Montag, 10. August 2015

Soonwaldtour - die Zweite

Sonntag, 09. August 2015:
Auch heute ist es wieder sehr warm. Auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung überlege ich an einer Wanderung oder einer Radtour… Mountainbike oder Rennrad? Hmmm, gewandert sind wir gestern… die Wahl fällt auf die Strecke, die wir vorgestern mit den Mountainbikes gefahren sind, allerdings dieses Mal mit mehr Ruhe und Aufenthalt an den Aussichtspunkten.
Ab Martinstein fahre ich über Merxheim nach Monzingen. Kaum habe ich den Ort Richtung Wald verlassen und links des Weges das Schild „Wildschutzzone – Hunde anleinen!“ gelesen, sehe ich in etwa 40 Metern Entfernung auch schon einen Köter, der mich ankläfft. Könnte ein Jack Russell Terrier sein, wobei dieser hier schon recht groß ist. Die mehrfachen Rufe der Dame scheinen das Tier nicht im Geringsten zu interessieren und zeigen mir, dass der Hund, der auf den Namen „Florian“ hören SOLLTE, wohl nicht gut erzogen ist. Je mehr sie sich Florian nähert, um ihn anzuleinen, desto weiter läuft er in meine Richtung auf mich zu. Die Distanz zwischen uns schrumpft, bevor sie es endlich geschafft hat, den Hund an die Leine zu nehmen. Ein kurzes „Danke“ ihrerseits ignoriere ich. Hier ist mir jedes Wort zuviel.
Auf dem Willigisweg mit Blick Richtung Auen

Zur Utsch-Hütte, die am Rundweg A3 in Auen liegt und nach Friedrich Wilhelm Utsch, besser bekannt als der Jäger aus Kurpfalz, benannt wurde, wähle ich – nach der Erfahrung von Freitag – einen anderen Weg. Ein kurzer Trail und man steht bei der tausendjährigen Willigis-Kapelle. Sie erhielt den Namen ihres Erbauers erst 1913. Vorher hieß sie „Geh-in-Kirche“. Der Name sollte Mahnung zum Kirchgang sein und zu einer Vertiefung des Glaubens bei den Menschen aus dem Soonwald führen. Bei der Renovierung 1977 und 1979 stellte man fest, dass die Kirche auf römischen Fundamenten steht. Teilweise wurde sogar keltisches Material gefunden.
An dieser Kapelle soll Friedrich Wilhelm Utsch begraben sein. Er lebte von 23.06.1735 - 13.03.1795. Dem berühmten Jäger wurde in Auen ein Denkmal errichtet.
Über Teile der „Vitaltour Willigisweg“ führt meine Tour Richtung ehemaligem Fliegerhorst Pferdsfeld.
Der Himmel zeigt sich bedeckt und die Wärme ist erträglicher als am Freitag.
Ich folge dem Weg zur westlich des ehemaligen Flugplatzes Pferdsfeld im Hoxbachtal gelegenen „Schinderhanneshöhle“.
Bis jetzt gab es keinen Platten – hoffentlich bleibt es so.
Aussicht von der Uhuwarte

Vorbei an der zu Seesbach gehörende Siedlung Waldfriede ist der beschaulichen Ort Horbach mein nächstes Ziel.
Nun befindet man sich auf der „Vitaltour Felsengarten“ mit den Aussichtspunkten „Falkenstein“, „Uhuwarte“ und „Rabenkanzel“, von denen man atemberaubende Blicke in das Kellenbachtal genießen kann. An jedem Aussichtspunkt bleibe ich stehen, halte die Erinnerungen mit meiner Digitalkamera fest und bin zufrieden.
Beim Abzweig zur Uhuwarte höre ich eine Männerstimme rufen. Zu weit ist er entfernt, als dass ich den Namen des Vermissten deuten kann. Wenige Sekunden später weiß ich, wen er sucht – seinen Hund. Dieses Mal steht ein schwarzes Tier ein paar Meter hinter einer Kurve vor mir, ebenfalls nicht angeleint, aber wenigstens dicht gefolgt von seinem Herrchen. Das laute Bellen des Hundes, dessen Kopf mir bis zur Hüfte reicht, wird von seinem Herrchen mit lautem Schimpfen quittiert. Dieses Gespann scheint besser erzogen zu sein, denn sofort verstummt das Gebell, der Hund setzt sich und lässt sich anstandslos anleinen.

Herrlicher Trail
Einen anspruchsvollen Trail sowie einen beschwerlicher Anstieg später stehe ich erneut an einem Aussichtspunkt, von dem aus ich in den Ort Simmertal gelange.
Der Anstieg zum Flachsberg mit 105 Höhenmetern am Stück geht in die Beine. Dafür wird man mit dem Naturschutzgebiet am Flachsberg entschädigt. Die schmalen Wege, die teils stark zugewachsen sind, fordern volle Konzentration.
An einer Spitzkehre verliert mein Vorderrad die Haftung. Zum Glück findet mein Fuß guten Halt und ich kann einen Sturz gerade so verhindern. Ein „Abflug“ in die Dornenbüsche wäre sicher schmerzhaft. Auch in diesem Gebiet ist die Gefahr eines Plattens groß. Zum Glück bleibe ich aber verschont.
Naturschutzgebiet Flachsberg über Martinstein

Nach ein paar tollen Ausblicken hoch über Martinstein, rolle ich vorbei am Ehrenmal über ein schmales Pfädchen hinunter in den Ort.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=qrygsjvzxpanmqcc