Samstag, 24. Oktober 2015

Musik, die bewegt - Teil 4

Wo Worte versagen, spricht die Musik!

STONE
ist ein Song von Chris Rea, der auf seinem Album SHAMROCK DIARIES enthalten ist, das 1985 auf den Markt kam.
Obwohl ich schon lange Songs von Chris Rea rauf und runter höre, wurde mir STONE erst wieder ins Gedächtnis gerufen, als ich die Interpretation von Axel Rudi Pell genoss, die auf dem 2007 erschienenen Album „Diamonds Unlocked“ enthalten ist, das ausschließlich aus Cover-Songs besteht.
Normalerweise bin ich bei Cover-Versionen vorsichtig, reichen sie doch selten an das Original heran. Bei diesem Lied ist es Axel Rudi Pell gelungen, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Welche Töne ARP seiner Gitarre entlockt, ist einfach unglaublich und fesselt mich jedes Mal aufs Neue.
Dazu der Text, für den die raue, charismatische Stimme die perfekte Symbiose bildet.

Manchmal frage ich mich, nach was ich auf der Jagd bin,
wenn alles, was ich brauche, die Berührung deiner Hand ist

Ohne deine Liebe bin ich nur ein Stein

Ohne deinen süßen Kuss bin ich für immer verloren
Ohne deine Berührung habe ich keine Kontrolle
Ohne deine Liebe bin ich nur ein Verlierer
Ohne deine Liebe bin ich nur ein Stein


Außerdem gibt es noch eine Version von
Paul Rodgers und David Gilmour.

Songtext (Chris Rea)

Tangled dreams and endless highways
Bang the drum in a foreign land
Sometimes I wonder what I'm chasing
When all I need is the touch of your hand

I've got no fixed abode out of my own
Babe it gets so cold
Without your love I'm just a stone
Without your love I'm just a stone

And we all laugh and the jokes get wilder
Staying up, staying out
Drinking till you fade away in to the morning
And the strangest cold eats deeper still

I've got no fixed abode out of my own
Babe it gets so cold
Without your love I'm just a stone
Without your love I'm just a stone

Without your sweet kiss I'm gone forever
Without your touch I've no control
Without your love I'm just a looser
Without your love I'm just a stone

Dienstag, 20. Oktober 2015

Simmertaler Wurstwanderung

Sonntag, 18. Oktober 2015:
War es am Samstag, 10. Oktober, die Bierwanderung in Mackenrodt, die uns anzog, so ist es heute die 6. Simmertaler Wurstwanderung.
Um kurz nach 11:00 Uhr werde ich am Alexanderplatz in Idar abgeholt. Weiter geht es bis nach Simmertal, wo am Kerweplatz ausgeschilderte Parkplätze zur Verfügung stehen.
Zu viert machen wir uns auf den Weg, der uns Richtung Sportplatz führt, wo wir an einer der Jausenstationen die erste Rast mit leckerem Kirner Pils und Glühwein einlegen, bevor wir den steilen Anstieg am Flachsberg in Angriff nehmen.

  

Auf der Höhe über dem Ort werden an der zweiten Station Spezialitäten vom Grill angeboten. Wir entscheiden uns für „Flatschniggel“, original eine Mischung aus Bratwurst-Brät, Hackfleisch und ein paar Gewürzen, wie Lauch oder Zwiebeln. Dazu wieder das gute Kirner Pils – perfekt.
Weiter geht es oberhalb des Apfelbachtals bis zur Fischzucht an der L 230. Idyllisch ist es hier und mit dem Wetter haben die Teilnehmer Glück.
Unser nächstes Ziel ist der Freizeitplatz Horbach, wo nur noch wenige Wildwürste auf dem Rost liegen - drei können wir zum Glück noch ergattern.
Ab Horbach verläuft die Wanderung auf der Vitaltour Felsengarten mit den tollen Aussichtspunkten Falkenstein, Uhuwarte und Rabenkanzel, die atemberaubende Ausblicke bieten.  Unter uns stürzen schroffe Schieferfelsen steil hinab ins Tal des Simmerbachs. Gegenüber wölbt sich - dicht bewaldet - der Burgberg von Schloss Dhaun ins Tal hinein.


Von der Rabenkanzel sieht man besonders gut den im Tal liegenden Campingplatz sowie die Burgruine Brunkenstein, von der nur noch der gespaltene Turm zu sehen ist.
Diese Ruine ist übrigens in die Vitaltour Wildgrafenweg eingebunden.
Jakobskanzel beim Aussichtspunkt Falkenstein

In Simmertal dringt aus der Ferne Live-Musik in unseren Gehörgang, die von der letzten Station, dem Landhaus Felsengarten, stammt.
Hier werden u.a. Haxen für 8,50 Euro das Stück angeboten. Ein fairer Preis, zumal das Essen auf offenem Feuer zubereitet wird.
Allerdings sehen die Haxen besser aus, als sie schmecken.
Um 17:00 Uhr endet offiziell die Veranstaltung und da die Musik nicht ganz unseren Geschmack trifft, machen wir uns auf den Weg zum Parkplatz.
Rund zehn Kilometer sind wir heute gewandert und kamen an insgesamt acht Stationen vorbei, von denen an sechs regionale Wurstspezialitäten angeboten wurden.
Abschließend wird von mir „Flatschniggel
zu meinem Favoriten gekrönt.

Am Kerweplatz angekommen treffen wir wieder das ältere Ehepaar, das mit uns zusammen gestartet ist… entweder waren sie schnell oder wir langsam.

Wieder neigt sich ein schöner Oktober-Tag dem Ende.

Layensteig Strimmiger Berg

Freitag, 16. Oktober 2015:
So stelle ich also meinen Wagen – von Mörsdorf gestartet – 12 Kilometer sowie einige Serpentinen später an der Kirche Mittelstrimmig ab und folge der beschilderten Zuwegung aus dem Dorf heraus, um wenig später das Portal der Traumschleife zu erreichen.

Beim Flaumbach

Von hier führen ca. 300 Meter asphaltierte Strecke bis zur Schockkapelle, die im Volksmund auch Armsünderkapelle genannt wird. Sie steht am Weg zur angrenzenden Anhöhe, der mittelalterlichen Richtstätte der Grafen Winneburg-Beilstein und wird heute noch Galgenflur genannt. Die Kapelle war letzte Station bevor der zum Tode Verurteilte am Galgen hingerichtet wurde.
Nach Überquerung der Landstraße gelange ich in den Schockwald und anschließend auf offenes Gelände. Von dieser erhöhten Stelle aus bietet sich eine schöne Weitsicht über das Tal. Weiter geht es abwärts über Feldwege und einen schmalen Pfad bis zum Portal Altstrimmig. Auf schmalem, verschlungenem Pfad, durch ruhigen Wald entlang eines kleinen Baches, geht es talwärts bis zur Bildbach und anschließend zum Mörsdorfer Bachtal. Sehr idyllisch ist es hier, Laub raschelt unter meinen Füßen und dazu weit und breit keine Menschenseele. Leider ist der Weg teilweise sehr matschig, aber meine Schuhe sind ohnehin schon schmutzig von der Geierlayschleife.

Burgberg-Klettersteig

An einem Rastplatz gönne ich mir einen weiteren Schluck des immer noch heißen Tees.
Der Talrandweg führt entlang des Mörsdorfer Baches und durch teilweise offenes Tal vorbei an der Birkmühle. Hier bietet sich eine Kulisse, die sich perfekt für einen Horrorfilm eignen würde. Grau, trüb, ein zerfallenes Gebäude… fehlen nur noch Nebel und Dunkelheit.

Kurz vor der Pulgermühle biegt der Weg links ab - ca. 50 Meter aufwärts bis zur Straße, die es zu überqueren gilt.
Über einen Waldweg gelange ich ins Flaumbachtal und wandere durch teilweise offenes Tal bis zum Flaumbach. Besonders schön ist hier der schmale Pfad sehr nahe am Wasser. Auf der angrenzenden Wiese haben wohl Wildschweine gewütet, wie man an den Spuren unschwer erkennen kann. Über eine Brücke und weiter durch das ruhige Tal nähert sich der Weg dem Burgberg-Klettersteig.
Oben angekommen werde ich mit einer tollen Aussicht über das Flaumbachtal belohnt.

Aussicht vom Burgberg
Hier lasse ich alles auf mich wirken, sei es die Aussicht, frische Luft, Stille oder die Schönheit der Natur, die im Herbst ihr buntes Farbenkleid präsentiert. Ein Mal mehr spüre ich, wie sich der Inhalt der folgenden Weisheit bewahrheitet:
"Du kannst deine Augen schließen vor den Dingen, die du nicht sehen möchtest. Aber du kannst nicht dein Herz schließen vor den Dingen, die du nicht fühlen möchtest."


Schon Alan Parsons Project sang: "What goes up, must come down." Nach dem Abstieg auf der anderen Seite des Burgberges komme ich zur Schafsbrücke. Nun taucht der Weg in den Wald ein und verläuft auf dem historischen Keltenweg bergauf bis an ein Wegekreuz.
Hier beginnt der Einstieg zum Schinnkaul-Klettersteig Durch Mischwald bahnt man sich hier auf einem schmalen Pfad entlang den Weg bis zum Fuß der kleinen Kanzel, wo es dann auf im Fels eingelassenen Steigeisen aufwärts geht. Oben angekommen bietet sich erneut eine weitere schöne Aussicht.
Anfangs war ich enttäuscht, mich nicht über einen blauen Himmel freuen zu können, allerdings vermittelt der graue Himmel in Verbindung mit buntem Laub eine besondere Stimmung und liefert ein gutes Licht für schöne Fotos. Ich bin mir sicher, dass es für diesen Weg keine bessere Jahreszeit gibt, als den Herbst. Langsam ansteigend geht es weiter. Auf Waldwegen wandere ich noch ein paar Hundert Meter aufwärts, um die große Kanzel zu erreichen.

Auf dem Burgberg

Etliche Ruhebänke und eine Hütte laden zum Verweilen ein. Hier setze ich mich kurz auf eine Bank und nehme den letzten Becher aus der Thermoskanne. Das nächste Stück führt über schmale Pfade zum dritten und letzten Klettersteig in der Höhlenschlucht, der einen über eine Leiter hinunter zu den alten Schieferstollen bringt.
Nach den Schieferstollen, die im Zweiten Weltkrieg als Zufluchtsorte dienten, steigt der Weg leicht an. Noch eine Straße Überqueren und ich gelange über einen Pfad zum Portal Liesenich. Ohne Anstrengung geht es auf dem letzten Teil der Wanderung auf ruhigen Feldwegen vorbei an einem Fischteich bis zum Ausgangspunkt am Portal Mittelstrimmig.

Schinnkaul-Klettersteig

Am Ende der Strecke zeigen die Mittelstrimmiger Kirchturmuhr 17:05 Uhr und mein Garmin 26,6 zurückgelegte Kilometer.
Noch eben Schuhe wechseln und dann zurück in die Heimat. Es war ein toller, erlebnisreicher Tag. Diese Traumschleife hat ihre 87 Punkte wirklich verdient.
Bis auf eine Frau, die mir anfangs aus ihrem Garten am Ortsausgang viel Spaß wünschte, war ich völlig allein. Kein Mensch ist mir begegnet, dafür konnte ich zwei Eichhörnchen, etliche Rinder, Vögel und - in Liesenich - eine Herde Schafe und Ziegen beobachten.

Morgen können sich Körper und Seele im Monte Mare Kaiserslautern erholen.


Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter

http://www.gpsies.com/map.do?fileId=kmwaxvbwbfjndsdl

Montag, 19. Oktober 2015

Nervenkitzel in 100 Metern Höhe


Geierlay Hängeseilbrücke - Blick Richtung Mörsdorf
Freitag, 16. Oktober 2015:
Für Wanderfreunde und Radfahrer wird der Saar-Hunsrück-Steig im Saarland immer attraktiver: Das bisher 218 Kilometer lange Wegenetz wurde im April um 190 Kilometer erweitert. Nun ist auch der östliche Hunsrück zu entdecken. Bislang verlief der Saar-Hunsrück-Steig von Perl an der Mosel quer über den Hunsrück bis nach Trier. Er ist vom Deutschen Wanderinstitut als Premiumweg zertifiziert.

Am 03. Oktober 2015, dem 25. Jahrestag der Wiedervereinigung, wurde am Saar-Hunsrück-Steig eine weitere Attraktion eröffnet, die "Geierlay-Hängeseilbrücke" bei Mörsdorf.
Sie kreuzt den Saar-Hunsrück-Steig zwischen Etappe 19 und Etappe 20 und ist Bestandteil der beiden neuen Geierlay-Rundwege.
Ihren Namen "Geierlay" hat sie in Anlehnung an ein örtliches Flurstück erhalten
.

Augen auf - Kopfweh! Verdammt. Da geht man leichtfertig auf ein Haxenessen und kommt leicht fertig nach Hause.
Aber was soll ich sagen? Selbst schuld. Für mich trotzdem kein Grund, den heutigen freien Tag im Bett zu verbringen. Die gute Hunsrück-Luft wird es schon richten.

