Sonntag, 4. Dezember 2016

Seelen-Check

Wie geht es deiner Seele?
Eine komische Frage?
Stimmt, denn meistens fragen wir anders.
Zum Beispiel: Wie geht es deinen Rückenschmerzen?
Oder: Wie geht es deinen Kindern?
Oder: Wie geht‘s im Beruf?
Oder einfach der große Rundumschlag: Alles klar?

Aber nach der Seele wird so gut wie nie gefragt, dabei ist sie doch das Wichtigste.
Wobei dieses Wort „Seele“ gar nicht das Entscheidende ist.
Welches Wort man verwendet, ist nicht wichtig.
Wichtig ist stattdessen, was damit gemeint ist: Keine bloße Äußerlichkeit, Kein Körperteil und kein Organ, sondern etwas elementares, das irgendwie und irgendwo in uns steckt: Nicht greifbar, nicht messbar, unsichtbar für unsere Augen, aber mit dem Herzen klar zu erkennen; überhaupt nicht zu begreifen, aber deutlich zu spüren.
Die „Seele“ kann weh tun, auch wenn unser Gesicht lächelt.
Die “Seele“ kann schreien, auch wenn unser Mund schweigt.
Eine verletzte „Seele“ macht einen gesunden Menschen auf Dauer krank - und umgekehrt.
Eine starke „Seele“ kann einen kranken Menschen heilen, denn sie kann Hoffnung haben, obwohl die Aussichten schlecht sind.
Und manchmal weiß die „Seele“ mehr als tausend Argumente.

Also: Wie geht es euren Seelen?
Wenn kein anderer euch fragt, dann fragt euch doch einmal selbst nach euren Seelen.
Und kümmert euch auch ein bisschen um sie – und eben nicht nur um den Rücken, die Kinder, die Arbeit und das Bankkonto.
 

Tut etwas für eure Seelen. Was genau das sein könnte, muss jeder selber ausprobieren.
Das kann lesen sein, Musik hören, eine Wanderung, eine Radtour oder eine Jogging-Runde.
Das kann eine Mittagspause im Park sein, ein paar schöne Stunden mit Freunden, eine Umarmung oder ein langer Kuss.
Ihr werdet es schon selber merken, wenn eure Seele aufatmet.

Sonntag, 20. November 2016

Seltsam, im Nebel zu wandern

Zugegeben: Es kostet schon ein bisschen Überwindung, sich aufzurappeln bei verhangenem Himmel, grauen Regenwolken und sich in Richtung einstellige Grade bewegende Temperaturen.
Aber mit der richtigen Kleidung, wasserfesten Schuhen und Regenschutz kann man eine Wanderung auch bei Schmuddelwetter wagen.
Windräder beim Weiselberg - zum Vergrößern klicken
Und ist man erst einmal in Bewegung, wird einem schnell warm, die frische Luft strömt durch die Lungen und trübe Gedanken sind im Nu verschwunden. An sonnigen Tagen bietet die gelbrote Färbung des Herbstlaubes herrliche Lichtspiele.
Aber auch das neblige Herbstwetter hat seine schönen Seiten.

Es scheint so, als würde der Wald ein bisschen mehr zu jenem verwunschenen Sehnsuchtsort werden, den wir aus Märchen kennen.

Hexentanzplatz nahe der Wildenburg bei Kempfeld
Hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen führen dann oft zur Bildung von Nebelfeldern, die den Herbstwald in ein geheimnisvolles Licht tauchen und selbst unsere alltägliche Umgebung mystisch erscheinen lassen.
Der weiße Schleier hüllt die Landschaft wie in Watte ein und erschafft abstrakte, romantische oder gar gespenstische Szenen. 

Eine eigenartige Stille liegt über dem Wald und der Geruch von feuchtem Laub steigt in die Nase. 

Der Dichter, Schriftsteller und Maler Hermann Hesse wählte die Einsamkeit jedes Menschen zum Grundmotiv des Gedichtes "Im Nebel".

Blick vom Weiselberg bei Oberkirchen
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Samstag, 19. November 2016

Hindernisse überwinden

Overcoming obstacles
If we never experience the chill of a dark winter, it is very unlikely that we will ever cherish the warmth of a bright summer’s day.
Nothing stimulates our appetite for the simple joys of life more than the starvation caused by sadness or desperation. In order to complete our amazing life journey successfully, it is vital that we turn each and every dark tear into a pearl of wisdom and find the blessing in every curse.
(Anthon St. Maarten, Divine Living)

Hindernisse überwinden
Wenn wir nie die Abkühlung eines dunklen Winters erleben, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir je die Wärme eines hellen Sommers genießen werden.
Nichts regt unseren Appetit auf die einfachen Freuden des Lebens mehr an, als die Hungersnot, die durch Traurigkeit oder Verzweiflung verursacht wird. Um unsere erstaunliche Lebensreise erfolgreich abzuschließen, ist es wichtig, dass wir jeden einzelnen dunklen Riss in eine Perle der Weisheit verwandeln, und den Segen in jedem Fluch finden.

Montag, 14. November 2016

Joggen im Winter - richtig laufen bei Kälte

Joggen im Winter
Richtig laufen bei Kälte

Kälte und Nässe erfordern ein spezielles Training.
Hier ein paar Tricks, wie man sich mit Sport die kalte Jahreszeit versüßt.

Joggen im Winter ist etwas für fortgeschrittene Sportler.
Das ganze Jahr hat seine schönen Seiten. Im Herbst und Winter haben wir mit kurzen Tagen und langen Nächten zu kämpfen.
Fieser Regen und wenig Sonne schlagen auf unser Gemüt. Man kann sich in der warmen Wohnung verkriechen und jammern oder das Beste daraus machen: Laufen gehen.
Ganz ehrlich – und das ist nicht ironisch gemeint –, diese Zeit kann die schönste im ganzen Jahr sein, um zu laufen oder zu walken. Warum? Ganz einfach: Ein Lauf in klirrender Kälte, über den ersten Schnee, bei Nieselregen oder im Herbststurm wird zum Energie-Lieferanten.
Mit der richtigen Kleidung – und die ist heute ausgefeilter und besser abgestimmt – kann man selbst im tiefsten Winter joggen.
Doch es verlangt etwas Umstellungen beim Training:

Nicht gleich durchstarten, wie man es im Sommer vielleicht gewöhnt ist, denn dann drohen Zerrungen oder Muskelverspannungen. Besser die übliche Aufwärmphase verlängern.

Beim Cool-down verhält es sich genau umgekehrt: Nicht ganz auf‘s Auslaufen oder Stretching verzichten, doch diese Phase zeitlich reduzieren. Nicht in der Kälte stehen bleiben, sondern möglichst schnell die feuchte Kleidung gegen trockene tauschen und sich im Warmen dehnen.

