Dienstag, 6. Oktober 2015

Drei-Täler-Tour im goldenen Oktober

Samstag, 03. Oktober 2015:
Voller Elan verlasse ich mein Bett, füttere die Katze, beobachte auf der Terrasse - eine Tasse Kaffee in der Hand haltend - den blauen Himmel und atme frische Herbstluft.
Heute um 14 Uhr treffen wir uns zu einer von unserem Mountainbike-Guide organisierten Tour ins Antestal. Es soll der vorerst letzte schöne Tag sein - ab morgen ist schlechteres Wetter gemeldet, denn mit Tief "Quirin" gelangen aus Frankreich kommend feuchtere Luftmassen nach Deutschland.
Ein paar Stunden werden mit Datensicherung, Synchronisation etc. am PC verbracht, dann müssen meine Energiespeicher aufgefüllt werden. Um 12:30 Uhr stehen Bratkartoffeln mit drei Spiegeleiern auf dem Tisch und eine kühle Flasche Kirner Weizenbier alkoholfrei rundet den Genuss ab.
Jetzt zur Erfrischung duschen und anschließend mit routinierten Handgriffen die notwendigen Sachen packen.

Wenig später findet man mich am Treffpunkt, dem Festplatz in Nahbollenbach.
Nach und nach erweitert sich unsere Truppe, bis bei acht Personen Schluss ist. Bei diesem perfekten Wetter hatte ich mit mehr Teilnehmern gerechnet.
Pünktlich geht es los und wir rollen auf größtenteils asphaltiertem Untergrund bis Georg-Weierbach, wo am Ende des Eichenwegs unser erster Anstieg in den herbstlich, farbenfrohen Wald bewältig werden muss. Ein paar Trails später blicken wir auf die Fischbacher Kirche und fahren ein kurzes Stück durch den Ort, um durch das tolle Lörschbachtal bis auf die Höhe bei Berschweiler zu gelangen. Hier genießen wir einen schönen Ausblick bis zum benachbarten Bergen.
Begleitet von blauem Himmel und Sonnenschein setzen wir die Tour entlang der Wälder über Feldwege fort, bis wir nach insgesamt 14 Kilometern den Plätzheckgraben erreichen.

Diesem folgen wir ca. 1,5 Kilometer und befinden uns nun im idyllischen Trübenbachtal, das uns bis Kirn führt.
Im Lörschbachtal

Mein Rad läuft wunderbar, nachdem das Schaltauge gerichtet und die Schaltung neu justiert wurde. Meine neuen Schwalbe-Mäntel (Nobby Nic Evo) vermitteln – gerade jetzt im Herbst – ein sicheres Fahrgefühl, wobei ich ihre Fähigkeiten heute noch nicht ausreizen kann, denn die Strecke ist durchgehend trocken, war doch die ganze Woche über wunderbares Wetter.
Unser nächstes Ziel ist das Wohngebiet Auf dem Loh. Um das zu erreichen, folgen wir einem wegen Holzfällarbeiten gesperrten Weg. An einem Feiertag wird nicht gearbeitet und außerdem sind wir vorsichtig und tragen Helme – das sollte als Entschuldigung genügen. Ein paar Meter versperren uns Holzstämme den Weg. Mehr oder weniger elegant schieben, tragen und heben wir unsere Rädern darüber bzw. darunter durch.
An der Bismarcksäule sammelt sich das etwas zerstreute Feld und es geht weiter bergauf.
Hier oben hat man einen tollen Blick zum Hellberg sowie zum Kirner Steinbruch.
Wir folgen der Strecke weiter zwischen Meckenbach und Heimweiler entlang über die Höhe bei Limbach bis Hundsbach und anschließend bis zur Gemarkung Otzweiler.

Eselspfad im Antestal

Überall kann man den Herbst bestaunen. Die Wälder zeigen sich in bunten Farben… grün, gelb, orange, rot und braun. Teilweise fährt man durch ein Meer aus Blättern, die aufwirbeln, als wollten sie mit uns tanzen.
Es ist heute wärmer als gedacht, folglich geht leider der Inhalt meiner Flasche zur Neige. Nicht nur ich habe mich verschätzt und so wird eine Reserveflasche brüderlich bzw. geschwisterlich geteilt.
Was uns gleich erwartet, erfreut jedes Mountainbiker-Herz. Der Eselspfad bei Schmidthachenbach ist einer der schönsten Trails unserer Gegend. Mehrmals sind wir diesen idyllischen, schmalen Pfad im Antestal schon gefahren und auch mit Wanderschuhen konnte ich ihn schon erleben. Der Eselspfad stellt keine große Herausforderung dar, lediglich an zwei Stellen muss man an Felsbrocken auf die richtige Pedalstellung achten. Auch sonst sollte man immer ein wachsames Auge haben, denn schnell hat man auf dem schmalen Pfad mit dem Lenker einen Baum touchiert, was schnell zu einem Sturz führen kann.

Eselspfad im Antestal

Als Anfänger ist man hier übervorsichtig, mit jedem Mal lernt man den Weg allerdings besser kennen und kann ihn zügiger fahren.
Leider ist dieses Highlight der Tour viel zu schnell vorbei und so fahren wir von Schmidthachenbach weiter nach Bärenbach. Hier wechseln wir auf den Nahe-Radweg, der uns durch Weierbach wieder nach Nahbollenbach bringt.
Würde der Titel für die schönste Mountainbike-Tour bei herrlichstem Herbstwetter vergeben, wäre der heutige Tag klarer Favorit.
Schnell das Rad verstauen und umziehen. Ein bisschen Dusche aus der Dose genügt, denn wer hat denn schon nach 56 km und 1.100 Höhenmetern geschwitzt?
Im griechischen Restaurant Artemis wird erst mal der Flüssigkeitshaushalt wieder ins Lot gebracht. Die Gaststätte ist gut besucht und so müssen wir doch etwas länger warten, bis das Loch im Magen gestopft ist.
Gemütlich ist es hier bei toller Gesellschaft, aber kurz nachdem unsere Bedienung drei der sechs griechischen Anisspirituosen, auch Ouzo genannt, auf dem Tischtuch verteilt hat, mache ich mich auf den Weg nach Mörschied. 


Dort wird im Gartenhaus einer befreundeten Familie gegrillt.
Als im Laufe des Abends im Radio eines der bekanntesten deutschen Lieder der jüngeren Vergangenheit läuft, verstummen die Gespräche und wir hören "Über sieben Brücken mußt du geh'n" der DDR-Rock-Band Karat.
Wenn mir persönlich auch die Interpretation von Peter Maffay besser gefällt, so passt die Karat-Version sicher besser zum heutigen Tag der Deutschen Einheit.
Das Lied begleitet mich noch auf der späteren Heimfahrt in Gedanken. Ein großes Dankeschön an Textdichter Helmut Richter für diesen wunderbar bewegenden Text.
Zu Hause angekommen spüre ich keine Müdigkeit und verbringe noch einige Zeit am PC.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=oduowgxbcvqisueq