Geierlay Hängeseilbrücke - Brückenkopf Sosberg
Gestern besuchte ich mit Freunden das 28. Haxenessen in der Artillerieschule Idar-Oberstein. Da es dort immer etwas später wird, habe ich vorsorglich am heutigen Tag Mehrstundenausgleich eingetragen und mir vorgenommen, die Geierlay Hängeseilbrücke zu besuchen.
Die
"große" Geierlayschleife ist nur knapp 6 km lang und es lohnt sich nicht wirklich, dafür knapp 58 km Anfahrt in Kauf zu nehmen, allerdings reizt mich die Hängeseilbrücke doch enorm und je nach Lust und Laune kann ja noch eine Traumschleife angehängt werden.
Da es schon recht kühl geworden ist, wird mich eine Thermoskanne mit heißem Pfefferminztee im Rucksack begleiten, die Gesellschaft von meiner Regenjacke bekommt. Schnell los, bevor sich in Mörsdorf zu viele Menschen tummeln. Unterwegs kaufe ich mir mein Frühstück und einen mobilen Kaffee, den ich während der Fahrt von Idar über Veitsrodt, Mörschied, Hottenbach, Rhaunen, Gösenroth, Laufersweiler, Sohren, Bärenbach, Kappel und Bell nach Mörsdorf genieße… verdammt heiß, dieser Becher. Kurz hinter Rhaunen rufe ich mir die technischen Daten des nach dem Vorbild nepalesischer Hängeseilbrücken errichteten Bauwerks in Erinnerung.
Bei einem Eigengewicht von 57 Tonnen trägt sie ein Gewicht von rund 50 Tonnen, was etwa 600 Personen mit einem Durchschnittsgewicht von 80 kg entspricht.
Sie ist 360 Meter lang und schwingt 100 Meter über dem Erdboden.

Laufsteg der Brücke

Ausgeschilderte Parkplätze sind in Mörsdorf am Besucherzentrum und am Sportplatz vorhanden. Mein Auto muss am letztgenannten Ort auf mich warten, denn so kann ich noch durch das Dorf wandern und die Streckenlänge von 6,5 auf 7,6 km erweitern. Außerdem herrscht hier kein so großes Besucheraufkommen, was mir sowieso lieber ist.
Angeblich sollten die Parkplätze am Sportplatz kostenfrei sein, allerdings steht auch hier zu meiner Überraschung schon ein neuer Parkscheinautomat. Somit werden an beiden Punkten 2,00 Euro pro Tag als Gebühr fällig.
Durch das Dorf folge ich der Beschilderung und komme über einen größtenteils asphaltierten Feldweg bis zum vorläufigen Ziel. Es sind kühle 5 Grad, später am Tag wird sich die Temperatur zwischen 8 und 10 Grad einpendeltn. Dank frischer Luft, heißem Kaffee und Tee sind meine Kopfschmerzen mittlerweile Vergangenheit.
Nun stehe ich hier vor Deutschlands längster für Fußgänger erbauten Hängeseilbrücke – und das Mitten im Hunsrück.
Mein Blick fällt zuerst auf das Widerlager. Über zwanzig Meter tief wurden die Löcher für die Anker der beiden Widerlager in den Hunsrücker Schiefer gebohrt.
Wer am Brückenkopf angekommen ist, sollte erstmal den Anblick auf die ästhetische Konstruktion genießen.
Diese ähnelt, wie schon erwähnt, den Hängeseilbrücken in Nepal. Das klingt nach Abenteuer… und das ist es auch.
 

Auf der Geierlayschleife
Die ersten Meter auf den Douglasien-Bohlen sind noch unspektakulär.
Dann breitet sich das Tal vor einem aus, man blickt immer weiter in die Tiefe und es wird etwas wackelig, je nachdem wie stark der Wind weht und wie viele Leute sich gleichzeitig auf der Brücke befinden. Imposant ist es, wenn man genau in der Mitte über dem Tal bzw. dem Mörsdorfer Bach steht, da beginnt mein Herz auch etwas schneller zu schlagen. Hier bleibe ich viele Minuten stehen und beobachte alles ganz genau. Erst die Landschaft und dann die Stahlseilkonstruktion, die mich trägt. Die Brücke ist an insgesamt 6 Lastseilen aufgehängt, wobei die oben liegenden Tragseile als Handlauf dienen. Zur Sicherstellung der Anforderungen an das Schwingungsverhalten wurden parallel zu den Lastseilen parabolisch abgespannte Windlastseile montiert.
Die Brücke misst unten eine Breite von 85 cm und verläuft nach oben V-förmig auseinander, sodass zwei Personen nebeneinander passen. Räder sind übrigens erlaubt, müssen allerdings geschoben werden. Beim Gehen sollte man aufmerksam sein, da zahlreiche Schraubenköpfe aus dem Holz ragen. Außerdem kann der Laufsteg bei Nässe rutschig sein.

Auf der Geierlayschleife

Am Ende der Brücke, auf der Sosberger Seite, ist mein erster Gedanke "du bist drüber". Ich blicke zurück und bin ein wenig stolz, denn ich kann nicht von mir behaupten, hundertprozentig schwindelfrei zu sein. Die Aussicht von dieser Seite Richtung Mörsdorf gefällt mir noch besser. Am einfachsten ist es nun sicher, den Weg wieder zurück zu gehen. Möchte man es mir gleichtun, folgt man nach der Brücke links herum der markierten Geierlayschleife. Unter der Brücke geht es auf Waldwegen hinunter zum Mörsdorfer Bach. Leider ist die Strecke sehr matschig und ich muss ständig aufpassen, nicht auszurutschen. Nachdem die Brücke überquert ist, muss ich mich orientieren. Mein Navigationsgerät zeigt mir die aus dem Internet geladene Strecke nach halblinks bzw. geradeaus. Die Beschilderung weist allerdings irgendwie nach rechts über die Zuwegung des Saar-Hunsrück-Steigs. Meine Entscheidung fällt auf rechts und so wandere ich entlang des idyllischen Bachtals aufwärts bis kurz vor Mörsdorf.
Hier interessiert mich dann allerdings doch die original Streckenführung, insbesondere die Aussicht am Gipfelkreuz, die bei dieser Variante ausgelassen wurde. Die Strecke ist kurz und daher gehe ich zurück, bis ein kleiner, unscheinbarer Weg in den Wald abzweigt, der mich nach etwa 80 Metern zum Gipfelkreuz bringt.