F
rost:

Tiefe Temperaturen bedeuten nicht, dass man dick vermummt auf die Strecke gehen muss. Die Faustregel lautet: „Wenn man vor die Tür tritt, sollte man ein wenig frösteln. Nach ein paar hundert Metern, wenn der Körper auf Touren gekommen ist, wird es angenehm warm sein.“
Wichtig ist funktionelle Laufkleidung. Ein Funktionsunterhemd unter einem langärmeligen Shirt sowie lange, enganliegende Hosen gewährleisten, dass der Schweiß nach außen transportiert wird und die Haut trocken bleibt.
Baumwollsachen sollte man schnell vergessen. Wer mit diesem Material laufen geht, ist selber schuld an der anschließenden Erkältung. Sie mag für viele Dinge hervorragend geeignet sein, doch saugt Baumwolle Feuchtigkeit auf wie ein Lappen und hängt dann auch wie ein solcher am Körper: Unangenehm, nass und kalt.
Das Zauberwort gegen Kälte lautet Merinowolle. Das Naturmaterial kann es mit so ziemlich jeder ausgeklügelten Kunstfaser aufnehmen und ist dazu noch nachhaltig, geruchsneutral und pflegeleicht. Man kennt den Wärmeeffekt vom flauschigen Kuschelpullover. Doch auch bei Sportbekleidung kommt dieser Effekt zum Einsatz. Zudem bringt Merinowolle das perfekte Klimamanagement mit sich: Neben dem Wärmeeffekt nimmt sie ausreichend Feuchtigkeit auf und gibt diese langsam nach außen ab, ohne sich klamm anzufühlen.

Wind und Regen:
Bei Wind und Regen ist die gefühlte Temperatur niedriger als die tatsächliche. Besonderes Augenmerk gilt dem Kopf sowie den Händen und Füßen. Sind Hände und Füße kalt, friert man am ganzen Körper.
Über den Kopf gehen bis zu 40 Prozent der gesamten Körperwärme verloren.
Dünne Handschuhe und eine Mütze oder Stirnband, auch aus Funktionsmaterial, halten warm.
Zusätzlich hilft ein Multifunktionstuch (Schlauchschal, "Buff"), das Mund und Nase abdeckt und so verhindert, dasss kalte Luft eingeatmet wird.
Wer schon die Erfahrung gemacht hat, wie unangenehm kalte Luft in der Lunge werden kann (mal abgesehen vom erhöhten Erkältungsrisiko), wird dieses Tuch schnell zu schätzen wissen.

 
Ausreden haben in dieser Zeit Hochkonjunktur: „Zu kalt, zu dunkel, zu nass, zu irgendwas.“
Blödsinn. Die Genugtuung, trotz schlechten Wetters zu laufen, ist größer als im Frühjahr. Und: Es ist viel gesünder, bei null Grad zu joggen als bei dreißig Grad im Sommer.

Wenn man sich trotz guter Vorsätze nicht so recht motivieren kann, macht man es wie ich: Am leichtesten fällt es mir, wenn ich mit einer oder mehreren Personen eine feste Verabredung zum Laufen habe. Das schafft eine Art Verbindlichkeit, die man nicht so einfach ausfallen lässt.
Oder man setzt sich ein Ziel, wie etwa einen Silvesterlauf oder einen Marathon im April.

Und noch zwei Aspekte, die beim Kampf gegen den inneren Schweinehund helfen können: Schon wenig Training hilft, das Niveau zu halten.
Das Gleiche gilt für das Körpergewicht, Pfunde sind schneller auf den Rippen, als sie abtrainiert werden können.
Also besser Laufen, denn bei miesem Wetter verpasst man sowieso nichts.

Im Winter besser keinen starren Trainingsplänen folgen oder sich an Zeitangaben orientieren, sondern dem eigenen Gefühl vertrauen und das Training dem Wetter anpassen. Man sollte auf seinen Körper hören und dessen Signale verstehen, so spürt man, wann man ihn mehr fordern und wann man ggf. eine kürzere Runde laufen sollte.

Es ist ein tolles Naturerlebnis, sich auch bei schlechtem Wetter draußen aufzuhalten.

„Manche Menschen können den Regen spüren, andere werden einfach nur nass.“
 

(Bob Marley)

Donnerstag, 10. November 2016

Eine berühmte Straße

Eine berühmte Straße

"Der, die, das! Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt, bleibt dumm!"

So lautet das Motto der Sesamstraße, und zwar seit 43 Jahren. So lange läuft die Sendung nämlich schon in Deutschland.

Sesame Street, so der Originaltitel, startete am 10. November 1969 im US-Fernsehen.
Inzwischen ist die Sesamstraße eine der berühmtesten Straßen der Welt. Kinder in mehr als 140 Ländern kennen ihre Bewohner/innen. Und allein in Deutschland wurden schon mehr als 2.000 Folgen ausgestrahlt.

Was mich beschäftigt….
Übersetze ich "Der, die, das! …. Wieso, weshalb, warum?" der deutschen Synchronisation ins Amerikanische, ergibt sich „the, the, the! … why why why."

War das gewollt?

Freitag, 4. November 2016

Rustikales Brot - nicht nur für unterwegs

Wer draußen unterwegs ist, braucht Proviant.
Hier mal ein simples Rezept, das ganz erstaunliche Ergebnisse erzielt.
Das Brot schmeckt frisch am besten. Dazu Käse und/oder Wurst... perfekt für unterwegs - und ohne Chemie!
Es erfordert keine großen technischen Fähigkeiten, keine künstlerischen Knettechniken und keinen vorsichtigen Umgang mit Hefe.
Alles, was es braucht, ist etwas Zeit.

Zum Vergrößern anklicken

250g Weizenmehl, Typ 550
250g Vollkornweizenmehl
1 Tütchen Trockenhefe
2 gestr. TL Salz
1 gestr. TL Brotgewürz (oder man lässt es ganz weg)
etwas neutrales Speiseöl
Mehl für die Arbeitsfläche


Zum Backen: Je nach gewünschter Form einen Bräter (oval / rechteckig), einen Topf oder eine ofenfeste Form - jeweils mit Deckel und bis mindestens 220°C hitzebeständig (ääääh, Kunststoffteile sind NICHT hitzebeständig!)

Wenn das Brot für das Wochenende gebacken werden soll, am besten am Freitagnachmittag oder -abend den Teig ansetzen, dann kann es Samstagvormittag gebacken werden.

- In einer großen Schüssel beide Mehlsorten, die Trockenhefe, Salz und Brotgewürz verrühren.
Dann ca. 325 ml lauwarmes Wasser dazugießen und mit dem Löffel durchrühren. Anschließend ganz kurz mit den Händen kneten. Der Teig ist ziemlich matschig und sieht alles andere als fertig aus – das macht aber gar nichts.

- Die Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und den Teig darin 15 – 18 Stunden gehen lassen.
Das Gute an der langen Gehzeit ist, dass der Teig nicht unbedingt Wärme braucht, um aufzugehen. Er kann also auch ohne Weiteres über Nacht in der Küche stehen.

- Nach der Gehzeit die Klarsichtfolie nicht wegwerfen.
Der Teig hat jetzt ordentlich an Volumen zugelegt. Auf eine bemehlten Arbeitsfläche den immer noch ziemlich klebrigen Teig kurz durchkneten oder falten, vielleicht 1 Minute, nicht länger.
Die Schüssel mit ein paar Spritzern Speiseöl benetzen, die Teigkugel wieder hineinlegen und wenden, so dass alle Seiten mit Öl bedeckt sind.
Die Klarsichtfolie fest um die Teigkugel legen und 15 Minuten ruhen lassen.

