Donnerstag, 31. Dezember 2015

Silvesterlauf in Mörschied

Donnerstag, 31. Dezember 2015:
Der Silvesterlauf, der bereits zum 32. Mal in Mörschied stattfindet, gilt als Traditionsveranstaltung und steht bei vielen Läuferinnen und Läufern im Kalender.
Am 31.12.1983 fiel in einem ganz bescheidenen Rahmen der Startschuss zu diesem Laufevent.
Dass sich daraus innerhalb der letzten drei Jahrzehnte eine Veranstaltung mit Kult-Charakter entwickelte, wagten selbst die größten Optimisten nicht zu glauben.

Eine Stunde vor dem Startschuss zahle ich 4 Euro und erhalte meine Startnummer 102 im Sportlerheim, wo der TuS Mörschied Aktive und Gäste aus Nah und Fern zum Silvesterlauf unter der Mörschieder Burr herzlich willkommen heißt.

Neben den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern haben insbesondere die aktiven Läuferinnen und Läufer sowie die zahlreichen Zuschauer einen ganz besonderen Anteil daran, dass sich Jahr für Jahr der Lauf immer größerer Beliebtheit erfreut.
Läufer und Walker jeden Alters sind hier am letzten Tag des Jahres 2015 unterwegs.

Drei Strecken hat der TuS im Angebot: 1.200 Meter für Schüler, die 3.000-Meter-Mittelstrecke sowie den 10.000 Meter langen Hauptlauf.
Den Startanfang machen um 11:15 Uhr wie immer die Walker, bevor um 11:30 Uhr die Schüler und um 11:45 Uhr die Schülerinnen loslaufen. Der Hauptlauf über 10.000 Meter wird um 12 Uhr gestartet, die Mittelstrecke um 12:10 Uhr.

In Idar regnete es vorhin noch leicht und es sind auch gelegentliche Schauer gemeldet. Glücklicherweise können wir uns über super Wetter freuen. Es bleibt trocken, später erscheint sogar die Sonne am strahlend blauen Himmel. Kein Eis und Schnee stören, so soll es sein.

Das härteste Stück gilt es gleich am Anfang zu bewältigen. Immerhin rund 72 der insgesamt 180 Höhenmeter müssen auf dem ersten Kilometer erkämpft werden. Die Strecke führt uns durch Mischwald über Teile des Saar-Hunsrück-Steigs und verläuft zum großen Teil auf der Grenze des an Pfingsten 2015 eröffneten Nationalparks Hunsrück-Hochwald.
Ich hefte mich an die Fersen einer jungen, hübschen Frau, die mit ihrem kleinen Windhund-Rüden unterwegs ist. Ich habe keine Ahnung von Hunderassen, vermute aber, dass es ein Whippet oder Saluki sein könnte.
Mir geht es bei diesem Lauf nicht um Spitzenzeiten, sondern um den Spaß an der Freude und das schöne Gefühl, dabei gewesen zu sein beim gemeinschaftlichen Laufabschluss. Trotzdem kämpft man natürlich und lässt sich anspornen. Es gelingt mir zunächst nicht, die beiden zu überholen, beim nächsten Anstieg können sie allerdings nicht mehr mithalten.
Auf dem Rückweg laufen die Teilnehmer unterhalb der Mörschieder Burr ein kurzes Stück durch den Nationalpark. Insgesamt eine tolle Strecke, die zu Beginn und zum Ende asphaltiert ist, der überwiegende Teil - ca. 90% - sind Waldwege.
Etwa 100 Meter vor dem Ziel, es geht leicht bergauf, überholt mich zunächst ein deutlich jüngerer Läufer, allerdings kann ich noch etwas nachlegen und komme mit einer Nasenspitze Vorsprung ins Ziel.
Mit meiner Zeit von 53:54 Minuten bin ich durchaus zufrieden, zumal ich nicht ernsthaft trainiert habe und nur ein Mal pro Woche gemütlich jogge. Mit unserem Lauftreff legen wir die Strecke meist in fast genau 60 Minuten zurück.

Im Zielbereich gibt es heißen Früchtetee gratis, der allerdings sehr wässrig schmeckt. Dann doch lieber ein Bier.

223 Läufer für die Mittel- und Langstrecke gingen heute an den Start (ohne Walker und Schüler). Damit wurde die Zahl des letzten Jahres deutlich übertroffen.

Für die Siegerehrung zeichnen sich Yvonne Hanß von der Abteilung Breitensport des TuS und Heinz Hofmann, mein ehemaliger Sportlehrer, der sich u.a. seit vielen Jahren vorbildlich bei den verschiedenen Sportveranstaltungen der Stadt Idar-Oberstein engagiert, verantwortlich.

Es gab nach dem Zieleinlauf dann noch Diskussionen über die Läuferin mit ihrem Hund. Auf Nachfrage teilt der Verband mit, dass Hunde zwar nicht erwünscht, aber generell auch nicht verboten sind – wieder was gelernt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man sich dadurch einen Vorteil verschaffen könnte… im Gegenteil, denn besonders dieser Hund hat durch seine Versuche, das Revier zu markieren, wohl eher behindert als geholfen. Kurz nach dem Start hat er sogar am Wegesrand verklappt, was Zeit gekostet hat. Für diese Frau wäre ohne Hund bestimmt eine bessere Zeit möglich gewesen.

Um dieser Situation letztlich aus dem Weg zu gehen, verzichtete die Starterin jedenfalls im Nachhinein auf eine Wertung. Für diese faire Geste erntete sie anerkennenden Applaus.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter