Montag, 5. Februar 2018

Mann, bist du peinlich!

Mein Internet-Provider bemüht sich, mich gut zu unterhalten.
So war vor einigen Tagen in der Lifestyle-Rubrik ein Artikel zum Thema „Was Frauen an ihren Männern stört“ zu lesen.
Meine Herren, die Palette unserer Defizite ist beachtlich: Die Krawatte zu kurz, die Hose zu lang, Fixier-Nähte am Sakko nicht entfernt, Sportsocken im Alltag tragen und beim Sex anlassen, pöbeln im Straßenverkehr und so weiter und so fort.
 

Es gab sogar die Möglichkeit, abzustimmen. Auf die Frage „Was ist Ihnen an Ihrem Partner peinlich?“ konnte man aus einer ganzen Reihe von unangenehmen Charakterzügen und Unappetitlichkeiten wählen.
Weil mich das Ergebnis natürlich interessierte, klickte ich auf „Zwischenergebnis anzeigen“ - und staunte.

War doch zu lesen, dass die meisten für „An meinem Partner ist mir gar nichts peinlich!“ votiert hatten.
Ganz sicher sind auch die derart gelobten Partner nicht ohne Fehl und Tadel.
Aber zur Liebe gehört dazu, die Macken des anderen auch akzeptieren zu können.
Liebe überwindet in Wirklichkeit nicht alle Hindernisse. Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass schon alles klappen wird, solange man sich nur liebt.
Aber Liebe allein reicht nicht.
Akzeptanz ist das, was dich wirklich bis zur anderen Seite trägt.
Wenn man dann noch respektvoll zur Sprache bringen kann, was verändert werden könnte, ist man sehr nahe dran am Ideal.

„Die Liebe ist gütig, freundlich, sie rechnet das Böse nicht an. Sie erträgt alles, hofft alles, duldet alles.“
(Hohelied der Liebe, 1. Korinther 13)

Ein Ideal, das niemand erreichen kann? Könnte sein…