- Jetzt muss der Teig noch mal 2 Stunden gehen: Laut Rezept auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit etwas Folie abdecken – kein Geschirrtuch, der Teig würde daran kleben -, ich lege den Teigling in eine neue, saubere Schüssel und lasse ihn dort gehen.

- Ca. 15 Minuten vor Ende der Gehzeit einen Bräter/Topf mit Deckel in den Backofen stellen und auf 220°C heizen.

- Den Bräter/Topf aus dem Ofen nehmen, Teig hineinlegen und den Deckel wieder aufsetzen. 30 Minuten backen, dann den Deckel abnehmen – Vorsicht, es ist heiß und kann dampfen – und 15 Minuten unbedeckt zu Ende backen.
Herausnehmen und abkühlen lassen.
Der Boden des Brotes sollte bei der Klopfprobe hohl klingen. Ansonsten noch etwas in den Ofen stellen.

Donnerstag, 3. November 2016

Das haben wir schon immer so gemacht

Der gößte Feind der Weiterbildung?
"Das haben wir schon immer so gemacht."

Auch wenn ich nach längerer Recherche keine vertrauenswürdige Quelle für die folgende Geschichte finden konnte, und daher denke, dass die "Studie" vielleicht frei erfunden ist, (und kein Tier dafür leiden musste) so erscheint sie mir doch plausibel genug, um als Metapher für die Abläufe in vielen Organisationen herzuhalten:


Wissenschaftler sperrten fünf Affen zusammen in einen Käfig. In der Mitte des Käfigs befand sich eine Standleiter, auf deren oberster Sprosse Bananen lagen.
Immer dann, wenn ein Affe die Leiter hinauf kletterte, besprühten die Wissenschaftler die anderen Affen mit kaltem Wasser.

Nach einer Weile begannen die Affen jedes Mal, wenn einer von ihnen versuchte, auf die Leiter zu klettern, diesen gemeinsam zu verprügeln.
Es dauerte nicht lange, bis sich keiner der Affen mehr traute, die Leiter zu erklimmen – so groß die Versuchung durch die Bananen auch war.

Nun ersetzten die Wissenschaftler einen der Affen durch einen anderen. Das erste, was dieser "neue" Affe im Käfig tat, war, auf die Leiter zu steigen, um an die Bananen zu kommen. Weit kam er jedoch nicht, denn die anderen Affen schlugen ihn sofort nieder.

Nach einigen weiteren Versuchen hatte er gelernt, dass er nicht auf die Leiter klettern darf, auch wenn er keine Ahnung hatte, weshalb.

Die Wissenschaftler ersetzten einen zweiten Affen, welchem genau das gleiche wiederfuhr. Auch der zuvor ersetzte Affe beteiligte sich am Verprügeln des "Neulings".

Nach und nach ersetzten die Wissenschaftler auch den dritten, vierten und fünften Affen.
Somit bestand die Gruppe aus fünf Affen, die jeden verprügelten, der versuchte, auf die Leiter zu klettern. Und das, obwohl keiner von ihnen je eine kalte Dusche bekommen hatte.

Wenn man die Affen hätte fragen könne, weshalb sie sich so verhielten, dann hätten sie vielleicht geantwortet: "Keine Ahnung. So haben wir das schon immer gemacht."
Klingt das vertraut?
Also fragt euch selbst und andere vielleicht einmal, warum man so viel Dinge immer auf die gleiche Art macht, selbst wenn es eine andere Möglichkeit gibt.

Dienstag, 1. November 2016

Ich mag den November

Die Tage werden kürzer und die Abende länger – die dunkle Jahreszeit ist angebrochen.
Je dunkler die Tage, desto trüber ist bei vielen Menschen die Stimmung.
Das lässt sich einfach erklären: Wenn Licht fehlt, geht unsere Stimmung in den Keller. Dieses Phänomen ist unter dem Namen „November-Blues“ bekannt geworden.
Ich mag dieses Wort nicht, aber „Winterdepression“ oder „SAD“ (saisonal-affektive Störung) hört sich auch nicht besser an.

November: Für viele Menschen eine graue, triste und bedrückende Zeit.
Auch Gedenktage wie Volkstrauertag, Buß- und Bettag sowie Totensonntag tragen zur getrübten Stimmung bei, denn sie beladen uns mit schweren Worten.
Gerade der Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt, erinnert uns an die Verstorbenen – kurz bevor es weihnachtlich wird.

Zu diesem „Trauerspiel“ trägt auch noch die Natur auf ihre Weise bei: Die nassen, kalten, grauen Tage, wenn der raue Wind die letzten Blätter von den Bäumen und Sträuchern reißt und die abgestorbenen Pflanzenreste auf dem Boden verrotten.
Die Natur zeigt uns in ihren Bildern unsere eigene Vergänglichkeit.
Da wundert es mich nicht, wenn es einem schwer ums Herz wird.

Aber auch Grau kann wunderbar sein, besonders die Vielfalt der Grautöne. Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß, nicht nur die bunten Farben im Frühling, sondern eben die unterschiedlichen Grautöne.
Auch unser Leben verfügt über eine Vielzahl von Zwischentönen – so viel mehr als die Alternativen Ganz oder Gar nicht, Alles oder Nichts, Schwarz oder Weiß.
Auch wenn uns gerade jetzt das Sterben, die Trauer und die eigene Vergänglichkeit so vor Augen geführt werden, können wir „grau“ statt „schwarz oder weiß“ wählen.
Mit Blick auf die Endlichkeit des Lebens haben wir mehr als nur die beiden Alternativen, zu verdrängen oder traurig zu werden, weil wir erkennen können: Das Leben hält all seine Schattierungen für uns bereit, die hellen und die dunklen Lebensfarben.

Gelassenheit gewinnen wir, wenn wir uns nicht an Extremen orientieren müssen, sondern wir unsere eigene Mitte finden können, bei den Menschen oder Dingen, die uns wirklich wichtig sind.

Dass mich der November darauf hinweist, macht ihn mir so sympathisch - ich mag ihn, den November.

Samstag, 22. Oktober 2016

Nie vermissen?

Samstag, 22. Oktober 2016:
Nie vermissen?

Heute war ich am Grab meiner Großeltern. Auf dem Weg zum Parkplatz ging ich einen kleinen Umweg.
Auf einem Grab lag ein Kranz. Die Blumen waren noch in einigermaßen gutem Zustand.
Auf einer Hälfte der Schleife, die den Kranz zierte, stand mit goldenen Buchstaben: „Wir werden dich nie vermissen!“
Auf der anderen Seite waren etliche Vornamen zu lesen – wahrscheinlich Mitglieder einer Gruppe oder Mannschaft, zu der der Verstorbene gehörte.


