Dienstag, 19. Mai 2015

Wandern - Tipps und Hinweise - Schuhpflege

Wandern ist unkompliziert und leicht umsetzbar. Ob kurze oder lange, ob steile oder flache Strecken, ob am Fluss, in der Ebene, am Meer oder in den Bergen – Wandern ist nahezu überall möglich. Ob im Urlaub in der Ferne oder vor der eigenen Haustüre – keine teure Spezialausrüstung ist notwendig und die Freude an der Bewegung und am eigenen Aktivsein in der Natur kann überall starten. Wanderungen bieten Möglichkeiten der Entspannung bei meist lediglich moderater Anstrengung. Kein Wunder also, dass Wandern immer mehr an Popularität gewinnt. 

Es hat durchaus seinen Reiz, alleine zu wandern.
Man nimmt die Natur viel intensiver wahr.
Mit der Zeit merkt man, dass man „sich selber genug ist“ und kann diese „Auszeiten“ auch genießen.

Wer der Menge folgt, wird gewöhnlich nicht weiter kommen als die Menge.
Wer alleine marschiert, wird sich wahrscheinlich an Orten wiederfinden, an denen noch keiner zuvor gewesen ist.
(Albert Einstein) 


Nimmt man eine Kamera mit, kann man schöne Erinnerung festhalten und später ggf. mit anderen Personen teilen.

Bitte geht rücksichtsvoll mit Radfahrern, Wanderern, Tieren und der Natur um und hinterlasst keinen Müll.



Vor der Tour:

Schuhe und Stiefel:
Die richtige Pflege neuer Schuhe beginnt schon VOR der ersten Tour! Das Leder kann nach der langen Wartezeit im Laden ausgetrocknet sein, weswegen die durstigen Schuhe bereits VOR dem ersten Einsatz gewachst und imprägniert werden müssen.
Siehe hierzu unten Nach der Tour:

Schuhe/Stiefel pflegen und richtig lagern - gut gepflegt ist lang gegangen:

Karte & GPS:
Auch bei komplett markierten Wanderwegen kann es vorkommen, dass man nicht mehr zweifelsfrei den richtigen Weg findet. Markierungen sind zugewachsen, Hinweisschilder wurden mutwillig zerstört oder gestohlen. Gerade im Winter können durch den Schnee Markierungen nicht mehr zu sehen oder zugeschneit sein.
Daher sollte man im Idealfall ein GPS-Gerät mit dem genauen Wegeverlauf mitführen.
Wer sich solch einen Luxus nicht leisten möchte, kann auch mit dem Smartphone – mehr oder weniger zuverlässig – navigieren.
Man sollte darauf achten, dass die entsprechende App Offline-Karten zur Verfügung stellt.
Kostenlose Navi-Apps nutzen meistens Online-Karten. Beim richtigen Datentarif und verfügbarem Mobilfunknetz kein Problem, aber die Erfahrung zeigt, dass oft kein zuverlässiges Mobilfunknetz zur Verfügung steht.
Da lohnt sich der Griff zu den Apps mit Offline-Karten. Hier werden neben der Software auch die Karten für die Zielführung im Smartphone gespeichert, zur bequemen Navigation ohne Netz und zum Nulltarif. Es muss dann nur noch ein zuverlässiges GPS-Signal empfangen werden.

Ich verlasse mich nie alleine auf die Technik, denn die kann aus den verschiedensten Gründen ausfallen. Zur Sicherheit empfehle ich, sich vor der Tour den groben Verlauf des Weges einzuprägen. Man muss nicht immer eine teure Wanderkarte mitführen. In der heutigen Zeit ist es problemlos möglich, Karten mit den entsprechenden Strecken im Internet anzuschauen und auszudrucken.

Flüssigkeit:
Immer genügend Flüssigkeit (Wasser, ungesüßten Tee, Mineralgetränke) mitnehmen. Man weiß nie, in welche Situation man gerät. Man darf sich nicht darauf verlassen, dass Gaststätten, die am Weg liegen, auch immer geöffnet sind.

