Samstag, 28. November 2015

Musik, die bewegt - Teil 7

Wir schreiben Ende November… es regnet.
Wer sich nur ein bisschen für Musik interessiert und nach einem treffenden Musiktitel für diese Szenerie gefragt wird, dem wird sofort etwas einfallen, denn was liegt näher als November Rain?
Nun passt mein vorheriger Kakao-Post nicht unbedingt hierzu, denn Guns N’ Roses haben mit Kakao ungefähr so viel gemeinsam wie ein Rabe mit einem weißen Hemd.
Whisky ist da wohl angemessener.
Use Your Illusion I - September 1991

November Rain („Novemberregen“) ist ein Lied der amerikanischen Hard-Rock-Band Guns N’ Roses, das als 10. Titel auf dem Album Use Your Illusion I enthalten ist. Geschrieben wurde das Stück von Sänger und Frontmann Axl Rose.
Der Song ist eine Ballade von zirka neun Minuten Länge, und reiht sich damit in die Liste bekannter epischer Balladen wie „Stairway To Heaven“ von Led Zeppelin oder „Bohemian Rhapsody“ von Queen ein. Hauptsächlich hört man im gesamten Lied das Klavier und die Stimme von Axl Rose sowie viele lange Soli von Slash. Nach zirka 7 Minuten setzt ein raues Gitarrensolo ein, das bis zum Ende andauert.

Durch den Text lässt sich besonders erkennen, dass es sich um eine Ballade handelt.
Hier ein paar Auszüge des Textes als Vorgeschmack. Der gesamte Text inkl. deutscher Übersetzung ist im Internet zu finden.

Anfang:

When I look into your eyes
I can see a love restrained
But darlin’ when I hold you
Don’t you know I feel the same
But nothin’ lasts forever
And we both know, hearts can change
And it’s hard to hold a candle
In the cold november rain




Deutsche Übersetzung:

Wenn ich in deine Augen sehe
Kann ich eine unterdrückte Liebe sehen
Aber Liebling wenn ich dich festhalte…
Weißt du nicht, dass ich dasselbe fühle?
Aber nichts hält für immer
Und wir beide wissen, dass Gefühle sich ändern können
Und es ist schwer, eine Kerze zu halten
im kalten Novemberregen 



Manchmal brauche ich etwas Zeit... für mich allein.
Manchmal brauche ich etwas Zeit... ganz allein.
Jeder braucht etwas Zeit... für sich allein.
Weißt du nicht, dass du etwas Zeit brauchst... ganz allein?


Also mach dir keine Sorgen wegen der Dunkelheit.
Wir können immer noch einen Weg finden.
Denn nichts hält ewig,
sogar kalter Novemberregen.

Freitag, 27. November 2015

Können wir endlich mal über Kakao reden?

In der kalten Jahreszeit sind heiße Getränke beliebt.
Zu den Klassikern zählen sicher Kaffee und Tee.
In der Advents- und Weihnachtszeit wird zudem gerne Glühwein getrunken.
Meine persönlichen Favoriten sind allerdings heißer Apfelsaft mit Amaretto oder ein guter Kakao.

Kakao bzw. Heiße Schokolade gibt es in verschiedenen Variationen in Pulverform zu kaufen, aber selbst so etwas Einfaches schmeckt viel besser und ist auch gesünder, wenn man es aus hochwertigen Zutaten selbst herstellt. Zum Frühstück oder jederzeit zwischendurch als süße Kleinigkeit mit Mini-Marshmallows drin.

Das Mischungsverhältnis zwischen natürlichem Kakaopulver und Zucker ist reine Geschmackssache und muss individuell ausprobiert werden.

- 6 EL hochwertiges (alkalisiertes) Kakaopulver, z.B. „Bensdorp KAKAO“
- 6 EL Rohrzucker
- Evtl. 1 Prise gemahlenen Zimt (nach Belieben)
  Alternativ Vanille- oder Cayennepfeffer-Pulver
- 1,5 Liter Bio-Vollmilch
- 50 g Mini-Marshmallows (nach Belieben)

Etwas Milch in einem Topf auf schwacher bis mittlerer Hitze erwärmen.
Kakaopulver, Zucker und evtl. Zimt darin mit einem Schneebesen zu einer Paste verrühren, bis der Zucker sich aufzulösen beginnt.
Wichtig: Die Milch muss warm sein, sonst bilden sich leicht Klümpchen.
Die restliche Milch zufügen und weiter umrühren, bis alles gut vermischt und heiß ist.
In Tassen gießen und nach Geschmack Marshmallows dazugeben.

Kaufen Sie hochwertiges, ungesüßtes Kakaopulver mit mindestens 75 Prozent Kakaoanteil.
Diesen kann man luftdicht verpackt lange Zeit an einem kühlen, dunklen Ort lagern.

Bei alkalisiertem Kakao wird mittels eines "Dutching" genannten Verfahrens die Säure neutralisiert, sodass er milder schmeckt.

Nehmen Sie keine Fertigmischung für heiße Schokolade, die viel Zucker und zusätzlich Milchpulver enthalten.

Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln hat Kakao relativ viele Kalorien, 100 Gramm Kakaopulver bringen es auf etwa 350 Kalorien.

Kakao ist schon seit Jahrhunderten ein gefragtes Lebensmittel, bereits die Majas und Azteken haben sich am feinen Geschmack des Kakaos erfreut. Doch während sie aus den Kakaobohnen noch ein bitterscharfes Getränk brauten, entwickelte sich der Kakao in Europa erst durch die Vermischung mit Zucker zu einem beliebten Luxusgetränk. Heute gibt es vielfältige Verwendungsmöglichkeiten für Kakaopulver. Doch egal ob eine Tasse heiße Schokolade, ein Stückchen Kakaokuchen oder eine Tafel Schokolade: Das süße Pulver tut unserer Seele gut.

Schätzungen zufolge sind im Kakao insgesamt etwa 300 verschiedene Inhaltsstoffe vorhanden. Zu diesen Inhaltsstoffen zählen auch Serotonin und Dopamin, die beim Menschen eine stimmungsaufhellende Wirkung hervorrufen und das Wohlbefinden steigern können.

Roher Kakao ist sehr reich an Magnesium, schützt die Zellen mit wichtigen Antioxidantien und liefert verschiedene Inhaltsstoffe, die das Glücksgefühl steigern. Der hohe Calciumgehalt im Kakao unterstützt die Weiterleitung von Muskel- und Nervensignalen und stärkt die Knochen. Er fördert auch die Verdauung, unterstützt die Produktion verschiedener Glückshormone und senkt den Blutdruck. Kakao entspannt den Körper und sorgt gleichzeitig für mehr Konzentration und Energie.

Donnerstag, 26. November 2015

Grausen vor dem Monster

Die menschlichen Reaktionen auf Spinnen reichen von Panik und Ekel bis hin zur Faszination.
Zumindest in Haus und Wohnung sind die Achtbeiner bei den meisten Leuten aber nicht allzu gern gesehen. 