Blätterteppich im Mörsdorfer Bachtal

Vom Gipfelkreuz wieder zurück folge ich dem Forstweg bis hinunter zum Bach, quere diesen über eine Brücke und stehe wenig später wieder an der Abzweigung, an der ich vorhin rechts abgebogen bin. Na ja, ehrlich gesagt gefiel mir die erste Variante besser und so wähle ich diese erneut, um wieder nach Mörsdorf zu kommen.
Ein kleiner Abstecher bringt mich zum Besucherzentrum, wo sich am Parkplatz schon viele Besucher tummeln… ganz schön viel Betrieb hier.
Nachdem ich während des Rückwegs drei Autofahrern den Weg zum Besucherzentrum bzw. dessen Parkplätzen erklärt habe und sogar gefragt wurde, ob man für die Nutzung der Brücke etwas zahlen muss, findet man mich kurz darauf am Sportplatz wieder… mein Auto steht immer noch ganz alleine hier.
 

Das war nun also meine Hängepartie im Hunsrück. Wenn sich der Himmel auch trüb und grau zeigte, bin ich doch froh, nicht nass geworden zu sein.
Im Mörsdorfer Bachtal

Ach ja - wer sich das auch fragt - die Nutzung der Brücke ist übrigens kostenlos.
Hinweis: Auf der Homepage www.haengeseilbruecke.de existiert ein Link zur Webcam auf der Sosberger Seite.
Hier kann die Brücke früh morgens bestaunt werden, wenn sie in dichten Hunsrücker Nebel gehüllt ist. Ein mystisches Bilid, als führe die Brücke ins Nichts.

Kondition und Zeit sind noch ausreichend vorhanden und da Mörsdorf in der Nähe der zum Saar-Hunsrück-Steig gehörenden Traumschleifen "Dünnbach-Pfad", "Masdascher Burgherrenweg" und "Layensteig Strimmiger Berg" liegt, muss ich mich nur noch für eine der drei entscheiden.


Meine Wahl fällt nach kurzer Recherche auf den mit 87 Punkten bewerteten Layensteig, obwohl – oder gerade weil – er wegen der drei Klettersteige als schwer eingestuft ist. Drei mögliche Portale gibt es bei dieser Traumschleife, wobei das Portal im Ort Mittelstrimmig für mich am günstigsten liegt.

Wer mit auf Erlebnistour gehen möchte, folgt mir zum nächsten Post.


Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter

http://www.gpsies.com/map.do?fileId=rfqubiupcxumgeex

Dienstag, 13. Oktober 2015

Musik, die bewegt - Teil 3

Musik machen können viele.
Emotionen hörbar machen und fühlbar Geschichten erzählen, nur wenige.


If Tomorrow Never Comes
ist das erste Liebeslied des amerikanischen Countrymusikers Garth Brooks, das im August 1989 als zweite Single seines Albums GARTH BROOKS veröffentlicht wurde und häufig als sein bekanntestes Werk bezeichnet wird.
Es wurde mit dem Titel „Favorite Country Single“ bei den American Music Awards 1991 ausgezeichnet. Der Song wurde mehrfach von anderen Künstlern gecovert, so z.B. von  Marry Manilow; wobei das bekannteste Cover von Ronan Keating stammt.

Ein Mann liegt in der Nacht wach und denkt darüber nach, was seine Geliebte über ihn denkt, wenn er am nächsten Tag nicht erwachen würde.
Würde sie jemals erfahren, wie sehr er sie liebte?
Er verspricht sich selbst, dass er ihr jeden Tag sagen wird, wie viel sie ihm bedeutet.


Garth veröffentlichte folgende Hintergrundinformation zu dem Lied auf dem Einleger der CD The Hits: (Übersetzung)
If tomorrow never comes wird vielleicht immer mein bekanntestes Lied bleiben. Mit der Idee zu diesem Song ging ich zu gefühlt tausend Songschreibern aber keiner von Ihnen verstand das was ich suchte. An einem Tag stellte mich Bob Doyle, mein Co-Manager, Kent Blazy vor und ich erzählte ihm von meiner Idee. Den Ersten Vers des Songs hatte er nach 15 Sekunden auf dem Papier. Ich konnte erzählen und er fühlte es einfach. Denken Sie an Irland für diesen Moment.

Text:

Sometimes late at night
I lie awake and watch her sleeping
She's lost in peaceful dreams
So I turn out the lights and lay there in the dark
And the thought crosses my mind
If I never wake up in the morning
Would she ever doubt the way I feel
About her in my heart

If tomorrow never comes
Will she know how much I loved her
Did I try in every way to show her every day
That she's my only one
And if my time on earth were through
And she must face this world without me
Is the love I gave her in the past
Gonna be enough to last
If tomorrow never comes

'Cause I've lost loved ones in my life
Who never knew how much I loved them
Now I live with the regret
That my true feelings for them never were revealed
So I made a promise to myself
To say each day how much she means to me
And avoid that circumstance
Where there's no second chance to tell her how I feel

If tomorrow never comes
Will she know how much I loved her
Did I try in every way to show her every day
That she's my only one
And if my time on earth were through
And she must face this world without me
Is the love I gave her in the past
Gonna be enough to last
If tomorrow never comes

So tell that someone that you love
Just what you're thinking of
If tomorrow never comes

Zum Video geht es hier lang
http://dai.ly/x17oekw

Musik, die bewegt - Teil 2

Wie John Miles in seinem Klassiker der Rockmusik schon singt:
„Music was my first love and it will be my last.“

Musik war meine erste Liebe und sie wird meine letzte sein.
Musik der Zukunft und Musik der Vergangenheit.
Ohne meine Musik zu leben wäre für mich unmöglich.
In dieser Welt voller Sorgen bringt die Musik mich durch.


Eines der Lieder, die mich immer wieder bewegen, ist Garth Brooks’ The Thunder Rolls.
Es ist auf seinem zweiten Studio-Album NO FENCES enthalten, das im August 1990 veröffentlicht wurde, und handelt von einem Mann, der seine Frau betrügt. Sie vermutet es, ist sich aber nicht sicher… bis zu dieser Nacht.
Donner und Blitz stellen die Demütigung und Wut in ihr dar (
"deep in her heart, the thunder rolls")

Das Musikvideo, in welchem der Mord explizit dargestellt wird, ist sehr umstritten.
Ein Mann, der von Garth Brooks selbst gespielt wird, ist auf dem Weg zurück von irgendwo, wo er nie hätte sein sollen („he's heading back from somewhere, that he never should have been”). Dies impliziert, dass er von einer Affäre zurück kommt, was auch der Satz "on the wind and rain a strange new perfume blows" beschreibt.
Die beiden geraten in Streit, worauf sie ihn mit einem Revolver erschießt.
Auf dem Album sind nur zwei Strophen enthalten. Die dritte Strophe, die aus der betrogenen Ehefrau eine Mörderin macht, spielte Brooks ursprünglich nur auf Konzerten.
Wegen dieser Darstellung häuslicher Gewalt zwischen einer rachsüchtigen Frau und einem betrügerischen Ehemann boykottierten einige Fernsehsender mit konservativer Ausrichtung das Lied. Für Brooks war dieser „Skandal“ erfolgreiche Werbung.