Traubenzucker:
Hat sich gegen akuten Unterzucker bewährt, der oftmals zu Kopfweh und Schwindel führt.

Erste-Hilfe-Set, Notfallset:
Eine kleine Tasche mit Pflastern, Tape, einer Mullbinde, Zeckenzange, Wundspray und Kreislauftropfen schadet nicht. Im Winter kann auch eine Rettungsdecke mitgenommen werden, die im Notfall wärmt.
Perfekt ausgerüstet ist man mit einem kleinen Taschenmesser, einer kleinen Taschenlampe, 2-3 Metern Reepschnur (3, 4 oder 5 Milimeter Durchmesser), Feuerzeug und einer kleinen "Starthilfe", um unkompliziert Feuer machen zu können. Hier eignen sich ein paar kleine Späne extrem harzhaltiger Kiefern, die schnell brennen und eine große Hitze erzeugen. Sie sind auch feucht verwendbar und unter den Namen "TinderSticks", "MayaSticks", "Fatwood" und "Kienholz" erhältlich. Bei trockenem Wetter hilft zur Not auch der Zunderschwamm weiter.
All das wiegt nicht viel und kann schneller hilfreich sein, als man denkt.
Ach ja, zurück zum Feuerzeug: Ich bevorzuge den altbewährten Allrounder, das BiC mit Reibrad-Zündung... billig, robust und langlebig. Zündet nach einiger Zeit sogar wieder, wenn es mal nass wurde. So ein Feuerzeug hat mich noch nie im Stich gelassen, allerdings habe ich keine jahrzehntelange Kettenrauchererfahrung zu bieten.
Immer im Rucksack dabei sind auch je ein Paar Ersatzschnürsenkel für Halbschuhe und Stiefel.
Den Gewichts-Fetischisten, die nun schreien: "Was? Reepschnur UND Schnürsenkel?", gebe ich gerne Recht, denn beide Produkte bieten prinzipiell gleiche Eigenschaften. Ihr dürft euch also gerne für eins entscheiden.

Blasen an den Füßen vorbeugen:
Die richtigen Schuhe sind natürlich der Anfang. Wanderschuhe müssen immer etwas größer sein als Alltagsschuhe, denn die Füße schwellen beim Wandern an und brauchen dann mehr Platz.
Die Beratung einer fachkundigen Person beim Schuhkauf ist daher sehr viel wert.
Auch richtige Socken sind ein wichtiger Faktor. Eine Empfehlung kann man hier nicht geben. Jeder muss für sich herausfinden, ob Synthetikfasern oder natürliche Materialien angenehmer sind.
Ich nehme nur noch Socken aus Merinowolle.


Vor der Tour sollte nicht zu lange geduscht werden. Die Haut an den Füßen weicht so auf und ist anfälliger für Blasenbildung.

Sehr gut finde ich Cremes mit Hirschtalg (z.B. von "Scholl" oder "Xenofit Second Skin"). Man cremt sich die Füße schon ein paar Tage vor der Wanderung täglich ein und dann auch jeden Morgen vor der Wanderung. Das macht die Haut strapazierfähig und geschmeidig. Wenn es nass wird, verhindert der Hirschtalg zudem das Aufquellen der Haut.
Angeblich soll auch
"Sil-Protect" sehr gut sein. Allerdings enthält es Siloxan. Siloxane sind Bausteine für Silikonprodukte. Über deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt kann man sich hinreichend informieren. Ich persönlich verzichte so gut es geht auf Silikone in Kosmetikprodukten. 

Ganz wichtig: Sobald man beim Laufen spürt, dass etwas drückt oder stört, SOFORT handeln. Schuhe und Socken kontrollieren.
Spezielle Blasenpflaster, z.B. von "Compeed" oder "Hansaplast", auf die trockene Haut aufkleben.
Zur Not hilft auch Tape aus dem Erste-Hilfe-Set, um die kritische Stelle abzukleben, damit kein weiterer Reiz eine Blase verursacht.
Ich verwende nur Tapes mit glattem Rand, nicht gezackt, da sich die Ecken "aufwiegeln" können.