Die Spinne scheint ein uns Menschen überlegenes Wesen zu sein, da wir ihr so eine irrationale Angst entgegenbringen.
(Michael Josef Sommer)

 
Jahr für Jahr vertilgen alle Spinnen, die auf einem Hektar Wiesenland leben, die gigantische Menge von 50.000 Kilogramm Insekten, informiert die Deutsche Wildtier-Stiftung.
Kaum auszudenken, mit wie vielen Mücken, Fliegen und anderen lästigen Plagegeistern wir jeden Sommer zu kämpfen hätten, würden Spinnen deren Bestände nicht erfolgreich dezimieren.

Auf der Wiese dürften sie die meisten Menschen auch kaum stören.
Gerade im Herbst aber suchen sie in großer Zahl Unterschlupf in Häusern und Wohnungen. Und da hört für viele der Spaß auf. 


Wenn es draußen kalt und neblig ist, zieht man sich gerne in eine kuschelige, warme Ecke zurück und möchte es sich bis zum Frühling gemütlich machen.
Das geht nicht nur den Menschen so. In unseren Wohnungen haben wir es jetzt wieder vermehrt mit Spinnen zu tun.
In verborgenen, ruhigen Ecken, hinter den Möbeln, in Ritzen und an anderen ungestörten Orten suchen sie sich ein gemütliches Plätzchen, um die kalten Monate hinter sich zu bringen. 

Die Krabbeltiere kommen zwar gerne an die Wärme, merken aber offenbar erst in der Wohnung, dass ihnen das Klima dort nicht bekommt.

Spinnen, die im Herbst an die Wärme kommen, überleben meist nicht lange. Unsere Wohnungen sind für sie zu trocken, sie trocknen entweder aus und sterben, oder sie verlassen unsere Räume wieder, um sich eine feuchtere Umgebung zu suchen. Das Problem löst sich in der Regel also ganz von alleine.

Die bekannten Kreuzspinnen, Wolfsspinnen und die beeindruckend großen Winkelspinnen suchen im Herbst eine Stelle auf, an der sie vor den tiefen Temperaturen geschützt sind.

Ich stelle mir die Frage, wonach sich Spinnen orientieren.
Licht?
Wärme?
Vibrationen?
Menschen?
Nahrungsquelle?
Oder einfach nur zielloses umherkrabbeln? 


Als männliche Person trifft man Spinnen im Haus sowieso kaum noch in freier Wildbahn an. Entweder sind sie bereits getötet oder befinden sich gefangen in einem (umgedrehten) Glas zwecks Entsorgung.

Die Spinne in der Ecke wird jedenfalls immer fetter...

Montag, 23. November 2015

Herbsttour der Radpiraten

Sonntag, 22. November 2015:
Nach den Regenfällen der letzten Tage geht mir heute das Herz auf, denn ich blicke nach dem Aufwachen in einen blauen Himmel. Kurz darauf lässt sich auch die Sonne sehen.
Unsere Radsaison 2015 neigt sich dem Ende zu und so ist nun der Sonntagmorgen wieder fester Bestandteil in meinem Terminkalender.
Um 10:00 Uhr, heute ausnahmsweise schon um 09:30 Uhr, treffen wir uns am Wanderparkplatz im Herborner Wald zu unserer üblichen 10-km-Runde.
Michael und ich sind die einzigen aus unserem Lauftreff, die bei schönem Joggingwetter den Weg gefunden haben.
Zusammen läuft es sich viel schöner. Allerdings gehört der Trainingspartner zu den häufigsten Fehlerquellen beim Joggen. Ist er zu schnell oder zu langsam, mindert das die eigene Leistung. Wir beide laufen das gleiche Tempo und harmonieren daher sehr gut.
Es ist ganz schön frisch, mein Auto zeigt mir 1,5 bis 2 Grad. Nächstes Mal muss ich meine Handschuhe mitnehmen und eine Thermo-Hose wäre auch von Vorteil.
An vielen Stellen zeigt sich Reif, der silbern schimmert. Ein paar tiefe Atemzüge und es geht los. Herrlich ist es hier im Wald. Weicher Boden dämpft meine Schritte, hin und wieder blitzt die Sonne durch die Baumwipfel. Dann kann man auch unseren Atem sehen, der sich wie Nebelhauch zeigt.
Beim Wanderparkplatz Herborn
Vorbei an der Grillhütte unter der Burr laufen wir Richtung Mörschied. Prinzipiell folgen wir der Strecke des Mörschieder Silvesterlaufes, lassen heute allerdings den Anstieg vom Ort bis zum Waldrand aus.
Überhalb des Sportplatzes genießen wir – während die mit Reif bedeckte Wiese unter unseren Füßen knistert – die wärmenden Sonnenstrahlen. Wenig später sind wir wieder im Wald und folgen dem Weg Richtung Kirschweiler.
Die Strecke führt durch Mischwald über Teile des Saar-Hunsrück-Steigs und verläuft zum großen Teil auf der Grenze des an Pfingsten 2015 eröffneten Nationalparks Hunsrück-Hochwald.
Nach rund 55 Minuten und 9 Kilometern sind wir am Ziel. Es war wunderbar.

Nun ab nach Hause und Sachen packen, denn es steht noch eine Radtour auf meinem Programm.
Oft konnte man im Oktober und November bei herrlichem Wetter Fahrrad fahren, nun soll es damit aber wohl vorbei sein.
Die Radpiraten in Birkenfeld haben sich für Ihre Herbsttour jedenfalls einen guten Tag ausgesucht. Drei geführte Touren mit Streckenlängen von 15, 25 und 38 km werden angeboten.
Um 13 Uhr starten wir mit 13 Fahrern vom Stadion „Am Berg“ zur 38-km-Runde.
Vorbei am Campingplatz Waldwiesen, dem Tierpark und der Heinrich-Hertz-Kaserne geht es zunächst am Stadtrand entlang bis Ellenberg.
Die jungen Guides legen ein strammes Tempo vor. Gleich folgt der erste Trail mit einer Flussdurchfahrt, hier braucht man etwas Glück, um trocken durchzukommen.
Ein Fahrer hat es leider nicht - und steht bis zu den Wanden im kalten Wasser. Während die Gruppe über den ersten tollen Single-Trail nach Rinzenberg fährt, macht sich unser Pechvogel auf den Weg nach Hause zum Sockenwechsel, um später wieder zu uns zu stoßen.
winterlicher Trail

Vorbei an der B 269 gelangen wir ins Hambachtal und folgen dem Saar-Hunsrück Steig bzw. der Traumschleife „Zauberwald“ nach Hattgenstein. Hier oben, auf einer Höhe von rund 590 Metern, liegt etwas Schnee, der sich in das Profil der Reifen setzt. Weiter geht es in die Schwollener Gemarkung, entlang des Schwollbachs durch die Oberhambacher Gemarkung und ein kurzes Stück durch den an Pfingsten 2015 eröffneten Nationalpark Hunsrück-Hochwald.
Viele tolle, aber technisch anspruchsvolle Trails werden gefahren, die besonders nach den vielen Regenfällen der letzten Tage ein hohes Maß an Konzentration fordern. Große Schlammlöcher, tiefe Bachdurchfahrten, nasse Wurzeln und Steine sowie das stramme Tempo strengen an. Jedenfalls bin ich froh, meine wasserdichten Neoprenüberschuhe zu tragen, sie halten meine Schuhe trocken und die Füße warm.
...und noch einer

In Gollenberg dann die erste etwas längere Pause. Die „jungen Wilden“ haben ihr Pulver verschossen und möchten auf dem schnellsten Weg zurück. So lassen wir den letzten Trail aus und fahren ohne Umwege Richtung Stadion. Hinter der Heinrich-Hertz-Kaserne entlang sind es nur noch wenige Kilometer - insgesamt waren es rund 36 und 750 Höhenmeter.
Etwa fünf Minuten nachdem wir angekommen sind, treffen die Teilnehmer der 25-km-Gruppe ein.

