Sonntag, 23. August 2015

Hinterher ist man immer schlauer

Sonntag, 23. August 2015:
Lange schlafe ich heute… sehr lange für meine Verhältnisse. Es ist 10:30 Uhr, als ich durch mein Schlafzimmerfenster in einen blauen Himmel blicke.
Letzte Nacht kam ich nach dem Besuch einer Geburtstagsparty in Mörschied erst gegen 03:15 Uhr ins Bett.
Die Party im großen Saloon auf dem Gelände der Freilichtbühne Mörschied stand unter dem Motto „Wilder Westen“.

Warten auf die Gäste...
Passend fiel demnach meine Kleidung aus: Cowboy-Hemd, Lederweste, Jeans, Chaps, ein blaues Halstuch, Lederhut und ein Holster mit Revolver. Im Holster befanden sich stilecht Patronen im Kaliber .44 Magnum. Hergestellt aus original Hülsen mit eingepressten Teilmantelgeschossen. Die Füllung der Patronenhülsen besteht aus Sand, um das original-Gewicht der Patrone zu erreichen. Lediglich die abgeschlagenen Zündhütchen zeigen einem aufmerksamen Beobachter, dass es sich nicht um scharfe Munition handelt.
Zum perfekten Cowboy-Outfit fehlten leider die mit Sporen versehenen Stiefel… schade.

Den ersten Preis hätte sicher Wiltrud verdient, die im rosa Kostüm als Winnetouch für viel Gelächter sorgt.
Der Gastgeberin, meiner Kollegin, hatte ich Hilfe angeboten und so war es meine Aufgabe, ihre 160 Gäste mit frisch gezapftem Kirner Bier zu versorgen, was mir – auch dank perfekt eingestellter Zapfanlage auf 2 bar – sehr gut gelang.
Mit Spanferkel, Spießbraten (auch Rollbraten genannt), Majoran-Kartoffeln sowie etlichen Salaten wurde die Gesellschaft beköstigt. Gute Musik, teilweise live, und Tanzauftritte sorgten für gute Stimmung und einige Überraschungsmomente.

KIRNER BIER im Wilden Westen

Das erste 50-Liter-Fass war schnell verbraucht, das zweite leerte sich deutlich zögerlicher.
Der Genuss von Bier, Schnaps, Jack Daniels und anderen alkoholischen Getränke führte zum Glück nicht dazu, dass ein Eingreifen des Sheriffs notwendig wurde.
Am Ende – die Uhrzeit habe ich aus den Augen verloren – liefen 100 Liter Bier durch den Zapfhahn, was etwa 300 Gläsern entspricht… genau genommen etliche mehr, da auch viel Radler und Cola-Bier verlangt wurde. Perfektes Timing jedenfalls. Kein Rest im Fass und der verbliebene harte Kern schwenkt auf Flaschenbier um.
Nach der Ankunft im trauten Heim brauche noch eine gewisse Zeit zum „runterkommen“.
Noch duschen bevor mich das Land der Träume in seinen Bann zieht.

Jetzt stehe ich hier, blicke aus dem Fenster, eine Tasse Kaffee in der Hand, und überlege, mit welcher Beschäftigung ich den Tag sinnvoll verbringe. Zu diesem Zeitpunkt ist mir noch nicht klar, dass ich mich später ärgern werde.
Gerne würde ich Rad fahren, aber nachdem alle Medien wie Videotext, Internet und die beiden Apps meines Smartphones Regen melden, entscheide ich mich dagegen. Regen melden alle, manche ab 12:00 die anderen ab 14:00 Uhr. Und tatsächlich mischen sich unter den blauen Himmel mehr und mehr graue Wolken. Na ja, dann setze ich mich eben an den PC und schreibe ein paar Zeilen im Blog. Im Hintergrund läuft D-Max. Jetzt gerade schweift mein Blick auf die Uhr – 16:39 Uhr und bisher hat kein Tropfen Regen den Boden berührt. Ich hasse diese Wetterfrösche. Man hätte also doch fahren können, längst wäre man wieder zu Hause. Bis jetzt bot der Tag perfektes Wetter für jede Outdoor-Aktivität… ärgerlich, aber hinterher ist man immer schlauer, wie so oft im Leben.
Nun lohnt es sich für mich allerdings nicht mehr, noch etwas zu unternehmen, da ich um 18:00 Uhr auf eine Geburtstagsparty eingeladen bin… wieder mal in Leitzweiler.


Es gab dann doch noch Regen - und wie!!!

Kaum saß ich um 17:40 Uhr im Auto, fielen kurz hinter Algenrodt die ersten Tropfen. Später versuchten wolkenbruchartige Regenfälle, uns den Abend zu verderben, was ihnen allerdings nicht gelang. Dank überdachter Grillhütte saßen wir trocken am wärmenden Feuer.
Lediglich die knapp vier Meter zur angrenzenden Schutzhütte, in der Salate und Bier zu finden waren, galt es zu überwinden. Vom Hang lief das Regenwasser zu unseren Füßen. Kein Problem, einfach ein Stück Holz auf den Boden legen, Schuhe drauf, Problem gelöst.

Morgen ist wieder Montag und ich bin noch nicht mal mit dem Sonntag fertig. Irgendwie vermisse ich den Tag zwischen Sonntag und Montag.