Hier nun der Text im Original


[Verse 1]
Three thirty in the morning
Not a soul insight
The city's looking like a ghost town
On a moonless summer night
Raindrops on the windshield
There's a storm moving in
He's heading back from somewhere  


That he never should have been
And the thunder rolls
And the thunder rolls
Every light is burning
In a house across town
She's pacing by the telephone
In her faded flannel gown
Asking for a miracle
Hoping she's not right
Praying it's the weather
That's kept him out all night
And the thunder rolls
And the thunder rolls


[Chorus]
The thunder rolls
And the lightning strikes
Another love grows cold    

On a sleepless night
As the storm blows on
Out of control
Deep in her heart
The thunder rolls


[Verse 2]

She's waiting by the window
When he pulls into the drive
She rushes out to hold him
Thankful he's alive
But on the wind and rain
A strange new perfume blows
And the lightning flashes in her eyes
And he knows that she knows
And the thunder rolls
And the thunder rolls


[Chorus]

[Verse 3]
She runs back down the hallway
and through bedroom door
She reaches for the pistol
Kept in the dresser drawer

Tells the lady in the mirror
He won't do this again
‘Cause tonight will be the last time
She'll wonder where he's been


Der Link zum Video

http://dai.ly/x2s8dy4

Der feine Unterschied

10 Dinge, die Männer niemals an Frauen verstehen werden


Mal ehrlich, wir lieben doch unsere Frauen. Was wäre die Welt ohne sie?
Ruhiger, das stimmt wohl, aber auch sicher nicht so schön.
Wissen wir Männer immerhin, was PMS bedeutet und können wir mit den komplexen Beschwerden, die sich während der letzten vier bis vierzehn Tage vor dem Eintreten der Regelblutung zeigen, umgehen. Sind wir auch verständnisvoll, hilfsbereit, ja sogar mitfühlend, wenn sich Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit, Kreislaufbeschwerden, Heißhunger oder Appetitlosigkeit, Durchfall, Krämpfe, Migräne sowie erhöhte Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität zeigen. Mal ehrlich… wir Männer würden sicher schlimmer jammern.
Und lieben wir sie auch noch so sehr - manche Dinge werden einfach niemals in die Köpfe der Männer gehen.


Es gibt so einiges, was Frauen auszeichnet und wofür wir Männer sie bewundern:
Sie können reden und gleichzeitig etwas anderes konzentriert tun, sie bekommen Kinder und sind echte Organisationstalente.
Doch diese zehn Dinge werden wir Männer einfach nie verstehen:


1. Ihre Handtaschen sind immer voll

Das stimmt, abstreiten zwecklos. Manchmal fragt man sich, wie wir Männer ohne den Inhalt einer Handtasche überhaupt überleben können, denn schließlich sind Frauen damit auf alles vorbereitet und möchten dabei auch noch gut aussehen. Dafür sind einige Dinge unverzichtbar:
Kajal, Mascara, Puder, Taschentücher, das Portemonnaie und Smartphone, ein Stift und ein Spiegel, der Hausschlüssel, der Autoschlüssel, Deo, Kaugummis, Handcreme, Nagelfeile und Nagelschere, Zahnseide, Kopfschmerztabletten, Pflaster, manchmal auch noch MP3-Player, Kopfhörer und ein eReader (oder Buch)

2. Sie tuschen ihre Wimpern mit offenem Mund

Zugegeben: Besonders intelligent sehen sie dabei nicht aus. Doch der "Karpfenblick" beim Auftragen der Mascara hat angeblich einen guten Grund: Die Muskeln im Gesicht sind zwar so beweglich, dass sie ihnen unterschiedlichste Mimiken ermöglichen, aber auf Kommando einen bestimmten Bereich (z.B. um die Augen) zu entspannen, fällt relativ schwer. Wer den Mund öffnet, strafft automatisch die Muskeln um die Augen herum, macht sie dadurch größer und das Auftragen der Wimperntusche leichter. Am Auge mit einem Fremdkörper zu hantieren, ist zudem äußerst unnatürlich, weshalb man sich dabei automatisch besonders konzentriert. Und dass bei extremer Konzentration der Mund und auch die Zunge mitunter seltsame Dinge tun, ist allseits bekannt.

3. Sie nehmen ihre Smartphones mit ans Bett

Ein letzter Blick vor dem Schlafen ist unerlässlich: Hat eine Freundin spontane Sorgen, die per WhatsApp besprochen werden müssen? Hat ER vielleicht noch etwas Liebes geschrieben? Was hat sich seit dem letzten Check auf Facebook, Instagram, Twitter und google+ getan? Existiert das Universum noch?
Warum können wir Männer einfach nicht verstehen, dass man das unmittelbar vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen wissen möchte!?

4. Sie schauen sich "Der Bachelor"/"Die Bachelorette" an

Ein bisschen Trash muss einfach sein. Und kaum ein Fernsehformat liefert so ideale Lästervorlagen wie "Der Bachelor" oder "Die Bacherlorette". Geht es um den Mann, kann man nirgendwo sonst so wunderbar weibliche Zickereien beobachten. Und kämpfen in "Die Bachelorette" die Herren um die eine Auserwählte, ist kaum etwas lustiger, als die Männer bei ihren zum Teil wirklich amüsanten Flirtversuchen und ihrem Gockelgehabe zu beobachten.

5. Sie lästern auch mal über ihre beste Freundin

So lieb wie wir sie haben und so gern wir immer alles mit ihr diskutieren und ihre Sorgen und Nöte teilen - manchmal müssen wir auch über unsere beste Freundin Dampf ablassen. Das ist niemals böse gemeint, sondern macht es uns leichter, auch künftig mit ganzem Herzen für sie da zu sein.


6. Sie lieben Selfies
Jeden Tag investieren sie viel Zeit, um gut auszusehen. Da wäre es doch ein Jammer, wenn man das nicht für die Ewigkeit festhält, oder? Und ja, wenn man schon mal mit dem eigenen Look (nach Versuch Nummer 15) komplett zufrieden ist, darf das Selbstporträt natürlich auch auf Facebook, Instagram oder google+ gepostet werden.

7. Sie sitzen gern in Cafés

Natürlich könnte man sich auch einfach zu Hause einen Kaffee machen und genießen. Aber im Café ist es doch viel schöner. Nur hier wird man (vielleicht sogar von einem schnuckeligen Kellner) bedient, kann andere Leute beobachten und sich selbst mit einem neuen schönen Teil oder einer neuen Frisur zeigen. Wer flirten mag, geht am besten allein. Ansonsten ist die beste Freundin Pflicht.

