Freitag, 31. Juli 2015

Mission Edelsteinschleiferweg

Dienstag, 28. Juli 2015:
Heute lautet meine Mission: GPS-Daten des Edelsteinschleiferweges aufzeichnen.


Noch in diesem Jahr werden die letzten Traumschleifen in der Saar-Hunsrück-Region eröffnet. Das Angebot an Premiumwanderwegen soll bei dann 111 gedeckelt werden, um die bestehende hohe Qualität nicht zu verwässern. Eines der letzten Projekte wird eine dritte Traumschleife in Idar-Oberstein sein: Nach den bestehenden Traumschleifen "Nahe-Felsen-Weg" und "Rund um die Kama" soll der "Edelsteinschleiferweg", der unter anderem die touristischen Höhepunkte Steinkaulenberg und Weiherschleife verbindet, das Thema "Edelsteine" in das Gesamtkonzept der Traumschleifen einbringen.
Historische Schleifmühle Weiherschleife

Die Stadtverwaltung schickte mir die Streckenführung als pdf-Datei und so mache ich mich um 9 Uhr auf den Weg durch den Rödgesberg zur Weiherschleife in der Tiefensteiner Straße 87 in Idar-Oberstein, dem Startpunkt des Weges, wo u.a. auch eine historische Schleifmühle besichtigt werden kann. Ich starte in der empfohlenen Wanderrichtung im Uhrzeigersinn und bin gespannt, was mich erwartet. Nach Querung der B 422 führt ein schmaler Pfad nach Oberstweiler, von wo aus der Weg gleich wieder im Wald verschwindet. Hier muss ein kurzer aber steiler Anstieg bewältigt werden, der einen bis unterhalb des Zentralfriedhofes bringt. Um den Saarring herum, unterhalb der Straßburg-Kaserne, ist dann der Weg deckungsgleich mit dem seit langem bekannten "Schleiferweg". Man durchwandert ein kleines Waldstück und gelangt zum Rabenkreisel nach Algenrodt. Jetzt wird es eng, denn die Eigentümer des Eckhauses Am Dreschplatz/Auf dem Bilzacker haben vor einiger Zeit einen Metallzaun errichtet. Zwischen diesem und einer Hecke führt der Weg entlang. Es folgt erneut eine Waldpassage und es geht weiter, vorbei am Schützenhaus, in den wunderschönen Dietzenwald. 
Im Dietzenwald mit Blick auf Idar
Hier genießt man oberhalb des Wohngebietes Hasenklopp einen tollen Blick auf den Stadtteil Idar. Etwas weiter wurden ein paar Bäume und Äste zurückgeschnitten, sodass der Blick auf das Görlitz-Türmchen frei wird. Nach etwa 500 Metern gelangt man zur "Dietzenplatte", wo nach mündlicher Überlieferung der erste Idar-Obersteiner Spießbraten nach brasilianischer Art zubereitet wurde. Überall findet man gelegentlich noch die roten Schilder des Schleiferweges.
Nun folgt die Passage zum Rilchenberg bzw. Barbararing, wo ich mich unterhalb der Straße über allerhand leere Flaschen, Scherben und Müll jeglicher Art ärgere. Vor der Zertifizierung sollte hier dringend für Ordnung gesorgt werden. 1,2 Kilometer wandert man durch Wald, bevor man die L 176 quert und sich beim Standortübungsplatz Rilchenberg befindet. Die Landstraße ist in diesem Abschnitt gepflastert, wodurch der Verkehrslärm wesentlich lauter wahrnehmbar ist, als auf einer asphaltierten Straße. Am nun folgenden Aussichtspunkt bei Enzweiler kann man sich über einen schönen Panoramablick freuen. Heute weht hier der Wind stark und eine dunkle Wolke schiebt sich vor die Sonne. Ich setze meinen Weg fort, der mich bis überhalb des Hundeplatzes bringt, wo er dann in den "Herz-Kranken-Pfad" übergeht. Rund um die Grenze des Standortübungsplatzes führt dieser Pfad. Ein Schild weist drauf hin, dass das Berühren und Aneignen von Gerät, Munition und Munitionsteilen verboten ist.
Dieser 3,5 Kilometer lange Abschnitt, der über den Eichelsberg zum Aussichtspunkt bei der Morgensonne führt und später parallel zum Siesbachtal nach Algenrodt verläuft, ist sicher der Höhepunkt der Traumschleife.
Ein kleines Stück folgt man der Saarstraße, um wenig später wieder Waldboden unter den Schuhen zu spüren. Als Ortskundiger weiß ich, was mir bevorsteht. Um zu den Edelsteinminen im Steinkaulenberg zu kommen, geht es bergauf. Ich atme tief durch und nehme den schwierigsten Abschnitt der Strecke in Angriff. Über den Bürgerpark gelangt man zum Einstieg in den Steinkaulenberg und wandert auf dem Weg entlang der alten Minen.
Nach fast 2 Kilometern steht man am Kiosk bzw. der Kasse bei den Edelsteinminen, wo sich eine Führung lohnt (http://www.edelsteinminen-idar-oberstein.de/die-edelsteinminen.html).

Barbarastollen im Steinkaulenberg
Ich gehe ein kleines Stück bergauf, rechts von mir liegt der Barbarastollen, und schon stehe ich auf dem Galgenberg, wo mir das in Erinnerung kommt, was ich darüber im Internet gelesen habe.
Die alte Groß-Pfarrei Idar war ursprünglich wohl auch mit dem Gerichtsbezirk des Idarbannes identisch.
Die Gerichtsstätte dieses Gebietes befand sich dort, wo die Gemarkungen von Mackenrodt, Algenrodt und Idar aneinander stoßen, eine Stelle, die noch heute in den amtlichen Katasterunterlagen die Bezeichnung "Galgenberg" trägt.
Die Tatsache, dass man an der alten Gerichtsstätte am "Galgenberg" Achate fand (daher auch "Steinkaulenberg" genannt), prägte die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Gegend. Idar wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem Weltzentrum der Edelsteinindustrie.
Nun nehme ich die letzten 1,5 Kilometer in Angriff. Vorbei am Parkplatz führt der Weg hinunter erneut über Teile des Schleiferweges zur Weiherschleife.
Außer einigen Besuchergruppen bei den Edelsteinminen bin ich heute – wie so oft bei meinen Wanderungen – niemandem begegnet, was wohl auch daran liegt, dass ich an einem Wochentag unterwegs war.

Der gut ausgeschilderte Edelsteinschleiferweg folgt in weiten Teilen dem seit langem bekannten Schleiferweg:http://timorisch.blogspot.de/2015/06/schleiferweg-rund-um-idar.htmlhttp://www.gpsies.com/map.do?fileId=evsqefbgewvvzxgz


Auf die Zertifizierung bin ich gespannt. Wegen seiner Stadtnähe wird der Edelsteinschleiferweg sicher nicht über 80 Punkte kommen. Trotzdem handelt es sich um einen schönen Rundweg mit tollen Aussichtspunkten und einem hohen Erlebnischarakter, der viele Facetten der Edelstein- und Schmuckstadt zeigt.

Weitere Informationen, Fotos und GPS-Dateien unter
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ojmotlqkujoegfzt