Montag, 10. August 2015

Drei Wanderer im Hahnenbachtal

Samstag, 08. August 2015:
Für den heutigen Tag habe ich mir die Traumschleife „Hahnenbachtaltour“ des Saar-Hunsrück-Steigs ausgesucht. Das romantische Hahnenbachtal im Dreieck Bundenbach – Woppenroth – Schneppenbach bietet die Kulisse für diesen abwechslungsreichen und naturnahen Qualitätswanderweg. Beidseits des Hahnenbachs wird die einzigartige Landschaft im Hunsrück durchwandert. Dabei können im Revier des Schinderhannes Sehenswürdigkeiten wie das Besucherbergwerk Herrenberg, die Keltensiedlung Altburg sowie die Ruinen Hellkirch und Schmidtburg bestaunt werden.
Die Traumnschleife wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 87 Erlebnispunkten bewertet (Wandersiegel gültig bis Juli 2016) und vom Wandermagazin als "Deutschlands schönster Wanderweg 2012" ausgezeichnet.
Ursprünglich waren für heute 24 bis 25 Grad gemeldet, nun zeigt die Vorhersage allerdings Temperaturen zwischen 29 und 30 Grad.
Da der Weg viele Waldpassagen und somit Schatten aufweist, hält uns das allerdings nicht von unserem Vorhaben ab.
In Tiefenstein steigt noch ein befreundetes Pärchen zu und einige Ortschaften später stehen wir auf dem Parkplatz an der Schinderhannestränke bei Bundenbach, unweit es Besucherbergwerkes Herrenberg.
Vom Startpunkt am Besucherparkplatz folgen wir zunächst der Markierung im Uhrzeigersinn zum Besucherbergwerk Herrenberg und dem Fossilienmuseum. Weiter führt uns der Weg vorbei an der rekonstruierten Keltensiedlung Altburg auf einer Strecke von ca. 500 Metern bergan, bevor wir vom höchsten Punkt der Route hinab zum Hahnenbach wandern. Die Schieferhalde Sinsenbach ist Beleg der Bergbautradition im Hahnenbachtal. Von dort haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Talauen und können die Stille der Landschaft genießen, bevor uns ein Pfad rechts hinein in den Rennwald führt. Nach kurzer Strecke erreichen wir die Fußgängerbrücke über den Hahnenbach. Danach wandern wir bachaufwärts am Waldesrand entlang bevor der kurze Anstieg zur Ruine Hellkirch beginnt. Die Ruine Hellkirch liegt auf einer Kuppe ca. 60 Meter über dem Tal.
Felsentunnel
Von dort genießen wir den Blick auf das Hahnenbachtal und auf einen Teil des bereits zurückgelegten Weges. Eine Sitzgruppe lädt uns zur Rast ein. Ein steiler Pfad führt uns nun den schmalen Kamm ca. 300 Meter weit hinab.
Wir folgen jetzt dem naturbelassenen Waldweg in Richtung Schmidtburg. Grenzsteine aus dem 19. Jahrhundert künden von der ehemaligen Bedeutung des Weges: GO = Großherzogtum Oldenburg, KP = Königreich Preußen. Heute stoßen hier die Grenzen der Landkreise Rhein-Hunsrück, Bad Kreuznach und Birkenfeld aneinander.
Nach Queren eines kleinen Baches erreichen wir den Wassererlebnispfad Hahnenbachtal.
An insgesamt 13 - zum Teil interaktiven - Informationsstationen kann der Wanderer vieles rund um das Thema "Wasser" in seiner gesamten Bandbreite erfahren. Hierzu stehen Tafeln mit Fragen und Antworten am Wegesrand. Die Traumschleife wandern wir in der empfohlenen Richtung im Uhrzeigersinn, der Wassererlebnispfad führt wohl allerdings in entgegengesetzter Richtung, denn wir lesen erst die Antworten zu den an der nächsten Station folgenden Fragen.
Jetzt wissen wir auch, warum eine Gehzeit von vier Stunden für die unter 10 Kilometer lange Strecke angegeben ist. Bleibt man an jedem Aussichtspunkt und jeder Tafel stehen, nimmt das Zeit in Anspruch.
Traumhaft schöner Waldweg

Wir folgen diesem Weg vorbei an der ehemaligen Schleifmühle Götzenau und der "Teufelsrutsche" zu den Ruinen der mächtigen Schmidtburg, die schon dem Räuberhauptmann Schinderhannes als Versteck diente. Von der Burg aus genießen wir die Ausblicke ins Tal der Jahrtausende, wie das Hahnenbachtal in diesem Abschnitt auch genannt wird. Von der Schmidtburg aus wandern wir wenige Serpentinen hinunter zum Hahnenbach und gelangen wieder bachabwärts über eine Brücke auf die andere Seite des Baches bis zum Forellenhof Reinhardtsmühle. Der Weg führt uns in Serpentinen bergan. Wir wandern durch Felsentunnel, die einst zum Schieferabtransport dienten und genießen mehrfach die reizvollen Ausblicke auf die Ruine Schmidtburg und die darüberliegende Altburg. Erstaunlich, wie nahe die einzelnen Sehenswürdigkeiten beieinander liegen. Luftlinie sind es vom Besucherbergwerk bis zur Altburg lediglich 220 Meter und von der Altburg zur Schmidtburg 280 Meter. Am weitesten liegt die Ruine Hellkirch entfernt – von der Altburg 1,2 Kilometer Luftlinie. Durch die Täler ergibt sich allerdings insgesamt eine längere Wegstrecke. Nach einem kurzen Anstieg sind wir wieder am Start angelangt.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=peksnapxybfydxkx