlich Sand.
Eine ganze Woche lang kommt jeden Tag der Mann mit dem Fahrrad und dem Sack auf dem Gepäckträger. Am achten Tag wirds dem Zöllner doch verdächtig:
Zöllner: "Was haben sie in dem Sack?"
Mann: "Nur Sand."
Zöllner: "Hmm, mal sehen..."
Der Sand wird diesmal gesiebt - Ergebnis: nur Sand.
Der Mann kommt weiterhin jeden Tag zur Grenze. Zwei Wochen später wird es dem Grenzer zu bunt und er schickt den Sand ins Labor - Ergebnis: nur Sand. Nach einem weiteren Monat der "Sandtransporte" hält es der Zöllner nicht mehr aus und fragt den Mann:
"Also, ich gebe es Ihnen schriftlich, dass ich nichts verrate, aber sie schmuggeln doch etwas. Sagen sie mir bitte, was!"
Der Mann: "Fahrräder..."


Fahrrad-Sprüche

“Radfahren ist Meditation in Bewegung.”
(Bert van Radau, deutscher Psychologe und Autor)

“Fahrradfahren ist für mich wie ein kleiner Urlaub.”
(Wigald Boning, deutscher Komiker und Moderator, *1967)

“Wenn du niedergeschlagen bist, wenn dir die Tage immer dunkler vorkommen, wenn dir die Arbeit nur noch monoton erscheint, wenn es dir fast sinnlos erscheint, überhaupt noch zu hoffen, dann setz dich einfach aufs Fahrrad, um die Straße herunterzujagen, ohne Gedanken an irgendetwas außer deinem wilden Ritt.”
(Arthur Conan Doyle, britischer Schriftsteller, 1859 – 1930)

“Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr.”
(Albert Einstein über die Relativitätstheorie, deutsch-schweizerischer Physiker und Nobelpreisträger, 1879 – 1955)

“Ich nannte das Fahrrad meinen einzigen Freund. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich vermutlich mit ihm geschlafen.”
(Henry Miller, US-amerikanischer Schriftsteller, 1891 – 1980)

“Beim Radfahren lernt man ein Land am besten kennen, weil man dessen Hügel empor schwitzt und sie dann wieder hinuntersaust.”
(Ernest Hemingway, US-amerikanischen Schriftsteller, 1899 – 1961)

“Das Wetter muss schon scheußlich sein, wenn ich das Rad in der Garage lasse.”
(Gustav Kilian, deutscher Radrennfahrer und Radsporttrainer, 1907 – 2000)

“Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.”
(John F. Kennedy, 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1917 – 1963)

“Fahrrad – umweltfreundliches Fahrzeug mit gesundheitsfördernder Mechanik.”
(Manfred Hinrich, deutscher Philosoph und Aphoristiker, *1926)

“Ich habe im Sattel mehr Probleme gelöst als in einem Konferenzraum. Viele Top-Manager bestätigen: Radfahren macht deinen Kopf frei.”
(Andy Rihs, Schweizer Unternehmer, *1942)

“Die Ehe ist eine wunderbare Erfindung, aber das ist ein Fahrradflickzeugkasten auch.”
(Billy Connolly, schottischer Komiker und Schauspieler, *1942)

“Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.”
(Joseph von Westphalen, deutscher Schriftsteller, *1945)

“Fahrräder sind fast so gut wie Gitarren, um Frauen kennenzulernen.”
(Bob Weir, US-amerikanischer Sänger, Gitarrist und Gründungsmitglied von Grateful Dead, *1947)

“Zeigen Sie mir ein Problem dieser Welt und ich gebe Ihnen das Fahrrad als Teil der Lösung.”
(Mike Sinyard, US-amerikanischer Fahrradbauer, * 1950)

“Radfahren ist eine lifetime Sportart, die mit großem Spaß nicht nur die Ausdauer schult, sondern auch viel dazu beiträgt, dass Menschen miteinander aktiv sind und wir gleichzeitig unserer Umwelt und Natur etwas Gutes tun.”
(Ingo Froböse, deutscher Sprinter, Universitätsprofessor und Autor, *1957)

“Frischluft? Freiheit! Fahrrad!”
(Isabel Trimborn, deutsche Schauspielerin und Komödiantin, *1959)

“Fahrräder mögen sich ändern, aber Radfahren ist zeitlos.”
(Zapata Espinoza, US-amerikanischer Journalist, *1960)

“Ich liebe Fahrradfahren, weil es meinen Kopf für neue Ideen frei macht.”
(Christina Bacher, deutsche Jugendbuchautorin und Journalistin, *1973)

“Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad.”
(Spruch der Frauenbewegung)

“Die Fußgänger schleppen sich mit einer unverständlichen Langsamkeit und Trübsal dahin. Ein Tritt auf die Kurbel, und sie sind überholt, sie sind schon fern, schon klein. Es ist eine Poesie in der Hast.”
(Theodor Herzl, österreichisch-ungarischer Schriftsteller und Begründer des modernen politischen Zionismus, 1860 – 1904)

Der Strohhalm, mit dem ich mich an die Lebensfreude klammere, ist augenblicklich das Bicycle.”
(Arthur Schnitzler, österreichischer Schriftsteller, 1862 – 1931)

“Das Radfahren macht mir eine große Freude: Es ist wunderschön, ein bisl ermüdet und erhitzt sich irgendwo hinzusetzen und über die Sträucher, die Wiesen und Hügel hinzuschauen und abends ist es sogar wunderschön in den Straßen der Vorstädte zu fahren.”
(Hugo von Hofmannsthal, österreichischer Dichter, 1874 – 1929)