Freitag, 17. Juli 2015

Mountainbike im Daal

Donnerstag, 16. Juli 2015
Unsere obligatorische Freitags-Mountainbike-Tour findet diese Woche ausnahmsweise am Donnerstag statt. Grund hierfür ist der Zusatztag des Festivals „Rock im Daal“.
Bereits zum 20. Mal veranstaltet der gemeinnützige Verein Rock im Daal das gleichnamige Festival in Kirchenbollenbach. Anlässlich des runden Geburtstags hängen die Organisatoren dann auch gleich einen Festivaltag mehr dran und es wird schon ab Donnerstag, 16. Juli, gerockt.

Eselspfad bei Schmidthachenbach
Den um eine Stunde vorverlegten Termin haben wir aufgrund der Hitze gestrichen, und so starten wir um 18:00 Uhr am Sportplatz Kirchenbollenbach zu unserer Tour. Elf Personen zähle ich heute. Richtung Osten geht es entlang des Truppenübungsplatzes zur Muffelhütte auf dem Brockelberg in der Gemarkung Oberreidenbach. Von der Hütte aus genießt man eine herrliche Aussicht über die Höhen des Hunsrücks, bei guter Sicht bis zum Rhein und weit in die Rheinpfalz.
Zwischen den Orten Sien und Sienhachenbach hindurch führt uns die Tour zum Highlight des Tages, dem Eselspfad. Der schmale, nach einer Seite abfallende Weg mit seinen Wurzelpassagen und einigen Felsblöcken, erfordert ständige Aufmerksamkeit. Auch besteht die Gefahr, mit dem Lenker einen Baum zu touchieren, was schnell zu einem Sturz führen kann.
Eselspfad bei Schmidthachenbach
Ich habe ein wenig das Gefühl, mich auf dem Felsenweg in Rodalben zu befinden.
Auf diesem tollen Trail gelangen wir nach Schmidthachenbach. Von dort fahren wir weiter bis Mittelreidenbach. Die Strecke ist durchweg staubtrocken. Gelegentlich kommt man sich vor wie im Death Valley. Vor Dickesbach queren wir die K40 und über die Sonnenhöfe setzen wir die Tour bis Nahbollenbach fort.
Nun folgt erneut ein toller Trail entlang des Bollenbachs bis nach Mittelbollenbach.
Jetzt nur noch ein kleines Stück Straße bis zum Ausgangspunkt.
Nach rund 34 Kilometern ist die Tour beendet. Räder verstauen, frisch machen, unauffällig kleiden und schon können wir uns in die feiernde Menge mischen, die vom Hunsrücker Urgestein Martin Weller gewohnt frech mit seinem Mundartblues verwöhnt wird.

Eselspfad bei Schmidthachenbach
Nach dessen Zugabe betreten dann die Weedbottles die Bühne. Die fünf Jungs aus Idar-Oberstein, die normalerweise als Speedbottles mit selbst gemachtem Punk 'n' Roll unterwegs sind, covern an diesem Abend ihre eigenen Hits und verpassen ihnen ein neues akustisches Gewand aus Folk, Blues, Reggae und Ska - Bärte inklusive. Die Weedbottles werden sicher einige neue Fans dazugewinnen.
Andreas und Regina Wögerbauer vom nahegelegenen Landgasthof Schuck sorgen für das leibliche Wohl. Meine Wahl fällt zuerst auf den Hunsrückburger, eine Frikadelle im Brötchen mit Salat und Zwiebeln. Senf und Ketchup stehen auch bereit. Später folgt noch ein halber Flammkuchen. Beides sehr lecker und mit 2,50 Euro nicht zu teuer.
Das Fassbier schmeckt gut, leider muss ich nach drei Gläsern auf alkoholfreies Weizenbier umsteigen.
Als ich auf der Heimfahrt an der Kreuzung in Nahbollenbach anhalten muss, sehe ich auf der gegenüberliegenden Seite einige Personen in der Garage werkeln. Genau vor diesem Haus habe ich während der Hinfahrt auf der Straße ein Samsung-Smartphone gefunden. Ich frage nach und tatsächlich beschreibt mir die junge Frau das Fundstück auffallend genau. So übergebe ich das ramponierte Gerät mitsamt der Schutzhülle, die ihren Zweck nicht ganz erfüllen konnte, an die Eigentümerin, die sich sichtlich freut. Das zerstörte Display scheint sie nicht groß zu stören. Mit den Worten „Wir haben noch ein Display, das bekommen wir schon hin, vielen Dank“ verabschieden wir uns. Und da ist es wieder… das gute Gefühl, einen Menschen glücklich gemacht zu haben.