8. Sie tragen am liebsten Ballerinas

Sie lieben ihre Ballerinas! Jedes einzelne Paar! Sie sind lässig, aber trotzdem elegant und passen deshalb zu Röcken, zu Hosen, tagsüber ins Büro und am Abend ins Restaurant. Noch dazu sind sie bequem, besonders leicht an- und auszuziehen und machen einen schönen, zierlichen Fuß. Warum also sollten Ballerinas nicht ihre Lieblingsschuhe sein?!

9. Sie tragen gern unsere Kapuzenpullis

Unsere Kleidung zu tragen, ist grundsätzlich wunderbar. Sie ist immer etwas zu groß und dadurch herrlich bequem und zudem duftet sie nach dem Mann ihres Herzens. Leihen wir ihnen unseren Kapuzenpulli an einem Faulenztag, können sie herrlich darin entspannen. Bekommt sie das Kleidungsstück an einem Sommerabend, der etwas kühler als erwartet ausfällt, ist der Pulli ein toller Weg um zu zeigen: Wir gehören zusammen!

10. Sie sind immer (!!!) mit ihrer Figur unzufrieden

Das können wir Männer nicht verstehen. Unsere Fettpölsterchen verteilen sich ganz anders am Körper als bei Frauen. Es ist ja nicht nur der Bauch - auch die Beine und der Po sollten schön aussehen. Und selbst wenn damit alles stimmt, sind es mit Sicherheit die Arme, die ihnen nicht gefallen. Und nehmen sie insgesamt ab, dann nicht am Po, wo das eine oder andere Pfund zu viel hängt, sondern zu allererst an der Oberweite oder im Gesicht.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Technikstandort Deutschland

Wer an Deutschland denkt, denkt häufig an Dichter, Denker und Komponisten.
Und an „Made in Germany“, an Hightech-Produkte allerhöchster Qualität, die weltweit gefragt sind.
Die technischen Erfolge verdankt das Land vor allem seinen Ingenieuren, denn sie sind ausgestattet mit breitem Fachwissen und der Fähigkeit, dies praktisch anzuwenden.


Die Österreicher entwickelten den dünnsten Draht der Welt.
Als dieser fertig ist wollten sie wissen, welchen Durchmesser er hat.
Der Draht ist aber so dünn, dass sie ihn nicht messen können.

Sagt der eine Österreicher: „Schicken wir ihn eben nach Deutschland. Die sind hoch technisiert. Die können ihn vielleicht messen.“

Sagt der andere: „Nein, die Blöße geben wir uns nicht. Schicken wir ihn erst mal nach Amerika. Die sind auch hoch entwickelt.“

Also packen sie den Draht in eine Kiste und legen einen Zettel bei, ob sie den Durchmesser feststellen können. Nach zwei Wochen kommt die Kiste wieder.

Der Kiste liegt ein Antwortzettel bei. „Leider können wir diesen Draht nicht messen. Er ist zu dünn.“

Darauf sagt der eine Österreicher wieder: „Müssen wir ihn doch nach Deutschland schicken.“

Sagt der andere: „Nein, wir schicken ihn nach China. Dort werden doch auch Mikrochips hergestellt. Die können ihn bestimmt messen.“

Gesagt, getan. Sie legen wieder einen Zettel bei, ob sie den Draht messen können. Es dauert wieder ca. zwei Wochen, dann kommt die Kiste zurück.

Auf der Antwort steht: „Leider können wir diesen Draht nicht messen. Er muss zu dünn sein.“

Sagt der eine Österreicher: „Jetzt bleibt uns nur noch Deutschland.“

Darauf der andere: „Hmmm. Na gut. Schicken wir ihn nach Deutschland.“

Also den Draht wieder in eine Kiste und nach Deutschland geschickt.
Aus lauter Frust haben sie vergessen, einen Zettel beizulegen, was sie eigentlich möchten.

Es dauert zwei Wochen, drei Wochen, vier Wochen, keine Kiste. Nach sechs Wochen kommt die Kiste wieder.
Es liegt ein Zettel bei:
„Also wir wussten ja nicht, was wir mit diesem Draht machen sollten. Also haben wir mal ein Gewinde draufgeschnitten und ein Loch durchgebohrt.
Wir hoffen, das ist in eurem Interesse.“

Dienstag, 6. Oktober 2015

Ist für heute wirklich Schluss?

Sonntag, 04. Oktober 2015:
Meine Katze weckt mich… müde folge ich ihr vom Schlafzimmer in die Küche, wo sie ungeduldig am Futternapf wartet. Na ja, viel länger wäre die Nacht sowieso nicht gewesen, denn um 08:00 Uhr hätte mein Wecker seine Pflicht erfüllt.
Einen Kaffee mit Milch ohne Zucker während die Katze noch genüsslich schmatzt.
Wie vorhergesagt regnet es. Tief „Quirin“ aus Frankreich scheint angekommen.
Nach 11:00 Uhr soll es trocken bleiben, hoffentlich behält die Vorhersage Recht.
Um das Frühstück brauche ich mir keine Gedanken zu machen, denn heute lasse ich das Sorge des Personals der Brasserie sein, wo ich am Freitag einen Tisch reserviert hatte.
Pünktlich um 09:30 Uhr trifft mein Date des heutigen Tages ein, eine nette Sportsfreundin, mit der ich mich zu einer Rennradtour verabredet habe.
Zwischen Becherbach und Otzweiler

Mittlerweile nieselt es nur noch leicht.
Schnell noch einen Kaffe und wir laufen die paar Meter zur Brasserie am Schleiferplatz.
Viel Betrieb herrscht heute nicht, die Reservierung hätte ich mir sparen können, aber wer weiß so etwas vorher?
An einem Tisch im Eck nehmen wir Platz und warten auf Orangensaft und Milchkaffee, bevor wir schauen, was das Frühstücksbuffet für uns bereit hält.
Es ist ausreichend und gut, aber nicht außergewöhnlich. Lachs vermisse ich, den ich immer gerne in Verbindung mit Rührei genieße. Früher war dieser im Buffet enthalten – schade.
Als nächstes teste ich dann endlich auch mal das Frühstück im Idarer Brauhaus.
Es hat aufgehört zu regnen, lediglich die grauen Wolken stören uns. Bleibt es trocken wie erhofft und können wir Plan A umsetzen? Ansonsten hat das Alphabet ja schließlich noch 25 verbleibende Buchstaben für alternative Pläne.