Die Organisatoren haben an alles gedacht. Eine praktische Holzkonstruktion, in der man die Räder am Sattel einhängen kann und zwei Schläuche MIT WARMEM WASSER stehen bereit... sensationell!

Für ein warmes Plätzchen nach der Tour mit Kaffee und Kuchen ist ebenfalls gesorgt. Danke. Ich freue mich auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.
Es war anstrengend und kalt, jetzt freue ich mich auf eine heiße Dusche… heiß und lang. Danach ein kaltes Bier… oder doch lieber einen heißen Tee?

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter 
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=akhsdvzgwakrxuvn

Im Outdoor-Paradies

Samstag, 21. November 2015:
Heute schlafe ich etwas länger – fast wäre eine Thrombose-Spritze nötig.
Meine Mountainbike-Sportsfreundin besucht mich und bringt die fehlenden Zutaten für unser verspätetes Frühstück mit, es gibt sogar Lachs.

Mit fünf Personen, einem ganzes Auto voll, geht es um 14 Uhr mit einem Abgas-Skandal-VW-Golf-Variant Richtung Bad Kreuznach.
Schade... momentan hat sich wohl alles und jeder gegen VW verschworen und die einzigen, die noch hinter VW stehen, sind X, Y und Z.
Unser Ziel ist Outdoor-Grimm (http://www.grimms-outdoor.de), das Paradies für Outdoor-Fans in erreichbarer Nähe mit einem großen Sortiment hochwertiger Produkte.
Hier gibt es alles, was das Outdoor-Herz begehrt… und noch mehr.
Mein Portemonnaie macht sich vorsichtshalber schon mal ganz klein.
Männer kaufen, Frauen shoppen. Wobei wiederum unterschieden werden muss. Besorgt man Lebensmittel, wird eingekauft. Bei Bekleidung und Accessoires nennt man es "shoppen".
Es ist vor allem kein zielgerichtetes Kaufen. "Shoppen gehen" bedeutet, sich wohlig im Ozean seiner Wünsche treiben zu lassen, die man noch nicht einmal kennt.
 

Die gute Lundhags TRAVERSE
Auf meiner Einkaufliste steht eine neue Wanderhose als Ergänzung zu meiner momentan im Gebrauch befindlichen Lundhags Traverse. Mit ihr bin ich sehr zufrieden. Stretcheinsätze, verstärkte Beinabschlüsse und Boot-Loc machen sie zu einer prima Wanderhose, allerdings ist sie nicht wasserdicht. Zwar bietet sie den Vorteil, sehr schnell zu trocknen, aber ich möchte heute eine Hose mitnehmen, die über wasserdichte Einsätze am Gesäß, vorn an den Beinen sowie am Beinabschluss verfügt.
Um mich etwas vorzubereiten und einen Überblick zu bekommen, stöberte ich ein paar Tage zuvor im Internet. Gerne möchte ich wieder eine Lundhags und habe die drei Modelle Ahke, Antjah und Rocketeer in die engere Auswahl genommen.

Die Beschreibung auf der Lundhags-Homepage klingt vielversprechend:
HYBRID-HOSEN. Bei unseren Hybrid-Hosen haben wir Lundhags PolyCotton – das atmungsaktiv und nicht wasserdicht ist – mit 3-Lagen- und Stretchmaterial kombiniert. Durch diese Materialkombination haben wir eine Hose entwickelt, die genau dort wasserdicht ist, wo es wirklich gebraucht wird – an Knien, Gesäß, vorderen Oberschenkeln und Beinabschluss. Und die Stretchpartien sorgen genau an den richtigen Stellen für mehr Bewegungsfreiheit. Zusammen bilden die unterschiedlichen Materialien der Hybrid-Modelle eine perfekte Symbiose aus Dichtigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit und Stretchfunktion.

Bisher konnte ich hier immer eine optimale Produktauswahl genießen und profitierte von den eigenen Outdoor-Erfahrungen des Grimm-Teams.
Mein Lieblings-Mitarbeiter ist nicht im Laden und so werde ich leider heute bezüglich meiner individuellen Bedürfnisse nicht gut beraten und unterstützt.
Keine der drei Modelle ist im Angebot und der Verkäufer nicht in der Lage, ein vergleichbares Modell eines anderen Herstellers, wie z.B. Bergans, Fjällräven, Haglöfs, Mammut, Marmot, The North Face oder Vaude anzubieten.
Etwas hilflos blättert er im Katalog, dazu anfangs noch in dem der abgelaufenen Saison.
Nach ein paar fehlerhaften und widersprüchlichen Aussagen des Verkäufers sehe ich meine Chancen schwinden, hier heute mit einer weiteren bequemen, funktionalen und strapazierfähigen Hose aus dem Laden zu gehen.

Die angepriesene und in fast allen Größen vorrätige Lundhags Authentic, übrigens das Nachfolgemodell der Traverse, ist sehr gut als Freizeit- bzw. Alltagshose, auch in Verbindung mit einem feinen Hemd, tragbar. Komplett in schwarz ist sie nicht gleich als Wanderhose erkennbar und mit ihren Stretcheinsätzen wesentlich bequemer als eine Jeans oder herkömmliche Hose.
Einfarbig, im Farbton "Tea Green Solid", gefällt sie mir nicht besonders. Zweifarbig ("Tea Green" mit schwarz) ist sie allerdings nicht vorrätig.
Einen Moment überlege ich, sie in schwarz mitzunehmen, sehe dann aber doch davon ab, denn es wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als im Internet einen geeigneten Anbieter für meinen Wunsch zu finden. Dort bestelle ich dann alles zusammen. Schade, ich hätte mein Geld nach dem Motto "buy local" lieber hier gelassen.
Für mich heißt es also in diesem Fall: "Mission Impossible".


Wenigstens sind meine vier Freunde erfolgreicher. Etliche Paare der fantastischen Smartwool-Socken sind beschlagnahmt und ein neues Paar Wanderstiefel Hanwag Alaska GTX wird auch mitgenommen.