Falls man sich dann doch eine Blase gelaufen hat, sollte diese nicht geöffnet werden.
Häufig hört man, dass Wunden Luft zum Heilen brauchen. Bereits im Altertum galt allerdings, dass eine Wunde im feuchten Milieu schneller und besser abheilt, als im trockenen. "Feuchte Wundbehandlung fördert Heilung, Schorfbildung behindert sie". Auf dieser Grundlage basiert der Konsensus europäischer Experten zur Versorgung von Alltagswunden.
Die oben erwähnten Blasenpflaster wirken auf diese Weise. Sie werden wie eine zweite Haut auf die trockene Stelle aufgeklebt und bieten sofort Linderung von Schmerzen, Druck und Reibung. Für mich echte Wundermittel. Die Pflaster bleiben so lange auf der Haut, bis sie sich nach einigen Tagen von selbst ablösen.
Ein sog. "Mix-Pack" mit verschiedenen Blasenpflastern für Ferse, Zehen usw. ist bei jeder Wanderung dabei. Damit konnte ich schon vielen Mitwanderern helfen und jeder war von der Wirkung begeistert.


Sockenwechsel:
Bei einer mehrtägigen Tour ist es ratsam, jeden Tag dieselben Wandersocken zu tragen. Dies mag zwar ungewöhnlich klingen, ist jedoch ein altes Hausrezept, um beim Wandern Blasen an den Füßen zu vermeiden. Der Hintergrund ist ganz einfach: Gewaschene Socken entfetten die Haut, die dann leichter reizbar wird. Mit den oben erwähnten Cremes wird unter anderem diesem Effekt entgegengewirkt.
Socken aus Merinowolle werden übrigens auch nach mehrmaligem Tragen nicht unangenehm riechen. Ich trage nur noch Socken aus diesem Material, da sie die Füße immer schön trocken halten.

Auch bei Scheuerstellen helfen Socken: Einfach ein dünnes, eng sitzendes Paar unter die Wandersocken ziehen, schon reiben nicht mehr die Füße auf Socken, sondern die Socken gegeneinander.

Einlegesohlen:

Braucht man Einlagen/Einlegesohlen in Wanderschuhen?
Diese Frage ist natürlich nicht pauschal zu beantworten. Ich kam bisher mit den "serienmäßig" mitgelieferten Sohlen immer gut zurecht. Trotzdem teste ich auch immer mal wieder spezielle Einlegesohle, mit denen man den Komfort - gerade bei Wanderungen auf hartem Untergrund - deutlich steigern kann. Wanderschuhe haben normalerweise eine recht steife Sohlenkonstruktion, um Stabilität zu gewährleisten. Dämpfungselemente, wie bei Sportschuhen, gibt es nicht oder nur ganz selten.
Anatomisch geformte Sohlen mit dämpfendem Fußbett verbessern das Tragegefühl. Gelpolster oder sog. Memory-Support-Schaum, eine Pelotte im Vorderfußbereich oder ein flacherer Großzehenbereich polstern und stützen den Fuß. Es entsteht eine bessere Druckverteilung.

Hier muss jeder individuell herausfinden, was gut ist. Das Angebot ist jedenfalls riesig.

Während der Tour:

Kleidung - nicht zu warm anziehen:
Ich halte es wie beim Joggen: Ist mir am Anfang ein wenig kühl, ist es perfekt. Den Rest erledigt die Bewegung. Für Pausen, schattige Täler oder einfach nur zur Sicherheit kann man noch eine leichte Jacke aus wind- und wasserabweisendem Material einpacken. Viele Modelle lassen sich zudem in einem faustgroßen Beutel gut verstauen und nehmen so wenig Platz im Rucksack ein.

