Sonntag, 11. Dezember 2016

Die Kirschweiler Festung an einem trüben Wintertag

Sonntag, 11. Dezember 2016:
Wandern ist total angesagt. Auch bei jungen Leuten. Aber warum wandern Menschen? Sicherlich weil man beim Wandern die Natur so unmittelbar erlebt. Und dann ist Wandern auch eine starke Körpererfahrung.
Aber auch das allein erklärt noch nicht die Lust am Wandern.
Aufbrechen aus dem Vertrauten und allzu Vertrauten, Unterwegs-Sein im Unbekannten, Offen-Sein für Unerwartetes, rasten, ankommen, einkehren – nur um bald wieder aufzubrechen.
Das Wandern ist ein Bild des Lebens.

Für viele ist es so etwas wie eine spirituelle Erfahrung. Gerade in den Bergen. Es ist ja kein Zufall, dass man da oben oft Kapellen und Klöster findet und ganz oben ein Gipfelkreuz.


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Heute habe ich mich auf den Weg gemacht, um die zum Saar-Hunsrück-Steig gehörende Traumschleife "Kirschweiler Festung" zu erleben.
Es hat durchaus seinen Reiz, auch bei trübem Wetter draußen zu sein.
Düstere Tage sind großartig, um Fotos zu schießen, denn ein bedeckter Himmel hat seine ganz eigenen Vorteile. Wenn der Himmel bewölkt ist, scheint die Sonne nicht direkt auf die Erde und die Wolkendecke macht das Licht weicher. Das ist vorteilhaft, denn das gleichmäßigere, sanfte und ausgeglichene Licht lässt Schatten weicher erscheinen und hilft einem prima dabei, die ungewöhnliche Stimmung "einzufangen" – perfekt für düstere und atmosphärische Fotos.

Die 9,3 Kilometer lange Nationalpark-Traumschleife "Kirschweiler Festung" wurde im August 2016 eröffnet und erreichte bei der Erstzertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut auf Anhieb 76 Erlebnispunkte.
Mit diesem tollen Ergebnis liegt sie bereits deutlich über der selbstauferlegten Hürde des Projektbüros Saar-Hunsrück-Steig von minimal 60 Erlebnispunkten, um den Titel "Traumschleife Saar-Hunsrück" tragen zu dürfen (beim Wanderinstitut genügen 50 Erlebnispunkte, um als Premiumwanderweg ausgezeichnet zu werden).
Der Premiumrundweg führt zu rund 91 Prozent auf natürlichem Untergrund. Asphalt- oder Betonflächen kommen auf dieser Strecke nicht vor.

Vom neu angelegten Eingangsportal geht es direkt in den Wald, wo eine angenehme Ruhe herrscht. Nach rund zwei Kilometern komme ich zum "Dreiherrenstein", ein alter Grenzstein, der an der Stelle steht, an der sich die Grenzen der Ortsgemeinden Sensweiler, Hettenrodt, Siesbach und Allenbach treffen.

Felsformation "Kirschweiler Festung"

Von hier ist es nicht mehr weit zum "Ringkopf", wo eine Ringwallanlage aus keltischer Zeit zu finden ist. Mit 650 Metern markiert er den höchsten Punkt der Wanderung.
Folglich geht es jetzt erst ein Stück abwärts, bevor der Anstieg zum Naturschutzgebiet Silberich/Kirschweiler Festung folgt. Es handelt sich beim Silberich um einen bewaldeten Berg, der vermutlich eine keltische Kultstätte war. Auf seinem Rücken befindet sich die Namensgeberin dieser Traumschleife, die "Kirschweiler Festung".
In der Römerzeit war der 628 Meter hohe Berg ein markanter Punkt an der Grenze zwischen den Provinzen Gallia Belgica und Germania Superior.
Zwischen Ringkopf und Silberich verlief einst eine römische Fernstraße.


Vorbei an der imposanten Felsformation komme ich zum Aussichtspunkt "Steinbachtalsperre".
Anschließend führt der Weg auf einem kleinen, felsigen Pfad steil abwärts.
Nicht in die Traumschleife eingebunden, aber nur ein paar Meter weiter befindet sich das Bärloch - ein Abstecher dorthin lohnt sich.

Die letzte Passage führt am Sportplatz und an den Tennisplätzen vorbei zurück zum Ausgangspunkt.
Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass man sich auf dieser Traumschleife keinen einzigen Meter in Kirschweiler bewegt, sondern die Gemarkungen Hettenrodt, Allenbach und Sensweiler durchwandert. So befindet sich auch die "Kirschweiler Festung" nicht in der Gemarkung Kirschweiler, wie man vermutet, sondern in Hettenrodt.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=zpmfvvtvhmutzhvc