Dienstag, 19. Januar 2016

Engpässe im Selbstverteidigungssektor

Kann man sich in Deutschland bald überhaupt nicht mehr auf die Straße trauen?

Die Engpässe im Selbstverteidigungssektor werden jedenfalls immer dramatischer, seitdem sich die Bundesbürger nach den Ereignissen in der Kölner Silvesternacht wie wild mit Waffen und Abschreckungsmitteln eindecken.

Elektroschocker und Schreckschusspistolen sind schon ausverkauft, Kalaschnikows gibt es praktisch nur noch auf dem Schwarzmarkt – und jetzt machen auch noch Schreckensnachrichten die Runde, dass die bei besorgten Bürgern beliebte Alternative zum Pfefferspray kaum noch in den Läden erhältlich ist.


Nach Köln Mangelware: Pfeffer- und Salzmühlen
Pfeffermühlen nicht mehr zu bekommen 
Während die Internetversandgroßhändler amazon und Zalando schon keine Pfeffermühlen mehr in der Signalfarbe Rot im Bestand haben, melden inzwischen auch ganze Regionen den kompletten Ausverkauf der Selbstverteidigungsmittel.

Gerade in gentrifizierten Gegenden werden diese Horrormeldungen mit großer Besorgnis aufgenommen. Maike Schwäbli aus dem Berliner Stadtteil Mitte beispielsweise setzt schon seit Jahren auf eine Pfeffermühle als wirksame Waffe gegen potenzielle Angreifer, wenn sie ihre zwei Kinder mit dem SUV zur 100 Meter entfernten Schule bringt.

Deutschlands Bürger rüsten auf
Pfefferspray bewusst lebenden Bürgern zu unsicher
"Im Gegensatz zum Pfefferspray weiß ich bei der Mühle genau, was sich darin befindet, und kann mir sicher sein, dass der Pfeffer hundertprozentig vegan ist", sagt die Hundemodenbloggerin. "Wenn die Pfeffermühlen jetzt ausverkauft sind, weiß ich nicht mehr, was ich tun soll. Die aus der Küche nehme ich aus hygienischen Gründen ganz bestimmt nicht!"

Schwäbli sieht nun die Politik gefordert. "Da müssen jetzt eben die Streusalzreserven unter den besorgten Bürgern verteilt werden", so die Berlinerin, die nach den Kölner Vorfällen ihren Flüchtling gegen eine schwedische Stehlampe getauscht hat. 

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