Ich blickte verwundert auf den ungewöhnlichen Text und las ihn drei Mal: „Wir werden dich nie vermissen!“
Hatte sich jemand einen Scherz erlaubt? Wenn, wäre es allerdings sehr makaber.
Oder war es ein Fehler der Druckerei und der eigentliche Text sollte lauten: „Wir werden dich nie vergessen“? Oder: „Wir werden dich immer vermissen“?
Oder aber der Text war genau so gemeint, und nur die Auftraggeber wissen, wie er weitergehen musste: „Wir werden dich nie vermissen – denn du wirst immer bei uns sein: In unseren Herzen, in unseren Erinnerungen, bei unseren Treffen, bei unseren Veranstaltungen!“  


Meine Fragen begleiteten mich auf dem Heimweg.
Wollte sich die Gruppe mit dieser fragwürdigen Formulierung über den Verlust hinwegtrösten, den der Tod dieses Menschen für sie bedeutet? Indem sie behauptet: Es ist gar kein Verlust, weil er ja nicht weg ist? Jedenfalls nicht für uns.

Unsere Trauer um einen Menschen sucht sich manchmal eigenartige Wege.
Die Liebe mag stärker sein als der Tod, aber sie kann nicht so tun, als ob es ihn nicht gäbe.
Ich denke, die Anerkennung, dass jemand nicht mehr da ist und spürbar vermisst wird, gehört zur Liebe dazu, die über den Tod hinaus Bestand haben möchte.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Die Entdeckung Amerikas

Mittwoch, 12. Oktober 2016:
Die Entdeckung Amerikas... und was ich daraus lerne


Am 03. August 1492 stach ein Mann mit seinen drei Schiffen Santa María, Niña und Pinta sowie 90 Mann Besatzung von der spanischen Hafenstadt Palos de la Frontera in Andalusien Richtung Kanarische Inseln in See, um einen kurzen See- und Handelsweg nach Indien zu finden.

Sein Name: Christoph Kolumbus.

Ich bewundere Menschen wie ihn.
Er machte sich auf den Weg und war bereit, das Vertraute zu verlassen, ohne zu wissen, was ihn und seine Mannschaft erwartet.
Er startete ins Ungewisse, um Neues und Unbekanntes zu entdecken.

Am 12. Oktober 1492 schreibt Christoph Kolumbus in sein Logbuch: „Ein Matrose auf der Pinta, Rodrigo de Triana, hat Land gesichtet – eine Insel, etwa 10 Kilometer westlich. Aufregung erfasst die Mannschaft, aber die Skepsis bleibt.“

Vier Stunden später steht er mit einigen seiner Offiziere am Strand von Guanahani, der heutigen Bahamas-Insel San Salvador.
Und obwohl er auf einer der dem amerikanischen Kontinent vorgelagerten Karibischen Inseln gelandet war, gilt dieser 12. Oktober seitdem als Datum der Entdeckung Amerikas.

Doch diesem bedeutenden Tag waren Monate der Ungewissheit und Angst vorausgegangen.
Kolumbus musste Anfeindungen seiner Mannschaft ertragen, die seit Wochen kein Land gesehen hatten und sich fragten: Was ist, wenn die Erde – entgegen der Behauptung des Kapitäns – doch eine Scheibe ist und wir in den Untergang segeln?
Sie hatten Angst, nicht mehr nach Hause zu finden.
Einige Vertraute berichteten dem Seefahrer, man plane, ihn ins Meer zu werfen und anschließend als vermisst zu melden.

Der gläubige Kolumbus begann schließlich, nach Hoffnungszeichen Ausschau zu halten, um seiner Mannschaft die Angst zu nehmen und so die Stimmung zu verbessern.
Und tatsächlich: Schon bald entdeckte er im Wasser treibende Zweige und Äste. Und wo Äste sind, da muss auch Land sein.
Später haben die Seeleute auch mehrere Vögel gesichtet, die man selten weit draußen auf dem Meer sieht. Da wussten sie, dass Land in der Nähe sein muss.
Und kurze Zeit später hatten sie wieder festen Boden unter den Füßen.

Ich möchte mir ein Beispiel daran nehmen, wenn ich mich künftig auf den Weg ins Ungewisse mache, um Neues und Unbekanntes zu entdecken.
Denn in solchen Situationen habe ich auch oft Angst und fühle mich unwohl.
Doch statt umzukehren oder aufzugeben, werde ich dann Hoffnungszeichen suchen.
Zeichen, die mich darin bestärken, auf dem richtigen Weg zu sein und Zeichen, die mir die Kraft geben, durchzuhalten.
Damit ich irgendwann auch wieder festen Boden unter den Füßen habe.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Erntedankfest

Sonntag, 09. Oktober 2016:
Wenn sich die warme Jahreszeit dem Ende zuneigt, wird es draußen langsam wieder kälter und die Tage werden kürzer. Die Sonnenstrahlen sind nun spürbar kühler: Ein Zeichen dafür, dass der Herbst beginnt.
Jetzt färben sich die Blätter der Bäume bunt, außerdem sind jetzt viele Getreidesorten und Früchte reif - es ist Erntezeit.


Zur 68. Auflage der größten Festveranstaltung auf der Heide, die traditionell am zweiten Oktober-Wochenende stattfindet, zeigen sich die vier Heidedörfer Rohrbach, Rückweiler, Leitzweiler und Hahnweiler von ihrer besten Seite.

Der Erntedankumzug, an dem Traktoren, Erntemaschinen, Motivwagen und Fußgruppen teilnehmen, startet im Neubaugebiet Rückweiler und zieht durch die Schul- und Hauptstraße über die Heide zum Erntekreuz nach Hahnweiler, wo die Danksagung für die Erntegaben erfolgt. Der Umzug legt hierbei knapp 2 Kilometer zurück und wer ihn aufmerksam beobachtet, sieht, dass jede Ortschaft eine der vier Jahreszeiten symbolisiert: Beginnend mit dem Rohrbacher Frühling über den Sommer von Rückweiler und den Herbst von Leitzweiler bis hin zum Winter von Hahnweiler.

Besucher werden während des Festumzugs mit selbst hergestellten Produkten verwöhnt.

Der kalte Herbstwind pfeift uns um die Ohren, dabei wären uns wärmende Sonnenstrahlen lieber. Diese bleiben uns heute leider verwehrt - der guten Stimmung schadet es trotzdem nicht.
Nach der Segnung der Ernte am Erntekreuz kann man den Tag im und am Jugendheim Rückweiler ausklingen lassen.
Dort freuen nicht nur wir uns über Kaffee, Kuchen und Grillspezialitäten vom offenen Feuer.


Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=dglsjtqondawufku

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Warum bloggen Menschen?

Immer mehr Menschen fangen an, ihre Gedanken, Gefühle oder auch Ideen an die Öffentlichkeit zu bringen, indem sie sie in einem so genannten Blog veröffentlichen.
 
Was bringt jemanden dazu, ein so genannter „Blogger“ zu werden?
Zuerst einmal verarbeiten wir alle Dinge besser, wenn wir sie aufschreiben. Viele können ihre Emotionen und Gedanken besser begreifen, indem sie diese in Worte fassen. Durch das Bloggen erschafft man etwas Eigenes, etwas, was nur man selbst beeinflussen kann.