Waren wir nun kaufen oder shoppen? Manche Fragen des Lebens sind manchmal schwierig zu beantworten.

Da kommt mir ein passender Witz in den Sinn:

Kommt ein Mann in ein Wanderbekleidungsgeschäft und sagt: "Ich hätte gerne einen Hut!"
Sagt der Verkäfer: "Erster Stock."
Darauf der Mann: "Nein, erst der Hut."

Zum Abschluss geht es ins BRAUWERK nach Bad Kreuznach, wo wir in gemütlicher Atmosphäre das leckere Hausbier "Salinenbräu hell" genießen. In der gut sortierten Speisekarte findet auch jeder von uns seinen Favoriten.

Sicher und bequem werden wir von unserer Fahrerin nach Idar gebracht, wo wir den Abend bei mir gemütlich ausklingen lassen.

Sonntag, 22. November 2015

Deep Purple In Concert


20. November 2015:
Erstmals seit zwei Jahren kommen Deep Purple wieder auf Gastspielreise nach Deutschland! Zwischen dem 13. und 28. November 2015 wird die Hardrock-Legende in zwölf Städten auftreten. Die Chancen stehen gut, dass Sänger Ian Gillan, Schlagzeuger Ian Paice, Bassist Roger Glover, Gitarrist Steve Morse und Keyboarder Don Airey bis zum deutschen Tourstart ihr zwanzigstes Studio-Album fertiggestellt haben werden.
Deep Purple 2015: Airey, Morse, Gillan, Paice, Glover

Heute mache ich mich auf den Weg zur Arena Trier.
62 km liegen vor mir und meinem Wagen. Während der Fahrt höre ich natürlich KEIN Deep Purple, sondern befasse mich in Gedanken mit der Geschichte der im April 1968 gegründeten Band, die während ihrer knapp vierzig aktiven Jahre von häufigem Personalwechsel geprägt war, sodass sie zumeist nur wenige Jahre aus denselben Mitgliedern bestand.

Viele stilbildende und erfolgreiche Bands sowie Musiker der 80er und 90er Jahre aus dem Bereich des Rock, Metal und New Wave of British Heavy Metal wie Queen, Iron Maiden, Aerosmith, Van Halen, Judas Priest, Europe, Yngwie Malmsteen, Ronnie James Dio, Metallica, Def Leppard, Alice in Chains, Pantera, Bon Jovi, Rush, Venom und Motörhead, bekunden den wesentlichen Einfluss der Musik der Band für ihre eigene musikalische Entwicklung entweder explizit in Interviews oder indirekt in ihrer Musik.
Ein Liveauftritt von Deep Purple, und hier in erster Linie der von Ritchie Blackmore, war auch der entscheidende Punkt für Lars Ulrich, Musiker zu werden.

Die Musik von Deep Purple ist vor allem durch den E-Gitarren-Sound und das Hammond-Orgelspiel geprägt.

Mit elf Jahren zupfte Ritchie Blackmore, Gründungsmitglied der Band, sowie später auch von Rainbow, seine erste Gitarre. Sein Unterricht in klassischer Musik hat seinen Stil beeinflusst. Die Verbindung zur Band bestand aus Höhen und Tiefen. Erste Trennung 1976, die endgültige folgte 1993.
Längst hat sich der ehemalige Deep-Purple-Gitarrist der Musik des Mittelalters verschrieben. Mit seiner vierten und wesentlich jüngeren Frau, Candice Night, spielt der 70-jährige Brite Renaissancerock und gründete die Band mit dem äußerst treffenden Namen „Blackmore’s Night“, was deutlich besser klingt als Night’s Blackmore.


David Coverdale
, ehemaliger Deep Purple-Sänger von 1973 bis 1976, gründete 1978 Whitesnake - eine Band, deren Musik ich auch schon immer gerne gehört habe. Später stößt auch Jon Lord als Keyboarder dazu.

Die Fahrt nach Trier strengt ein wenig an. Dunkelheit, Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt fordern erhöhte Aufmerksamkeit. Das Licht der Scheinwerfer sucht einen Weg durch den Nebel, der sich gerade beim Erbeskopf besonders dicht zeigt.
Zum sonoren Klang meines treuen Reihen-Sechszylinders mischen sich das Abrollgeräusch der Reifen sowie das Prasseln der Regentropfen.

Von der Wohnung meines Bruders und meiner Schwägerin sind es nur ein paar Minuten mit dem Auto zur Arena. Fünf Personen sind wir heute Abend, zwei davon eingefleischte Fans, die schon unzählige Konzerte ihrer Idole besucht haben. Sie kommen von Rostock und Hannover. Trier ist nun die dritte Location innerhalb weniger Tage. Durch sie kommen wir auch zu unseren Freikarten inkl. Backstage-Pass.
Am Eingang müssen wir knapp 30 Minuten warten, da eine Karte fehlt. Na ja, dafür dass man immerhin 62 Euro spart, nimmt man das gerne im Kauf. Im Foyer hören wir die Vorband RIVAL SONS, die seit 20:00 Uhr spielen.
Während der Pause suchen wir uns einen guten Platz in der Mitte der Halle direkt vor dem Gitter, das Ton- und Lichttechniker umgibt.
Um ca. 21:15 Uhr startet das Spektakel mit dem Opener Highway Star.
Fasziniert bin ich besonders von den Soli der Musiker, beginnend mit dem von Ian Paice, der als einer der besten und einflussreichsten Rockschlagzeuger gilt und zwischendurch bei Whitesnake und Gary Moore tätig war, über Don Aireys virtuoses Fingerspiel an der HAMMOND-Orgel bis zu Steve Morse.
Wenn ich noch einmal geboren werde, lerne ich E-Gitarre. Ein Instrument, das mich wie kein anderes verzaubert.
Spätestens seit seinem Beitritt zu Deep Purple Mitte der 90er Jahre dürfte der amerikanische Ausnahmemusiker Steve Morse auch der breiteren Masse als vollwertiger Ersatz für den bisherigen Purple-Gitarristen Ritchie Blackmore bekannt geworden sein. Doch Morse auf die Gitarrenarbeit bei Deep Purple zu reduzieren wäre geradezu vermessen: Sein virtuos-ausdrucksstarkes Gitarrenspiel beeinflusst nun schon seit über dreißig Jahren ganze Generationen von Gitarristen - und ein Ende ist nicht abzusehen. Denn neben seiner Hauptbeschäftigung als Gitarrist und Songwriter für den Rockgiganten ist er ebenso immer noch aktiv mit seinen eigenen Formationen, wie z.B. der „Steve Morse Band“.
Der Einstieg bei den Kult-Hardrockern erhöhte den Bekanntheitsgrad des Gitarristen enorm. Doch Kenner der Szene wissen: Schon in den 70er und 80er Jahren verzückte der Ausnahmegitarrero die Fans mit seiner schier unglaublichen Fingerakrobatik und Energie. Seine Arbeit mit den Dixie Dregs ist legendär und auch Steves diverse Soloalben sollten zum Bestand jeder gut sortierten Rock-Plattensammlung gehören.
Stilistisch ließ Mr. Morse sich eigentlich nie wirklich festlegen. Er ist einer der vielseitigsten Gitarristen der Welt, und so wundert es sicher niemanden, dass ein Gitarrist von seinem Kaliber auch ein ihm ebenbürtiges Instrument benötigt.
Um seine Ansprüche an ein Instrument zu befriedigen, konnte es nur einen Weg geben: Ein Signature-Modell musste her - genau auf ihn abgestimmt, aus edelsten Materialien gefertigt, ausgestattet mit einem enormem Soundspektrum und einer hervorragenden Bespielbarkeit. Die Zusammenarbeit mit den Spezialisten der kalifornischen Instrumentenschmiede Ernie Ball/Music Man brachte eines der flexibelsten Gitarrenkonzepte hervor, das die Welt je gesehen hat: Das Music Man Steve Morse Signature-Modell.
Morse zeigt auch heute seine ungewöhnlichen Spieltechniken wie „Chicken Picking“ oder Harp Harmonics, um ein variantenreicheres Klangspektrum zu erzeugen. Auch nutzt er bei seinem Solo das Volumenpoti seiner Gitarre, um einen geigenähnlichen Effekt zu erzielen. Meinen Blick kann ich nicht von ihm lösen. Die abgenutzte Gitarre, die wortwörtlich „abgerockt“ aussieht, bleibt mir im Gedächtnis.
 

