Montag, 7. September 2015

Spätsommer im Hahnenbachtal

Freitag, 04. September 2015:
Während der Fahrt nach Rhaunen steigt meine Laune mit jeder Minute. Am Vormittag sah es am Himmel noch vielversprechend aus. Nachmittags hingegen wechselten sich schwarze und graue Wolken ab; später gab es sogar Regenschauer.
Nun allerdings klart es auf - wunderbar.
Den Modellflugplatz zwischen Hottenbach und Rhaunen finde ich schnell, bin mir allerdings unsicher, auf der richtigen Seite zu sein, denn ein Parkplatz sticht mir nicht ins Auge.
Der Weg wurde erst vor kurzem mit einigen LKW-Ladungen Schotter in einen besseren Zustand versetzt, dies sorgt allerdings auch für einen nicht unerheblichen Höhenunterschied zwischen Weg und den angrenzenden Wiesen- und Ackerflächen. Links zieht das Flugplatzgelände meine Blicke auf sich, denn so stellt man sich einen englischen Rasen vor… sattgrün und wie mit der Nagelschere geschnitten.
Nach dem Aussteigen lese ich das Hinweisschild der Modellflugfreunde, wonach es verboten ist, das Gelände zu betreten oder zu befahren. Komisch nur, dass man das nicht eingezäunte Gelände betreten muss, um erwähntes Schild lesen zu können. Oben an einem Mast befindet sich sogar eine Kamera. Zum Einen hält mich also der nette Hinweis vom Parken ab, zum Anderen hätte ich mich ohnehin gescheut, mit meinem tiefergelegten Wagen den Absatz runterzufahren. Zu groß wäre meine Sorge um Ölwanne und Frontschürze gewesen. Wenn überhaupt würden ohnehin nur Luxuskarossen, wie etwa Rolls Royce, Bentley oder Maybach, auf dem Rasen standesgemäß wirken.
Am anderen Ende sehe ich auch keine Parkmöglichkeit und so folge ich dem Feldweg weiter, bis nach etwa 100 Metern links eine kleine Wiese liegt, die sich gut für meine Zwecke eignet. Wie immer bin ich früh genug am Treffpunkt, um Stress zu vermeiden.
Schnell Schuhe wechseln, Rad aus dem Wagen nehmen und wieder zurück auf die Höhe, um den anderen Radlern den Weg zu weisen.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sind es zwölf Personen, die sich in Bewegung setzen, um über Teile des STUMM-Orgel-Weges in Richtung Rhaunen und weiter auf schönen Trails entlang des Wartenbergs nach Hausen zu fahren.
Etwas ungewohnt ist es für mich, mal wieder in langer Kleidung zu fahren, denn das war bisher nicht notwendig. Auch meine beiden Lampen sind heute mit dabei. Man merkt langsam, dass der Herbst Einzug hält.
Den Spott meiner Mitradler, über die nach ihrer Meinung bei 11 Grad nicht angepasste Kleidung, der sich in Sätzen wie „ist bei dir der Winter ausgebrochen?“ oder „schwitzt du dich nicht tot?“ äußert, ertrage ich klaglos. Außerdem bin ich nicht der einzige, der die lange Montur gewählt hat.

Trail im Wartenberg

Über Teile der Traumschleife "Hahnenbachtaltour" gelangen wir bis unterhalb der Ruine Hellkirch, die im Bereich der Gemeinde Woppenroth auf einer bewaldeten Anhöhe etwa 60 Meter über dem Hahnenbachtal zwischen Hausen, Bundenbach und Woppenroth liegt.
Hier teilt sich die Gruppe für ein paar Minuten. Wer möchte, quält sich den Berg zur Hellkirch hoch, der Rest rollt geradeaus weiter bis zur neuen Brücke über den Hahnenbach, wo sich die Gruppe wieder vereint.
Nach Überquerung der Brücke erreichen wir nach etwa zwei Kilometern die rekonstruierte Keltensiedlung Altburg, die nach Ansicht des rheinischen Landesmuseums das am besten erforschte und anschaulichste Lebenszeugnis der westlich des Rheins lebenden Menschen vor mehr als 2.000 Jahren darstellt. Vom Aussichtspunkt bei der Altburg genießt man einen Blick auf die nahegelegene Schmidtburg.

Perfekt getroffen
Vorbei am Besucherbergwerk Herrenberg und der Schinderhannes-Tränke, die an den berühmten Hunsrückräuber Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, der im 18. Jahrhundert hier sein Unwesen trieb, erinnert, führt die Strecke nach Bundenbach. Bollenbach ist unser nächstes Ziel, von wo aus wir über Teile des STUMM-Orgel-Weges, vorbei an Sulzbach, wieder retour zum Ausgangspunkt fahren.
Mit verbliebenen fünf Personen entscheiden wir uns zu einer Einkehr in Weiden und finden uns so im Bürgerhaus AURORA ein, wo wir freundlich bedient und vom Chef persönlich bekocht werden.
Eine Calzone und vier gut belegte Pizzen zieren wenig später unseren Tisch. Mit meiner Wahl der Pizza „alla Kim“ mit Gorgonzola und Parmesankäse habe ich keinen Fehler gemacht. Lediglich mein Extrawunsch, Zwiebeln, wurde nicht umgesetzt was aber zu verschmerzen ist.
So ist am Ende jeder glücklich und zufrieden… das Essen war wirklich sehr gut und ist eine Empfehlung wert.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=qpvuslklevmhcyzn