 
Wir finden uns selbst in unseren Texten wieder. Viele bloggen auch, um anderen ihre Interessen, Absichten und Meinungen näher zu bringen. Sie möchten manchmal auch die Wahrheit „ans Licht bringen“ und andere dazu bringen, sich anzuschließen. Nirgends erreicht man so viele Menschen auf einmal, wie durch das Internet und das versuchen Blogger zu nutzen.

„Schreiben heißt […] die Welt enthüllen“
(Texte zur Theorie der Autorschaft, Seite 118, Z.1)
 

Es hat jeder die freie Entscheidung, was er schreibt und worüber er schreibt und das könnte ein weiterer Grund dafür sein, warum viele das Bloggen für sich entdeckt haben.

Abschließend denke ich, dass es viele Gründe zum bloggen gibt und es im heutigen Zeitalter verständlich ist, dass immer mehr Menschen sich auf diese Art der Mitteilung konzentrieren. Nicht nur Blogger ziehen daraus ihre Vorteile, sondern auch die, die ihre Einträge lesen.

Samstag, 1. Oktober 2016

Nichts ist gewisser als der Tod, nichts ist ungewisser als seine Stunde

Samstag, 01. Oktober 2016:
Nichts ist gewisser als der Tod, nichts ist ungewisser als seine Stunde.  


Unsere Katze ist tot

Das Leben verlangt manchmal von uns, dass wir Dinge einstecken, für die wir gar keine Taschen haben.

Menschen sind traurig, wenn ihr Haustier stirbt und ich bin da keine Ausnahme.
Für mich hat der Tod keine Macht mehr.
Mein Gebet habe ich so formuliert: „Gott, wenn Du auch für Katzen da bist, dann kümmere Dich bitte um unsere Trixie.“
 


Ruhe in Frieden
Von ihr habe ich mich sehr bewusst verabschiedet. Gestreichelt habe ich sie noch einmal, als sie tot vor mir lag. Hinter den Ohren gekrault und über ihren kleinen, zarten Körper gestrichen. Meine Hand auf die Pfötchen gelegt - das hat mir geholfen.

Beerdigt habe ich sie an einem ruhigen, idyllischen Ort… in einer schönen Holzkiste mit ihrer Lieblingsdecke.
Es hat bisher den ganzen Tag geregnet, passend zu meiner Stimmung, aber kaum hatte ich Trixie begraben, kämpfte sich die Sonne durch die dichten, grauen Wolken – ein schönes Zeichen.

Ich akzeptiere, dass es Fragen gibt, die niemand beantworten kann. Nicht in diesem Leben.

Ich vertraue darauf, dass alles gut wird, wenn die Zeit dazu gekommen ist.
Meine Gedanken sind ruhiger geworden.

„Ein Tierfreund zu sein gehört zu den größten seelischen Reichtümern des Lebens.“
(Richard Wagner)

Freitag, 30. September 2016

Herbstanfang - Der Herbst ist ein zweiter Frühling

„Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.“

Albert Camus, französischer Schriftsteller, Philosoph und Literaturnobelpreisträger hat diesen bemerkenswerten Satz geschrieben.
„Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.“

Es sind Worte, die mir so kurz vor Erntedank oft durch den Kopf gehen.
Wenn ich jetzt an den Frühling denke, sehe ich Pflanzen vor mir, die erstmalig im Jahr erblühen.
Denke ich an Menschen, die mir unterwegs begegnen. Und alle strahlen eine gewisse Fröhlichkeit aus.
Gerade die ersten Sonnenstrahlen im März tun mir besonders gut.
Ich kann die Veränderungen deutlich spüren und riechen.
Es hat etwas Belebendes, genau das, was ich nach einem langen Winter brauche.


Der Herbst ist ein zweiter Frühling. Es gibt einen Grund, die beiden Jahreszeiten miteinander in Beziehung zu setzen: Am ersten Frühlingstag im März und am ersten Herbsttag im September sind der Tag und die Nacht genau gleich lang.
Nur: Nach dem Frühlingsanfang werden die Tage immer länger und die Nächte immer kürzer. Nach dem Herbstanfang ist es genau umgekehrt.


Die ersten Tage und Wochen im September sind - ähnlich wie im Frühling - von bestimmten Pflanzen geprägt. Von Leben also, auch von vielen Farben, die mich an den Bäumen faszinieren.
Und mit den Obst-Ernten und den Erntedank-Gottesdiensten kommen die Mittel zum Leben sozusagen ins Haus.
Auch das hat etwas Belebendes.
Wenn dann die Tage merklich kürzer werden und die Regengüsse deutlich kühler, ertappe ich mich hier und da, wie ich mich nach etwas sehne, was ich nun gerade nicht haben kann.
So etwas wie einen Frühling. Der Herbst ist leider doch kein zweiter Frühling.


Vielleicht meinte Albert Camus genau das. Dass ich mich gerade an Tagen, die mir nicht so gelingen, daran erinnern lasse, was mich im Leben bisher getragen hat und auch zukünftig tragen wird.
Dass ich gerade dann, wenn ich mich nicht so wohl fühle, an Situationen, Erlebnisse, Erfahrungen erinnere, die mir gut getan haben.
Es lohnt sich, die schönen und guten Tage im Leben im Herzen zu bewahren.
So steht es uns in nachdenklichen oder auch traurigen Zeiten zur Verfügung.



Einen schönen Herbst wünsche ich Euch!

Sonntag, 25. September 2016

Bunkerwanderung in Nohfelden

25. September 2016:
Der "Nahe.Wander.Sommer 2016" bietet 19 erlebnisreiche Wandertouren, die die ganze Vielfalt der Region zwischen dem Bostalsee im Saarland und dem Rhein bei Bingen zeigen.
Eine davon ist die Bunkerwanderung in Nohfelden am heutigen Tag, die um 13.30 Uhr am Golfpark Bostalsee nahe dem Ortsteil Eisen startet.
Die Wanderung unter sachkundiger Führung von Peter Waltje bringt uns auf einer Länge von ca. 8 Kilometern zu Bunkeranlagen rund um Nohfelden-Eisen.

Munitionsunterstand M 217

Im Saarland haben sich im Landkreis St. Wendel noch viele Bunker der 1938 eingerichteten Luftverteidigungszone (LVZ) West erhalten, davon 14 in und um Nohfelden-Eisen.
Da sich hier neben Gefechtsständen und Flakbatterien auch Mannschaftsunterstände, Munitionsbunker und Kleinstbauwerke finden, konnten wir einen umfassenden Eindruck von den verschiedenen Bautypen der LVZ West gewinnen.

Zu sehen gibt es u.a. einen Munitionsunterstand (M-Stand) mit der taktischen Nummer M 217, der auch betreten werden kann.
Bei den M-Ständen handelt es sich um Lagerbunker für Munition. Sie sind nicht für die Unterbringung von Truppen gedacht, also auch nicht gasdicht ausgelegt und besitzen demzufolge auch keine Gasschleuse.