Man kann die Leidenschaft all dieser Vollblut-Musiker hören, sehen und fühlen… ein besonderes Erlebnis.
Die Halle ist gut gefüllt, aber es kommt zu keiner Zeit das Gefühl von Enge auf.

Von Ritchie Blackmore stammt das wohl bekannteste Gitarren-Riff der Rock-Geschichte. Heute hören wir es von eben diesem Steve Morse:

"Wir gingen nach Montreux ans Ufer des Genfersees ... hatten aber nicht viel Zeit",
erzählen Deep Purple zu Beginn ihres bekanntesten Songs.
Erst belegt Frank Zappa das Casino, in dem sie aufnehmen sollen, dann fällt es auch noch den Flammen zum Opfer.
Mit dem ausgeliehenen mobilen Soundequipment der Rolling Stones nehmen sie das Album "Machinehead" kurzerhand im Keller ihres Hotels auf.
Dieser Brand in Montreux vom 4. Dezember 1971 inspirierte die Gruppe zu ihrem Welthit. Er erzählt die Geschichte eben dieser Ereignisse, als während des Konzertes von Frank Zappa das Casino völlig niederbrannte. Angeblich hatte ein Fan mit einer Signalpistole an die Decke des Konzertsaals geschossen („some stupid with a flare gun“ heißt es im Text).
Der Titel des Songs bezieht sich auf den Rauch, der sich über dem Genfersee ausbreitete und der von den Musikern in ihrem Hotel beobachtet wurde: "Smoke On The Water" eben.
Damit schaffen Deep Purple die bekannteste Hardrock-Hymne neben Black Sabbaths "Paranoid" und Led Zeppelins "Stairway To Heaven". Die drei Bands gelten als Gründer des Genres und kommen oft im gleichen Satz vor.


Zwei Stunden und ein paar Zugaben später ist der Zauber leider vorbei. Während sich die Halle leert, sammeln wir uns an der Bühne, um in den Backstage-Bereich zu gelangen.
Hier treffen wir Don Airey und Roger Glover.

Roger mit Julia
Der Rest der Band zeigt sich so gut wie nie nach Konzerten. Bereitwillig geben die beiden Autogramme, lassen sich fotografieren und in Gespräche verwickeln. Aus der Kühlung schnappe ich mir eine Flasche BECK’S, die es hier gratis gibt – so lange der (große) Vorrat reicht.
Da mein Bruder seine Flippers-CD vergessen hat, nutze ich die Gelegenheit, das Cover eines meiner Deep-Purple-Alben signieren zu lassen – die Eintrittskarte sowieso. Später erscheint noch Ian Paice, der ebenfalls sehr zugänglich ist, allerdings nicht lange bleibt.

Irgendwann sind wir mit Roger Glover und seinem Rotweinglas allein. Er lädt uns ein, mit in die Künstlerumkleide zu kommen und so folgen wir ihm in den VIP-Bereich, in dem noch zwei RIVAL SONS sitzen.
Roger scheint es zu gefallen, dass wir ihn nicht mit Fragen löchern… „was war dein schönstes und was dein schlimmstes Erlebnis“ und dieses 08/15-Gelaber. Wir lassen ihn erzählen, was er möchte. Ein Buffet mit allerlei Leckereien sowie Bier, Rotwein und Whisky laden uns ein.
Wäre es in dieser Situation unhöflich, sich mit ein paar Melonenstückchen auf die Couch zu setzen, den Fernseher einzuschalten und Teleshopping zu schauen?
Morse oder Glover?

Eine Frage beschäftigt meinen Bruder und mich… Steve Morse trug während des Konzerts an seiner rechten Hand einen schwarzen, fingerlosen Handschuh…somit hätte ja er den Namen „Glover“ verdient.
Man sieht, unser Humor ist sehr simpel: Wenn wir lachen, war es lustig.


Apropos Glover… Roger unterhält sich angeregt mit Julia. Als wir uns wenig später verabschieden, lassen wir sie zurück… bei ihm ist sie sicher in guten Händen.
Auf der Heimfahrt geht es deutlich entspannter vonstatten. Kein Verkehr, kein Regen, kein Nebel – wunderbar.
Ich lasse den schönen Abend Revue passieren. Gerne hätte ich Child in Time gehört, doch das Stück wird seit 1995 nicht mehr regelmäßig aufgeführt; zum letzten Mal wurde es 2002 live gespielt. Gillan nennt dafür persönliche Gründe; Hauptgrund ist laut seiner eigenen Angabe jedoch die Tatsache, dass durch die langen Schrei-Passagen des Stückes seine Stimme leidet und dies auf Kosten seines gesamten Gesangs geht.


Mir kommt noch der Gedanke, eine Rarität bei ebay an den Mann bzw. die Frau zu bringen… das Original „SMOKE ON THE WATER“: Einfach ein leeres Glas mit Schraubdeckel zu 1/3 mit Wasser aus irgendeinem See füllen und Rauch vom nächsten Grill- oder Lagerfeuer nehmen… Deckel zu und fertig ist das seltene Sammlerstück.


Meine Gedanken bringen mich zur Textzeile „The echoes of the amplifiers ringin' in your head”… die Verstärker klingen in meinem Kopf nach, obwohl ich mich nicht auf einem langen, einsamen Highway, östlich von Omaha befinde… und so springe ich auf meiner CD zu dem von METALLICA gecoverten Song TURN THE PAGE, das im Original von Bob Seger stammt.