Auf dem Nachhauseweg haben sich die dunkelgrauen Wolken in hellgraue verwandelt und es wird heller.
Zwischen Otzweiler und Hundsbach

Also sind wir mutig, ziehen uns um und starten. Unterstellen kann man sich immer irgendwo und notfalls auch abbrechen.
Die gestrige Mountainbike-Tour spüre ich noch etwas in den Beinen. Auch ist der Umstieg aufs Rennrad gewöhnungsbedürftig, umgekehrt fällt es mir leichter.
Von Idar geht es nach Oberstein. An einigen Stellen ist der Asphalt schon trocken, nur in Spurrillen und Vertiefungen hält sich die Feuchtigkeit hartnäckig.
Durch Nahbollenbach und Weierbach fahren wir weiter bis zum Nahe-Radweg, dem wir bis Kirn folgen. Hier befinden wir uns bereits im Landkreis Bad Kreuznach.
Heimweiler ist das nächste Ziel, von wo aus der Rundkurs durch zwei Landkreise und drei Verbandsgemeinden startet. Bereits in Becherbach kommt man sich vor wie in einer anderen Welt. Wenig Verkehr und ländliche Idylle genießt man hier als Rennradfahrer.

Bei Desloch

Die Sonne zeigt sich gelegentlich, wenn auch hier und da Wolken zu sehen sind.
Über Otzweiler geht es vorbei an Hundsbach bis Schweinschied, weiter nach Löllbach, Jeckenbach und Desloch. Einige Male müssen wir unsere Windjacken aus- und wieder anziehen. Gerade bei längeren Abfahrten ist der Fahrtwind ohne entsprechende Kleidung unangenehm kühl.
Es lässt sich ansonsten prima fahren, lediglich in Passagen, die durch Wald führen, ist der noch feuchte Asphalt in Verbindung mit Laub nicht zu unterschätzen.
Auf der Höhe bei Lauschied halten wir an und genießen die Aussicht bei völliger Windstille.
Durch den Ort geht es weiter bis Bärweiler und über den 408 Meter hohen Schwarzenberg nach Limbach. Rund fünf Kilometer sind es von hier bis Heimweiler.
Meine Befürchtungen, wir müssten heute gegen starken Wind ankämpfen, sind nicht eingetreten – im Gegenteil, wir sind uns einig, dass es heute gut rollt.

Wieder auf dem Nahe-Radweg bei Weierbach spüre ich ein Leistungstief und dabei sind es noch knapp 12 Kilometer, die bis Oberstein und von dort ständig leicht bergauf nach Idar führen. Wie war das noch? Über sieben Brücken musst du geh’n?
Bärweiler

Meinen Vorschlag, uns im Idarer Brauhaus ein kühles Radler in der Sonne zu genehmigen, wird gerne angenommen.
Und so sitze ich mit meiner reizenden Begleitung um 16:40 Uhr entspannt am Tisch im Freien, wo wir mit anderen Gästen die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen können. Hier möchten wir auch zum Abendessen einfallen.
Kaum ist der wärmende Stern hinter den Bäumen Richtung Algenrodt verschwunden, wird es kühl und das Verlangen nach einer warmen Dusche steigt. Davor müssen wir allerdings noch den Anstieg durch die Meitzenbach überwinden.
Der Blick auf den Fahrradcomputer zeigt 82 km und laut Garmin waren es fast 1.050 Höhenmeter am heutigen Tag.

Nach einer erfrischenden Dusche und gehüllt in zivile Kleidung, bekommen wir im Obergeschoss des Brauhauses noch einen der wenigen freien Tische.
Vor Limbach
Gemeinsam laben wir uns erst an den Beilagensalaten, bevor dann zügig die Hauptspeisen serviert werden – Biergulasch mit Semmelknödeln sowie Schnitzel mit gebratenen Champion… Champijn… Champinon… Pilze eben, Zwiebeln und Bratkartoffeln.
Mir ist ganz entgangen, dass wir mittlerweile die einzigen Gäste im oberen Stockwerk sind. Normalerweise behalte ich gerne den Überblick und sitze daher auch ungern mit dem Rücken zu einer Menschenmenge. Heute allerdings war der Fensterplatz dann anderweitig vergeben.
Lange halten wir es nach dem Essen nicht mehr aus, verwerfen unser Vorhaben, an der Theke noch ein Bier zu trinken und machen uns gemeinsam auf den Heimweg, wo sich unsere Wege trennen.

 

Vier Radler im Brauhaus, davon zwei im Glas
Heute ist alles perfekt gelaufen. Eine schöne Radtour ohne Zwischenfälle über einsame Landstraßen inmitten herrlicher Umgebung liegt hinter uns. Das Wetter war uns wohlgesonnen und diverse Gespräche – von sachlichen, über lustige bis hin zu ernsten Themen – haben uns die Langeweile vertrieben.
Unwillkürlich muss ich an Paulchen Panther denken:
"Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät?
Schade, dass es sein muss.
Ist für heute wirklich  Schluss?"


Ich für meinen Teil mache jedenfalls einen flotten Dreier… meine Bettdecke, mein Kopfkissen und ich… das wird eine tolle Nacht.

Musik, die bewegt - Teil 1

Über sieben Brücken mußt du geh’n

Manchmal geh' ich meine Straße ohne Blick,
manchmal wünsch' ich mir mein Schaukelpferd zurück,
manchmal bin ich ohne Rast und Ruh,
manchmal schließ' ich alle Türen nach mir zu.
Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß,
manchmal weiß ich nicht mehr, was ich weiß,
manchmal bin ich schon am Morgen müd',
und dann such' ich Trost in einem Lied:
Über Sieben Brücken mußt Du geh'n,
sieben dunkle Jahre übersteh'n,
sieben Mal mußt Du die Asche sein,
aber einmal auch der helle Schein.

Manchmal scheint man immer nur im Kreis zu geh'n,
manchmal ist man wie vom Fernweh krank,
manchmal sitzt man still auf einer Bank.
Manchmal greift man nach der ganzen Welt,
manchmal meint man, daß der Glücksstern fällt,
manchmal nimmt man, wo man lieber gibt,
manchmal haßt man das, was man doch liebt.
Über Sieben Brücken mußt Du geh'n,
sieben dunkle Jahre übersteh'n,
sieben Mal mußt Du die Asche sein,
aber einmal auch der helle Schein.


(Karat)
Mit Dank an Textdichter Helmut Richter


Das bekannteste Lied der DDR-Band Karat wurde 1976 für einen TV-Film geschrieben, der von der schwierigen Liebe zwischen einer Deutschen und einem Polen erzählt.
Schnell wurde die Ballade zum Kultsong.
Peter Maffay nahm 1980 eine neue Version auf und landete damit einen seiner größten Hits.