Die beiden Räume der Anlage können durch jeweils eine 1,80 m hohe Stahltür betreten werden, die allerdings, entgegen der Vorgaben des Regelbauplanes, nicht 1,20 m sondern lediglich 0,80 m breit ist.
Von diesem Bauwerk existiert auch eine leichte Variante (MI) mit nur einer Tür und dünneren Außenwänden und Decke.
Das hier vorhandene Bauwerk ist eines von noch vier intakt erhaltenen im Saarland und das einzige, was mit seinen seltenen Originaltüren ausgestattet ist. 

Doppelgruppenunterstand U 218

Weiter geht es zu einem Doppelgruppenunterstand mit flankierender Anlage (U-Stand) mit der taktischen Nummer U 218, der ebenfalls betreten werden kann.
U-Stände sind Unterkunftsbunker für zwei Infanteriegruppen, die als reine Schutzbauten für die Truppe verwendet wurden, die zum Führen des Feuerkampfes die Anlage verlassen musste.
Die flankierende Anlage, obwohl in der Regel mit einem leichten MG ausgestattet, diente in der Hauptsache der Verteidigung des Eingangsbereichs.

Eine Nebenaufgabe begründet sich in der Forderung, dass diese so anzuordnen sei, dass ein Bestreichen benachbarter Anlagen möglich sein sollte.
Von diesem Bauwerk existiert auch eine sehr häufig ausgeführte Variante ohne flankierende Anlage.
Der hier vorhandene Bunker ist gemäß dem Regelbauplan spiegelbildlich ausgeführt worden.
Die Wand- und Deckenstärke beträgt 1,50 m Stahlbeton (Eingangsseite 1,00 m), die Stärke der Panzerbauteile 30 mm.
Die Anlage ist gasdicht ausgelegt und sollte mit einem Sehrohr ausgestattet werden.


Nur ein paar Schritte weiter gibt es an der restaurierten Bunkeranlage in Eisen die auf Vorbestellung gelieferte Erbsensuppe mit Würstchen.

B-Stand Sonderkonstruktion (unten links Munitionsloch)


Nach der kleinen Stärkung besichtigen wir den Maschinengewehrschartenstand mit Mauerscharte (B-Stand Sonderkonstruktion SK).
Bei den B-Ständen handelt es sich um die einzige Kampfanlage der Luftwaffen-Regelbauentwürfe.
Der hier vorhandene Bunker ist eine Sonderkonstruktion, da die im Regelbau vorgesehene Schartenplatte von 120 mm Stärke durch eine Mauerscharte (Treppenscharte), die zusätzlich mit einer schwächeren Schartenplatte verstärkt ist, ersetzt wurde.
Eine solche Variante des B-Standes wurde in der LVZ West bis dato erst zwei Mal gefunden.
Auch diese Anlage ist gasdicht ausgelegt und sollte mit einem Sehrohr ausgestattet werden.
Im Inneren des Bunkers ist u.a. die Schartenlaffette 08 zu sehen, auf der Peter Waltje ein MG 34 montiert hat. 

Bei diesem Bunker ist das "Munitionsloch" gut zu sehen.
Das Lüftungsrohr des Gebäudes knickt mindestens zweimal im 90-Grad-Winkel ab. Das schluckte im Falle einer Detonation einen großen Teil der Druckwelle und diente zudem als Splitterschutz.
Ein Rohr läuft allerdings gerade durch den Beton und mündet vor dem Eingangsbereich. Wurde von feindlichen Truppen eine Granate in das Lüftungsrohr geworfen, was die einzige Verbindung nach außen darstellt, fiel sie einfach durch und rollte vor den Bunker – da hat jemand mitgedacht.


Im B-Stand (Peter Waltje an Schartenlafefette mit MG 38)
An diesem Platz gibt es weitere interessante Dinge zu entdecken, u.a. die "Kochbunker".
Diese Ringstände sollen von einem aus Ostpreußen stammenden General Fiedler entwickelt worden sein, der an der Ostfront die Problematik von Schützenlöchern erkannt hatte, speziell wenn sich ein Panzer auf diesen dreht, und der zudem Besitzer einer Betonröhrenfabrik war.
Der Name stammt wohl von der Truppe, die diese Stände aufgrund ihrer Form "Kochtopf" nannten, woraus dann später der Begriff "Kochbunker" wurde.

Eine andere Theorie besagt, dass sie eine Entwicklung des ehemaligen Gauleiters von Ostpreußen, Koch, sein sollen.
Sie wurden im Jahre 1944 in das Stellungsbauprogramm aufgenommen und über 5.000 Mal in der Weststellung gebaut. Auch sie dienten dazu, Lücken in der Feuerlinie zu schließen.

Die "Kochbunker" stellen wohl die letzte Entwicklungsstufe der Ringstände dar.
Im Wesentlichen bestanden sie aus einer 1,70 cm hohen Betonröhre mit einer Wandstärke von 10 cm und einer seitlichen Zugangsöffnung von 75 cm Höhe. Darauf wurde dann ein Betonring mit einer Öffnung von 80 cm Durchmesser aufgesetzt. Die einzelnen Teile waren vorgefertigt und mussten nur noch eingebaut werden.
Die Einsatzmöglichkeiten der "Kochbunker" waren sehr vielfältig, so konnten sie als MG- Stand, als Beobachter mit einer kleineren Öffnung, als Unterstand mit verschlossenem Deckel, als Panzerfauststand oder sogar als erweiterter Unterstand verwendet werden, wobei zwischen zwei vertikal eingebauten Röhren eine dritte horizontal angeordnet wurde.
Die hier eingebauten Exemplare stammen aus dem Bereich Blieskastel.

Betonverstärkte MG-Stellung

Zuletzt sehen wir noch eine Betonverstärkung für MG-Stellungen, die aus dem Bienwald bei Bad Bergzabern stammt.
Als im Herbst 1939 die Anlagen des Westwalls besetzt wurden, erkannte man recht schnell, dass mit den vorhandenen Bauwerken nicht die geforderte durchgehende Feuerlinie erreicht werden konnte. Um diese Forderungen zu erfüllen und einen größeren Schutz der Schützen zu erreichen, verstärkte man feldmäßige MG-Stellungen mit Beton. Diese Betonverstärkungen gab es in verschiedenen Ausführungen, die stärkste war Ausbaustufe C - 60 cm - mit einer Panzerplatte als Verstärkung der Treppenscharte. Das hier gezeigte Exemplar ist eine sehr leichte Form, bei der man auf eine Treppenscharte wie auch eine Panzerplatte verzichtet hat. Ein gewisser Schutzwert ergibt sich jedoch dadurch, dass der größte Teil der Vorderseite angeerdet wurde.

Stilecht angereist

Viel zu früh geht es schon zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Auf die Veröffentlichung der GPS-Daten wurde absichtlich verzichtet.

Samstag, 24. September 2016

25 Jahre "Nevermind"

24. September 2016:
Vor 25 Jahren erschien "Nevermind" von Nirvana.
Bis heute gehört der Klassiker mit Songs wie "Smells like Teen Spirit" zu den erfolgreichsten Rock-Alben aller Zeiten.