Im Gedächtnis geblieben sind mir ebenfalls die tollen Auftritte von SKOL (www.skol-rock.de).
Die Band um Ausnahme-Gitarrist Tobias Frühauf und Sänger Martin Niegisch (später Jens Wawrock) boten ihrem Publikum schon immer tollen Live-Sound und bringen die Legends of Rock druckvoll, authentisch und energiegeladen auf die Bühne. Der Klang von Saschas Diepmans’ Original Hammond-B-3 (A-100)-Orgel in Verbindung mit einem Leslie-Lautsprechersystem verzaubern und Andreas Heub-Schneider am Bass sowie Peter Kuhn am Schlagzeug runden das besondere Erlebnis ab. Gekonnt eingesetzte Improvisationen und selbstkreierte Interpretationen machen den eigenen und einzigartigen Charakter der Band aus und SKOL somit zu mehr als nur einer Coverband.
Titel von Deep Purple waren schon immer fester Bestandteil ihrer Playlist, wie Black Night, Child In Time, Highway Star, Hush, Mistreated, Perfect Strangers, Pictures Of Home, Smoke On The Water und When A Blind Man Cries.

Zu Hause angekommen dusche ich, genieße mein Feierabend-Bier und falle müde ins Bett.

Mittwoch, 18. November 2015

Musik, die bewegt - Teil 6

Nothing Else Matters von Metallica 

Harte Jungs mit weichem Kern: Metallica landeten 1991 mit der Monsterballade „Nothing Else Matters“ nicht nur ihren größten Single-Erfolg, sie lieferten auch einen der seitdem beliebtesten Hochzeitssongs. Während der Aufnahmen des dazugehörigen „Black Albums“ gingen allerdings in der Band drei Ehen kaputt... 

Neben Slayer, Megadeth und Anthrax zählte Metallica in den 1980er Jahren zu den „großen Vier“ des Thrash Metal und gilt als die einflussreichste Metal-Band dieses Jahrzehnts.

Die ersten 1990er Jahre stellten für Metallica eine Umbruchphase dar, so zumindest nahmen es viele hartgesottene Fans wahr. Die Band verabschiedete sich allmählich von ihrem 80er-Hairmetal-Aufzug zugunsten dem genormteren Erscheinungsbild der 90er Jahre. Die Haare wurden kürzer, die Musik ein wenig leiser, blueslastiger und radiotauglicher, sodass die Fans mittlerweile nicht mehr nur Metalheads waren. Dafür konnte die Band nun locker Arenen von über 30 000 Mann füllen und sich für über drei Jahre auf Tournee begeben.

Ein Album, welches in keiner Musik-Sammlung fehlen darf
METALLICA, im August 1991 als fünftes Studioalbum veröffentlicht, wurde ihr erfolgreichstes.
Mit weltweit über 30 Millionen verkauften Einheiten, davon über 16 Millionen in den USA, ist es bis heute das meistverkaufte Metal-Album. In zehn Ländern erreichte es Platz eins der jeweiligen Albumcharts. 1992 erhielten Metallica den Grammy Award in der Kategorie Best Metal Performance.
Auf dem schwarz gehaltenen Cover sind der Bandname sowie eine Klapperschlange zu sehen, bei der sich die Band von der „Gadsen flag“, einer historischen, US-amerikanischen Flagge inspirieren lies.
Track 6 „Don’t Tread on Me“ bezieht sich auf die Inschrift der „Gadsen flag“, die während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges verwendet wurde. Die Inschrift lässt sich mit „Leg dich nicht mit mir an!“ übersetzen.
Bei vielen Fans ist das Album schlicht unter dem Namen „das schwarze“ bekannt und ich denke an die Beatles, die 1968 ein selbstbetiteltes weißes Album herausbrachten.

Am 20. April 1992 wurde Metallicas größter Hit
Nothing Else Matters veröffentlicht und die Welt war zwiegespalten.
Metallica und eine Ballade? Beziehungskram? Dazu noch radiotauglich?
Diese und viele weitere Fragen stellten sich natürlich auch die Musiker selbst und überlegten sich die Veröffentlichung gut. Vor allem James Hetfield hatte Bedenken, da er das Lied nach der Trennung von seiner damaligen Freundin nur für sich geschrieben hatte und es in seinen Augen auch nicht ins Konzept von Metallica passte.
Seine Kollegen jedoch waren da ganz anderer Meinung; sie haben gleich gemerkt, dass dieses Lied etwas ganz Besonderes ist.
Ja, es stimmt, Metallica sind bei „Nothing Else Matters“ viel sanfter unterwegs als es die Fans bis dato gewohnt waren, jedoch hat das Ergebnis entgegen Hetfields Befürchtung nichts mit „Weicheierei“ zu tun.

Der Sänger berichtet hier von dem absolute Vertrauen, das er zu einer bestimmten Personen hat, und dass nichts und niemand auf der Welt diese starke Verbindung erschüttern kann. Diese felsenfeste Überzeugung muss nicht auf ein Liebespaar bezogen werden, sondern ist ebenso übertragbar auf Geschwister, Freunde oder die Beziehung zwischen Bands und Fans. Musikalisch gesehen folgt das Lied dem typischen Powerballaden-Schema; es beginnt mit einem ruhigen Intro und entfaltet sich Strophe für Strophe sowohl im Klang als auch im Ausdruck.

James Hetfield, der das Stück während eines Telefonates schrieb, hat für Nothing Else Matters die Leadgitarre übernommen und nicht wie sonst üblich Kirk Hammet.
Hetfields Stimme, die Dominanz der akustischen Gitarre sowie die klagend-düstere Tonart e-Moll lassen mir Schauer über den Rücken laufen. Ein Lied, an dem ich mich nicht satthören kann.

In der gitarrenlastigen Rockmusik ist e-Moll aus rein praktischen Gründen die am häufigsten vertretene Tonart: Die Grundstimmung der Gitarre liegt auf E, und es bedarf nur minimaler Fingertechnik, um einen rund klingenden Grundakkord e-Moll zu spielen.
Häufig wird dieser Tonart ein klagend-trauriger, mystischer Charakter nachgesagt.
In der klassischen Musik stehen unter anderem Haydns
Trauersinfonie und Beethovens Sonate op. 90 in e-Moll.

Es ist schon etwas skurril, dass ausgerechnet ein als zu persönlich und für Metallica ungeeignet angesehener Song zum erfolgreichsten und bekanntesten Stück der Gruppe avancierte. Hinzu kommt, dass es sich um eines der wenigen Metal-Stücke handelt, das sich im Popmusik-Mainstream genreübergreifend als Standard-Song verankern konnte und Coverversionen von Vertretern unterschiedlichster Stilrichtungen erfuhr.

Aber nicht nur Nothing Else Matters, was im englischen für „Nichts anderes zählt“ oder „Nichts anderes ist von Bedeutung“ steht, überzeugt mich. Alle zwölf Titel des Albums sind hörenswert - nicht umsonst wurden insgesamt fünf Singles daraus ausgekoppelt.

Neben MELISSA ETHERIDGE hat auch METALLICA einen Platz in der Top-Ten meiner Lieblingsalben sicher.