Ich schwöre seit einiger Zeit auf Produkte aus Merino-Wolle. Gerade Socken aus diesem Material sind für mich nicht mehr wegzudenken.
In der Outdoorbanche gilt Wolle funktionell als eine der untauglichsten Materialen: Sie ist weder leicht, wasserabweisend noch sonderlich robust. Kunstfasern aus Polyester oder Polyamid sind hier überlegen. Dennoch feiert die Naturfaser dank Merinoschafen in der Outdoorbranche seit einigen Jahren ein Comeback. Merinoschafe spielen für die Outdoorbranche eine besondere Rolle, weil ihre Wolle ungewöhnlich fein und dünn ist. Sie ist nicht nur weniger kratzig, sondern vor allem für ihre Geruchsneutralität auch nach mehrtätigem Tragen berühmt. Sie verliert darüber hinaus auch kaum an Warmhaltevermögen, wenn sie durchgeschwitzt ist. Abgesehen von der Robustheit, wo Kunstfasern nach wie vor überlegen sind, ist sie also eine vollwerte Naturfunktionsfaser. Auch das macht Merinowolle so beliebt.

Akkus von Kamera, Smartphone oder GPS: 
Akkus sind kälteempfindlich und die Leistung sinkt mit den Temperaturen. Es hilft daher, die Geräte am Körper zu tragen, damit die Akkus warm bleiben.
Man sollte darauf achten, die Geräte vor Feuchtigkeit zu schützen, denn die schadet der Elektronik!
Das gilt besonders, wenn man stark schwitzt.

Wasserfeste Wanderschuhe: 
Hier eignen sich Schuhe mit GORE-TEX® Membran am besten. So ist man auch bei Regen, Schnee und Matsch bestens gewappnet.
Ich rate dazu, die Schuhe in einem Outdoor- bzw. Schuh-Fachgeschäft zu kaufen, in dem man gut beraten wird. Es ist sehr ärgerlich, wenn die teuren Wanderschuhe nicht richtig sitzen.
Außerdem ist es wichtig, die Schuhe bzw. Stiefel richtig zu schnüren. Ein guter Verkäufer/eine gute Verkäuferin erklärt dies gerne. Ansonsten gibt es im Internet genügend Hinweise dazu.
Die bekanntesten Hersteller von Wanderschuhen bzw. –stiefeln sind u.a. Hanwag, Kamik, Lowa, Mammut, Meindl, Salewa, Scarpa, um nur einige zu nennen.
Die Marken Lowa und Hanwag haben eine interessante Gemeinsamkeit.
Lorenz Wagner, der Sohn des Schuhmachers Johann Wagner aus Jetzendorf, gründete bei Übernahme des elterlichen Betriebs 1923 die Firma LOWA (LOrenz WAgner). Seine beiden Brüder Hans und Adolf hatten sich kurz zuvor u.a. mit der Marke Hanwag (HANs WAGner) in Vierkirchen selbständig gemacht.

In Kombination mit Gamaschen hat man so perfekt vorgesorgt.

Gamaschen:
Sie schützen davor, dass Schnee oder Matsch in den Schuh eindringen können. Diese gibt es bereits ab 20 EUR.
So bleiben die Füße trocken und die Hose sauber.

Im Winter:
Fett ist gut!
Die Haut ist im Winter extremen Anforderungen ausgesetzt: Trockene Luft drinnen und draußen, extreme Temperaturschwankungen, heftiger Wind und eng anliegende Kleidung. Dazu evtl. ein geschwächtes Immunsystem. Das alles setzt ihr zu.
Überall auf der Haut produzieren Talgdrüsen unentwegt ein leicht säurehaltiges Wasser-Fett-Gemisch. Das hält die Haut geschmeidig und bildet eine Barriere: Von innen geht keine Feuchtigkeit verloren, von außen dringen keine Bakterien und Pilze ein.
Unter acht Grad Celsius stellt die Haut allerdings die Talgproduktion ein und die Produktion dieses Fettfilms geht zurück.
Damit sie ihre Schutzfunktion dennoch gut erfüllen kann, braucht sie Hilfe in Form von etwas Pflege.