Das legendäre Cover

Genauso legendär ist bis heute auch das Cover.
Wer erinnert sich nicht an das Baby, das nach einer Dollarnote taucht?


Für die US-Zeitung "New York Post" sprang das "Baby" jetzt noch einmal in das gleiche Schwimmbecken im "Pasadena Rose Bowl Aquatic Center" in Los Angeles - diesmal allerdings in Badehosen.

Spencer Elden heißt der junge Mann übrigens, der im zarten Alter von vier Monaten zur Grunge-Ikone wurde. 200 Dollar gab es vor 25 Jahren für das Foto.
Spencers Eltern gingen damals davon Taccos essen.

Damit er dieses bedeutende Ereignis in seinem Leben nie vergisst, hat sich Spencer mittlerweile den Album-Titel "Nevermind" auf die Brust tätowieren lassen.


Quelle: Berliner Zeitung

Dienstag, 20. September 2016

Unterwegs auf dem Hunsrückbahn-Wanderweg

19. September 2016:
Heute unterwegs auf dem Hunsrückbahn-Wanderweg.

Er führt - mal in Sichtweite, mal direkt entlang der Hunsrückbahn - zu den schönsten Aussichtspunkten entlang der Strecke. In der zweiten Hälfte teilt er sich den Weg auf manchen Passagen mit der Traumschleife "Elfenlay". 


Das Hubertusviadukt
Der Hunsrückbahn-Wanderweg beginnt direkt am Bahnhof Emmelshausen und endet am Bahnhof Boppard (Hbf).
Er führt immer im Geleit der Hunsrückbahn vorbei an Schluchten, Tunneln und Viadukten. Auf Infotafeln findet man die Fahrplanzeiten, an denen die Hunsrückbahn vorbeifährt - ideal für erinnerungswürdige Schnappschüsse!

Vom Aussichtspunkt an der Liesenfeldhütte genießt man den Blick auf das eindrucksvolle Hubertusviadukt, das die Schlucht überspannt, von oben.
Der Wanderweg hat eine Länge von 16,9 km und ist in beiden Richtungen sehr gut ausgeschildert.

Von Koblenz bis Rüdesheim erstreckt sich das 67 km lange UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal mit der Loreley – und mittendrin liegt Boppard. Ob die St.-Severus-Kirche, die Karmeliterkirche, das Römerkastell der Remigiusplatz, die Sesselbahn oder der Mittelrhein-Klettersteig - Boppard ist immer einen Besuch wert.
Die Stadt liegt inmitten einer „Perlenkette von Burgen“ entlang des Mittelrheins. Direkt am Rheinufer liegt die Kurfürstliche Burg, in deren Mauern sich seit rund 100 Jahren das städtische Museum befindet.

Vom Hauptbahnhof Boppard geht es mit eben jener Hunsrückbahn zurück nach Emmelshausen.
Landschaftlich ist diese 15 km lange Fahrt kaum zu überbieten. Tief eingeschnitten in den Hunsrückschiefer liegen die Schienen der Hunsrückbahn.
Die Besonderheit dieser Strecke ist der enorm große Höhenunterschied, den die Bahn zu überwinden hat, sowie die bestechend schöne Landschaft des Hunsrücks und des Mittelrheintales.
Die Hunsrückbahn gilt als die steilste, fahrplanmäßig betriebene Strecke Deutschlands und wird seit 2011 von Rhenus Veniro betrieben.
Die Züge fahren auf dem 8,5 Kilometer langen Steilstreckenabschnitt zwischen Boppard und Buchholz über zwei eindrucksvolle Viadukte, das Hubertus- und das Rauschenlochviadukt, durch fünf Tunnel (Kalmut-, Talber-, Rauherberg-, und Hinterburdentunnel 1 und 2) und überwinden einen Höhenunterschied von 336 Metern.


Die Fahrt dauert ca. 25 Minuten und der Einzelfahrschein kostet 4,70 Euro.

Traumschleifenverwöhnte Wanderer werden evtl. etwas enttäuscht sein. Gerade entlang des Industrieparks Hellerwald versprüht der Weg wenig Charme, trotzdem hat er es geschafft, bleibende Eindrücke bei mir zu hinterlassen.
Nicht nur die Herbstzeitlosen auf den Wiesen kündigen an, dass es bald soweit ist, auch die Bäume lassen schon ihr Blätterkleid fallen...
Moment, da war doch was...
"es blühen Herbstzeitlose, sagen tröstend zu mir: Was macht es schon, wenn ich einmal verlier'?"
 

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=bllrbjwsnxqpicxl

Sonntag, 18. September 2016

Nur Geld

Ein irisches Sprichwort lautet: "Manche Menschen sind so arm, dass sie nur Geld haben." 

Andere sagen jetzt vielleicht "So arm wäre ich gerne."
Allerdings fehlt denen dann offensichtlich der Blick für den Reichtum des Lebens.
Viel Geld zu haben, klingt zwar verlockend… was ich mir alles leisten könnte…


Aber genießen kann ich das alles doch nur, wenn es mir umfassend gut geht.
Wenn ich Freunde habe, die sich freuen, wenn sie mich sehen.
Wenn ich eine Nachbarschaft habe, vor der mir nicht graut und wenn ich auch relativ gerne zur Arbeit gehe.
Und wenn ich dazu noch gesund bin, das wäre ja auch nicht zu verachten.

Natürlich, ohne Geld geht vieles nicht oder nicht so gut. Und jeder darf froh sein, wenn er nicht jeden Euro zweimal umdrehen muss, bevor er sich etwas kauft.

Aber nur Geld allein ist zum Leben viel zu wenig.

Im Evangelium Matthäus, 16. Kapitel, Vers 26 steht: "Was würde es dem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele."
Die Bibel spielt damit auf eine Erfahrung an, die so alt ist wie die Menschheit: Immer wieder träumen Menschen den Traum, dass sie sich selber genug sind, dass sie nur genug Geld und Güter brauchen, um gut leben zu können.
Das Motto "Mein Haus, mein Auto, meine Yacht" hat sicher jeder schon mal gehört.

Der Traum, selbstbestimmt und unabhängig zu leben, ist ein schöner Traum – wenn alles glattgeht.

Aber manchmal merke ich, wie wertvoll es ist, dass ich zum Leben anderer Menschen dazugehören darf.
Wie gut es tut, dass sich Menschen einen guten Morgen wünschen oder sich die Türe aufhalten.
Wie kostbar, dass sich Menschen Zeit nehmen, wenn sie sich brauchen.
Oder wie schön ist es, wenn es jemanden gibt, der sich dafür interessiert, wie es mir geht und wie ich mich fühle.
Dann spüre ich Leben, das ich mir mit Geld nicht kaufen kann.
Dann gewinne ich Hoffnung, Vertrauen und Lebensmut.
So erschließt sich mir erst wirklich die Weite und Vielfalt menschlichen Seins.

Es stimmt: "Was würde es dem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele."