Songtext

So close, no matter how far
Couldn't be much more from the heart
Forever trust in who we are
And nothing else matters

Never opened myself this way
Life is ours, we live it our way
All these words, I don't just say
And nothing else matters

Trust I seek and I find in you
Every day for us something new
Open mind for a different view
And nothing else matters

Never cared for what they do
Never cared for what they know
And I know

So close, no matter how far
Couldn't be much more from the heart
Forever trusting who we are
And nothing else matters

Never cared for what they do
Never cared for what they know
And I know, yeah

I never opened myself this way
Life is ours, we live it our way
All these words, I don't just say
And nothing else matters

Trust I seek and I find in you
Every day for us something new
Open mind for a different view
And nothing else matters

Never cared for what they say
Never cared for games they play
Never cared for what they do
Never cared for what they know
And I know, ooh, yeah

So close, no matter how far
Couldn't be much more from the heart
Forever trust in who we are
No, nothing else matters

Dienstag, 10. November 2015

Musik, die bewegt - Teil 5

Like The Way I Do
 
Melissa Etheridge spielt seit ihrem achten Lebensjahr Gitarre und schreibt Lieder. Im Alter von 13 Jahren hatte sie ihren ersten Auftritt vor Publikum. Sie tingelt, nachdem sie ihr Musikstudium abgebrochen hat, um sich ihrer eigenen Musik zu widmen, durch Clubs und wird 1987 entdeckt. 1988 erscheint ihr erstes Album MELISSA ETHERIDGE. Mit der darauf enthaltenen allerersten Single Like The Way I Do begeistert Melissa sowohl Kritiker als auch Publikum und schreibt Musikgeschichte.
Die Zeit scheint reif - am Ende der synthetischen 80er Jahre ist handgemachte Rockmusik wieder stark im Kommen. Gleichzeitig mit Melissa treten übrigens Tracy Chapman und Michelle Shocked ins Rampenlicht.
1994 bekommt sie einen Grammy als beste Rocksängerin. Mit ihren einfachen, sparsam instrumentierten Songs erarbeitet sich Melissa ein bis heute treues Publikum.
Ihr Outing als Lesbe bringt ihr zusätzliche Symphatien ein.

Es gibt sehr wenige Alben, die mich dermaßen überzeugt haben. Hier gefällt mir tatsächlich jeder der zehn Titel, die Melissa mit viel Tiefe und Leidenschaft singt. Wenn ich meine umfangreiche Sammlung auf zehn CDs reduzieren müsste, hätte das selbstbetitelte Album MELISSA ETHERIDGE seinen Platz in der Top Ten auf jeden Fall sicher. Dieser Meinung bin nicht nur ich, denn der „All Music Guide“ bezeichnet es als „eines der erstaunlichsten Debütalben der 80er“.

Hier die Trackliste:
01 Similar Features
02 Chrome Plated Heart
03 Like The Way I Do
04 Precious Pain
05 Don't You Need
06 The Late September Dogs
07 Occasionally
08 Watching You
09 Bring Me Some Water
10 I Want You

Like The Way I Do wurde bereits einige Jahre vor Veröffentlichung des Albums von Melissa selbst geschrieben und ist - gerade im Blick auf ihre Homosexualität - eines der unkonventionellsten und stärksten Liebeslieder, die uns die Rockgeschichte geschenkt hat... dazu ihre angeraute und dynamische Stimme… einfach wunderbar!

Text: 
Is it so hard, to satisfy your senses
You found out to love me, you have to climb some fences
Scratchi
ng and crawling along the floor to touch you
And just when it feels right, you say you found someone to hold you
Does she like I do?

Baby tell me does she love you like the way I love you?
Does she stimulate you, attract and captivate you?
Tell me does she miss you, existing just to kiss you, like the way I do?
Tell me does she want you, infatuate and haunt you?
Does she know just how to shock you, electrify and rock you?
Does she inject you, seduce you and affect you like the way I do?
Like the way I do?

Can I survive... all the implications?
Even if I tried... could you be less than an addiction?
Don't you think I know... there's so many others.
Who would beg, steal and lie, fight, kill and die
Just to hold you, hold you like I do

Baby tell me does she love you like the way I love you?
Does she stimulate you, attract and captivate you?
Tell me does she miss you, existing just to kiss you, like the way I do?
Tell me does she want you, infatuate and haunt you?
Does she know just how to shock you, electrify and rock you?
Does she inject you, seduce you and affect you like the way I do?
Nobody loves you like the way I do
Nobody wants you like the way I do
Nobody needs you like the way I do

Nobody aches, nobody aches just to hold you like the way I do
No, no, no

Tell me does she love you like the way I love you?
Does she stimulate you, attract and captivate you?
Baby, baby, tell me does she miss you, existing just to kiss you, like the way I do?
No, tell me does she want you, infatuate and haunt you?
Does she know just how to shock you, electrify and rock you?
Does she inject you, seduce you and affect you, baby, like the way I do?
No, like the way I do, oh oh yeah

So emotional können nur Frauen texten, daher hier noch einmal die komplette Übersetzung in deutscher Sprache zum genießen:

Ist es so schwer, deine Sinne zu befriedigen
Du hast herausgefunden, dass du einige Mauern überwinden musst, um mich zu lieben
Ich kratze und krieche den Boden entlang, um dich zu berühren
und als es sich gerade richtig angefühlt hat,
sagtest du, dass du eine andere gefunden hast, die dich hält
Hält sie dich so wie ich?


Refrain:
Sag mir, liebt sie dich so wie ich
Erregt sie dich, reizt und fesselt sie dich?
Sag mir, vermisst sie dich? Lebt sie nur, um dich zu küssen?
So wie ich
Sag mir, will sie dich? Betört und verfolgt sie dich?
Weiß sie, dich zu schocken, zu elektrisieren und zu erschüttern?
Erfüllt und verführt sie dich? Greift sie dich an?
So wie ich?

Kann ich die ganzen Verwirrungen überstehen?
Sogar wenn ich es versuchte, könntest du nicht weniger als eine Sucht sein.
Glaub nicht, dass ich nicht weiß, dass es so viele andere gibt,
die betteln, stehlen und lügen, kämpfen, töten und sterben würden,
nur um dich zu halten, zu halten wie ich.


Refrain:

Sag mir, liebt sie dich so wie ich
Erregt sie dich, reizt und fesselt sie dich?
Sag mir, vermisst sie dich? Lebt sie nur, um dich zu küssen?
So wie ich
Sag mir, will sie dich? Betört und verfolgt sie dich?
Weiß sie, dich zu schocken, zu elektrisieren und zu erschüttern?
Erfüllt und verführt sie dich? Greift sie dich an?
So wie ich?
niemand liebt dich so wie ich
niemand will dich so wie ich
niemand braucht dich so wie ich

niemand verlangt dich schmerzlich
niemand verlangt dich schmerzlich, nur um dich zu halten
so wie ich


Refrain:

Sag mir, liebt sie dich so wie ich
Erregt sie dich, reizt und fesselt sie dich?
Sag mir, vermisst sie dich? Lebt sie nur, um dich zu küssen?
So wie ich
Sag mir, will sie dich? Betört und verfolgt sie dich?
Weiß sie, dich zu schocken, zu elektrisieren und zu erschüttern?
Erfüllt und verführt sie dich? Greift sie dich an?
So wie ich?

