Sonntag, 23. August 2015

Von Leitzweiler, Nohen und Baumholder

Freitag, 21. August 2015:
Der recht unscheinbare Ort Nohen ist es an diesem Freitag, der uns mal wieder zum Mountainbiken anzieht. Während der Fahrt von Leitzweiler, wo ich Freunde auf ihrem Zeltplatz besucht habe, steigt die Freude, denn das Wetter ist mal wieder perfekt – wie so oft in diesem Sommer.
Siebzehn Personen sind es heute, die sich am Wanderparkplatz an der Straße Richtung Rimsberg treffen, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen.
Ein kurzes Stück Hauptstraße Richtung Reichenbach und endlich geht es nach links in ein Waldstück. Von hier gelangen wir auf den Themenwanderweg der verschwundenen Dörfer.
Der hölzerne Weinschrank
Der erste Aussichtspunkt „Nahe-Blick“ ist erreicht. Zügig geht es weiter, vorbei an der Kupfergrube, bis zum Relikt „Ilgesheim“ des Themenwanderweges. Ein Schild weist uns auf die Zufahrten zu den Außenfeuerstellungen 206 und 207 des Truppenübungsplatzes hin.
Über Asphalt rollen wir Richtung Reichenbach, queren die L 172 und halten uns Richtung der Heimbacher Höfe, wo wir am Relikt „Breungenborn“ vorbei kommen.
Wir haben acht Kilometer zurückgelegt, als wir nach rechts abbiegen. Der Feldweg führt uns auf die Traumschleife „Nohener Nahe-Schleife“, die mit 85 Erlebnispunkten bewertet wurde und in diesem Jahr bei der Wahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg immerhin den fünften Platz belegt hat.
Das Highlight der Traumschleife ist sicher der Weinschrank, der sich an einem tollen Aussichtspunkt befindet. Einige Neulinge unserer Gruppe versetzt der hölzerne Schrank mit leckerem Nahe-Wein in Staunen.
Nach dem nächsten Aussichtspunkt „Felsenklipp“ führt der Weg über Wald- und Wiesen-Etappen bis hinunter zur Nahe. Am Fluss entlang fahren wir bis zur Brücke, die uns zur Bruchwiesenschleife bringt. Nach Querung der Nahe muss der Anstieg hoch zum Hasenkopf bewältigt werden, bevor wir wieder hinunter bis zum Heimbacher Bahnhof rollen.
Als nächstes Ziel steht Weiersbach auf dem Programm. Dazu müssen wir ein Stück durch den Ort Heimbach und stehen bald am Einstieg eines tollen Trails, dem Kirchenweg. Er ist schmal, steinig und erfordert volle Konzentration. Wurzeln, größere Steine und Geröll können schnell zu einem Sturz führen. Dazu kommt der nach rechts steil abfallende Hang.
Auf dem Kirchenweg (immer nach links fallen)
Noch ein paar Hinweise an die Neulinge… „vorsichtig fahren, Abstand halten und nach links fallen“. Ich genieße den Trail nun zum dritten Mal. Vorbei am Keltischen Baumkreis stehen wir wenig später in Weiersbach und rollen weiter nach Hoppstädten. Von hier gilt es, den zweiten steilen Anstieg hoch zum Eborner Berg zu überwinden - 130 Höhenmeter an einem Stück. Kai-Uwe auf seinem E-Bike-Fully zieht im Turbo-Modus locker an uns vorbei. Er kann verschwenderisch mit seiner Energie umgehen, weiß er doch, dass wir uns dem Ende der Tour nähern.
Es wird langsam finster und die ersten Lampen erhellen unser Umfeld. Meine liegen zu Hause in der Garage, denn ich habe mich verschätzt. Ab jetzt sollte man wirklich bei jeder Freitags-Tour eine Lampe mitführen. Am Abzweig zum Waldgeistersteig entscheiden sich einige Fahrer, die mit Lampen ausgerüstet sind, diesen Umweg noch mitzunehmen. Ich allerdings schließe mich der Gruppe an, die auf dem schnellsten Weg nach Nohen rollt.
Auf dem Parkplatz ziehen wir uns um und nehmen – wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stick gelassen hat – mit 13 Personen vor der Gaststätte „Zum Bahnhof“ Platz. Die Pizza Uno ist heute eindeutig der Favorit.
Gegen 22:45 Uhr haben alle bezahlt und unsere Wege trennen sich. Nun muss ich mich entscheiden: Altstadtfest in Baumholder oder wieder zu meinen Freunden auf den Zeltplatz nach Leitzweiler? Meine Entscheidung fällt auf Letzteres. Hier sitzen wir noch am Lagerfeuer und reden über allerlei sinniges und unsinniges. Mittlerweile ist es so spät geworden, dass ich denke, es macht keinen Sinn mehr, noch nach Baumholder zu fahren. In Heimbach erreicht mich allerdings die WhatsApp einer Freundin, die mich überredet, noch den Weg nach Baumholder einzuschlagen. Und tatsächlich ist hier noch viel Betrieb. Bei guter Musik halten wir es bis 02:15 Uhr aus. Meine dünne Softshell-Jacke hätte ich nicht unbedingt gebraucht.
Nach einer gemütlichen Fahrt durch die Nacht - begleitet von guter Musik - geht dieser ereignisreiche Tag zu Ende.

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