Drei-Täler-Tour im goldenen Oktober

Samstag, 03. Oktober 2015:
Heute um 14 Uhr treffen wir uns zu einer von unserem Mountainbike-Guide organisierten Tour ins Antestal. Es soll der vorerst letzte schöne Tag sein - ab morgen ist schlechteres Wetter gemeldet, denn mit Tief "Quirin" gelangen aus Frankreich kommend feuchtere Luftmassen nach Deutschland.
Ein paar Stunden werden mit Datensicherung, Synchronisation etc. am PC verbracht, dann müssen meine Energiespeicher aufgefüllt werden. Um 12:30 Uhr stehen Bratkartoffeln mit drei Spiegeleiern auf dem Tisch und eine kühle Flasche Kirner Weizenbier alkoholfrei rundet den Genuss ab.
Jetzt zur Erfrischung duschen und anschließend mit routinierten Handgriffen die notwendigen Sachen packen.

Wenig später findet man mich am Treffpunkt, dem Festplatz in Nahbollenbach.
Nach und nach erweitert sich unsere Truppe, bis bei acht Personen Schluss ist. Bei diesem perfekten Wetter hatte ich mit mehr Teilnehmern gerechnet.
Pünktlich geht es los und wir rollen auf größtenteils asphaltiertem Untergrund bis Georg-Weierbach, wo am Ende des Eichenwegs unser erster Anstieg in den herbstlich, farbenfrohen Wald bewältig werden muss. Ein paar Trails später blicken wir auf die Fischbacher Kirche und fahren ein kurzes Stück durch den Ort, um durch das tolle Lörschbachtal bis auf die Höhe bei Berschweiler zu gelangen. Hier genießen wir einen schönen Ausblick bis zum benachbarten Bergen.
Begleitet von blauem Himmel und Sonnenschein setzen wir die Tour entlang der Wälder über Feldwege fort, bis wir nach insgesamt 14 Kilometern den Plätzheckgraben erreichen.

Diesem folgen wir ca. 1,5 Kilometer und befinden uns nun im idyllischen Trübenbachtal, das uns bis Kirn führt.
Im Lörschbachtal

Mein Rad läuft wunderbar, nachdem das Schaltauge gerichtet und die Schaltung neu justiert wurde. Meine neuen Schwalbe-Mäntel (Nobby Nic Evo) vermitteln – gerade jetzt im Herbst – ein sicheres Fahrgefühl, wobei ich ihre Fähigkeiten heute noch nicht ausreizen kann, denn die Strecke ist durchgehend trocken, war doch die ganze Woche über wunderbares Wetter.
Unser nächstes Ziel ist das Wohngebiet Auf dem Loh. Um das zu erreichen, folgen wir einem wegen Holzfällarbeiten gesperrten Weg. An einem Feiertag wird nicht gearbeitet und außerdem sind wir vorsichtig und tragen Helme – das sollte als Entschuldigung genügen. Ein paar Meter versperren uns Holzstämme den Weg. Mehr oder weniger elegant schieben, tragen und heben wir unsere Rädern darüber bzw. darunter durch.
An der Bismarcksäule sammelt sich das etwas zerstreute Feld und es geht weiter bergauf.
Hier oben hat man einen tollen Blick zum Hellberg sowie zum Kirner Steinbruch.
Wir folgen der Strecke weiter zwischen Meckenbach und Heimweiler entlang über die Höhe bei Limbach bis Hundsbach und anschließend bis zur Gemarkung Otzweiler.

Eselspfad im Antestal

Überall kann man den Herbst bestaunen. Die Wälder zeigen sich in bunten Farben… grün, gelb, orange, rot und braun. Teilweise fährt man durch ein Meer aus Blättern, die aufwirbeln, als wollten sie mit uns tanzen.
Es ist heute wärmer als gedacht, folglich geht leider der Inhalt meiner Flasche zur Neige. Nicht nur ich habe mich verschätzt und so wird eine Reserveflasche brüderlich bzw. geschwisterlich geteilt.
Was uns gleich erwartet, erfreut jedes Mountainbiker-Herz. Der Eselspfad bei Schmidthachenbach ist einer der schönsten Trails unserer Gegend. Mehrmals sind wir diesen idyllischen, schmalen Pfad im Antestal schon gefahren und auch mit Wanderschuhen konnte ich ihn schon erleben. Der Eselspfad stellt keine große Herausforderung dar, lediglich an zwei Stellen muss man an Felsbrocken auf die richtige Pedalstellung achten. Auch sonst sollte man immer ein wachsames Auge haben, denn schnell hat man auf dem schmalen Pfad mit dem Lenker einen Baum touchiert, was schnell zu einem Sturz führen kann.

Eselspfad im Antestal

Als Anfänger ist man hier übervorsichtig, mit jedem Mal lernt man den Weg allerdings besser kennen und kann ihn zügiger fahren.
Leider ist dieses Highlight der Tour viel zu schnell vorbei und so fahren wir von Schmidthachenbach weiter nach Bärenbach. Hier wechseln wir auf den Nahe-Radweg, der uns durch Weierbach wieder nach Nahbollenbach bringt.
Würde der Titel für die schönste Mountainbike-Tour bei herrlichstem Herbstwetter vergeben, wäre der heutige Tag klarer Favorit.
Schnell das Rad verstauen und umziehen. Ein bisschen Dusche aus der Dose genügt, denn wer hat denn schon nach 56 km und 1.100 Höhenmetern geschwitzt?
Im griechischen Restaurant Artemis wird erst mal der Flüssigkeitshaushalt wieder ins Lot gebracht. Die Gaststätte ist gut besucht und so müssen wir doch etwas länger warten, bis das Loch im Magen gestopft ist.
Gemütlich ist es hier bei toller Gesellschaft, aber kurz nachdem unsere Bedienung drei der sechs griechischen Anisspirituosen, auch Ouzo genannt, auf dem Tischtuch verteilt hat, mache ich mich auf den Weg nach Mörschied. 


Dort wird im Gartenhaus einer befreundeten Familie gegrillt.
Als im Laufe des Abends im Radio eines der bekanntesten deutschen Lieder der jüngeren Vergangenheit läuft, verstummen die Gespräche und wir hören "Über sieben Brücken mußt du geh'n" der DDR-Rock-Band Karat.
Wenn mir persönlich auch die Interpretation von Peter Maffay besser gefällt, so passt die Karat-Version sicher besser zum heutigen Tag der Deutschen Einheit.
Das Lied begleitet mich noch auf der späteren Heimfahrt in Gedanken. Ein großes Dankeschön an Textdichter Helmut Richter für diesen wunderbar bewegenden Text.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=oduowgxbcvqisueq