Jeder kennt sicher das Gefühl, wenn eisiger Wind auf der Haut brennt wie kleine Nadelstiche.
Die Inuit schmieren sich daher nicht umsonst das Fett der von ihnen erlegten Tiere ins Gesicht, bevor sie sich eisigen Temperaturen aussetzen.
Wer nicht nach ranzigem Fett stinken möchte, kann in der zivilisierten Welt auf andere Produkte zurückgreifen. Prinzipiell genügen Vaseline oder Melkfett.
Die in vielen Pflegeprodukten enthaltenen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe verderben einem allerdings die Freude. Wer sich mit dem Thema beschäftigen möchte, kann im Internet nach MOSH und vor allem nach dem kritischen MOAH suchen. Aktuelle Tests, die zeigen, in welchen Produkten möglichst wenig - oder besser noch gar keine - dieser potentiell krebserregenden Stoffe enthalten sind, findet man auch.
 

Nach der Tour:

Zecken: 
Den Körper auf Zecken untersuchen, um die gefährlichen Biester möglichst schnell lokalisieren und entfernen zu können, besonders nach dem Aufenthalt in Zecken-Risikogebieten.
Nähere Infos dazu gibt es im Internet.
So entfernen Sie eine Zecke:
Entdeckte Zecken möglichst rasch entfernen: Fassen Sie die Zecke am besten mit einer gebogenen Stahlpinzette oder mit den Fingernägeln möglichst dicht über der Haut und ziehen Sie sie vorsichtig heraus, eventuell auch leicht drehen – ob rechts- oder linksherum ist egal. Nicht quetschen! Sie können auch ein Vereisungsspray aufsprühen, das die Zecke sofort betäubt. Sie lässt sich dann noch leichter abziehen. Benutzen Sie aber kein Öl und keinen Klebstoff, um die Zecke zu ersticken – in solchen Stresssituationen gibt sie vermehrt Speichel ab, und das Infektionsrisiko steigt. Ein in der Haut steckender Stechrüssel bedeutet meist keine Gefahr. Wichtig ist konsequentes Handeln – keine Gnade für die blutsaugenden Monster-Milben.

Füße pflegen:
Pflegen Sie Ihre Füße. Ein Fußbad nach einem hartem Trekkingtag, einen erfrischenden Balsam oder Hirschtalg-Creme und saubere Socken für den Abend – so bereiten Sie Ihre Füße auf den nächsten Tag vor – ohne sie läuft nämlich nichts. Bei Blasen helfen Blasenpflaster z.B. von Compeed oder Hansaplast.


Schuhe/Stiefel pflegen und richtig lagern - gut gepflegt ist lang gegangen:
Auf der Homepage von Lowa gibt es sehr gute Tipps (auszugsweise hier zu lesen)
Abhängig von der Nutzungsintensität und vom Verwendungszweck sollten Sie Ihre Schuhe regelmäßig mit Pflegemitteln behandeln. Insbesondere, wenn diese häufig extremer Nässe ausgesetzt sind, ist die Pflege mit einer Wachscreme oder Wachsemulsion - auch bei Schuhen mit GORE-TEX®-Membran - unbedingt erforderlich. Dem Leder müssen die durch das Wasser ausgeschwemmten Bestandteile zurückgegeben werden, damit dieses anpassungsfähig, flexibel und widerstandsfähig bleibt. Nicht gepflegtes Leder trocknet aus, wird brüchig, reißt ein und Ihr Schuh ist irreparabel beschädigt. Um dies zu verhindern, bietet es sich an, das Pflegemittel mit einem Tuch aufzutragen und mit einer Bürste einzupolieren. Durch vorsichtiges Anwärmen des Leders mit einem Fön erreichen Sie dabei ein noch besseres Eindringen der Pflegesubstanzen in das Leder.
Die Verwendung von Ölen und Fetten ist nicht ratsam, da sie das Leder zwar sehr weich und nahezu wasserdicht machen, der Schuh jedoch an Festigkeit und Stabilität einbüßt. Des Weiteren werden durch Öle und Fette die Lederporen verschlossen, wodurch der Schuh seine Atmungsaktivität verliert (Gummistiefeleffekt) und es können sich im schlechtesten Fall sogar Verklebungen lösen.