Donnerstag, 15. September 2016

Von Jochen Stilfser und dem Goldsee-Trail

14. und 15. September 2016:
Bike-Urlaub in den Dolomiten:

Das Stilfser Joch im Vinschgau

Superlative gibt es in den Alpen etliche.
In Südtirol ist vor allem einer berühmt-berüchtigt: Das Stilfser Joch im Vinschgau, die höchste Passstraße Italiens.
Härtetest mit dem Rennrad oder Mountainbike: 48 Kehren zum Pass auf 2.757 m Höhe.

Zum Vergrößern anklicken

"Die Königin der Passstraßen" und "Höchster Rummelplatz Europas" sind die beiden meistgebrauchten Beinamen des Stilfser Jochs. In wie weit diese Bezeichnungen tatsächlich zutreffen, kann jeder selbst beurteilen.
Unbestritten ist jedoch, dass es sich mit 2.757 m Höhe nicht nur um den höchsten Gebirgspass Italiens handelt, sondern – sofern man die Cime de la Bonette, bei der es sich definitiv um keinen Pass im geografischen Sinne handelt, nicht mitzählt – nach dem Col de l’Iseran um die zweithöchste Passstraße der Alpen, und dass die klassische 48-Kehren-Auffahrt von Prad wohl zu den bekanntesten und prestigeträchtigsten Anstiegen Europas gehört.
Das Stilfser Joch ist ein Übergang zwischen Südtirol und der Lombardei, genauer gesagt zwischen dem oberen Veltlin und dem Vinschgau. Der Pass wird im Süden eingerahmt vom Ortler-Massiv mit dem Ortler (3.905 m) und dem Monte Scorluzzo (3.094 m) als bekanntesten Gipfeln, so dass auch für ein angemessen grandioses Panorama auf der Anfahrt gesorgt ist.

Die Garibaldi-Hütte
Berühmtestes Fotomotiv dürfte jedoch die Kehrenfolge auf dem Schlusshang der Ostseite sein. Das Stilfser Joch liegt inmitten des gleichnamigen Nationalparks. Die Straße zählt auf Südtiroler Seite 48 und auf Veltliner Seite 34 Kehren. Man wird mit grandiosem Panoramablick auf die Ortlergruppe und die Ötztaler Alpen belohnt.

Kehre um Kehre schraubt sich die Straße bei durchschnittlich 9-11% und maximal 15% Steigung nach oben.
Bis zur Kehre 31 führt die Strecke durch den Wald und nach dem ersten Drittel geht einem durch den Kopf: "Kann nicht mehr so schlimm werden." Oh doch! Die Kehre 29 liegt knapp unter der Baumgrenze und öffnet den Blick auf das zentrale Bergmassiv im Nationalpark Stilfser Joch, den vergletscherten Ortler.

Ab der 24 ist der Blick frei und man ahnt, was tatsächlich noch alles auf einen zukommt. Am besten einfach nur treten und das wirklich unglaubliche Panorama genießen.
Weniger Trainierte greifen spätestens am Berghotel Franzenshöhe (2.188 Meter) beim Blick nach oben auf ihre Motivationsreserven zurück.
Aber keine Sorge. Spätestens in der Kehre 14 erreicht der Endorphinspiegel eine ungeahnte Höhe (oder es geht eben gar nichts mehr).


Die letzten Kurven bis zum Pass sind durch die dünne Höhenluft für alle nicht ohne.
Und dann... Endlich! 48 Kehren bezwungen, 2.757 m Passhöhe erreicht, runter vom Rad, Blick zum Ortler, ganz, ganz tief durchatmen und nur noch genießen. Nach einer kurzen Pause geht es weiter hoch zur Garibaldi-Hütte, wo wir eine Übernachtung gebucht haben. Nur das nötigste haben wir in unseren Rucksäcken, schließlich mussten wir alles mühsam hochstrampeln.
Ein schöner Abend bleibt uns im Gedächtnis...

Am nächsten Morgen... der legendäre Goldsee-Trail erwartet uns - ein spektakuläres Trail- und Naturerlebnis mit Gletscherblick.
Die Strecke vom Stilfser Joch bis nahe Glurns ist eine fahrtechnische Herausforderung. Schnell den Schlaf aus den Gliedern schütteln, warm einpacken und los geht's.

Dieser tolle Trail schlängelt sich an den Hängen entlang, nähert sich langsam dem noch weit entfernten Vinschgau, welches man aber in der Ferne schon erkennen kann. Wenn der Blick nach rechts schweift, ist das mächtige Ortlermassiv zu sehen, das bisher noch in Wolken gehüllt ist und hinter uns erstreckt sich der Gletscher des Sommerskigebietes des Passo Stelvio. Anfangs zieht sich der Trail glatt und schmal an der Bergflanke entlang. Man kann es richtig fliegen lassen, denn es stellt sich einem nichts in dem Weg. Einzig der Blick auf das Orltermassiv, welches direkt gegenüber dem Goldseetrail liegt, lädt zu kurzen Pausen ein.
Es geht weiter, immer diesen fast endlos wirkenden Kurven entlang, die sich um die Bergflanke in leichtem Gefälle herumschlängeln – ein wahrer Rausch ist vorprogrammiert.


Nach den ersten Kilometern ändert der Trail seine Charakteristik und wird etwas verblockter, weil er mehr oder weniger mitten durch ein Geröllfeld führt. Allerdings ist er dort immer noch gut zu fahren – er ist hier nur etwas technischer und nicht mehr einfach zum rollen.

Aber ein bisschen Abwechslung ist schließlich immer gut.
An der Glurnser Alm steigt man in den Weg mit der Nummer 24 ein, der bis nahe Glurns führt. Durch den Ort geht es weiter zum Ausgangspunkt nach Prad.


Freitag, 2. September 2016

Was wirklich zählt

Eine alte Geschichte behandelt die Frage: "Worauf es eigentlich im Leben ankommt"

Drei Frauen kommen an einen Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Sie sprechen unterwegs von ihren drei Söhnen. "Meinen Sohn solltet ihr singen hören", sagte die erste, "das klingt so schön, als wenn eine Nachtigall singen würde."

Die zweite sagte: "Mein Sohn ist stark und schnell. Er schleudert einen Stein fast bis zu den Wolken und fängt ihn dann wieder auf."


Die dritte Frau schweigt. Da fragten die anderen: "Und dein Sohn?"
"Was soll ich erzählen", sagt sie, "mein Sohn ist ein junger Bursche wie andere auch."


Nun machten sich die drei Frauen auf den Heimweg. Die Sonne brennt, der Wassereimer wird schwerer und schwerer.
Da kommen den drei Frauen deren drei Söhne entgegen.
Der erste singt so schön wie eine Nachtigall, der zweite schleudert ständig Steine in die Luft und fängt sie wieder.
Der dritte Sohn aber läuft zu seiner Mutter und nimmt ihr den Eimer ab.

Ein alter Mann neben dem Brunnen hat alles mit angesehen. Eine der drei Frauen fragt ihn: "Nun, was sagst du zu unseren drei Söhnen?"
"Drei Söhne?", fragte der Alte, "Ich sehe nur einen."