Montag, 9. November 2015

Mountainbiketour zur Geierlay

Donnerstag, 05. November 2015:
Punkt 12:00 Uhr verlasse ich das Haus, um mich gemeinsam mit einem Freund auf den Weg nach Sohren zu machen.
Ich habe Glück, denn heute morgen lief alles gut. Die letzten Spuren des Wasserschadens sind beseitigt und alle Vorbereitungen getroffen, damit morgen Decke und Hängeschränke wieder an ihren ursprünglichen Platz kommen können.
Warum kann man die Wohnung nicht auf "Werkseinstellung" zurücksetzen?
Ein Knopfdruck und alles wäre wieder sauber und aufgeräumt.
Blauer Himmel und sehr milde Temperaturen begleiten uns während der Autofahrt - die Vorfreude steigt.
Sieben kurzentschlossene Biker finden sich um 13:00 Uhr am Hotel "Felsenkeller" ein, wo wir mit Inhaber Matthias verabredet sind, der uns auf der heutigen Tour begleiten wird.
Ziel ist die Geierlay, Deutschlands längste Hängeseilbrücke. Obwohl ich sie schon zu Fuß erkundet habe, bedeutet die heutige Mountainbike-Tour doch etwas anderes.
Die anfänglichen Nebelfelder, die typisch für den Hunsrück sind, mussten längst weichen. Mittlerweile hat die Sonne auch hier die Oberhand.

Los geht es nach Lautzenhausen, wo wir gemütlich entlang des Flughafengeländes HAHN rollen. Aus dieser Perspektive haben viele von uns das Gelände noch nicht gesehen. Etliche Hangars befinden sich noch auf dem großräumigen Gelände und an einigen Stellen wird gebaut.
Nach Würrich gelangen wir zunächst zum etwa 1 km westlich von Altlay gelegenen Bergwerk der Firma Theis-Böger, in dem noch heute Schiefer gewonnen wird. Der Abbau erfolgt bis in eine Teufe von 120 m untertage.
Der Bergbau hat das Dorf Altlay und seine Bewohner geprägt und dem Dorf seinen Namen Altlay gegeben. Ein Lay ist in der Mundart ein Dachschiefer. Wer die engen Bachtäler rings um Altlay aufsucht, dem bleiben hier und dort markante Zeugen des Bergbaus nicht verborgen. Hier trifft man auf Schritt und Tritt auf Überreste einer einst recht umfangreichen, überwiegend kleinbetrieblichen Dachschiefergewinnung.
Über Löffelschied, Panzweiler und Blankenrath setzen wir die Tour fort.
15 Grad zeigt das Thermometer, in der Sonne sogar 17. Es ist unglaublich, was dieser Herbst uns schenkt.
Nach einem schönen Sommer können wir uns auch über einen tollen goldenen Oktober freuen.


In Sosberg folgen wir der Beschilderung zur Geierlay.
Wer am Brückenkopf angekommen ist, sollte erstmal den Anblick auf die ästhetische Konstruktion genießen, welche nach nepalesischem Vorbild errichtet wurde.
Das klingt nach Abenteuer… und das ist es auch. Radfahrer dürfen über die Brücke, müssen allerdings schieben. Die ersten Meter auf den Douglasien-Bohlen sind noch unspektakulär.
Dann breitet sich das Tal vor einem aus, man blickt immer weiter in die Tiefe und es wird etwas wackelig, je nachdem wie stark der Wind weht und wie viele Leute sich gleichzeitig auf der Brücke befinden. Imposant ist es, wenn man genau in der Mitte – etwa 100 Meter - über dem Tal bzw. dem Mörsdorfer Bach steht. Die Brücke ist an insgesamt 6 Lastseilen aufgehängt, wobei die oben liegenden Tragseile als Handlauf dienen. Zur Sicherstellung der Anforderungen an das Schwingungsverhalten wurden parallel zu den Lastseilen parabolisch abgespannte Windlastseile montiert.
Sie misst unten eine Breite von 85 cm und verläuft nach oben V-förmig auseinander, sodass zwei Personen nebeneinander passen. Beim Gehen sollte man aufmerksam sein, da zahlreiche Schraubenköpfe aus dem Holz ragen. Außerdem kann der Laufsteg bei Nässe rutschig sein.
Aussichtspunkt bei der Geierlay
Nach 360 Metern ist das Erlebnis "Drahtseilakt über dem Mörsdorfer Tal" vorbei und wir gehen auf der Mörsdorfer Seite zum Aussichtspunkt, um die Erinnerungen mit Kameras und Smartphones festzuhalten. Unser Guide Matthias drängt zur Weiterfahrt. Unrecht hat er nicht, denn wir sind spät gestartet und sollten nicht trödeln.
Weiter geht es also über den Saar-Hunsrück-Steig durch das wunderschöne Mörsdorfer Bachtal bis wir das erste Schild der Traumschleife "Masdascher Burgherrenweg" sehen.
Hier ist es traumhaft schön, allerdings nicht fahrbar. Wir schieben bzw. tragen unsere Räder entlang des Bachlaufes und müssen nun über Serpentinen mit etlichen Stufen einige Höhenmeter überwinden.
Kurz darauf stehen wir an der Burgruine Balduinseck, um die es jedoch keine aufregenden Ereignisse gibt. Nach umfangreichen Sanierungen ist sie seit 2014 wieder frei zugänglich.

Entlang des idyllischen Mörsdorfer Baches fahren wir bis Wohnroth.
Bei Leideneck wird es schnell dunkel und da nicht jeder Licht mit sich führt, entscheiden wir uns dazu, von der geplanten Route abzuweichen, um auf dem schnellsten Weg nach Sohren zu kommen – trotzdem haben wir noch 15 Kilometer vor uns.
Matthias und ich bilden im Schein meiner LED-Lampe die Spitze. Es ist nicht ganz ungefährlich, bei Dunkelheit auf einer Landstraße unterwegs zu sein, zumal an immer mehr Stellen Nebelfelder entstehen. Seit die Sonne verschwunden ist, wurde es zunehmend kühler. Nun liegen noch Metzenhausen und Oberkostenz vor uns… wir erhöhen das Tempo, bis wir endlich in Sohren angekommen sind.
Nachdem wir die Räder verstaut haben und umgezogen sind, bekommen wir im Felsenkeller – trotz offiziellem Ruhetag - noch alkoholfreies Weizenbier und Kaffee.

Es war mal wieder eine tolle Tour im Hunsrück.
Mein Urlaubstag war in jedem Fall sehr gut investiert – Körper und Seele haben davon profitiert.

Weitere Informationen, Fotos und gps-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=sunlbkruehkrbtdn