Dienstag, 4. August 2015

Vom Bostalsee zu Karl May

Samstag, 01 August 2015:
Heute steht eine gemeinsame Rennrad-Tour auf dem Programm.
Es ist uns tolles Wetter beschert und so radeln wir gemütlich vorbei am Eschelbacher Hof nach Mettweiler und weiter über Fohren-Linden, Heimbach, Hoppstädten, Neubrücke, Ellweiler, Brücken, Achtelsbach, Eisen, Sötern, Eckelhausen und Bosen zum Seehafen am Bostalsee.
An einem schattigen Platz unter dem Sonnenschirm genehmigen wir uns ein kaltes, alkoholfreies Weizenbier.
Auf mein Drängen fahren wir noch eine Runde entgegen dem Uhrzeigersinn um den 120 Hektar großen See, der idyllisch eingebettet in der Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Saar-Hunsrück liegt. Beim Anblick denke ich mir: „Wenn ich den See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr!“
Wenn ich den See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr!
Teilweise führt der 6,9 Kilometer lange Radweg über Waldboden, was mit dem Rennrad wenig sinnvoll ist, daher weichen wir in diesen Passagen auf den asphaltierten Fußgängerweg aus. Wir rollen vorsichtig und nehmen Rücksicht auf Fußgänger – immer nach dem Motto der Madagascar-Pinguine: „Schön lächeln und winken, Männer, lächeln und winken."
Überraschenderweise tummeln sich auf dem Gelände um den See weniger Leute, als ich befürchtet habe. Erstaunlich, was hier in den letzten Jahren verändert wurde. Die ehemals frei zugängliche Liegewiese an der Surferbasis wurde eingezäunt.
Der Center Parc bietet u.a. einen Abenteuerspielplatz, ein Bungee-Trampolin und einen Kletter- bzw. Hochseilgarten. Außerdem werden Laser-Battle sowie Segway-Touren als Zeitvertreib angeboten.
Besonders ins Auge sticht mir das Hinweisschild „Bogenschießen“. Bereits ab 8 Jahren können auch Kinder am Bogenschießen teilnehmen und sich beispielsweise mit den Eltern messen. So etwas stelle ich mir ganz schön schwierig vor. Viele treffen nicht mal geradeaus die Zielscheibe, und hier wird im Bogen geschossen… tzzzzz.
Retour fahren wir über Neunkirchen (Nahe), Gonnesweiler, Türkismühle, Nohfelden, Wolfersweiler und Eitzweiler nach Freisen. Der schnellste Weg würde ab hier über Reichweiler, Eckersweiler und Mettweiler zurückführen. Wir entscheiden uns allerdings für einen Umweg vorbei an Schwarzerden über Pfeffelbach nach Thallichtenberg. Die letzte Etappe besteht aus einem Anstieg zum Breitsester Hof, bevor der Endpunkt Baumholder erreicht ist.
Rund 85 km und 1.050 Höhenmeter haben wir überwunden.
Nach einer ausgiebigen Dusche bringen uns zwei Beilagensalate, eine Pizza Speciale und eine Pizza Loren verbrauchte Kalorien zurück.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter



Die Zeit wird knapp. Noch schnell zu Hause Tasche auspacken und es geht schon weiter über Tiefenstein nach Mörschied, wo wir uns mit fünf Personen auf der Freilichtbühne verabredet haben. Seit 1990 werden hier bei den Karl-May-Festspielen diverse Stücke aufgeführt, dieses Jahr „Old Surehand“. Arnd Limpinsel schrieb das Drehbuch, führte Regie und verkörperte während der Proben und den insgesamt 13 Aufführungen die Figur des Old Wabble.
Die tolle Postkutsche

Zum Inhalt:
Trotz seiner Jugend ist sein Name im Westen in aller Munde: Leo Bender, der von allen nur Old Surehand genannt wird. Niemals verfehlt ein von ihm abgegebener Schuss sein Ziel.
Alleine durchstreift er die Weiten Nordamerikas auf der Suche nach seiner Familie: Seiner Mutter, seinem Onkel, seiner Tante und seinem Bruder.
Von seinem Vater weiß er, dass dieser irrtümlich wegen Falschmünzerei verurteil und im Gefängnis verstorben ist. Schuld daran war der Stiefbruder seines Vaters: Daniel Etters.
Eines Tages gerät Old Surehand in die Hände der Komantschen, die ihm am Marterpfahl ein grausames Ende setzen wollen. Doch es gelingt Old Shatterhand, den Komantschen ihren Gefangenen zu entreißen.
Die beiden Westläufer brechen auf in den Llano Estacado, wo sie auf Winnetou treffen. Fortan überschlagen sich die Ereignisse. Immer wieder kreuzt ein gewisser General Douglas ihren Weg, und dieser führt nichts Gutes im Schilde.
Doch mit Hilfe der beiden Blutsbrüder gelingt es Old Surehand schließlich, seine Familie zu finden. Am Devils-Head kommt es zur schicksalshaften Begegnung mit dem Mann, der für das Unglück der Familie Bender verantwortlich war: Daniel Etters…

Unsere Pyrotechniker Bruno und Marie sorgen für tolle Effekte
Gespannt verfolgen wir auf den Plätzen 24 bis 28 in der zweiten Reihe des Blocks F die schauspielerischen Leistungen, die - untermalt von tollen pyrotechnischen Effekten - auf der liebevoll gestalteten Bühne gezeigt werden. Man merkt, dass die Akteure mit viel Herzblut bei der Sache sind.
In Erinnerung bleiben wird uns sicher der Indianer auf dem gestohlenen Pferd mit eingeschalteter Alarmanlage (*Inside-Joke*).
Nach Ende der Aufführung haben die Pyrotechniker der Fa. Bravo Feuerwerke, Bruno Dolibois mit Tochter Marie Christin, ein Feuerwerk vorbereitet, das als krönender Abschluss bei der Premiere sowie der letzten Samstags-Vorstellung den Himmel um die Mörschieder Weidegründe in ein buntes Lichtermeer verwandelt.


2007 und 2008 war ich als Tontechniker hier tätig und weiß, was es bedeutet, solch eine Veranstaltung Jahr für Jahr auf die Beine zu stellen. Es sind nicht nur die Hauptdarsteller, die im Fokus stehen, die Vorstellung lebt auch von Nebendarstellern und Statisten.
Abschluss-Feuerwerk
Es muss Personen geben, die sich für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich fühlen. Ohne Choreografen, technische Gesamtleitung und Menschen, die sich um den Internetauftritt sowie die Öffentlichkeitsarbeit kümmern, geht es nicht.
Eine gute Pyrotechnik sorgt für herrliche Effekte, denn nur mit gelegentlichen Explosionen fühlt man sich in den wilden Westen versetzt.
Tontechniker sind unerlässlich, die für das Mischpult, die Lautsprecher, Funkmikrofone und musikalische Untermalung zuständig sind.
Auch geht es nicht ohne das Personal an den Verkaufsständen und die Ordner, die mit Rat und Tat den Besuchern zur Seite stehen.
Wenn sich jeder der Beteiligten seiner Verantwortung bewusst ist, auch mal über die kleinen Fehler der anderen hinweg gesehen wird und ein Rad ins andere greift, kann so etwas gelingen.
Man darf bei all dem auch nicht vergessen, dass es sich um Laien-Darsteller handelt, die einen Großteil ihrer Freizeit für die Freilichtbühne opfern.

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