Ebenso gibt es auf der Seite von www.bergnews.com Pflegetipps, die ich hier gerne auszugsweise zitiere:
Gute Wander- und Bergschuhe kosten viel Geld – mit der richtigen Pflege kann ihre Lebensdauer erheblich verlängert werden.

Die richtige Pflege neuer Schuhe beginnt schon VOR der ersten Tour! Das Leder kann nach der langen Wartezeit im Laden ausgetrocknet sein, weswegen die durstigen Schuhe bereits VOR dem ersten Einsatz gewachst und imprägniert werden müssen.

Noch wichtiger ist es, den Schuhen auch NACH dem Tragen eine sorgfältige Behandlung zu gönnen. Die primären Ziele sind, die wasserabweisenden Eigenschaften des Leders und die Funktion der Wasserdampfdurchlässigkeit zu erhalten sowie dem Leder regelmäßig "Nahrung" zu geben, damit es lange lebt und seine Form behält.

Die Schuhe sollten nach jedem Gebrauch gut auslüften und austrocknen können. Fußbett, Einlegesohlen, in denen sich viel Feuchtigkeit sammelt, und Schuhbänder werden entfernt und die verdreckten Schuhe mit lauwarmem Wasser und einem Lappen bzw. einer mittelharten Bürste vom gröbsten Schmutz befreit. Auf keinen Fall Seife oder Chemikalien verwenden!

Nasse Schuhe sollten schonend getrocknet werden und niemals direkt an Heizung, Feuer oder Ofen gestellt werden – das Leder verbrennt, wird spröde, trocken und rissig. Die goldene Regel: Nie näher an die Wärmequelle stellen, als die eigene Haut es als angenehm empfindet!

Schuhe also mit weit geöffneter Lasche nach der Reinigung an einen schattigen, trockenen, luftigen Ort stellen und eventuell anfangs mit Zeitungspapier ausstopfen (mehrmals wechseln), GORE-TEX®-Stiefel trocknen ohne Papier schneller.

Achtung: Schuhe niemals feucht und unbelüftet im Kofferraum, in einer Plastiktüte, im Keller o.ä. aufbewahren, sie würden zu schimmeln beginnen.

Innen: Auch das Lederfutter im Schuh sollte mit großer Sorgfalt gepflegt werden. Wenn dieses Futter reißt bzw. brüchig wird, wird’s teuer bzw. der Schuh ist irreparabel. Wenn die Nase danach verlangt, kann natürlich auch das Innenleben der Schuhe mit lauwarmem Wasser und einer Bürste gereinigt werden. Das schadet dem Futter nicht. Bei Lederfutter ohne GORE-TEX® kann man Kernseife verwenden, bei einem Futter mit GORE-TEX® nur klares Wasser.
Niemals heißes Wasser verwenden!

Schuhspanner: Wenn Schuhe nicht im Gebrauch sind, verlieren sie mit der Zeit ihre Form. Schuhspanner helfen diese zu erhalten.
Nach dem Gebrauch sollten die noch fußwarmen Schuhe/Stiefel deshalb mit Schuhspannern bestückt werden. Am besten sind die Modelle aus Holz geeignet, da sie die Form des Schuhs/Stiefels erhalten, Gehfalten glätten und die Trocknung aktiv unterstützen. Modelle gibt es viele, entscheidend ist dabei die richtige Passform.